Downloads, CDs, Hörgenuss und Profit

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Qualität auch für junge Hörer wichtig

Viele der Befragten wünschen sich mehr Klangqualität in Hinsicht auf die Musik, die sie kaufen. Es geht dabei nicht um die Qualitäten der Musiker, sondern darum, wie sich die Musik anhört. Könnte der Trend, auf eine niedrige Bitrate komprimierte digitale Musik für wenig Geld herunterzuladen, bald beendet sein? Das hoffen zumindest Vertreter der Musikindustrie, die diese Hoffnung jedoch bereits seit etlichen Jahren haben, gekoppelt an den Wunsch, dass die CD einen neuen Aufstieg erlebt. In den USA sind die Verkaufszahlen von CDs im letzten Jahr um sechs Prozent gesunken, während die Downloads von digitalen Musikalben um 20 Prozent gestiegen sind. Neue Musik wird kaum noch über CDs verkauft, nur Weihnachts-CDs finden alle Jahre wieder einen guten Absatz. Aber: je älter die Hörer werden, desto weniger CDs kaufen sie sich.

Das macht vor allem die Labels wütend, denn diese müssen für lizenzierte Musik, die im Internet heruntergeladen wird, mehr an den Künstler abtreten, als beim Verkauf einer CD. Das Mehr an Zahlung an den Künstler kann sich auf 40 Prozent belaufen. Dabei muss man jedoch bedenken, dass im Internet nicht so viel für ein digitales Album gezahlt wird wie für ein Album auf Platte.

Die Mehrheit der jungen Hörer würde, wenn sie die Wahl hätte, Musik in CD-Qualität downloaden. Das heißt jedoch nicht, dass sich in Zukunft die CD-Käufe wieder erhöhen werden. Man ist sich natürlich der Vorteile von Streaming-Diensten bewusst. Was wir sehen können, ist, dass Qualität nach wie vor auch für junge Hörer wichtig ist, entgegen so mancher überheblichen Anschuldigung seitens älterer Generationen. Einen Rückschritt in die CD-Ära möchte man jedoch nicht. Die wirtschaftlichen Vorteile der CD und die Bequemlichkeit von Downloads zusammenzubringen, ist die Herausforderung, der sich die Musikindustrie stellen werden muss.

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Lesermeinungen (12)

zu 'Downloads, CDs, Hörgenuss und Profit'

  • Tonstudio0815   29. Jun 2012   09:16 UhrAntworten

    Also in meiner Gegend sieht das ganz anders aus! Hier sind die Leute komplett "Ohren-tot" sozusagen. Die hören absolut KEINE Qualitätsunterschiede mehr! Die meisten ziehen sich ihre Musik von Youtube (128 kbps,) die man sich wirklich nicht anhören kann. Und wenn ich dann noch versuche solche Leute daraufhinzuweisen kommt immmer nur sowas wie "Also ich hör da nix...".

    Ich denke das Problem liegt hierbei schon in der Kindheit, bzw. in der Erziehung. Wenn man, wie ich, mit einer riesigen CD-Sammlung und einer guten Hifi-Anlage groß wird, hat man bessere Karten als diejenigen, deren Eltern auch nur von Youtube downloaden und dann die Musik über den Laptop abspielen.

    Das Problem dürfte also sich noch vergrößern, wenn die heutige Jugend dann Eltern werden. Man darf also gespannt sein.

    Fazit: Wenn man nicht weiß, was "gut klingt", kann man auch nicht beurteilen, ob etwas gut klingt oder nicht.

  • Jo   29. Jun 2012   10:08 UhrAntworten

    Ich gebe Tonstudio0815 recht, die Masse der User interessiert Tonqualität genau Nüsse, und von den paar Audio-Puristen kann man nicht leben.

    Zum Artikel noch eine kritische Anmerkung: Es fehlt an Substanz - erinnert stark an Textbroker-Content. Hauptsache, man erreicht ... Worte?

  • polyaural   29. Jun 2012   10:22 UhrAntworten

    Ich widerspreche! Es gibt in allen Bereichen miese Qualität die durchaus von der Masse akzeptiert wird. Und es gibt überall Spitzenqualität die nur von wenigen erkannt und genossen wird. Dabei ist es egal ob es sich um Musikinstrumente, Consumerelectronic, Reisen, Essen, Autos und was nicht alles handelt.

    Wir hatten 1980 auch nicht alle ein Nakamichi Dragon, sondern Tapedecks von allen möglichen asiatischen Frickelbuden. Und es gab immer Leute die behaupteten, der AIWA-Player klinge besser als der SONY Walkmen und so weiter und so fort.

    Das Thema ist ein klassischer „Aufreger“ (und Kommentarsammler :-). Mehr nicht …

  • Jürgen Bromant   29. Jun 2012   10:22 UhrAntworten

    Hinzu kommt noch, dass die meiste Musik momentan so schlecht gemastert wird (Stichwort: Loudness War), dass eine hohe Bitrate da auch nicht mehr viel rausholen kann.
    Was nutzt es mir, einen aktuellen Song mit abgeschnittenen Pegelspitzen, der schon fast verzerrt klingt, in brillianter Audioqualität vorliegen zu haben?

  • Plattensammler   29. Jun 2012   10:42 UhrAntworten

    Es gibt auch noch einige Verrückte, die weiterhin Vinyl kaufen und regelmäßig auf die Wiederkehr der Schallplatte verweisen...die Statistik der Käufe (also die reale Abstimmung über das Medium, die über den Geldbeutel läuft) sagt etwas anderes...

  • Metaphor   29. Jun 2012   11:54 UhrAntworten

    Hmm... ich denke an allen Kommentaren ist etwas dran, eine allgemein gültige Sicht gibt es auch hier einfach nicht.

    Neben der reinen Audio-Qualität bieten physische Tonträger ja noch ein Menge anderer Vorteile. Man hat etwas in den Händen, wie z.b. ein schönes gedrucktes Booklet, das man aufklappen u. darin blättern kann.

    Ich kaufe z.B. auch noch Vinyls für meine Rap-Plattensammlung, aber meist nur solche, die noch auf meiner "Haben-Will"-Liste stehen, was dann auch meist ältere Sachen sind.

    Der Klang einer Audio CD ist natürlich immer noch wertiger, als eine Mp3, selbst bei guter Qualität (320kbits und aufwärts). Vinyl ist noch einmal eine ganz andere Klangästhetik, vom das Anfassen der Musik ganz zu schweigen.

    Für die digitalen Varianten seht:

    - weniger Produktionskosten
    - in der Regel per Download sofort verfügbar
    - platzsparend (außer auf der eigenen Festplatte ;)
    - meist günstiger, als die CD zu haben

    Wenn ich aber eine Scheibe brutal abfeier kaufe ich mir die meist auch als physischen Tonträger ;)

  • Andreas Haas   29. Jun 2012   14:33 UhrAntworten

    hm, ich schätze NICHT EINMAL die Audio-CD. Ganz ehrlich? Im Studio legt man doch derart gesteigerten wert auf 96kHz und 24 bit...wieso bekommen wir auf der Audio-CD immer noch 44.1/16 präsentiert? Sorry, aber sehr differenzierter Musik (z.B. Orchester, Soundtracks), die auch mit leisen Passagen arbeiten, fällt die Auflösung unter einer gewissen dB-grenze (gerade nicht im Kopf) auf 8bit herunter ... das wäre dann Commodore C64-Qualität...sofern das nicht in der Klangbildung ausdrücklich erwünscht ist also seeehr erbärmlich.

  • das_chaos   29. Jun 2012   16:52 UhrAntworten

    Also auf 96kHz legt imho kaum jmd Wert. Lass uns das Fass aber jetzt nicht aufmachen :D
    Im Studio bearbeitest du und steuerst nicht unbedingt auf unity gain aus, d.h. du nutzt die 24bit nicht. Um so wichtiger mit 24 oder 32bit Wortbreite als Ausgangspunkt zu arbeiten.
    Der an die Wand gefahrene Rest wird dann halt zwangsläufig auf 16Bit runtergerechnet. Die CD ist ja noch nicht abgeschrieben und so lange sollte man dann doch kompatibel bleiben ;)
    8Bit hätte man grob bei -48dB - das ist schon ganz schön leise, wenn man in "normaler" Lautstärke sich ne CD anhört.
    Aber ich schließ mich dem Tenor schon an: Ich hab kaum Verständnis dafür, wenn Leute sich Songs aus nem Youtube Video konvertieren. Gut, wer die Unterschiede zwischen PCM 44.1/16Bit und 128kBit Mp3 nicht hört und damit glücklich ist: bitteschön.
    Und bei den aktuellen Kauf/Download/Hörgewohnheiten kann ich mir nur schwer vorstellen, dass die "CD" nochmal annähernd an Umsätze rankommt die den Stempel "erfolgreiche Rückkehr" verdienen.

  • Phunkateer   29. Jun 2012   17:01 UhrAntworten

    Ich vermute mal stark, hier wurde nach der Devise gefragt: "Würdest Du für CD Qualität mehr Geld ausgeben als für MP3-Qualität?".

    Das ist so ähnlich, als ob man fragt "Würdest Du für Bio-Fleisch mehr Geld ausgeben als für Billigfleisch?"

    Ergebnis:
    - Alle sagen ja.
    - Alle kaufen weiter Billigfleisch.

    Hurra!

  • Andreas Haas   29. Jun 2012   18:22 UhrAntworten

    Naja, meines Erachtens (subjektiv) sind die -48dB genau die Zone, in der die Raumakustik einer Aula oder eines Konzertsaales zu leben beginnt (oder auch das hochwertige Reverb)...aber habe ich die Ausgangs-Frage auch falsch aufgefasst.
    Ganz ehrlich? Vor 15 Jahren hab ich auch keinen Unterschied zwischen CD und 128er MP3 gehört. Da hatte man allerdings auch billige Hifi-Anlagen, die eh alles nach eigenem Ermessen verfälscht haben. Erst wenn man selber Studio-Arbeit beginnt, differenziertes Hören trainiert und schlicht und ergreifend immer wieder den Kontrast hört "lernt man den Unterschied zu erkennen". Das kann der Konsument nicht vorweisen und wird es tatsächlich nicht merken.
    Ich finde es nur schade, dass man für mp3s via itunes und co. praktisch GENAU dasselbe zahlt wie für die CD. klar, der größte Anteil ist der Tribut an den Künstler, aber wo sind die 1,24€ oder so für den Pressling und das gedruckte Booklet geblieben?
    Ich kaufe immer noch CDs im Laden, weil ich mich bei den Download-Portalen aus o.a. Gründen genommen fühle. So kann ich immer noch selber mp3s daraus machen, habe aber ein hochwertigeres Original.

    Das ist dasselbe Thema wie BlueRay vs. DVD. Es gibt Filme, da lohnt sich der Aufwand echt nicht, ebenso wie total zusammenkomprimierte und limitierte Pressmusik auf einer CD auch so klingt wie gedacht, während eben sehr aufwändige Instrumental-Kunstwerke mehr Spielraum vertragen.
    Beispiel "Transformers"; auf einer BlueRay sehe ich an manchen Stellen Schrauben und Details, die auf einer DVD nur Pixelbrei wären...bei einer Komödie konzentrier ich mich mehr auf die Aussagen der Charaktere als auf jeden einzelnen Pixel...ebenso passiert das bei Musik.
    Chili Peppers Californication hätte nicht seine Wirkung wie mit dem absichtlich bis über Gut und Böse gefahrenen Limiter...andere Electro-Bands benutzen mit purer Absicht 8bit-Samples.

    Technisch wäre vieles möglich, aber wenn der Consumer auch 320er mp3s brav kauft, warum mehr Speicherplatz auf Servern investieren? Solange Angebot und Nachfrage mit etwas Manipulation funktioniert...warum aufrüsten?

    HD-TV ist auch nur schleppend auf dem Vormarsch. Die meisten Endkunden haben offenbar keinen Bedarf. An einer Minderheit, wie meine Vorredner schon sagten, kann man nichts verdienen. Wir sind die Minderheit.

  • patrick pierson   01. Jul 2012   16:49 UhrAntworten

    ich kaufe CDs, damit ich was in den Händen habe. Der Sound ist natürlich auch irgendwo entscheidend. Hab mir da aber noch nie nen Kopf drüber gemacht, da ich schon prinzipell nix auf itunes oder so kaufe. Was mich immer mehr erschreckt ist eben zum einen auch diese Youtube Video Metalität, was wirklich grausam klingt. Und dann halt diese ganze mp3 sache. Warum treibt man in Studios denn so nen Aufwand mit recording, nachbearbeiten, mischen mastern... allein das Nachbearbeiten ist schon recht aufwändig, wenn man den vorletzten Podcast hört. Da werden Stunden investiert, die kein Mensch, naja 99% der Consumer, nicht hören (können), weil die die Musik auf dem Handy mit dem eingebauten Lautsprecher hören....
    Patrick

  • Karsten Unglaube   02. Jul 2012   08:16 UhrAntworten

    Ich gebe Phunkateer vollig recht. Wir reden hier über einen Fakt der sich nicht verleugnen läßt und auf den man auch nicht einwirken kann. Die Leute hören Musik als MP3 auf extrem schlechten Kopfhörern, über Handylautsprecher. Eine richtige HiFi Anlage besitzen die meisten doch gar nicht mehr und eine CD wird heute über den Rechner im Windowsmediaplayer als MP3 gewandelt, so dass man Sie danach auf seinem Player mitnehmen kann. Also sollte man sich als Musikproduzierender nicht zu verrückt über das Thema Audioqualität machen, sondern mehr über die musikalische Darbietung.

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