4 Dinge, die Du von 50 Cent lernen kannst

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Vier Dinge, die Du von 50 Cent über den Kontakt zu deinen Fans lernen kannst

Erfolgreiche Musiker wie der US-Rapper 50 Cent sind überaus talentiert und werden nicht einfach mal eben so über Nacht berühmt. Erfolgreiche Musiker teilen viele Eigenschaften und Charakteristika miteinander und die besten schaffen es, sich lange in den Topregionen zu halten. Der erfolgreiche US-Rapper 50 Cent gehört zu diesen herausragenden Menschen: Sein Co-Autor Robert Greene, mit dem er das Buch „The 50th Law“ geschrieben und veröffentlicht hat, verrät uns vier Dinge, die wir von Curtis Jackson, so der Name des Rappers, lernen können.

Greene beschreibt wie der Erfolg 50 Cent’s nach zwei veröffentlichten Alben anfing, seine musikalischen Fähigkeiten zu untergraben. In seiner neuen Umgebung mit Glitter und Glam verlor er zunehmend den Kontakt zur Strasse, der ihn einst so gross gemacht hatte. Und nun suchte der Rapper nach einem Weg, um wieder mit seiner Fanbase in Kontakt zu treten.

Seine Herangehensweise sollte es wieder sein, den Fans zuzuhören und herauszufinden, was sie wünschen und welche Trends gerade in sind. Ganz unternehmerisch geht es 50 Cent hier darum, den Bedarf zu erkennen und ihn dann mit der eigenen Musik zu decken.

Die Lösung war, Anfang 2007 eine eigene Webseite zu launchen, die als Plattform um die eigene Musik zu vermarkten dienen sollte und am tradierten Label vorbei, das noch nicht in der Internetzeit angekommen war, den direkten Weg zum Fan zu suchen. In seinen Experimenten mit der Webseite, veröffentlichte er einen Song des neuen G-Units Album im Sommer 2008 und verfolgte eifrig die Kommentare.

Schnell wurde klar, dass der Song zu soft für sein Publikum war und 50 Cent veröffentlichte einen weiteren Song, der deutlich härter war und dadurch ein durchweg positives Feedback bekam. In direkter Konversation mit seinen Fans konnte er schliesslich feststellen, an welchen Stellen er sich musikalisch von der Strasse entfernt und wie sich der Geschmack seiner Fans verändert hatte. Jetzt konnte er einen neuen Schlachtplan entwerfen.

The public is never wrong. When people don’t respond to what you do, they’re telling you something loud and clear. You’re just not listening.
~ Fifty Cent

Die vier Dinge, die Du von 50 Cent über den Kontakt zu deinen Fans lernen kannst sind folgende:

1. Vermeide die Distanz

Um deine Fans zu erreichen musst Du ihre Frustrationen, Ressentiments und ihr Bestreben kennen. Dazu ist es notwendig, so nah an den Fan zu rücken wie nur irgend denkbar und die Welt durch seine Augen zu sehen. Erst dann wird deine Musik mit Leben erfüllt werden, denn was dir gefällt und dich erregt, wird den selben Effekt beim Fan haben.

Laut Greene erfordert dieser Schritt Furchtlosigkeit gegenüber einer Veränderung der eigenen Personalität, die Du mit derer des Publikums auf eine Stufe stellst.

 

2. Kurze und informelle Wege für Kritik und Feedback

Je kürzer und unkomplizierter die Wege, desto ehrlicher das Feedback. Gruppen tendieren dazu, sich eine Art eigener Blase zu schaffen, eine eigene abgeschlossene Welt. Und sie gaukeln sich dabei noch gerne vor zu wissen, was ausserhalb dieser vor sich geht durch das Lesen von Zeitungen, Berichten und sehen von Fernsehsendungen. Das Problem hierbei ist der hohe Grad an Filterung, die zu sehr flachen Aussagen führt.

Wer sich in direkten Kontakt mit dem (potenziellen) Fan begibt, bekommt ein viel ehrlicheres Feedback und kann darüber hinaus sogar noch mit dem Fan interagieren. Ideen können hin- und hergespielt werden und die daraus entstehende Energie und die Involvierung des Fans wirkt sich positiv auf deine Musik auf.

 

3. Zurück zu den Wurzeln

Viele Menschen haben Erfolg in jungen Jahren, weil sie eine starke Verbindung mit einer bestimmten sozialen Gruppe haben. Dann beginnt diese starke Verbindung sich nach und nach aufzulösen. Durch die Suche nach neuem Kontakt zu dieser sozialen Gruppe kann die Entfremdung verlangsamt, vielleicht sogar gestoppt werden.

Laut Greene und 50 Cent kann das Ziel für einen Musiker nicht alleine sein, alle Menschen dort draussen auf die eigene Seite zu ziehen und sie zufrieden zu stellen. Erst eine Rückkehr zu den Wurzeln bedeutet eine Rückkehr der Inspiration und Energie.

 

4. Nutze den sozialen Spiegel

Genau wie ein Spiegel gibt dir das Feedback deiner Fans die Wahrheit zurück. Der Spiegel lügt nicht. Nutze das Feedback, um deine Musik zu verbessern. Wenn deine Musik nicht bei den Fans ankommt, dann ist das dein eigener Fehler. Dann hast Du vielleicht verpasst, deine Ideen klar genug zu artikulieren und dich emotional mit den Fans zu verbinden.

Diese Einstellung wird dir zudem helfen, die Kritik objektiv ohne Verbitterung und Ärger aufzunehmen.

 

Musikbusiness: Kontakt zur Fanbase pflegen

Das sind wirklich grossartig Ideen, die der US-Rapper Curtis Jackson aka 50 Cent von sich gegeben hat. Da steckt eine Menge Empathie und noch mehr soziale Kompetenz dahinter. Das war natürlich eine stark gekürzte Fassung des Artikels. Ich kann nur empfehlen, den englischen Artikel in seiner Gesamtheit zu lesen und sich dort vielleicht noch die ein oder andere Anregung zu holen.

Ich sehe 50 Cent jetzt jedenfalls in einem anderen Licht, das hätte ich ihm im Vorfeld wohl nicht zugetraut.

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Lesermeinungen (6)

zu '4 Dinge, die Du von 50 Cent lernen kannst'

  • David Willmann   03. Dez 2009   22:39 UhrAntworten

    Hey Carlos,
    danke für den interessanten Artikel, und schön das euer Tellerrand dergestalt ist, dass ihr auch Künstler wie 50cent ernst nehmt und nicht in der Schublade lasst, in der er vermutlich war...

    Ich persönliche stimme Fiftys Argumenten nicht gänzlich zu.
    Die Weiterentwicklung eines Musikers sollte nicht von den Fans bestimmt und gelenkt werden, auch wenn man das sicherlich so handhaben kann.
    Ich schätze meine Lieblingskünstler gerade deshalb so sehr weil sie sich ständig weiterentwickeln und mich immer wieder überraschen und berreichern, mir immer wieder zeigen was es noch alles an Möglichkeiten gibt, ausser dem schon Bewährten..
    Konkret meine ich zB. Jan Delay, Clueso, Max Herre, Samy Deluxe.
    Jedes neue Album das da kommt ist überraschend und zeigt mir wie sich da jemand verändert und mich dadurch auch zur Veränderung anstiftet.
    Ich drehe den Spiess hier praktisch um, zur eher klassischen Vorbildfunktion eines Künstlers. Ich fände es eigentlich schade wenn Jan Delay mich ständig fragt ob mir das jetzt gerade passt was er da macht. Und da er das nicht macht bleibt er interessant und sein Album landet auf Platz 1..
    Das neue Album von 50cent hingegen floppt gerade mächtig...
    Vielleicht ist er inzwischen zuviel Geschäftsmann, und zu wenig Künstler.

    Grüsse
    DWIllmann

  • Lars van Reenstrømen   04. Dez 2009   08:30 UhrAntworten

    Ich bin eher erstaunt das man darüber ein Buch schreiben muss. Sind das nicht grundlegende Dinge? Gibt es da draussen wirklich soviele Leute die das nicht verstanden haben?

    Vermutlich ja.

    Ich wundere mich auch öfter über die unidirektionale Beziehung bekannterer (und sicher auch beschäftigterer) Leute im Umgang mit der (potenziellen) Fanbase.

    Klar kann man als gefeierter "Star" nicht auf tausende Fans täglich in Detail eingehen.
    Aber ich bemerkte in der Vergangeneheit immer wieder, das es da draussen Leute gibt, die nicht in der Lage sind ihr Feedback sinnvoll zurück zugeben. Oder man merkt, das die meisten Kanäle auf denen sich manch einer präsentiert, nur leblose Visitenkarten sind.

    Vielleicht bin ich persönlich aber auch zu fordernd... ;)

  • Lars van Reenstrømen   04. Dez 2009   08:40 UhrAntworten

    Hey David,

    ich denke die Wahrheit liegt in der Mitte und beruht auf einem Wechselspiel zwischen den äusseren Einflüssen und eigenem Antrieb.

    Und letztendlich ist es ja auch so, das der Geschmack des Publikums nunmal keine gerade verlaufende Schiene ist. Es gibt ja durchaus Leute die Kontinuität und damit einhergehende langsame Entwicklung schätzen. :D

  • Ersguterjunge-Fan   10. Okt 2010   09:55 UhrAntworten

    Hey,
    find ich sehr intressant, ohne Fans kannman schließlich auch nur schwer etwas erreichen :)
    Allerdings wäre ich immer vorsichtig mit der Meinung des Publikums da man meistens nur die Meinung der "entäuschten" bekommt da diejenigen die zufrieden sind nur selten auf die Idee kommen etwas darüber zu schreiben =)

  • Ömda   20. Dez 2011   13:25 UhrAntworten

    Spannende Sache, ich dachte um 50 Cent sei es sehr ruhig geworden.

  • bmc   16. Sep 2014   15:16 UhrAntworten

    Also ich sehe das so, dass ein Künstler, der den Menschen nach dem Mund redet kein Künstler ist, sondern lediglich einen Teil eines Künstlers erfüllt, nämlich irgendwo Spiegel der Gesellschaft zu werden. Das sagt aber über die Kunst wenig aus, sondern eher etwas über die Gesellschaft.
    Ein wahrer Künstler ist für mich jemand, der sich keine Gedanken darüber macht, wie sein Werk gesehen werden könnte, sondern sein eigenes Bild verfolgt und vervollständigt.

    Auch dabei kann man Überraschungen erleben und vor allem Dinge machen, die es vorher nicht gab. Die meisten guten Künstler haben Alleinstellungsmerkmale, die sich bis in ihre Werke verfestigen und das gerade macht für mich eine persönliche Note in der Kunst aus.

    Ob man letzten Endes Fans erreicht, oder nicht ist nicht Bestandteil der Kunst, sondern der Vermarktung.
    Und wenn Kunst zu Vermarktung wird, finde ich das extrem schade, auch wenn wir in einer freien Marktwirtschaft leben.

    Hätte van Gogh sich Gedanken gemacht, was gerade in ist, oder was der Trend ist, dann wäre er nie so ein großer Künstler geworden, wie er es war. Und er war trotzdem zu seinen Lebzeiten bitter arm.

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