Musikbusiness: Haben digitale Musikverkäufe ihren Höhepunkt bereits erreicht?

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Stagnieren die digitalen Musikverkäufe?

Glaubt man einigen Quellen im Internet, so haben laut der aktuellen Studie von Nielsen Media Research die digitalen Musikverkäufe bereits ihren Höhepunkt erreicht und wachsen nicht mehr weiter. Das wäre natürlich ein echter Grund zur Besorgnis für alle in der Musikindustrie und böte sicherlich auch genügend Anlass für weitere Jammerbriefe.

Glücklicherweise hat Nielsen aber die Meldungen in der Zwischenzeit klargestellt. Laut deren Angaben wächst die Musikindustrie auch weiter. Zwar wären die Verkäufe von Singles im ersten Halbjahr 2010 auf dem selben Niveau wie schon im Vorjahr, dies gelte aber nicht für den Verkauf von digitalen Alben. Letztere wären voraussichtlich auch weiterhin auf Wachstumskurs.

Des Weiteren verweist Nielsen Media Research darauf, dass durch das variable Preismodell bei den Singles zwar der Absatz stagniert haben könnte, das aber noch lange keine Umsatzeinbussen bedeuten müsse. Schliesslich verweist man in einer offiziellen Meldung darauf, dass die so genannten Streamingdienste auf dem Vormarsch seien und ebenfalls nicht in diese Studie eingeflossen seien.

 

Die Entwicklung der digitalen Singles-Verkäufe im Musikbusiness in Zahlen

Wie die Studie herausgefunden haben möchte, wurden in den ersten sechs Monaten 630 Millionen digitale Singles in den USA verkauft. Das entspräche auch dem Vorjahresniveau.

In den Jahren 2008 und 2009 durfte die Musikindustrie jährliche Wachstumsraten von 28% respektive 13% verbuchen. Es scheint, als wäre der Markt für digitale Singles saturiert. Jean Littolf, aus dem Vorstand von Nielsen Media Research, hat öffentlich gemutmasst, dass viele Musikkonsumenten in der Zwischenzeit erfolgreich ihre Musikkollektion von CD zu MP3 gewechselt hätten. Somit blieben nur noch die Verkäufe der neuen Singles als möglicher Wachstumsfaktor. Zudem könnte die Krise einen entscheidenden Einfluss auf die Kaufentscheidung der Musikkonsumenten gehabt haben.

Alle Aussagen beziehen sich natürlich nur auf das Volumen der Verkäufe. Die Label könnten dennoch mehr Gewinn als noch im Vorjahr erwirtschaftet haben, nachdem die Singlesverkäufe über iTunes inzwischen mit variablen Preisen auch über die 99 Cent hinweg ausgelotet wurden.

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Lesermeinungen (2)

zu 'Musikbusiness: Haben digitale Musikverkäufe ihren Höhepunkt bereits erreicht?'

  • Sib   05. Okt 2010   16:03 UhrAntworten

    Also ich finde 90 Cent pro Lied zu viel. 30 Cent fände ich ok. Für einen Euro würde ich 4 Lieder verkaufen. Ich glaube, da würden die Leute viel mehr Musik kaufen, also würde ich zumindest. Aber für ein Lied, dass ich wahrscheinlich nur 3 mal anhöre, gebe ich nicht 90 Cent oder noch mehr aus. Dafür ist die allermeiste Musik zu sehr Verschleißprodukt.

  • Juan   05. Okt 2010   22:58 UhrAntworten

    Finde ich auch. Beim Online-Kauf bin ich recht zurückhaltend. Attraktiv finde ich manche Angebote von Alben oder Samplern, die dann deutlich günstiger ausfallen im Vergleich zum Einzelpreis

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