Schutzfrist für Tonaufnahmen von 50 auf 70 Jahre verlängert

22
SHARES
Schutzfrist für Tonaufnahmen

anzeige

Längere Schutzfrist für Tonaufnahmen beschlossen

Die neue Regelung gilt etwa für Musiker, die an der Aufnahme eines Albums mitwirken. Auch für Komponisten und Texter tritt die Verlängerung der Schutzfrist von 50 auf 70 Jahre nach dem Ableben des Urhebers in Kraft. Wenn Tonträger 50 Jahre nach deren Veröffentlichung nicht mehr zum Kauf angeboten oder aufgeführt werden, können Künstler jetzt Verträge zur Abtretung ihrer Rechte kündigen. Zudem sollen Rechteinhaber nach 50 Jahren 20 Prozent der Einnahmen zurücklegen, die von einer Verwertungsgesellschaft als »Mehreinnahmen« an die eigentlichen Musikmacher ausgeschüttet werden sollen.

Die SPD enthielt sich bei der Abstimmung, kritisierte jedoch die längere Laufzeit (»sachlich nicht notwendig«), während die Linke befürchtet, dass nur einige Plattenformen und Stars davon profitieren werden.

Die Grünen bewerten die seit 2011 verabschiedeten EU-Vorgaben als Ergebnis erfolgreicher Lobbyarbeit der Tonträgerindustrie. Sie hätten bewirkt, dass die drohende Gefahr des Verlusts der Urheberrechte nach 50 Jahren abgewendet werde, doch stünde die Verlängerung der Schutzrechte den Interessen der Konsumenten und der eigentlichen Werkschöpfer entgegen.

Die CDU/CSU wies darauf hin, dass der Entwurf vornehmlich technischer Natur sei. Die nach der EU-Richtlinie 2011/77/EU verlängerte Schutzfrist werde einfach im deutschen Recht umgesetzt.

Mehr zum Thema:
  


Lesermeinungen (2)

zu 'Schutzfrist für Tonaufnahmen von 50 auf 70 Jahre verlängert'

  • Rainer   17. Mai 2013   08:41 UhrAntworten

    Würde bedeuten, man kann mit sachen die aktuell 20 Jahre alt sind noch Kohle scheffeln? Sehr gut gemacht Musikindustrie... Ob das nötig ist?

  • Dj Erosol   17. Mai 2013   10:20 UhrAntworten

    "Zudem sollen Rechteinhaber nach 50 Jahren 20 Prozent der Einnahmen zurücklegen, die von einer Verwertungsgesellschaft als »Mehreinnahmen« an die eigentlichen Musikmacher ausgeschüttet werden sollen." ...hehe nice... theoretisch hätte der Künstler also 100% wieder selbst erwirtschaften könne (z.B. neuer Vertrag). Jetzt bekommt er 20% über eine "Verwertungsgesellschaft" (die das natürlich umsonst macht ;)) ...Irgendwie liest sich das doch wie Zwangsenteignung oder versteh ich was falsch? ;)

Sag uns deine Meinung!

anzeige

EMPFEHLUNGEN