Musikmarketing: 100 neue Fans für 20 Euro

5
SHARES
anzeige

Musikmarketing: 100 neue Fans für 20 Euro

So kreativ sich viele Bands in Bezug auf ihre Musik erweisen, so wenig kreativ scheinen sie zu sein, wenn es um die eigene Selbstvermarktung geht. Immer wieder werde ich nach guten Tipps in Sachen Musikmarketing gebeten. Mein bester Tipp lautet immer: Lest, seht und hört delamar! Denn hier veröffentlichen wir regelmässig neue Tipps in Form von Artikeln, Videos oder besprechen das Marketing bekannter Bands in unserem Podcast.

Mein zweiter Tipp lautet: Gutes Musikmarketing muss nicht teuer sein. Natürlich kann sich eine Band keinen TV-Spot zur Primetime leisten. Aber das muss sie auch überhaupt nicht, denn es gibt viele gute Tipps zur Selbstvermarktung, die wenig oder gar kein Geld kosten. In früheren Artikeln zu diesem Thema hatte ich ja bereits ausgeführt, dass die Erstellung eines Band-Newsletters ein guter erster Schritt für die Errichtung einer Fanbase sein dürfte. Und genau für diesen Newsletter wollen wir nun neue Abonnenten finden.

Also, wie kriege ich 100 potenzielle Fans für meine Band mit einer Investition von nur 20 Euro?

  1. Kaufe 100 CD-Rohlinge und bespiele sie mit den 2-3 besten Songs deiner Band
  2. Kaufe 100 CD Papierhüllen, in die Du die 100 CD-Rohlinge steckst
  3. Suche jetzt einen Ort, an dem Du diese CDs mit deiner Musik im Gegenzug für eine Email-Adresse tauschst.

Die beiden oben verlinkten CD-Rohlinge und Papier-CD-Hüllen kosten zusammen etwa 17,- Euro. Darüber hinaus kostet es nur deine Zeit, um 100 neue Fans für deine Band zu interessieren. Wer es etwas feiner haben möchte, kann auch bedruckbare CD-Rohlinge kaufen und diese professionelle gestalten. Das kommt sicherlich deutlich besser beim potenziellen Fan an – kostet aber auch deutlich mehr und bedeutet mehr Zeitaufwand.

Es sollte kein Problem darstellen, die gesamten 100 CDs mit der eigenen Musik an Mann oder Frau zu bringen. Ein charmantes Lächeln vereinfacht die Kontaktaufnahme und eine kurzweilige Story zu deiner Band erhöht den Erinnerungsfaktor beim potenziellen Fan.

Der richtige Ort für diese Musikmarketing-Massnahme? Am einfachsten ist sicherlich das eigene Konzert oder ein Festival, auf dem man als Band auftritt. Aber selbst, wenn deine Band keinen Auftritt in der nächsten Zeit haben sollte: Du kannst Konzerte ähnlich klingender Bands besuchen und die 100 CDs dort verteilen. Das nächste Volksfest oder eine Diskothek, die Musik in deinem Style spielt sind genau so gute Plätze wie die CD-Abteilung des nächsten Kaufhauses.

Sei kreativ!

Mehr zum Thema:
    


Lesermeinungen (21)

zu 'Musikmarketing: 100 neue Fans für 20 Euro'

  • Frieder Lamparter   15. Nov 2009   13:05 UhrAntworten

    Man sollte vielleicht noch dazu sagen, dass das natürlich so nur geht, wenn nichts davon GEMA-pflichtig ist.

  • Chris   15. Nov 2009   13:54 UhrAntworten

    Also ich weiss nicht, dass hört sich ja richtig nach Datenbeschaffung nach Art von Aussendienstmitarbeitern der deutschen Bahn an.

    Um ehrlich zu sein, ich würde nie meine Emailadresse an Fremde im Tausch für eine CD geben, auch wenn es möglich sein könnte, dass mir die Musik gefällt. Ich würde ihm entgegnen, er solle seine Band-Domain auf die CD schreiben und wenn mir die Musik gefällt, würde ich mich in den Newsletter eintragen.

  • DrNI   15. Nov 2009   14:02 UhrAntworten

    @Chris: Würde ich auch so halten. Das Problem ist halt, dass die meisten Leute nicht mal den minimalsten Aufwand betreiben wollen. Bei jedem Gig gibt's Flyer, die auf den Newsletter hinweisen, und einige Leute nehmen den auch mit. Doch eintragen tun sich selbst die Begeistertsten nicht. Selbst aktiv werden zu müssen, das ist die größte Hürde für die Leute heutzutage. (War das früher anders? Keine Ahnung, aber Newsletter gab es nur auf Papier und das ist zu teuer wegen Porto etc.)

  • Carlos (delamar)   15. Nov 2009   14:18 UhrAntworten

    Es ist ein einfaches Tauschgeschäft. Email vs. CD. Natürlich wird nicht jeder darauf ansprechen, aber das muss ja auch nicht sein. Für einen solchen Fall würde ich einfach einen Flyer ausgeben.

  • Chris   15. Nov 2009   14:40 UhrAntworten

    Um ehrlich zu sein, ich halte nicht viel von Musikern, die Sebst-Promotion machen, normalerweise soll sowas ja die Arbeit von Labels sein, damit dich die Musiker auf das konzentrieren können, was sie eigentlich amchen sollten, nämlich Musik.

    Ich seh schon viele Musiker auf der Strasse stehen und mit Werbebroschüren winken und keiner macht mehr anständige Musik, weil keiner mehr Zeit dafür hat.

    Ich denke, die beste Promotion ist immernoch die Musik selbst, wenn diese überzeugt und sich in das Gehör der "potentiellen Kunden" (schreckliches Wort) einbrennen, dann wird er von selbst sich informieren und nach weiterer Musik von dem Künstler suchen, da habe ich überhaupt keine Bedenken.

    PS: Bin auf Montag Abend gespannt ... =)

  • Wirgefuehl   16. Nov 2009   16:37 UhrAntworten

    Mmh, eine schöne Idee für den direkten Kontakt, aber Aufwand (Zeit!) und Ertrag stehen für mich in keinem Verhältnis.
    Marketingfachleute sprechen von einem guten Respons bei etwa 4%, das entspräche also 4 Leuten, die den Newsletter dann auch tatsächlich lesen.

    Wurde hier schon mal die Aktion von Nine Inch Nails zum Album Year Zero erwähnt? Das war mal krass. Ein sogenanntes alternate reality game...
    Natürlich viiiieeel zu teuer für unsereiner, aber wir haben nun etwas ganz ähnliches gemacht. Eine fiktive Geschichte, die von Fans (naja..) mitgeschrieben wird und dazu führt, dass unsere Musik etwas aufmerksamer gehört wird...

    Wir haben zwar grad erst angefangen, aber ich bin ziemlich platt, wie's sich entwickelt. Wer sich's anschauen möchte, in unserem myspace-blog geht's los. (Ich will hier hier kein Marketing machen, aber eine interessante, kostenlose (!) Idee aufzeigen, Fans zu binden.)

    Sicher nicht jedermanns Sache, aber zu uns passt das und wir finden's unendlich lustig :-)

    Viele Grüße ans delamar-Team!
    Sascha von und mit Wirgefuehl

    Wir haben

    • Carlos (delamar)   16. Nov 2009   16:49 UhrAntworten

      Die Response Rate bezieht sich nicht darauf, wie viele Leute den Newsletter lesen, sondern wie viele auf den Newsletter reagieren - also antworten, etwas kaufen. Sie kann sogar deutlich unter 4% liegen.
      Das hängt davon ab, wie involviert der einzelne Newsletterleser von vornherein ist (niemanden die CD aufschwätzen, bringt nichts) und wie gut der Newsletter geschrieben wird.
      Natürlich gehe ich hier in beiden Fällen davon aus, dass das Produkt (Band, Musiker, Musik) gut ist.

  • Lena   01. Mrz 2010   13:43 UhrAntworten

    Sorry Carlos, aber ich finde alle Tipps dieser Seite ziemlich peinlich! Bands die mir eine gebrannte CD gegen meine email Adresse tauschen wollen kann man doch wirklich nur belächeln! Mit Selbstvermarktung hat das nichts zu tun - viel mehr mit anbiedern!

    Geil waren auch die "Tipps" um mit Musik Geld zu verdienen, einen Musikladen aufzumachen oder Unterricht zu geben ;))) LOL!!!!

    Mir scheint es eher, das es Dir hier mehr um das Marketing Deiner eigenen Seite geht als Bands wirklich brauchbare Tipps zu geben ...

    Lena

    • Carlos (delamar)   01. Mrz 2010   14:32 UhrAntworten

      Hallo Lena,
      und erst einmal danke für dein Feedback.

      Ich finde es mitnichten peinlich, potenziellen Fans die Email zu entlocken - denn über geschicktes Email-Marketing kannst Du potenzielle Fans in echte Fans und/oder echte Fans in lebenslange Fans verwandeln. Vielleicht solltest Du das mit deiner Musik und deiner Band erst einmal versuchen, oder - falls Du da bessere Ideen hast - diese hier mit den anderen delamari teilen. Ein bisschen Konstruktivität kann ja nicht schaden, denkst Du nicht auch?

      Was die Tipps angeht, um mit Musik Geld zu verdienen: Man muss ja nicht jeden Tipp umsetzen oder ihn auf die Waagschale der Ernsthaftigkeit legen. Davon mal abgesehen, wärst Du wahrscheinlich erstaunt, wie viele Musikerkarrieren tatsächlich in einem Musikladen, bei einem Hersteller o.Ä. enden.

      Und was das Marketing meiner Seite angeht: Du kannst nur solche Dinge erfolgreich vermarkten, die einen echten Wert bzw. Mehrwert bieten. Schau dich um, und Du wirst verstehen, was ich meine.

      Herzliche Grüße
      Carlos

  • Lena   02. Mrz 2010   13:40 UhrAntworten

    ... ich glaube einfach wir haben unterschiedliche Vorstellungen über das Ziel eines erfolgreichen Marketings ...

    Deine Tipps scheinen mir auf Schülerbands gemünzt, für die Erfolg schon bedeutet wenn sie mal auf einem lokalen Festival vor 100 Leuten spielen dürfen. Eine Band national oder sogar international zu breaken bedeutet für ein Label jahrelange harte Arbeit und wirklich viel Geld! Da paßt es mir gar nicht in den Kram wenn jemand wie Du suggeriert es würde reichen Visitenkarten in Musikbücher zu legen und damit die Arbeit vieler kleiner und hart arbeitender Labels verunglimpft!

    Wer seine Musikerkarriere als Musiklehrer oder Verkäufer beenden möchte kann ja gerne Deine Tipps befolgen, den anderen empfehle ich doch sich vertrauensvoll an ein richtiges Label zu wenden!

    Lena

    • Carlos (delamar)   03. Mrz 2010   21:01 UhrAntworten

      Dachte mir schon, dass Du aus der Label-Ecke kommst.

      Es hat nie jemand behauptet, dass Du mit 20 Euro an Weltruhm kommst. Aber irgendwo muss auch die kleine Schülerband anfangen, nicht wahr? Und wie könnte ich ein Label besser für mich als Band interessieren, als wenn ich schon eine kleine Fanbase habe? Eben. Das ist schon ein guter Anfang und kann sehr weit gehen.

      Und zu deinem letzten Satz möchte ich nur Folgendes hinzufügen: Da draussen gibt es eine Menge von kleinen, mittleren und grossen Labels gesignte Musiker und Bands, die ihr Leben eben genau als Musiklehrer oder Verkäufer fristen müssen. Weil ein Label eben nicht der Weisheit letzter Schluss ist, sondern für viele eine Sackgasse.

  • Pit   08. Sep 2010   10:38 UhrAntworten

    Hallo Carlos,

    Lena hat absolut recht - in den meisten Punkten!

    1.) Deine Marketing-Tipps SIND peinlich. Ich habe oft den Eindruck, dass Du mit Musik nicht viel am Hut hast, sondern eher aus der VWL/BWL-Ecke kommst.

    2.) Klar "Enden" viele Musiker-Lebensläufe als Lehrer oder Verkäufer. Aber ist Dir klar, wie nahezu unmöglich es ist 100%ig von Musik zu leben? Scheinbar nicht! Es ist vielmehr ganz normal so, dass Berufsmusiker auch unterrichten oder verkaufen. So wie Du ja auch mit Delamar, oder warum bist Du nicht auf der Bühne?

    3.) Labels als Sackgasse zu titulieren zeigt schon, dass Du nicht sehr drin bist in der Materie... ganz im Ernst! NEIN ICH KOMME NICHT AUS DER LABELECKE.

    Nicht böse sein, aber konzentiert Euch lieber auf den Podcast, und holt mal wieder Mark, Markus und die anderen dazu!

    Gruß
    Pit

    • Carlos (delamar)   08. Sep 2010   11:05 UhrAntworten

      Lieber Pit,

      danke für dein Feedback, Du hast mich aber anscheinend deutlich missverstanden.

      Zunächst einmal finde ich überhaupt nichts falsch daran, sein Leben als Lehrer, Verkäufer oder sonst etwas zu verbringen. Das sind ehrenwerte Berufe ohne die unsere Gesellschafts nichts wäre. Im Übrigen steckt die gesamte Musikbranche voller Musiker, die nicht von ihrer Musik direkt, sondern indirekt leben - ja, genau wie ich mit delamar. Schon deshalb wäre es doch blöd von mir, so einen Gedanken zu hegen? Und wer sagt, dass ich nicht meine eigenen Erfahrungen in meinem Leben gemacht habe? Eben, Du weisst es nicht.

      Dann ist es wiederum überhaupt nicht nahezu unmöglich, von Musik zu leben, denn in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es eine Menge solcher Menschen - es geht also und es ist kein Hexenwerk, sondern harte Arbeit. Und genauso geht es auch allen Bands und Musikern dort draussen, die zwar keine grossen Namen aufweisen können, jedoch Monat um Monat ihren Lebensunterhalt mit Musik verdienen.

      Übrigens: "Peinlich" kann ich nichts daran finden, Musiker und Bands darauf hinzuweisen, dass es sehr einfache Methoden gibt, die eigene Musik unter die Leute zu bringen. Wann hast Du das letzte Mal 100 CDs mit deiner Musik unter die Leute gebracht? Viele Musiker und Produzenten verbringen den ganzen Tag am Computer, im Keller oder sonstwie - aber leider nicht damit, CDs zu brennen, in der Fussgängerzone zu spielen, Türklinken zu puten, neue Kontakte aufzubauen und, und, und...
      Das sind vielleicht alles offensichtliche Tipps zum Eigenmarketing - wie kommt es aber, dass die wenigsten Musiker sie befolgen?

      Ich finde eher schade, dass keiner von euch, diplomatisch ausgedrückt, "Kritikern" hier mal den Anstand und den Mut aufbringt, sich mit echtem Namen und Email zu melden und mal die eigenen Methoden, die euch zum Erfolg gebracht haben, zu erörtern. Oder wenn schon nicht zum Erfolg zur Denke, dass diese Tipps nicht wert seien, hier erörtert zu werden. Sehr schade sogar. Denn damit bleibt ihr leider den Beweis schuldig, welche Ideen der Selbstvermarktung so viel besser sind und weniger "peinlich".

      Interessanterweise hat sich in über vier Jahren delamar noch nie ein Kritiker, der sich mit solch drastischen Äusserungen in den Kommentaren verewigt hat oder bessere Rezepte geglaubt hat zu haben, persönlich bei mir oder mit echtem Namen und Email gemeldet. Keiner möchte sein Gesicht zeigen, das spricht für sich.

      Viele Grüße,
      Carlos

    • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   02. Aug 2011   17:48 UhrAntworten

      Hallo!

      So, darf ich auch mal meienn Snef dazugeben...zwar erst ein Jahr später, aber an der Sache an sich ändert das ja nichts...

      Wenn ich das recht verstehe, geht Lenas und Pits kritik vor allem dahion, dass der 100-CD-Tip bestenfalls für Schülerbands geeignet sein, nicht für etwas größere Bands - für letztgenannte (und vpr allem für deren Werbung) seien Labels da.

      Dem möchte ich folgendes entgegenstellen: Ich habe den Eindruck, dass Labels heutzuatge von den Bands einige Vorbedingungen stellen - was ja nicht überraschend ist.
      Bei diesen Vorbedingungen geht's nicht nur um die musikalische Qualität, sondern auch darum, den Ernst der Sache zu beweisen: Eine Band soll beweisen, dass sie e smit der Musik wirklich ernst meint, bevor sie einen Vertrag bekommt - der Beweis der eigenen Ernsthaftigkeit zeigt sich für das Label insbesondere dadurch, dass die Band Eigeninittiative und Selbstvermarktung zeigt, bevor sie sich an ein Label wendet. Genauer gesagt: Sie Band soll _erfolgreiche_ Eigeninitiative und _erfolgreiche_ Selbstvermarktung beweisen.

      Das hör' ich beispielsweise aus Podcast Nr. 93 heraus, gibt's auf http://www.delamar.tv/666-fragen-fuer-den-ar-von-universal-music-jan-simon-wolff-93/ .

      Ich will damit folgendes sagen:
      Selbst wenn eine Band zu einem Label will, muss sie (heutzutage mehr denn früher) auch Geschäftigstüchtigkeit beweisen. Konkret: Noch vor der Bewerbung soll eine Band sich eine Fanbasis aufbauen, eine ordentliche Homepage führen, Konzerte mit größerem Publikum geben, sinnvolle Presse- und Werbearbeit leisten, und und und...von der eigentlichen Musik gar nicht zu reden. Das heißt, dass eine Band Selbstvermarktung betreiben _muss_, egal ob sie zu einem Label will oder nicht.

      Eine Band kommt also nicht umhin, Werbung für sich selbst zu machen - und zwar : _selbst_ Werbung für sich selbst zu machen. Zu erwarten, dass man nichts zun müsse und dass alle Werbung vom label übernommen würde, halte ich für naiv. Ich frag' mal so: wie soll ein Label sich für Dich interessieren, wenn Du gar keine Werbung machst?

      Grundsätzlich kann ich ncoh folgende Frage anschließen: Wenn ein Label von einer Band verlangt, sie solle Selbstvermarktung, Eigeninitiative und Eigenwerbung beweisen - warum soll ich dann überhaupt noch zu 'nem Label gehen?
      So gesehen, beweist der Vertrag mit dem Label ja, dass das Label in mir gute Eigeninitiative, Selbstvermarktung und gute Musik sieht. Wenn ich also soweiso gut bin, wozu brauch' ich heutzutage noch ein Label, das sowieso mein Geld haben will?

  • Manuel   08. Sep 2010   15:23 UhrAntworten

    Mal ganz ehrlich. Auf den ersten Blick mag diese Idee peinlich erscheinen. Beim näheren Betrachten erscheint mir diese Form des Marketings gar nicht mehr schlimm.

    Wenn ich als Konzertbesucher ne CD durch solch eine Aktion in die Hand gedrückt bekomme, denke ich doch auch nicht: "Wie billig ist das denn?". Stattdessen würde ich mich über eine solch innovative Aktion freuen. Denn sowas sieht man nicht alle Tage. Und meine E-Mail gebe ich gerne für sowas heraus. Wenn mich ein Newsletter nervt, kann ich den immer noch abbstellen oder den Absender auf meine Spam-Liste setzen. Ganz einfach.

    Allerdings darf es dann nicht der letzte Haufen sein, der mir für meine Adresse die CD gibt.
    Empfehlenswert wäre es, sich als Musiker ein eigenes Bandshirt anzuziehen, damit die ganze Aktion auch einheitlich aussieht. Sowas kann man sich auch für wenig Geld bei Online-Anbietern wie Spreadshirt machen lassen.

    Und wenn man dann noch die CDs bedruckt, dann wirkt das ganze auf einmal viel professioneller.

    Komisch, dass ich hier der Einzige bin, der diese Idee von Carlos positiv annimmt. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sich die meisten Leute einfach nicht trauen würden, Fremde Leute bei einer solchen Aktion anzusprechen. Da gehört bestimmt ne Menge Mut dazu, sowas durchzuführen. Aber wenn man damit neue Fans erreichen kann, dann kann man dieses Quäntchen Mut sicherlich aufbringen.

    Mal ganz ehrlich: Was kann man bei einer solchen Aktion verlieren?? Mehr als NEIN sagen können die Leute nicht. Niemand wird jemanden wegen sowas auslachen.

    Und auch wenn euch die Idee von Carlos nicht 1:1 passt, dann kann man sie immer noch abwandeln.

    So kann man unter allen E-Mail Adressen doch ein Bandshirt (so eines, wie man selber anhat) verlosen. Und wenn es darum geht, etwas zu gewinnen, geben Leute gerne ihre E-Mail Adresse raus.

    Und zur ganzen Label-Geschichte: Wie hoch stehen die Chancen, als unbekannte Band bei einem Label unter Vertrag genommen zu werden? Gering. Einem Label geht es nicht nur um die Musik. Die Leute wollen Kohle mit den Bands verdienen. Und dafür muss das Label ein gewisses Marketing-Potential in der Band sehen. Und das kommt nicht von alleine. Eine Band muss sich verkaufen können, und das nicht nur auf der Bühne, um etwas erreichen zu können.

    Und manchmal bin ich der Meinung, dass die Labels alle idealisiert werden. "Ein Label kümmert sich um sowas..."

    Ja nee... is klar. Wenn man Glück hat, bekommt man ein Label, dass sich um sowas kümmert. Ich kenne dagegen aber auch Labels, denen es reicht, die Songs zum Download-Verkauf in 4-5 Online Portale zu setzen und dann war es das auch schon. Und dann sind das noch total unbekannte Portale. Die CD dagegen steht in keinem einzigen Musikladen zum Verkauf. Und selbst wenn sie da steht: Vom bloßen rumstehen verkauft die sich auch nicht von alleine.

    Man braucht Fans!

    Und da die Konkurrenz an Musik groß ist (seeeeeeehr groß!) muss man mal innovative Ideen umsetzen, damit man beim potentiellen Fan in Erinnerung bleibt.

    Ich nehme Carlos Tipp also dankend an, auch wenn ich nun wahrscheinlich als naiv verschrien werde.

    Und nein, ich habe keine Schülerband. Ich empfinde diese Idee halt als "mal was Anderes"!

  • Die Seelen   20. Jan 2011   15:19 UhrAntworten

    Klasse Tipp, Carlos!
    Wäre ich jetzt so nicht drauf gekommen. Auch deine Tipps zum "Guerilla-Marketing" werde ich mal mit meinem Band-Kollegen durchsprechen.
    Man muss ja nicht alles 1:1 umsetzen. Etwas eigenes Überlegen sollte schon möglich sein.

  • Schosch   28. Feb 2011   15:24 UhrAntworten

    Zugegeben: Die überschrift dieses artikels ist vielleicht ein bisschen übertrieben.
    Aber wenn das eine äußerst auflagenstarke zeitung mit rot weißem logo darf dann darf das eine nett gemeinte website für meine begriffe auch. ; )

    Durch den bogen zur bildzeitung würde sich jedenfalls die qualität einiger der weniger durchdachten kommentare erklären lassen.

    Ich finde die website toll und habe direkt mal links an einige bekannte weitergeleitet die sich sicherlich dafür interessieren werden. Das einzige was ich dem Artikel hinzufügen möchte: Meiner meinung nach ist es nicht so wichtig eMail adressen abzugreifen. Vielmehr geht es darum gehört zu werden. Wenn die mucke gut ist kümmern sich die leute von allein darum. Damit möchte ich aber nicht sagen das die bestrebung einen newsletter aufzubauen und dafür eMailadressen zu sammeln falsch oder gar verwerflich ist.

    Einigen leuten scheint nicht bewusst zu sein, dass bands die im Geld schwimmen und ein finanziell abgesichertes leben führen eben auch keine tipps mehr brauchen wie das geht.
    Allerdings wage ich mal zu bezweifeln das sich einer von den beschriebenen auf eine solche website verirrt geschweige denn unter der heftig kritisierenden meute weilt.

    Lena scheint allerdings verdammt nahe dran zu sein! Genial! ;D

    Ich für meinen teil kann sagen, dass ich auf messen gearbeitet habe.(Nein Ich kann nicht wie offensichtlich die meisten andern hier von Luft und Musik leben) Jedenfalls habe ich schon den ein oder anderen Tag meines lebens damit verbracht leute in ein gespräch zu verwickeln und ihnen bei interesse was in die hand zu drücken. Ein gepflegtes aber authentisches äußeres sowie eine gewisse höflichkeit bringen ungeahnte vorteile mit sich.
    (Das unterscheidet einen von den schlechtgelaunten menschen die einen auf fußgängerzonen mit ihren flyern belästigen. Das gebietet aber auch einfach der gesunde menschenverstand!)
    Von hundert leuten reagieren etwa 5 nicht freundlich. auf die kann ich aber getrost verichten denn das ist eh der schlag menschen mit dem ich nichts zu tun haben möchte.

    Wo ist denn das problem freundlich zu sein und den leuten etwas anzubieten? Also ich seh keines. Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass es an selbstvertrauen mangelt aber dazu später.

    Irgendwie verfolgt mich aber die frage wie all die leute hier zu plattenlabels gekommen sind...so ganz ohne promo? Hab ich da was übersehen oder sind die alternativen vorschläge sehr rar? Wie habt ihr das gemacht?
    Ich hätte auf anhieb einen wie das ganz ohne promo geht: Lasst papi ein plattenlabel kaufen und unterschreibt dann da! : ) ...berichtet dann aber bitte an dieser stelle wie weit ihr mit dem plattenlabel gekommen seid und wie sehr ihr euren papi finanziell ruiniert habt ja? ; ) ...ich freu mich drauf!
    Dummerweise kenn ich kein plattenlabel was bands signt die kein mensch kennt und auch keines das die meinung vertritt musiker müssten ausschließlich musik machen und sonst garnichts.
    Die plattenlabel die ich bisjetzt kennen lernen durfte(ich freu mich über jede ausnahme die da noch kommen mag!!!) sind geldzähler und finanzfutzis, die in erster linie eine stange geld riechen und nicht wirklich an der band geschweige denn dem wohlergehen der künstler interessiert sind. Komischerweise verhält sich die größe der dollarzeichen in ihren augen proportional zum bekanntheitsgrad...
    Aber hey! CHRIS kennt scheinbar eins bei dem der musiker wie eine aussterbende tierart bei WWF behandelt wird!
    @chris: BITTE!!! Die korrekte addresse dieses plattenlabels mal HIER POSTEN! Damit alle bands dieser welt ihre demos dahinschicken können!

    Ich glaube es gibt aber auch die sorte von leuten die keinen papi mit ganz viel geld haben oder einfach mal selber was auf die beine stellen wollen.

    Zurück zum mangel an selbstvertrauen: Ich seh das so: Wenn ich von etwas wirklich überzeugt bin. Vorallem wenn es mucke ist in der leidenschaft, herzblut und arbeit steckt dann bin ich doch davon begeistert. Begeisterung steckt an!
    und wenn ich davon hundertprozentig überzeugt bin hab ich doch auch kein problem damit jemanden darauf anzusprechen? oder?
    Das ist doch die grundessenz des musiker seins. Wenn ich nicht mal einen menschen ansprechen kann. Wie soll ich mich dann auf ne bühne stellen und-im übertragenden sinne-tausende von leuten ansprechen? Also wer das nicht kann sollte ohnehin schon lange mit dem "schließen" symbol des browsers liebäugeln und das entsprechende instrument nur dann auspacken wenn er wirklich sicher sein kann das ihn niemand hört.

    Darum bleiben für mich für die leute die sich hier über den tipp aufregen nur 2 mögliche schussfolgerungen:
    1. Glückwunsch!!! Ihr habt einen verdammt netten und wohlhabenden papi.
    2. Ihr traut euch NICHT-> ihr steht NICHT vollends hinter dem was ihr tut-> eure musik kann NICHT sonderlich gut sein! : )

    Zum thema musikladen oder lehrer:
    Es kommt nunmal auch sehr auf die art von mucke an die man macht. Ist doch offensichtlich, dass man mit schlager und pop musik potentiell wesentlich mehr geld verdienen kann als mit proggressiver, harter oder exotischer musik.
    Ich kann jedenfalls überhauptnichts schlimmes daran finden wenn jemand der seine musik liebt und nicht einsieht sich zu prostituieren und eben massentauglichere musik zu machen nur weil er damit viel geld verdient, einen job wählt der das ganze gangbar macht. Ich ziehe das schwimmen sozusagen dem absaufen vor und kenne viele begabte und leidenschaftliche musiker die das genauso machen.

    Danke an das delamar team. Ich wünschte ich wär vor 6 jahren mal über all diese tipps gestolpert. Das hätte mir sicher den einen oder anderen frust erspart.
    Ich wünsche "Manuel" und "Die Seelen" viel erfolg!

  • Schosch   28. Feb 2011   15:31 UhrAntworten

    Hey was sagt man dazu: So eben hat mich CHRIS masseurin angerufen : )

    Sie lässt ausrichten das CHRIS gerade in einer kreativ stimmulierten phase ist und deshalb nicht gewillt ist diese zu unterbrechen um die adresse seines Plattenlabels zu posten.

    Ich wurde gebeten das zu übernehmen - natürlich komme ich dem gerne nach! bin ja kein schlechter mensch ; ) ...übrigens hat sich herausgestellt, dass Lena als A&R in eben diesem Plattenlabel tätig ist. ; )

    Traumland
    Hinterm Regenbogen Str. 3
    00000 WünschDirWas
    Lena GuteFee

    Viel Erfolg!!! ; )

  • Wirgefuehl   07. Feb 2012   10:31 UhrAntworten

    Und noch ein Tipp: 1000 Facebook-Likes für 12,99 Euro bei eBay kaufen... :)

  • IrgendeinThomas   07. Dez 2012   13:28 UhrAntworten

    Weil hier ja diskutiert wurde ob das nicht peinlich wäre und das schließlich die Arbeit der Labels ist - wer glaubt er muß sich nur mal schnell mit seinem neuen Musikprojekt bei einem größeren Label bewerben und die legen einem sofort einen tollen Vertrag unter die Nase bei dem man jeglicher Marketing-Arbeit sofort entledigt wird, der sollte aufwachen denn das ist nicht die Realität. Finanzstarke Labels nehmen (insofern ihnen die Musik überhaupt zusagt) meist nur noch Musiker/Bands unter Vertrag die schon eine gewisse Fanbase (in einer gewissen Größenordnung) haben.
    Den Anfang muß also im Regelfall jeder Musiker, jede Band schon mal alleine machen.
    Ich persönliche würde es aber auch nicht so machen wie hier vorgeschlagen, ich würde mir vorkommen wie ein Keiler. Außerdem sind Geschmäcker verschieden, sollte es nicht bei einem eigenen Konzert sein wird die Mehrheit davon sicher nicht zu echten Fans "bekehrt" werden (außer man macht etwas stark Mainstreamlastiges). Und das zählt ja letztendlich...nicht dass man allein die Mailadressen hat sondern dass man auch die dazupassenden Geschmäcker findet und langfristig als Fans binden kann...deswegen find ich diese Zahl der 100 neuen Fans auf jeden Fall viel zu hoch gegriffen.

  • stefan   27. Feb 2015   23:28 UhrAntworten

    Hey leute und zwar habe ich mal ne frage ich rappe jetz schon seit ein halbes jahr und hiphop ist einfach mein leben und ich möchte es auch gerne ein schritt weiter gehen mit aufnehmen und vieles mehr und jetz meine frage ist wie kann man demos her stehlen wenn man kein eigenens mikro und keine möglichkeit um selber zuhause aufzunehmen zu können es währe eine große hilfe wenn mir einer ein tipp geben könnte und mir jemand weiter helfen kann danke im vorhaus.

    Gruß stefan

Sag uns deine Meinung!

anzeige

EMPFEHLUNGEN