Musikbusiness: Musik richtig beschreiben für mehr Fans

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Musikbusiness: Lerne, deine Musik richtig zu beschreiben und erreiche mehr Fans

Ich habe mich früher immer gescheut, meine Musik mit Worten á la „klingt wie band xyz“ zu beschreiben. Ich glaube, das geht vielen Musikern und Bands so. Schliesslich will jeder Musiker und jede Band irgendwie einzigartig sein und da passt es einem selbst so gar nicht in den Kram, sich mit solch vergleichenden Worten zu beschreiben.

Andererseits: Wie willst Du potenzielle Fans für deine Musik interessieren? Wie willst Du von Menschen gefunden werden, die deine Musik gut fänden, würden sie sie nur mal hören. Und wer kann schon mit einem Begriff wie „post-moderner-progressive-hard-rock-soft-metal-core-blind-electro-punk“ etwas anfangen? Eben. So wichtig eine korrekte Beschreibung deiner Musik mit Alleinstellungsmerkmal auch sein mag – es muss auch vom Publikum verstanden werden.

Und da kommen wir schon in Schwierigkeiten. Es ist nicht nur schwer, gute Songs und Texte zu schreiben. Sich und seine Musik zu beschreiben ist ein nicht minder schwieriges Unterfangen. Aber die Aufgabe muss ja nicht leicht sein – sie muss einfach nur lösbar bleiben. Und das ist sie. Wirklich.

Ziel einer ansprechenden Beschreibung ist es, Menschen auf deine Musik neugierig zu machen. Und sie sollen sich daran erinnern können, damit sie später nach dir suchen können. Am besten geht das mit kurzen einprägsamen Sätzen. Das ist dann so ähnlich wie mit dem (Werbe-) Claim oder Slogan einer grossen Marke sehen.

 

Wie ist deine Musik?

Der erste Schritt zu einer guten Beschreibung deiner Musik ist es natürlich, sich die Frage zu stellen: Was für eine Art von Musik mache ich eigentlich? Und dann folgt zugleich der zweite Schritt, der etwas aufwändiger wird. Setz dich für eine Stunde hin und beantworte diese Frage schriftlich. Das muss kein Meisterwerk sein, sondern vielmehr ein Brainstorming, um deine Musik in ihrer Gesamtheit zu erfassen.

Wenn wir uns lange mit etwas beschäftigen, werden wir betriebsblind. Wir sind dann zu sehr in die Musik oder das Projekt involviert und verlieren die Perspektive. Deswegen ist es wichtig bei der Klärung auch die Meinung bereits vorhandener Fans, Bekannten und Freunde einzuholen. Schicke eine Email herum mit der Bitte an alle, deine Musik in wenigen Worten zu beschreiben. Du kannst das mit einem Gewinnspiel oder Ähnlichem koppeln, um mehr Reichweite zu bekommen.

 

Die Einzigartigkeit finden

Die digitale Welt des Internets hat dafür gesorgt, dass heute mehr Bands, Musiker und Musikprojekte denn je auf potenzielles Publikum einprasseln. In der stetig wachsenden Informationsflut und dem immer grösser werdenden Angebot wird es zunehmend schwieriger zu finden, wonach Du suchst und so werden die genutzten Filter immer schwerer zu passieren. Umso wichtiger ist es für dich und deine Band, durch eine geschickte Wortwahl diese Filter auszuschalten und zum Kern durchzudringen.

Hierbei muss natürlich beachtet werden, dass deine Musik – gleich wie gut sie objektiv gesehen ist – niemals alle Musikliebhaber erreichen wird. Du darfst keine Angst davor haben, dass deine Musik auf manche Menschen nicht wirkt. Konzentriere dich einfach darauf, das Publikum zu erreichen, das genau auf Musik wie deine steht.

Filtere aus deiner Zusammenfassung und dem Input deiner Fans folgende Punkte heraus:

  • Was macht deine Musik einzigartig? Instrumentierung? Bühnenshow? Thematik der Songs?
  • Welche Aussagen zu deiner Musik wiederholen sich in mehreren Statements?
  • Wo grenzt Du dich von anderen Musikern und Bands ab?

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Lesermeinungen (5)

zu 'Musikbusiness: Musik richtig beschreiben für mehr Fans'

  • BLACKSTEEZE   12. Mrz 2010   13:58 UhrAntworten

    Wie wäre es, wenn jeder kommentierende ein Beispiel gibt?
    Auch deins Carlos, würde ich gerne lesen!

    Hier meins als erster Gedanke, nach dem tollen Bericht:

    - Future R&B for the Soul -

  • Takio08   13. Mrz 2010   09:11 UhrAntworten

    Habe mich auch schon gefragt,welche Art von Musik produziert den der Carlos.Beschreibe doch mal Deinen Musikstil.

  • Czebo   13. Mrz 2010   19:59 UhrAntworten

    We, the young metalband “So Did Forgiveness” have made the decision to bring modern metal to the next level. Inspired by skandinavian deathmetal, american metalcore and hardrock tunes we love to play our own mixture of heavy but still melodic music.

    It’s especially featured by passion and emotions, hook-up riffs, sing along parts and addressing lyrics. From love to despair, from the lust of living till reaching for death. Everytime winded up to hope that gives new valour.

    “Seasons may change, but in case summerdays return anyways!”
    (So Did Forgiveness / Summers End)

    So die Beschreibung meiner Band wie sie auf MySpace zu finden ist.
    Hab ich lang dran getüfftelt und find ich persönlich sehr reich an Inhalt, auch wenn der Text nicht sehr lang ist.

    Hab am Ende noch ein Textzitat aus einem unserer Songs angebracht um das geschriebene zu untermauern.

    Könnt ja mal was dazu schreiben, bin für Kritik und Verbesserungsvorschläge immer offen!

    Beste Grüße, Czebo

  • Marc Weissenberger   17. Jun 2010   18:29 UhrAntworten

    Also als Musikredakteur kann ich nur sagen, dass es hier keine eindeutige Lösung gibt. Das Problem ist, dass die Fans oder Interessenten eben auch in Schubladen denken und jeder wieder was anderes unter der Schublade versteht. Da ist es meist sinnvoll, mehrere Schubladen aufzumachen und diese zu beschreiben. Wie es Czebo passend gemacht hat "skandinavian death metal"/"american metalcore"/"hardrock-tunes". Das bietet genügend Identifikationsspielraum und engt die Band nicht ein.

    Ich rate eher von einer einzigen Schublade ab, denn unter dem Begriff "Rock" wird heute so viel vertrieben, dass man auch gleich "Musik" hinschreiben kann.
    Musik historisch betrachtet, ist es ebenfalls interessant, dass die meisten erfolgreichen Bands selbst ein Genre erschaffen bzw. geprägt haben. Metallica schreibt man das Speed-Metal zu, Nirvana den Grunge, Depeche Mode den Synthie Pop und Rammstein die "neue deutsche Härte".
    So ist es meines Erachtens durchaus ratsam, ein eigenes Genre zu benennen, denn wenn man einzigartige Musik macht, bedarf diese auch einer einzigartigen Bezeichnung.
    Wenn ich in meiner Sendung eine Musikrichtung beschreiben soll, die nicht wirklich eindeutig zuzuordnen ist, dann passiert es schon mal, dass ich eine erfinde wie "Auffe-Fresse-Metal" oder "Elektro meets Waschmaschine". Eines ist sicher, die Kategorie kennt noch keiner und ist eher neugierig auf das, was da schon so komisch klingt, als auf Kategorien wie "Doom-Metal", denn das mag man oder mag man nicht und schon ist die Entscheidung, sich das anzuhören oder nicht, gefallen. Das ist ein Nachteil, den man kreativ aushebeln kann

  • TurboMo   02. Sep 2010   14:34 UhrAntworten

    Interessanter Ansatz. Hätte eigentlich nie gedacht, dass Schubladendenken in irgendeiner Weise nützlich sein könnte.

Sag uns deine Meinung!

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