Musikbusiness: Streaming bald beliebter als Downloads?

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Musikbusiness: Streaming bald beliebter als Downloads?

Mittlerweile müssen Streaming-Seiten der PRS nur noch 0,085 Pence pro Musikstück zahlen, zuvor waren es noch 0,22 Pence. On-Demand-Dienste müssen den Labels jedoch nach wie vor etwa 1 Penny für jeden Song zahlen. Steve Purdham, CEO des Musikdienstes We7, sieht dadurch den Trend in Richtung Streaming noch beschleunigt, welcher seiner Seite und anderen gerade erst aus der Taufe gehobenen Diensten wie Spotify in weniger als einem Jahr Millionen neuer User bescherte. Die neue Regelung hilft Streaming-Diensten, ein riesiges Publikum anzulocken. Das lässt Werber hellhörig werden – auch weil es sehr schwer sei, die Leute von den werbefreien Premium-Angeboten zu überzeugen, wenn der kostenfreie Service schon so gut ist, so Purdham.

YouTube zeigt sich noch unbeeindruckt; aufgrund eines Preisstreits mit der PRS Anfang des Jahres wurden Musikvideos von der britischen Seite entfernt. Die Muttergesellschaft Google beteuert, daß die PRS und YouTube noch immer in Verhandlung stehen und daher keinen Kommentar abgeben. Ein Grund für die Zurückhaltung von YouTube mag sein, daß die Gesamt-Tantiemenrate der PRS von 8 auf 10,5 Prozent der durch Musik erwirtschafteten Einnahmen erhöht wurde. Musikdienste werden zahlen müssen, was mehr ausmacht – die Gebühr pro Musikstück oder die Abgabe von 10,5 Prozent der Einkünfte. Allerdings meint Steve Purdham, daß er überrascht wäre, wenn selbst YouTube genug Geld mit Musikvideos erwirtschaften würde, um diese 10,5 Prozent zu zahlen.

Wie sind Eure Hörgewohnheiten inzwischen ausgeprägt? In welcher Form bietet Ihr Eure Musik feil? Sollte diese Begünstigung von Streaming-Angeboten auch vorbildlich für die GEMA sein? Was meint Ihr?

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Lesermeinungen (3)

zu 'Musikbusiness: Streaming bald beliebter als Downloads?'

  • Ragnar   05. Jun 2009   01:48 UhrAntworten

    1. Ich ziehe Downloads vor, denn ich will Musik auch da hören können, wo ich nicht online sein kann (im Park z.B.); außerdem schätze ich mal, dass bei Streaming die Datenrate z.Zt. noch etwas geringer sein dürfte. Selber feilbieten tue ich derzeit noch nichts.

    2. EIn zweischneidiges Schwert ist das mit den Tantiemen. Im Sinne einer größeren Verbreitung sind günstige Tarife wünschenswert, für die Musiker/Urheber darf es auch gerne mehr sein.

    Aber: Reich wird von uns Delamar-Lesern wahrscheinlich eh keiner so schnell mit online verkaufter Musik werden, von daher ist vielleicht die Diskussion um Pence-Bruchteile relativ bedeutungslos. Das ist mal wieder ein Zankapfel für Majors, GEMA und Portale, also für die, die traditionellerweise den größten Teil der Kohle absahnen.

    • Carlos (delamar)   06. Jun 2009   07:19 UhrAntworten

      Wohl wahr, die Frage nach den Nachkommastellen geht eher die Großen etwas an, die damit viel Geld machen. Aber in Sachen Tradition haben wir ja schon im Podcast einige gute Beispiele vorgestellt, die alternative Wege beschreiten. Ich mag da auch nochmals auf Marc Weissenberger und das Projekt hinweisen, mit dem er zur Zeit auf Tour ist: Rock The Biz!

  • Hans   06. Jun 2009   15:16 UhrAntworten

    Für mich (als Informatiker) ist es ganz einfach. Redundanz von Daten, gleich welcher Art, ist ein Ressourcen fressender und immer wieder Probleme bereitender Designfehler. Zulässig und sinnvoll ist sie nur in zwei Fällen:
    1. Backups
    2. Caching

    Übertragen auf Musik heißt das: warum sollte der einmal aufgezeichnete Output des Künstlers z.B. als CD verkauft werden (Redundanz), um die CD dann zu grabben und in MP3 zu wandeln (Redundanz), die MP3s vom Rechner auf den iPod zu kopieren (Redundanz) usw.? Bei Downloads fällt die CD-Redundanzstufe halt weg, trotzdem türmen sich dieselben Daten an mehreren Stellen - das ist totaler Humbug!
    Daher ist Streaming der einzig richtige und am Ende verbleibende Weg für jeglichen Medienkonsum (Text, Ton, Video), weil es die ungewollten, unnötigen und teuren Redundanzen beseitigt. Sofern wir eines Tages wirklich alle -mit entsprechender Bandbreite- always online sind = zuhause, im Auto, im Park, am Strand... Aber das ist nur eine Frage der Zeit. Und wenn es soweit ist, wird es passende und leidich faire pay-per-use Modelle geben, so wie es jetzt schon bei Napster der Fall ist.

    Ich wette, dass in etwa 10 Jahren sämtliche audiovisuellen Medien ausschließlich als Stream konsumiert oder allerhöchstens temporär gecached werden (siehe iTunes Filmverleih), außer bei einigen seltenen Sonderfällen wie Sammlereditionen von CDs und Filmen etc.

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