Musikindustrie gegen YouTube – Mal wieder

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Erneute Kritik am Videoportal YouTube. | Bild: Rego Korosi [Ausschnitt, CC BY-SA 2.0 ]

Erneute Kritik am Videoportal YouTube. | Bild: Rego Korosi [Ausschnitt, CC BY-SA 2.0 ]

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YouTube liefert zu viel Musik

Es sind 82 Prozent aller Seitenbesucher, die die Plattform laut einer Studie lediglich zum Musikhören nutzen. 81 Prozent davon hören sich ihnen schon bekannte Titel an, was verdeutlicht, dass die Videoplattform tatsächliche Musikkäufe unterdrückt.

Eine Auswertung der Musikgewohnheiten von Verbrauchern in den 13 stärksten Märkten weltweit, darunter unter anderem USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich, gibt konkrete Zahlen preis. Das Markforschungsinstitut »Ipsos« befragte dazu Internetnutzer zwischen 16 und 64 Jahren.

Musik-Streaming, weil es gratis ist

Beinahe die Hälfte der Nutzer kostenloser Musik-Streaming-Dienste – immerhin 49 Prozent – geben an, dies maßgebend zu tun, »weil es gratis ist«. 27 Prozent der Teilnehmer hören, den Angaben nach, zunächst in Songs hinein, um sie danach eventuell käuflich zu erwerben.

Angenommen YouTube verlange für das Streamen von Musikstücken Geld, würden 13 Prozent der nicht-zahlenden User, dem Inhalt der Studie nach, für den Content bezahlen. In Anbetracht der über eine Milliarde YouTube-Besucher ein deutliches Signal für Labels, dass die Gratis-Angebote genutzt werden, um nichts für Musik ausgeben zu müssen.

YouTube kontert wie gewohnt

Reflexartig kontert die Google-Tochter: Man gebe gemäß des Geschäftsmodells mehr als die Hälfte der Einnahmen durch Werbung an Rechteinhaber ab. Gleichzeitig verweigert die Plattform hingegen, Auszahlungen für Song-Abrufe ohne begleitende Werbung zu tätigen.

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Zur Zeit finden neue Lizenzverhandlungen zwischen YouTube und den großen Major-Labels statt. Die erwarteten Vorschläge zur Reform des Urheberrechts seitens der EU-Kommission sehen nach bisherigen Informationen straffere Regeln für Plattformen wie YouTube vor.

Studie offenbart auch Lichtblicke

Die bezahlten Premium-Dienste beim Streaming gewinnen an Popularität: In der Gruppe der 16- bis 24-jährigen haben beinahe ein Drittel ein kostenpflichtiges Abonnement. In der Abteilung der 13- bis 15-jährigen sind es 82 Prozent die angeben, auf legale Musikangebote zuzugreifen. Mehrheitlich wäre man auch dazu bereit, Geld für die Titel zu bezahlen.

Immer unattraktiver werden hingegen Online-Tauschbörsen oder sonstige Peer-2-Peer-Dienste. Besonders die 16- bis 24-jährigen greifen auf sogenannte Streamripper zurück, um sich Musiktitel von Plattformen wie YouTube herunterladen zu können.

Hier weitere Infos zur Studie. (pdf)

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Lesermeinungen (1)

zu 'Musikindustrie gegen YouTube – Mal wieder'

  • Timo Jan Knoll   16. Sep 2016   09:24 UhrAntworten

    Gudde,
    ich bin definitiv der Meinung das wenn sich YT inzwischen zu so einer großen Anlaufstelle für Musik entwickelt hat, dass YT auf jeden ein Teil / ein Stück seiner Einnahmen (nicht nur an die großen Plattenfirmen) abgeben kann.
    Es würde sich nicht unbedingt nachteilig für YT darstellen sondern mit der Zeit auch eine gewisse Monopolstellung ergeben wenn YT zeigt das Sie die neuen Art und Weise aufzeigen wie man ohne CD Verkäufe als Künstler Geld verdienen kann. Auch würde es zur Freude vieler führen würde YT mit Verwertungsgesellschaften in Deutschland zusammen arbeiten. (GEMA, C3S z.B.) YT hätte mit der Zeit bestimmt einen größeren Gewinn (nicht nur Geldtechnisch) als sich dagegen zu wehren.
    Aber bei so einem großen Verein kommt immer erst die Einsicht wenn es vielleicht schon zu spät ist.

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