12 praktikable Tipps für mehr Kunden für dein Tonstudio

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Tipps zur Vermarktung für dein Tonstudio

Tipps zur Vermarktung für dein Tonstudio

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Musikbusiness: 12 praktikable Tipps für mehr Kunden für dein Tonstudio

Obwohl die Demokratisierung im Homerecording praktisch jedem auf dieser Welt zumindest in der Theorie ermöglicht, seine eigenen Aufnahmen für sehr wenig Geld zu machen, gibt es einige mutige Produzenten und Musiker, die ihre Brötchen mit dem Betrieb eines Tonstudios verdienen möchten. In diesem Artikel soll es nicht darum gehen zu besprechen, wie und ob sich das Vorhaben umsetzen lässt. Vielmehr möchte ich dir einige praktische Tipps geben, wie Du dein Business erfolgreich vermarkten kannst.

Tipps zur Vermarktung für dein Tonstudio

Tipps zur Vermarktung für dein Tonstudio

1. Sei ein Macher und beginne jetzt mit der Vermarktung deines Tonstudios

Im stillen Keller sitzen, Frust schieben und sich wie paralysiert wie das Kaninchen vor der Schlange verhalten bringt das: Nichts. Deswegen ist mein allerbester Ratschlag für dich, jetzt sofort loszulegen, etwas zu unternehmen, ein Unternehmer und Macher zu sein. Ist der Entschluss gefasst, kannst Du sofort damit beginnen, einen Maßnahmenkatalog zu erstellen, den Du danach abarbeitest.

 

2. Warum sollte eine Band in deinem Tonstudio aufnehmen?

Das ist die Kernfrage. Hier geht es um die Wurst. Warum sollte eine Band ausgerechnet in deinem Tonstudio aufnehmen und dir dafür Geld zahlen, wenn es dort draussen so viele andere Tonstudios gibt? Die Beantwortung dieser Frage könnte ein ganzes Buch füllen (und de facto finden sich auf Amazon eine Menge Bücher rund um die Positionierung von Unternehmen).

Wie findest Du dein Alleinstellungsmerkmal, das dich von allen anderen Tonstudios abhebt? Die Antwort: Sei anders, sei einzigartig, sei bemerkenswert. Und bevor hier wieder ein lange Diskussion über diesen Punkt aufkommt, will ich dir ein Beispiel zur Veranschaulichung erzählen.

Als 1998 der Smart in den Automobilmarkt eingeführt wurde, war es mitnichten das erste und einzige Auto auf dem Markt. Es war aber das erste Auto, das noch kleiner als der VW Polo war und bis heute vielleicht das beste Auto für den Stadtverkehr. Einzigartig, bemerkenswert.

 

3. Erstelle eine Webseite für dein Tonstudio

Es tummeln sich eine Menge Musiker und Bands online, die potenziell deine Kunden werden könnten. In welchem Masse kommt darauf an, welche Dienstleistungen Du anbietest. Zum Beispiel wird eine Band aus dem Norden eher selten bis nach München für das Recording einer Demo-CD fahren. Das Mixing und Mastering ihrer Songs werden sie aber vielleicht durchaus mithilfe des Internets an dich vergeben wollen.

Deswegen würde ich an dieser Stelle die Erstellung einer Webseite empfehlen. Du kannst eine Webseite selbst erstellen (lies hier wie) – am besten durch jemanden, der wirklich weiss, was er tut (nicht der Cousin des Hausmeisters, dessen Hund Du Gassi führst, der mal einen Kurs für Windows an der Volkshochschule belegt hatte) oder eine professionelle Werbeagentur oder Internetagentur.

Eine Webseite gibt deinen potenziellen Kunden die Möglichkeit, sich anonym über dich, dein Tonstudio und dein Angebot zu informieren. Das ist so ein bisschen wie Einkaufen im Supermarkt. Da kannst Du in Ruhe deine Lebensmittel aussuchen, ohne dass dich jemand mit „Kann ich ihnen helfen?“ nervt.

 

4. Lass dir professionelle Geschäftspapiere erstellen

Damit Du auch im echten Leben wie ein echter Unternehmer auftreten und potenzielle Kunden beeindrucken kannst, wird eine professionelle Geschäftsausstattung benötigt. Keiner möchte sein „Baby“ jemanden anvertrauen, der sich nichtmal eine professionelle Geschäftsausstattung und Webseite wert war. „Wenn er sich selbst nichts wert ist, wie wird er dann mit unserer Musik umgehen?“

Deine Visitenkarten kannst Du dann, wie unten genauer beschrieben, an Interessierte herausgeben und damit vielleicht potenzielle Kunden erreichen.

 

5. Erstelle Online-Profile bei Twitter, Facebook und MySpace

Es tummeln sich eine Menge Bands, Musiker und Homerecording-Produzenten auf diesen beiden Plattformen, die dein Tonstudio vielleicht mal in Anspruch nehmen könnten. Je einfacher Du deinen potenziellen Kunden es machst, eine Frage an dich zu stellen, desto mehr werden anfragen.

Folge auf den Profilen allen lokalen Bands, Musikern und anderen Toningenieuren. Aber sprich auch mit ihnen. Lerne die Eigenheiten der einzelnen sozialen Netzwerke kennen und tritt in Verbindung mit den anderen.

Vergiss bitte nicht, deine Webseite von den Profilen aus zu verlinken. Viele klicken sich über die Profile zu deiner Webseite durch und je einfacher… Das hatten wir schon.

 

6. Gehe auf Konzerte von lokalen Bands

Spätestens jetzt wird es Zeit, dich mit potenziellen Kunden zu treffen. Und wo findest Du die am einfachsten? Genau, auf ihren Konzerten. Warte nicht darauf, dass die Bands zu dir kommen, beweg Du dich. Sei ein Unternehmer. Konzerte, Open Mic, Festivals, Strassenfeste,…

Lerne möglichst viele andere Musiker kennen und betreibe einfach etwas Networking. Mit der Zeit wird sich ganz automatisch herumsprechen, was Du machst. Und wenn eine Band sowieso ein Demo aufnehmen möchte, warum dann nicht gleich mit dir?

Beschränke dich am Anfang auf deine eigene Stadt, denn dann hast Du es einfacher unter den Musikern bekannt zu werden. Marketing-Studien haben ergeben, dass Mundpropaganda einsetzt, wenn Du bei etwa 15% einer bestimmten Menschengruppe bekannt bist. There you go!

 

7. Kleinanzeigen und 3..2..1..Ebay!

Biete deine Dienstleistung auch über Ebay an. Es ist relativ einfach, ein gutes Listing zu bekommen, wenn Du „aus Versehen“ in der falschen Kategorie gelistet bist. Du kannst auch Google Adwords oder die Kleinanzeigen in deiner lokalen Zeitung für etwas Werbung nutzen.

Bei letzterer Möglichkeit ist allerdings wichtig, dass Du die Anzeige über einen langen Zeitraum schaltest (ja, das kostet mehr Geld). Der Grund leuchtet dir sicher ein: Deine Anzeige wird vielleicht von einem potenziellen Kunden wahrgenommen, wenn er deine Dienstleistung gerade nicht benötigt. Drei Monate später will seine Band eine Demo-CD aufnehmen und dann schlägt er die Zeitung auf, um deine Telefonnummer zu bekommen.

Da er die alten Zeitungen/Magazine schon lange weggeworfen hat, schaut er in die aktuelle Ausgabe, in der dann hoffentlich immer noch deine Kleinanzeige drin steht.

Hier geht es weiter mit dem Artikel ‚Musikbusiness: 12 Tipps, um dein (Homerecording) Tonstudio erfolgreich zu vermarkten‘

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Lesermeinungen (4)

zu '12 praktikable Tipps für mehr Kunden für dein Tonstudio'

  • Leokuon   17. Sep 2010   14:56 UhrAntworten

    Schöner Artikel, wie immer!

    Ein Fehler, beim fünften Punkt:
    "auf diesen beiden Plattformen"
    In der Überschrift werden aber drei aufgezählt ("Twitter, Facebook und MySpace"). ;)

  • Nonamehater   20. Sep 2010   17:33 UhrAntworten

    In Zeiten,wo Tonstudios um ihr überleben kämpfen,weil Hobbymusiker für wenig Geld viel machen,finde ich so einen Artikel schon sinnfrei...

    • Carlos (delamar)   20. Sep 2010   17:44 UhrAntworten

      Meinst Du damit, dass es keinen Sinn macht, mehr Kunden für das eigene Tonstudio zu wollen?

      • DoX   11. Mrz 2011   07:17 Uhr

        Hallo,

        nein er meint sicher, dass es wenig Sinn macht heutzutage noch ein Tonstudio aufzubauen, wenn doch jeder mit einem PC, einem 5€-Mikro und einer frei erhältlichen Aufnahmesoftware in der Lage ist, zumindest in Ordnung klingende Ergebnisse zu erzielen.

        Ich sehe das allerdings ein wenig anders. Ich bin selber Betreiber eines semiprofessionellen Tonstudios und kann mich (immer in Hinblick auf eine nebenberufliche Hobbytätigkeit) über Aufträge nicht beschweren. Wenn ich die oben genannten Tipps anwenden würde, wäre ich sicher schnell an dem Punkt, es zumindest zusammen mit einem Halbtagsjob Hauptberuflich zu machen. Der Bedarf ist auf jeden Fall da. Viele der heutigen bands wollen bzw. können sich nicht mit der Aufnahmetechnik beschäftigen. Vom ganzen Thema Mischen und Mastern mal ganz abgesehen, meistens scheiterts bereits am Geld für grundlegendes Equipment. Dazu kommt noch, dass viele Bands "einfach nur mal Aufnehmen" wollen, und sich gar nicht sicher sind wohin die Reise gehen soll nach der Aufnahme. Daher gibt es Tonstudios in die man sich einmieten kann und man dort, für den Bruchteil des dort zur Verfügung gestellten Equipments die Dienste in Anspruch nehmen kann, ohne sich Hard- und Software für mehrere Tausend Euro kaufen zu müssen.

        Fazit: Die meisten Hobbymusiker sind in der Lage zu Hause Musik zu produzieren, viele entschliessen sich dennoch in ein Tonstudio zu gehen, wenn ihnen die Sache ernster ist oder sie keine Zeit/Lust haben sich tiefergehend mit der Materie zu beschäftigen. Soweit meine Erfahrungen.

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