Offenes Geheule der Musikindustrie

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Offenes Geheule der Musikindustrie

Die unterzeichnenden Künstler fordern in diesem offenen Brief Kanzlerin Merkel auf, den Schutz ihrer Werke „zur Chefsache zu machen“. Künstlergrößen wie Herbert Grönemeyer und Peter Maffay (soweit ich mich entsinnen kann beide Miteigentümer von z.B. Radio FFH), Seeed, Tokio Hotel und diverse andere aus der Chefetage der Musikindustrie machen das Internet für ihr Hungerleiden als Künstler verantwortlich.

Laut den Angaben des Schriftstücks wären allein 2007 in Deutschland über 300 Millionen Musikstücke aus dem Internet geladen worden. Eine Zahl, die einfach mal eben ohne Beleg von den Lobbyisten der Musikindustrie in den Raum gestellt wird und deren Richtigkeit bezweifelt werden kann.

Auch ein solcher Satz wird mal eben ohne Beleg ins Felde geführt: „So entfallen 70 Prozent des Internetverkehrs in Deutschland auf die – leider meist illegale – Tauschbörsennutzung.“ Ich habe mindestens zwei Studien gesehen, die besagen, dass P2P unter 40% bleibt… Und selbst wenn das P2P Protokoll so viel Traffic verursachen sollte, so hat er noch lange nicht exklusiv mit Musik und der Musikindustrie zu tun.

Interessantestes Faktum dieser Angelegenheit ist und bleibt, dass der „Tag des Geistigen Eigentums“ eine Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie ist und der Brief vom Bundesverband Musikindustrie finanziert wurde. Damit wird auch die dahinter steckende Absicht deutlich: es geht nicht etwa um den Schutz von geistigem Eigentum, sondern um viel Geld für die Musikindustrie.

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Lesermeinungen (27)

zu 'Offenes Geheule der Musikindustrie'

  • Olli   25. Apr 2008   17:59 UhrAntworten

    Das Musik Business stinkt doch.
    Ich bin gerade dabei das Booking für meine kleine Rock-Kapelle wieder an zu schieben und was ich da so von den Veranstaltern zu hören bekomme ist echt schon frech.

    „Ihr spielt gegen die Tür 70/30 für Euch, Kassenpersonal stellt ihr, die ersten 100 Euro gehen an mich für die Soundanlage, und wenn ihr in der GEMA seid tragt ihr die Kosten selber. Ansonsten könnt ihr hier nicht spielen.“

    Ich habe kein Problem damit auf Eintritt zu spielen und auch nicht damit das Kassenpersonal zu stellen. Aber die ersten 100 Euro für eine fest installierte Soundanlage ist schon frech.
    Mal abgesehen das in den Club gerade mal 80 Leute passen. Und die GEMA als Band selber zu tragen stinkt gewaltig. Wohl gemerkt, es handelt sich um einen kleinen Club der wirklich regelmäßig Konzerte veranstaltet.

    Und das ist mittlerweile schon nicht mehr die Ausnahme sondern die Regel.

    Sorry für den Off-topic-Kommentar, aber ich musste mir gerade mal ein wenig Luft machen.

    Grüße... der Olli

  • Funatyc   25. Apr 2008   18:39 UhrAntworten

    Je lauter die Musikinduetrie schreit und ich im TV sehe in welchem saus und braus Musiker leben und mit Geld umher werfen desto weniger bin ich bereit noch eine einziege CD im Laden zu kaufen oder im Internet zu beziehen. Eine Villa hier eine da zwölf Luxuskarossen in der Garage und 300 Mio € auf der kante. Die armen armen Künstler. Ich bekomme wirklich Tränen in die Augen vor Mitleid. Sicherlich sollte geistiges Eigentum geschützt werden aber es sollte etwas anders ablaufen. Heute verdient mann überwiegend mit mp3´s aus dem Netz und das geht am besten über die Masse. Und deshalb muss es noch günstiger werden. Ich sehe es nicht ein für jeden neuen guten Hit direkt eine CD für 30 € zu kaufen. Ich höre immer öfter meine eigene Musik und die aus diversen Musikforen wie jamendo oder magix wo es keinen Cent kostet. Und dort gibt es jede menge guten Sound! Nutze auch Programme zum Mittschnitt von Webradio und das ist der Musikindustrie zwar auch ein Dorn im Auge aber "noch" völlig legal. Ab und an kauf ich mir auch eine Platte aber sehr gewählt um die Künstler gezielt zu unterstützen. Und das habe ich auch gemacht als ich mp3 noch illegal aus p2p bezogen habe. Heute lase ich die Finger davon weil die Höhe der Strafen eine ausreichend große Wirkung hat. Ich kenne aber jeder Menge Leute bei denen der PC 7x24 Stunden läuft und sie Filme, Games, Musik und alles andere sugen und das seit monaten. Unbestrafft wohl gemerkt Die Musikindustrie wird den Austausch von Dateien niemals völlig eindämmen können deshalb sollte man sich etwas rückbesinnen und es in die Richtung lenken damit die Menschen es nicht nötig haben sich illegal mit Musik zu versorgen. Und seien wir mal ehrlich, der Mittelstand ist fast weg in Deutschland alles steigt und die kleine Masse hat einfach immer und immer weniger Geld und andere Ausgaben die wichtiger sind. Deshalb sollte um so mehr hier entsprechend nachgesteuert werden. Bei einem mp3 entfallen so viele Kosten im vergleich zu einer CD Produktion das die Preise deutlich gesenkt werden könnten. Aber das ist ja nur meine Meinung.

    LG Marek

  • carlos (delamar)   25. Apr 2008   21:55 UhrAntworten

    @Olli:
    Es ist eine unschöne Angewohnheit der Menschheit, dass der Schwächste zum eigenen Nutzen ausgenutzt wird. Habe vorhin ja auch einen Artikel darüber geschrieben, was ein (normalsterblicher) Musiker / Band so an einer CD verdient. Das ist im Prinzip dasselbe.

    @Funatyc:
    Unterschrieben haben diese Petition ja auch die gut verdienenden Musiker mit großem Namen. Ich bewundere Bands wie Radiohead und Nine Inch Nails, die jetzt der Musikindustrie ein Schnippchen schlagen...und ich überlege mir ihre neuesten CDs zu kaufen.
    Nicht weil ich ihre Musik besonders mag, sondern weil sie die Zeichen der Zeit richtig deuten und mutig genug sind, neue Wege zu gehen.

  • Markus   25. Apr 2008   22:13 UhrAntworten

    Komischer Weise sorgen sich wohl gerade die Großverdiener der Branche um ihr Altenteil ...

    Ich bin fest der Meinung, dass die Zukunft des Musikgeschäfts in der Direktvermarktung liegt, gestützt durch Plattformen wie iTunes oder ähnliche. Damit kann sich dann auch mal der Geschmack der Hörer entfalten, ohne ständig von einer Musikschwerindustrie manipuliert zu werden und die Künstler verdienen unterm Strich mehr. Lächerlichen 500 Millionen-Verträge für Einzelkünstler sind dann aber wohl auch Geschichte.

    Gerade für die unbekannteren Musiker sind die Tauschbörsen wohl eher ein Gewinn, denn dadurch finden sie eine Verbreitung und damit Hörerschaft, die sie sonst niemals hätten. Die Hörer dieser Musik sind meiner Meinung nach auch sehr viel loyaler und KAUFEN die Tonträger dann auch, wenn sie gefallen. Bei der restlichen "Gebrauchs- und Fastfoodmusik" die den ganzen Tag im Radio rauf und runter dudelt ist es eh egal - die verkaufen sowieso nur noch Klingeltöne an die Doofen und nach 8 Wochen sind sie vergessen ...

  • Carsten   25. Apr 2008   22:22 UhrAntworten

    Die, die in "Saus und Braus" leben, dürften wohl wirklich die allerwenigsten sein. Leider trifft der Pleitegang der Musikindustrie ja vor allem die kleinen Bands. Aber das nur am Rande.

    Was ich eigentlich schreiben wollte: ich frage mich allen Erstes, warum die Musiker sich hier vor den Karren spannen lassen. Wo ihnen gerade mal ca. 4% vom Verkaufspreis einer CD bleiben, wundert man sich doch wirklich sehr, warum gerade die schon bekannten Acts sich nicht selbst vermarkten. Das sollte mit den heutigen Möglichkeiten kein großes Problem sein. Zu funktionieren scheint es auch, siehe Radiohead und NIN.

  • carlos (delamar)   26. Apr 2008   01:45 UhrAntworten

    @Markus
    Genau das sehe ich auch für die Zukunft. Und die Musikindustrie hilft dieser Entwicklung noch nach mit dem Pushen der Klingelton-Fraktion, die nach wenigen Wochen bereits vergessen ist.
    Die Folgen sieht die Musikindustrie bereits - aber sie hat ja beschlossen, auch weiterhin nur die Symptome zu bekämpfen.

    @Carsten
    Ich glaube, dass Musiker gar nicht so recht wissen, wenn sie nur vor den Karren der Musikindustrie gespannt werden. Alle geifern den Superdeals der ganz Großen nach und sehen nicht, dass das nur Ausnahmefälle sind.

    Man hat ja auch Radiohead "ausgelacht", dass weniger als 50% der User, die das letzte Album heruntergeladen haben, auch dafür zahlten. Und dann fand man es belustigend, dass die User nicht annähernd den Preis für ein ganzes Album auf den Tisch gelegt haben.

    Verschwiegen wurde dabei allerdings, dass Radiohead aller Wahrscheinlichkeit nach mindestens genauso viel Geld verdient hat wie es im Falle eines CD-Releases der Fall gewesen wäre...

    • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   25. Mai 2011   14:34 UhrAntworten

      Hallo!

      Zitat: "Verschwiegen wurde dabei allerdings, dass Radiohead aller Wahrscheinlichkeit nach mindestens genauso viel Geld verdient hat wie es im Falle eines CD-Releases der Fall gewesen wäre…"

      Gibt's dafür Belege, oder ist das eine bloße Vermutung?

  • Nabuk   26. Apr 2008   15:55 UhrAntworten

    Es ist unglaublich, welche Hetze zum Thema Copyright und geistiges Eigentum betrieben wird. Dazu empfehle ich jedem einmal den kostenlos downloadbaren Film Steal this Film (www.stealthisfilm.com) anzuschauen.

    Es ist doch de facto so: Die Majors wollen mit allen Mitteln ihre alt hergebrachten Vertriebs- und Vermarktungsstrukturen beibehalten, da diese noch die größte Gewinnspanne bieten. Und da, wo es einfach ist, arbeiten sie sofort mit Anbietern wie Jamba zusammen. Darüber spricht keiner, was die Künstler und die Labels an jedem einzelnen Real-Klingelton verdienen.
    Gerade was Tokio Hotel betrifft, da haben abertausende Teenies deren Tracks im Jamba-Abo gekauft und das für teures Geld.

    Leider kommt dazu noch ein Aspekt, der immer schön verschwiegen wird. Die Gier! Seed, Tokio Hotel etc. und in Amiland Metallica (mehrfache Millionäre) als Vorreiter haben völlig vergessen, dass es die Fans sind, die zu ihren Konzerten gehen (über die Entwicklung der Ticketpreise könnte man mal eine ganze Serie schreiben) und die ihr Merchandise-Material kaufen.

    Keine Band der Welt, die eine gewisse Fanbase hat, muss fürchten, am Hungertuch zu nagen, weil ihre Fans ihre Tracks kopieren. Im Gegenteil, je mehr Kopien, desto höher der Bekanntheitsgrad, je höher der Bekanntheitsgrad, desto mehr Fans, desto besser besuchte Konzerte. Ich will hier nicht wieder die Arctic Monkeys anführen oder sonst noch welche Bands, die genau mit dieser Politik ihren Weg gemacht haben.

    Nehmt zum Beispiel Goose: Die haben vor kurzem ein Studiokonzert gegeben, von dem man einen Track einen ganzen Sonntag lang als Videostream umsonst im Netz angucken konnte. Auch hier hat jeder die Möglichkeit, das Teil zu rippen. Aber sie machen es trotzdem. Checkt Nine Inch Nails, Gnarles Barkley, die Smashing Pumpkins oder Radiohead, das sind alles keine Einzelfälle mehr.

    Dieser Bittbrief an unsere Kanzlerin ist ein Fanal. Die schreien genauso wie die Deutsche Post, die ihr Briefmonopl verliert. Was mich jetzt allerdings noch stutziger macht, ist die Tatsache, dass sich die Musikindustrie hier an die Politik wendet, denn hier geht es ja um "Datenschutz". Na klar, wir haben ja eh schon die Online-Durchsuchung im Rahmen der Antiterrorgesetze, warum hängen wir da nicht gleich noch eine Online Durchsuchung im Rahmen des Copyrights dran?

    Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte

  • carlos (delamar)   27. Apr 2008   02:15 UhrAntworten

    Ehrlich gesagt gibt es zu Deinem Kommentar nichts hinzuzufügen.

    Dass die Musikindustrie so handelt liegt in der Natur des Kapitalismus und ist kaum verwunderlich. Dass sich so viele Künstler der Sache anschliessen lässt auf deren Absichten schliessen.

    Aber dass die Leute auch noch glauben, was da so einseitig verkündet wird ist traurig.

  • Loco   27. Apr 2008   02:27 UhrAntworten

    Alec Empire hat es von Anfang an geschafft Plattenfirmenunabhängig zu sein. Das muss doch auch anderen Künstlern gelingen können.
    Aber ich empfinde es als eine riesen heuchlerei das die Leute einen offenen Brief schreiben und rumjammern. Als nächstes kommt dann nachher noch die GEZ an und schreibt einen offenen Brief das niemand seine Internetfähigen Geräte anmeldet.

    Wo soll das ganze bloss enden ?

  • carlos (delamar)   27. Apr 2008   20:30 UhrAntworten

    Wenn's nach der Musikindustrie geht: in wesentlich mehr Geld für das Beibehalten alter Strukturen.

    :)

  • klaus denker   27. Apr 2008   22:10 UhrAntworten

    Hallo

    Normales Gehabe. Abgesehen von hunderten anderen Eingaben zur
    persönlichen Sache ( Bereicherung ), betrachten wir dieses als Notiz.

    Aber ( meine M. ): mit Unterzeichnung lege ich eine Schleimspur...
    welche der Schnecke vorbehalten werden sollte.

    Gruss, Klaus

  • maxcaine   28. Apr 2008   12:03 UhrAntworten

    hallo allerseits,
    kann mir jemand bitte erklären wie elektrinische producer/DJs ihr geld verdienen?
    es gibt doch so viel elektronishe musik auf dem markt...
    wenn also leute wie D.Ramirez oder Dada Life oder Fedde Le Grand
    ein song auf dem markt bringen werden sie dann etwa mehr gebucht?
    und wenn sie dann gebucht werden spielen sie doch nicht nur eigenes zeug sondern auch fremdes material ?
    müssen die autoren von dem fremden material nicht auch etwas dafür bekommen?
    wer ist denn von diesen elektronischen producern ein "gut"verdiener?

    liebe grüsse an die comunity

    und speziell an delamar - tolle informative seite mit biss

    max

  • Marc Weissenberger   28. Apr 2008   15:16 UhrAntworten

    @ maxcaine:
    Gerade die elektronischen Producer/DJs (sollte es sich um beides in Personalunion handeln) vermarkten ihr Material über ganz viele Wege.

    Ganz weit vorne sind mittlerweile Portale wie "beatport", wo die meisten Producer ihre eigenen Tracks einstellen und sich auch neues Material runterziehen. Da kostet dann ein Track zwischem 69 Cent und 1,00 Euro. Und daran verdient der Urheber direkt.
    Gerade DJs haben ein sehr großes eigenes Netzwerk (z.B. thedjlist.com/) in denen sie ihr Material und ihre Arbeit promoten.
    Und natürlich werden DJs mehr gebucht, wenn sie einen Hit gelandet haben. Aber hier ist es auch ganz wichtig zu wissen, dass der Anteil von produzierenden DJs nicht so hoch ist. Die Trennung von Producer und DJ besteht weiterhin noch vorrangig.

    Und noch was zum Urheberrecht: Sobald ich Material eines anderen Künstlers in einem gewissen Umfang verwende und es in meinen Track einbaue, muss ich diesen um Erlaubnis fragen, wenn ich danach nicht verklagt werden will.
    Auch ein Eric Prydz musste bei Pink Floyd nachfragen und ja, Pink Floyd sind monetär am Gewinn beteiligt.

    Greetz Marc

  • carlos (delamar)   28. Apr 2008   20:36 UhrAntworten

    Ja, genau wie Marc sagt, ein Hit macht Dich attraktiver für die Veranstalter, also bekommst Du mehr Gigs und damit auch mehr Geld.

    Um nochmal on-topic zum Heulen zu kommen. Die größten Heu(ch)ler der Welt waren bis vor kurzem ja Metallica, deren Vermögen vor lauter Raubkopien ja geradezu zu schrumpfen schien, weswegen sie am lautesten gegen P2P etc. wetterten.

    Und Wetter ist auch genau das richtige Thema. Denn der Wind hat sich gedreht und so auch das Fähnchen Metallicas: Jetzt wittern sie ein großes Geschäft im Stile von Radiohead und NIN.

    Unbedingt lesen:
    http://www.localheroes-radio.de/news/details/article/metallica-wittert-jetzt-doch-ein-geschaeft-durch-downloads/

  • jonathan   16. Mai 2008   22:20 UhrAntworten

    bitte zerfleischt mich jetzt nicht, aber ich stehe da voll und ganz auf der seite der künstler und demnach auch der, der musikindustrie... ich möchte nicht den moralapostel spielen, aber meiner ansicht nach ist das diebstahl.
    Angenommen eine band arbeitet 10 monate an einem album... das sind 10 monate harte arbeit...wenn ich mir die CD dann im internet runterlade ist es das gleiche wie wenn ich hergehe und im supermarkt einen artikel klaue, der eine 10-monatige entwicklungsphase durchlaufen hat..
    Ich weiß nicht wie es euch geht, aber wenn ihr für etwas gearbeitet habt und ein wirklich gutes ergebnis erzielt habt, auf das ihr stolz seid - plus ihr seit davon abhängig, weil ihr irgendwie euren lebensstandart beibehalten wollt, dann möchtet ihr doch auch dafür belohnt werden oder nicht?

    das ganze diskutieren nützt allerdings garnichts... hin oder her: man wird es nicht stoppen und warscheinlich nciht einmal hemmen können. zum glück können künstler durch konzerte noch ihr geld machen. warscheinlich wird (wenn es nicht schon so ist) das eigene album bald nur noch die promotion zur tour sein. auch ok.

  • carlos (delamar)   17. Mai 2008   11:51 UhrAntworten

    Um das hier klarzustellen: ich befürworte hier nicht das Raubkopieren. Ganz im Gegenteil sogar finde ich, dass man gute Bands und Künstler unbedingt unterstützen sollte.

    Die Aussagen in diesem offenen Brief an Kanzlerin Merkel sind allerdings zumindest mal zweifelhaft und wahrscheinlich sogar falsch. Die Musikindustrie verdient gutes Geld mit ihren Produkten.

    Angeblich sinkende Verkaufszahlen mit dem Raubkopieren in Verbindung zu bringen ohne auch nur einen Funken von Selbstreflexion seitens der Musikindustrie kann ich aber nicht befürworten.

    War es nicht Sony BMG, die vor ein oder zwei Wochen Rekord-Gewinne verkündet hatten?

  • jonathan   17. Mai 2008   20:25 UhrAntworten

    Auf der einen seite sicherlich richtig (das mit den Rekord-Gewinnen wusste ich garnicht. Upps), trotzdem stellt sich die Frage, warum ausgerechnet in den Musikrichtungen die von Personen konsumiert werden die größtenteils keinen Zugang zum Internet haben bzw nicht wissen damit umzugehen, die größten umsätze gemacht werden. (Volksmusik, Klassik)
    Es wird sicherlich nicht nur an den Raubkopien liegen, aber zum größten Teil.
    Das ein grundsätzliches Umdenken der Musikindustrie erforderlich ist, und das sich die Lables mit ihrem aktuellen Verhalten selbst in den Kopf schießen ist gar keine Frage...
    Die Frage ist vielmehr: Wie kann man neue Wege finden um Musik ehrlich zu vermarkten und als Original für den Kunden attraktiver zu gestalten?
    Es scheinen genau diese neuen Wege zu sein, vor denen die Majors Angst haben, da sie genau wissen, das sie große Abstriche machen MÜSSEN.
    Sie werden es spätestens dann verstehen, wenn sich der letzte Künstler vom großen Lable gelöst hat und über ein Indie Lable seine Musik vermarktet.

  • carlos (delamar)   19. Mai 2008   11:02 UhrAntworten

    "...grundsätzliches Umdenken der Musikindustrie erforderlich..."

    Das ist der Kern, gegen den sich die Musikindustrie mit Händen und Füssen wehrt.

    Das alte Modell funktioniert einfach nicht mehr und wenn Du weiterhin viel Geld verdienen möchtest, dann musst Du Dich den neuen Gegebenheiten anpassen.

    Als damals Napster auf den Markt kam, hätte die Musikindustrie schon verstehen können, dass das die Zukunft sein würde und das Programm aufkaufen.

    Stattdessen hat man versucht, diese Tendenz zu unterdrücken.

    Ich befürchte, Raubkopien wird es immer geben und sie werden sich nicht verhindern lassen. Wenn Die Musikindustrie das einfach mal hinnehmen und sich mental sowie finanziell darauf konzentrieren würde, wie man Musik trotz der Raubkopien-Problematik erfolgreich an den Mann bringt, dann fände sie sicherlich einen Weg.

    So steif wie sie sich derzeit gibt, ist ein Ende ihrer Ära fast anzunehmen.

  • Sib   02. Sep 2008   01:51 UhrAntworten

    Ich lade Musik runter, die ich so nie kaufen würde, hör kurz rein und lösche das allermeiste wieder. Stücke, die mir echt gut gefallen, kaufe ich dann tatsächlich, allein schon wegen der Soundqualität. Ist halt wie Probefahren. So wird der Hörer kritischer. Schlecht für die Industrie. ;)

  • carlos (delamar)   02. Sep 2008   07:35 UhrAntworten

    Probefahren, nette Analogie...aber genau dieses Kontrollhören scheint der Musikindustrie ein Dorn im Auge zu sein, denn darin mag sie den Grund dafür sehen, dass nicht genug Musik verkauft wird.

    Aber vielleicht ist das ja nur die Vorstufe zur Selbsterkenntnis...

  • Marty   05. Dez 2008   22:04 UhrAntworten

    Raubkopien sind auf jeden Fall kacke. Aber in welchem Shop bitte gibt es Songs aller Plattenfirmen im mp3-Format? Wir haben 2009, und niemand hat es bisher hinbekommen!?

    • Thomas „thommytulep“ Nimmesgern   20. Jun 2011   17:00 UhrAntworten

      Hallo!

      Ich finde, diese Forderung ist utopisch. Dabei spielen Lizensierungsrechte, Werbeüberlegungen und interne Kosten eine Rolle
      (Werbeüberlegungen sind sowas wie "ich will nicht für meinen Konkurrenten verkaufen; mit internen kosten meine ich beispielsweise
      Mitarbeiter, Serverplatz, Datenbankpflege usw - nein, das ist nicht umsonst! ;-) )
      Da kann ich durchaus verstehen, dass es nicht das eine große Portal gibt, das von Heavy Metal über Schlager bis hin zu Romanik jedes einzelne Lied der Welt anbietet.

  • Dirk   06. Dez 2008   10:06 UhrAntworten

    Genau, mir ist auch kein Shop bekannt, der alle Musik im MP3 Format vorrätig hat. Und das, obwohl MP3 unbestritten das weit verbreiteste Format ist und in der Zwischenzeit von jedem Autoradio und tragbaren Player abgespielt werden kann.

    Die Musikindustrie hat sich in der letzten Zeit bewegt und DRM wird in den eigenen Reihen inzwischen zumindest kontrovers diskutiert. Vielleicht wird es diesen Shop ja doch noch bald geben.

  • ken park   06. Dez 2008   11:01 UhrAntworten

    @21, 22

    Wie jetzt? Was heißt "nicht alle Musik vorrätig"? Ihr wisst aber schon, dass man auch von CD's aus mp3s erstellen kann. Oder seid ihr so hart drauf, dass ihr komprimierte MP3s CDs vorzieht? Wenn ja, dann steig ich lieber aus der Diskussion aus, bevor ich hier unsachlich werde :)

  • carlos (delamar)   06. Dez 2008   13:30 UhrAntworten

    Ich würde mir jedenfalls keine Musik als MP3 kaufen. Die Tracks sind einfach zu teuer für die Qualität...ich bin da noch sehr altbacken und kauf mir lieber eine CD.

    Und zur Musikindustrie:
    Es hat in der Tat etwas Bewegung gegeben und früher oder später wird es sogar ganz sicher einen Shop mit aller Musik in gewünschtem Format und Qualität geben.
    Wir leben schliesslich in einer Marktwirtschaft und da bestimmt die Nachfrage das Angebot - nicht umgekehrt. Auch das Musikbiz wird das noch lernen.

  • phrederik   09. Sep 2011   18:02 UhrAntworten

    Was hat uns den die Musikindustrie der letzten 2-3 Jahrzehte so alles beschert?

    Die CD und Radiostationen die 10 mal am Tag den selben Track dudeln, jede Menge Halbpornos und Hyperkompression, Las Ketchup und Klatsch und Tratsch um das Medikamentverhalten unserer Idole.

    Zum geistigen Eigentum:
    Mein Recht ist es nach wie vor, 7 unentgeltliche Privatkopien einer z.B. gekauften CD zu erstellen und diese an Freunde und Bekannte zu verschenken. Ob es daher rechtens und richtig war, CD´s mit Kopierschutz auszustatten, bezweifle ich aus Sicht der Kosumenten stark. Kein Wunder, muss solch ein gefundenes, perfides Gesetzeslückenhintertürchen, dass ja wieder Geld verspricht, ordentlich unterstützt und gepflegt werden; Eine Kampange, diesmal dann "gegen den Schädling Raubkopierer"! Bevor der Konsumentenunmut Ausdruck findet...Der Plan scheint aufgegangen.

    Das Majors dennoch jammern liegt dann wohl daran, dass ihnen ihre Monopolstellung wegbricht und so kein Geld mehr für den Porsche, die Sekretärin und einen Untergebenenstaat welcher einst für die Propaganda der Produkte zuständig war. Klar sind das Arbeitsplätze, die da verloren gehen, aber das ist nun mal eben oder vor allem die Entscheidung der Gesellschaft, welche sich eben nicht länger bedienen lassen möchte wie bisher, da sie es woanders eben billiger kriegt, wenn sie "in die Charts" platzierten Unsinn anhören" will"! Weil sie es leid hat, um Weihnachten mit "Wham" + Weihnachtshit nach Ansage, gefoltert zu werden (mit typischen Kutscherglöckchen im Rhythmus).

    Bezahlt wird gerne, wenn etwas wertgeschätz wird und wenn man es sich leisten kann. Es wird immer echte Musik-Liebhaber, Fans und Sammler geben!
    Der eigentliche Markt, wenigstens in meiner Vorstellung.

    In der Musik herrscht aber gerade und eben vor allem durch die sog. Majors eine Inflation der (guten) Musik. Die Hits brechen doch ständig, nonstop und stehts termingerecht nur so über uns herein, glaubt man den Majorpropaganda und deren ergebenen Handlangern, den Hitradios!
    Erreicht und abgegriffen werden soll so viel wie nur denkbar.
    Handybimmeltöne, Werbung, Film und Fernsehen, dein Geldbeutel
    und den von allen anderer z.B. auch Oma und Opa, dank entsprechendem Hit-Remix, der selbst zum Hit werden darf!

    Zwar ist der Markt lange schon übersatt und zeigt schwere Erschöpfungsdefizite auf, da kann man noch so viele Briefe schreiben und von Gesetzen faseln, was aber eine gewinnorientierte Unternehmung noch nie davon abgehalten hat, einfach auf Sturr zu schalten oder auch einen "Gedanken" davon, einfach so zu verschwinden.

    Muss Musik den immer Monopolstruktur sein? Vor dem technologischen Hintergrund der uns zur Verfügung steht - ein klares Nein!

    Muss Musik jeden mit ner Gitarre oder DAW durchfüttern können?
    Nochmal, ein klares Nein!

    Wie war Musik eigentlich vor den grossen Labels - oder gab es davor keine Musik, Bands, Chöre, Spielgruppen, Unterhalter, Labels, Agenturen und Künstler? Alles verändert sich und nun eben die Musikindustrie und das (Über-)Leben der vielen, die sich in ihrem Fahrwasser tummeln.
    Wie das dann aussehen wird, bleibt offen und wird jedem echten Kreativen eine Herausforderung sein.
    Nichts ist in Stein gehauen, wie es zu sein hat!

    Flip the system, keep artists alive!

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