In einem offenen Brief, der in diversen großen Tageszeitungen Deutschlands heute erscheint (was das wieder gekostet hat), werben diverse Künstler am heutigen “Tag des Geistigen Eigentums” für einen “angemessenen Schutz” ihrer Werke oder im Klartext für die Sicherung ihrer Einnahmen…

Offenes Geheule der Musikindustrie

Die unterzeichnenden Künstler fordern in diesem offenen Brief Kanzlerin Merkel auf, den Schutz ihrer Werke “zur Chefsache zu machen”. Künstlergrößen wie Herbert Grönemeyer und Peter Maffay (soweit ich mich entsinnen kann beide Miteigentümer von z.B. Radio FFH), Seeed, Tokio Hotel und diverse andere aus der Chefetage der Musikindustrie machen das Internet für ihr Hungerleiden als Künstler verantwortlich.

Laut den Angaben des Schriftstücks wären allein 2007 in Deutschland über 300 Millionen Musikstücke aus dem Internet geladen worden. Eine Zahl, die einfach mal eben ohne Beleg von den Lobbyisten der Musikindustrie in den Raum gestellt wird und deren Richtigkeit bezweifelt werden kann.

Auch ein solcher Satz wird mal eben ohne Beleg ins Felde geführt: “So entfallen 70 Prozent des Internetverkehrs in Deutschland auf die – leider meist illegale – Tauschbörsennutzung.” Ich habe mindestens zwei Studien gesehen, die besagen, dass P2P unter 40% bleibt… Und selbst wenn das P2P Protokoll so viel Traffic verursachen sollte, so hat er noch lange nicht exklusiv mit Musik und der Musikindustrie zu tun.

Interessantestes Faktum dieser Angelegenheit ist und bleibt, dass der “Tag des Geistigen Eigentums” eine Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie ist und der Brief vom Bundesverband Musikindustrie finanziert wurde. Damit wird auch die dahinter steckende Absicht deutlich: es geht nicht etwa um den Schutz von geistigem Eigentum, sondern um viel Geld für die Musikindustrie.