Musikpiraterie 2.0: Labels müssen $45 Mio wegen Urheberrechtsverletzung zahlen

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Musikpiraterie und Urheberrechtsverletzungen

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Labels müssen $45 Mio wegen Urheberrechtsverletzung zahlen – Musikpiraterie 2.0

Nun, was soll ich sagen? Die weisse Weste, die sich die Musikindustrie immer mal wieder selbst angedichtet hat, die ist wohl hin. Urheberrechtsverletzungen, Musikpiraterie und illegale Downloads sind die Fahnenworte, mit denen die hiesige Musikindustrie immer wieder Propaganda für die eigene Sache gemacht haben. Abmahnungen, Klagen und Schadensersatzforderungen waren die rechten Mittel, um gegen das Übel vorzugehen.

Ironie des Schicksals, dass es nun die Major Labels selbst trifft. Denn Warner Music, Sony BMG Music, EMI Music und Universal Music dürfen nun satte $45 Millionen an kanadische Künstler zahlen, weil sie deren Musik illegalerweise veröffentlicht hatten. Hm.

Musikpiraterie und Urheberrechtsverletzungen

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Wie es scheint, haben die Labels es in der Vergangenheit selbst nicht ganz so genau mit Urheberrechten und Lizenzen genommen, und einfach Musik diverser Künstler auf Samplern und Compilations veröffentlicht – ohne sich vorher die Rechte dafür zu sichern und diese auch zu bezahlen. Es war Usus, zunächst die Aufnahmen zu veröffentlichen und dann einen Eintrag auf eine so genannte „pending list“ vorzunehmen. Eine Liste, die den Musiklabels zur Erinnerung diente, die Sache später erneut aufzugreifen.

 

Mehr als 300.000 unlizensiert veröffentlichte Titel

Diese Liste ist seit den 80iger Jahren auf über 300.000 Titel (allein in Kanada) angewachsen und am Ende waren es die Künstler selbst, die die Labels daran erinnern mussten zu zahlen. Nach mehreren Anläufen ist die ganze Angelegenheit schliesslich im Jahr 2008 vor Gericht gegangen und konnte im Januar mit einem Vergleich beendet werden.

Beide Seiten einigten sich auf eine Zahlung von $45 Millionen, die Warner Music, Sony BMG Music, EMI Music und Universal Music an die Künstler zu leisten haben. Im schlimmsten Fall hätte ein Richter die Zahlung von bis zu $6 Milliarden anordnen können. Wohl mit einem blauen Auge davongekommen…

 

Das Learning aus der Angelegenheit

Der Kern des Problems hingegen ist nicht gelöst, denn Musiklabels können auch in Zukunft mit ihrer „pending list“ arbeiten und die Musik weiter unlizensiert veröffentlichen. Zu den interessanten Fakten des Falls gehört jedenfalls auch, dass es weltweit nur relativ wenige Informationen zum Vorfall gibt und wenn, dann leider nicht von den grossen Medien, die sonst so gerne gegen Musikpiraterie schiessen. Schliesslich scheint es, als ob die Medien wohl sehr MI-freundlich gesinnt seien. Vielleicht könnte man auch sagen, dass die Musikindustrie die Medien sehr geschickt für ihre Zwecke einsetzt.

Gelernt hat man auf Seiten der MI anscheinend nicht, so sagt David Basskin, Präsident und CEO einer der Verwertungsgesellschaften in Kanada: „Die Einigung ist ein Kompromiss umstrittener Ansprüche und nicht das Eingeständnis einer Schuld oder eines Fehlverhaltens der Musiklabel.“

Na, denn – kann die Hexenjagd mal weiter gehen. Musikbusiness as usual.

Danke an Julian für den Hinweis, das Thema erneut aufzugreifen.

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Lesermeinungen (2)

zu 'Musikpiraterie 2.0: Labels müssen $45 Mio wegen Urheberrechtsverletzung zahlen'

  • Dominic   25. Mrz 2011   02:04 UhrAntworten

    Hi

    Sorry das versteh ich nicht ...
    Man macht doch Künstlerverträge
    Wiso Urheber ? Die haben doch sicherlich alle Verträge abgeschlossen Oder Schreib Doch mal bitte Genauer wiso ... Was habn die falsch gemacht weil einfach Uhrheberrecht u.s.w.... Da blick ich nicht durch ...

    Meiner Meinung nach :

    Künstler --- > Tonstudio (Künstlervertrag mit semtlichen Rechten ) --- > Label -----> Veröffentlichen .

    Ooer hab ich was valsch verstanden ? Gruß Dominic

  • Carlos (delamar)   25. Mrz 2011   11:17 UhrAntworten

    Die Labels haben einfach keine Tantiemen für die Veröffentlichungen bezahlt.

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