Leitfaden v1.0 Online Künstlerselbstvermarktung

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Leitfaden Selbstvermarktung für Musiker

Wie bringt man die eigene Musik an den Mann oder an die Frau? Erfolgreiche Selbstvermarktung ist nur der zweite Schritt von vielen. Der erste Schritt ist und bleibt: Du solltest ein hervorragender Musiker mit langem Atem sein.

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Leitfaden zur Künstlerselbstvermarktung

Das ebook ist aus einem von audiomagnet angeregten Studienprojekt der Popakademie Mannheim hervorgegangen und bietet einen Überblick der aktuellen Möglichkeiten für alle Interessierte. Den Artikel gibt es natürlich auch als PDF-Download am Ende dieser Seite.

Inhalt

Hier ist eine Übersicht der Kapitel, die im Leitfaden zur Selbstvermarktung stehen.

  1. Künstlerischer Umgang mit Kommerz
  2. Grundvoraussetzungen erfolgreicher Selbstvermarktung
    1. Professionalität
    2. Öffentlicher Auftritt
    3. Dialogbereitschaft/Netzwerk
    4. Aktionsbereitschaft
    5. DIY („DO-IT-YOURSELF“)
  3. Vetriebswerkzeuge (Tools)
    1. Entscheidungskriterien
    2. USA vs. EU
    3. Rechte
    4. GEMA
    5. Zahlungsmodelle
    6. Was und wo verkaufen?
    7. Kostentransparenz
    8. Fazit
  4. Tools
    1. Audiolife
    2. Audiomagnet
    3. Bandcamp
    4. Dooload
    5. Feiyr
    6. iMusician Digital
    7. Jamendo
    8. Justaloud
    9. Nimbit
    10. Potato System 2.0
    11. Rebeat
    12. recordJet
    13. Reverbnation
    14. Songrila
    15. Tunecore
    16. Zimbalam
    17. Übersicht der Services
  5. Promotion
    1. Soziale Netzwerke
    2. Videoplattformen
    3. Kommunikation mit Fans
  6. Merchandise
    1. Online-(Druck-)Services
    2. Eigener Textildruck
    3. Bildauswertung
  7. Analyse und Controlling
    1. Selbstständige Analyse der Online-Aktivitäten
    2. Basis-Tools
    3. Professionelle Tools (für die Musikindustrie)
    4. Tube Mogul
  8. Fundraising (Finanzierung)
  9. Glossar und Literatur
  10. Anhang Grafische Auswertung der Ergebnisse unserer Umfrage unter Musikern

Es ist eine Menge Stoff zum Thema Selbstvermarktung für Musiker. Und wenn Du regelmäßiger Leser bei delamar bist, werden dir viele der in diesem Leitfaden angesprochenen Punkte bereits bekannt vorkommen, denn wir sprechen oft und gerne über das Thema. Andere Punkte haben wir noch nicht behandelt und ohne Zweifel handelt es sich bei diesem Dokument um ein gutes Aggregat der wichtigsten Grundlagen für deinen Einstieg.

Zum Leitfaden v1.0 Online Künstlerselbstvermarktung

Lieber Musiker,

wann hast du deinen letzten CD-Player gekauft? Das ist schon lange her, wenn überhaupt, nicht wahr?

Der CD-Player stammt aus einer Zeit, in der die Musikindustrie noch alleine über den Erfolg von Newcomern entscheiden konnte und musste. Nur über Labels war es möglich die Menschen in Radio, TV oder einschlägigen Magazinen zu erreichen. Und selbst die größten Musikläden waren damals durch den Verkaufsraum in ihrem Angebot begrenzt.

Heute ist alles anders, denn das Musikbusiness ist im Begriff sich für immer zu verändern. Mithilfe des Internets kann jede Band und jeder Musiker ein großes Publikum erreichen und neue Fans hinzu gewinnen. Digitale Distributionsplattformen erlauben jenseits begrenzter Ladenflächen die Musik in die beliebtesten Musikportale einzuspielen und Geld mit ihr zu verdienen. Soziale Medien dienen der Promotion in eigener Sache und Du alleine entscheidest, welcher der richtige Weg für dich ist.

Als Audiomagnet mit diesem Leitfaden auf mich zugekommen ist, habe ich gerne die Unterstützung durch delamar zugesagt, da Selbstvermarktung, Promotion und digitale Distribution auch bei uns gefragte Themen sind. Dieser Leitfaden bietet einen guten Einstieg und gerade die Übersicht der zur Auswahl stehenden Tools ist umfassend gehalten und so wichtig für uns Musiker.

Natürlich können nicht alle Fragen geklärt werden, zumal die aktuellen Entwicklungen rasant und manchmal auch unvorhersehbar sind. Doch dieser Leitfaden ist ein guter Anfang, eine prächtige Zusammenfassung wichtiger Grundlagen und sensibilisiert dich für deine Entscheidung bei der Auswahl der richtigen Werkzeuge.

Der Leitfaden zeigt: Die Möglichkeiten sind heute so vielfältig wie nie – es liegt in deinem Ermessen sie zu nutzen. Dabei wünsche ich dir viel Erfolg!

Carlos San Segundo
Gründer delamar / www.delamar.de

There is a dance between art and business. You need to learn to cha-cha.
Martin Atkins, 2007

Einleitung

Liebe Musiker,

das Internet hat zu einem veränderten Umgang mit urheberrechtlich geschützten Inhalten geführt. Gerade die Musikindustrie hat aufgrund der neuen technischen Möglichkeiten, insbesondere durch die digitale Entwicklung (z.B. CD-Brenner oder das Audiokompressionsverfahren MP3), Umsatzeinbrüche erlitten.

Aufgrund der rückläufigen Umsätze in der Musikindustrie (vgl. Grafik) sind Tonträgerunternehmen nicht mehr in der Lage, hohe wirtschaftliche Risiken bei Investitionen in Newcomer-Künstler einzugehen.

Anm. d. Red.:
Ich bin nicht sicher, ob die vermeintlich rückläufigen Umsätze (in einigen Teilen legt die Musikindustrie jährlich zu) schuld an fehlenden Investitionen sind. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Musikindustrie einfach nicht mehr darauf angewiesen ist, Kapital in ein risikoreiches Unternehmen (eine Band oder ein Projekt) zu investieren, ohne zu wissen, ob es funktionieren wird. Viel einfacher ist doch zu warten, ob die vielen potenziellen Newcomer auf eigene Faust kleine Erfolge verzeichnen können und dann auf den Zug aufzuspringen.

Die Leidtragenden wart in den letzten Jahren stets Ihr, da Ihr nicht auf die finanzielle Unterstützung von Tonträgerunternehmen zählen und somit Eure Musik nur einem kleinen Publikum zur Verfügung stellen konntet.

Mehr und mehr sind Musiker deshalb dazu übergegangen, ihre Karriere selbst in die Hand zu nehmen und selbst dafür zu sorgen, dass ihre Musik von den Massen gehört und erworben werden kann. Um diesen Traum wahr werden zu lassen, haben sich in den letzten Jahren viele Möglichkeiten in der Online-Welt aufgetan, die Musikern dabei helfen wollen, Musik erfolgreich selbst zu vermarkten. Die Idee der Online-Selbstvermarktungsplattform für Künstler fand ihren Anfang Mitte/Ende der 90er Jahre in Plattformen wie MP3.com oder besonic.de. Die amerikanische Firma CD Baby brachte ab 1997 mit ihrem Online-CD-Mailorder-Katalog die Vertriebskomponente hinzu. Nach dem Aussterben der ersten Generation von Internet-Musik-Unternehmen (Platzen der sog. „Dot-Com-Blase“) in 2001, das die frühen Do-It-Yourself-Dienste von der Bildfläche verschwinden ließ, griff das 2003 gegründete soziale Netzwerk MySpace die Präsentations-, Promotion- und Fan-Management-Komponente konsequent und sehr erfolgreich auf. In den folgenden Jahren entstanden vielfältige Angebote, die Musikern den Weg zum Erfolg durch eigene Vermarktungs- und Management-Werkzeuge ebnen wollen.

Tim Renner, ehemaliger Geschäftsführer von Universal Music Deutschland und Inhaber von Motor Music, beschreibt die Entwicklung folgendermaßen:

(…) heute hat das Musikgeschäft immer weniger mit physischer Distribution zu tun. (…) Mit MP3 drohen sie überflüssig zu werden. Im non-physischen Musikvertrieb entfallen Einstiegshürden wie Macht und Kapital. Der Markt steht prinzipiell jedem offen.

Diese Marktoffenheit, die Renner hier benennt, birgt viele Vorteile für Euch, denn Ihr habt die Wahl wie und mit welchem Partner Ihr Eure Karriere selbst steuern wollt. Allerdings birgt sie auch Gefahren, da das wirtschaftliche Risiko zu großen Teilen von Euch selbst getragen wird und das Service-Angebot aufgrund der Fülle der Anbieter unübersichtlich und undurchsichtig ist.
Dieser Leitfaden versucht, den Markt der Online-Künstler-Selbstvermarktung für Euch übersichtlich darzustellen. Ihr sollt so einen Marktüberblick erhalten und somit die richtigen Partner für Eure individuellen Selbstvermarktungs-Pläne finden. Dieser Leitfaden dient als Basis und Überblick über die Möglichkeiten, sich im Internet gegenüber neuen Fans, Veranstaltern, potentiellen Medienpartnern und eben auch Plattenfirmen und Verlagen besser zu präsentieren. Grundlage dieses Leitfadens ist eine im Vorfeld durchgeführte Umfrage unter Musikern und Musikerinnen. Die Ergebnisse dieser Umfrage (sie befinden sich im Anhang) dienten als Orientierung bei der Auswahl der Services und der Einschätzung ihrer Angebote.

Dieser Leitfaden lässt bewusst einen sehr wichtigen Teil des Musikbusiness – den Live-Bereich – unberücksichtigt, da dieser so vielfältig und wichtig ist, dass es den Rahmen dieser kleinen Broschüre bei weitem gesprengt hätte.

Anm. d. Red.:
Den ersten, entscheidenden Schritt für deinen Einstieg ins Musikbusiness hast Du jetzt bereits getan. Du liest dir diesen Leitfaden durch und interessierst dich für deine Optionen. Der nächste Teil des Leitfadens wird sich dann mit dem künstlerischen Umgang mit Kommerz bzw. dessen Umkehrung, dem kommerziellen Umgang mit Musik auseinandersetzen. Die Veröffentlichung wird in Kürze hier auf delamar folgen.

Bis dahin bist Du herzlich eingeladen, dein Feedback in den Kommentaren kundzutun. Und falls Du andere Musiker kennst, die sich mit diesem Thema beschäftigen, dann empfiehl ihnen diese Artikelreihe doch weiter.

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Künstlerischer Umgang mit Kommerz / Kommerzieller Umgang mit Kunst

Kapitel 1 – Leitfaden Selbstvermarktung

Die von uns durchgeführte (nicht repräsentative) Umfrage zeigt, dass es für ca. 80 % der befragten Musiker und Musikerinnen wichtig ist, mit ihrer Musik auch Geld zu verdienen. Es wurde auch deutlich, dass es nicht notwendigerweise das Ziel ist, von Musik leben zu können oder gar Reichtum anzuhäufen. Allerdings haben viele immer noch Angst, selbst für die Vermarktung ihrer Musik einzustehen. Sie wollen nur ihrer Musik wegen gesehen werden, nicht aber auf der Bühne ihre T-Shirts anpreisen müssen.

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Diese Angst vor einer kommerziellen Ausrichtung ist einerseits verständlich und andererseits hinderlich, wenn man die Karriere voran treiben will.

Wenn es solche unterschiedlichen Zielvorstellungen gibt, so bieten sich verschiedene Lösungen an:

  1. Das Projekt wird abgebrochen.
  2. Eine der involvierten Personen schafft es, sich zu überwinden und treibt die Kommerzialisierung des Projektes voran.
  3. Einer dritten Person, z.B. dem Manager etc., wird die Aufgabe übertragen, die Kommerzialisierung des Projektes voranzutreiben.

Fest steht, dass in der heutigen Zeit Mut zum Kommerz gefragt ist, um ein kulturelles Gut zu verkaufen. Wie bereits erwähnt: „You need to learn to Cha Cha!“ Fest steht aber auch: noch nie konnte man als Künstler selbst so viel Kreativität in die Vermarktung seiner eigenen Musik einbringen, wie heute. Und das sind die eigentlichen good news, sobald man verinnerlicht hat, dass Musikmachen und Musikvermarkten gleichermaßen kreative Prozesse „aus einer Hand“ sind!

kuenstlervermarktung-online

Bevor Du wie Rick Astley BHs von der Bühne sammeln kannst, muss das Ziel klar vor Augen liegen – auch für deine Bandkollegen. | Bild: BY_SA 2.0

Grundvoraussetzungen für erfolgreiche Selbstvermarktung

Kapitel 1 – Leitfaden Selbstvermarktung

Dieser Leitfaden konzentriert sich auf die Möglichkeiten der Selbstvermarktung von Musikprojekten. Grundvoraussetzung dafür ist ein funktionierendes Produkt. Die Anforderungen, die hierfür notwendig
sind, werden im Folgenden kurz dargestellt.

02.01 Professionalität

Eine marktwirtschaftliche Regel lautet:

Willst Du etwas verkaufen, von dem es schon eine Menge Konkurrenzprodukte gibt, muss Dein Produkt das beste sein.

Nun handelt es sich bei Musik um ein künstlerisches Produkt und die Bewertung ist damit höchst subjektiv. Es gibt allerdings Regeln an die man sich halten kann, damit die Rahmenbedingungen stimmen.

Qualität
Macht die beste Musik, die Ihr machen könnt. Seid nicht mit dem erstbesten Ergebnis zufrieden, beherrscht Eure Instrumente und die Technik, die Ihr benutzt.

Zeit
Gute Musik und ein guter Künstler brauchen Zeit, um sich zu entwickeln und als Projekt (zusammen) zu wachsen. Und da ist es in der Regel nun mal nicht so, dass das erste Riff, der erste Loop auch gleich der Hit wird. Gebt Euch Zeit, um die Musik auf ein gutes Niveau zu bringen.

Disziplin
Es gehört dazu, sein(e) Instrument(e) perfekt zu beherrschen und stetig zu üben. Aber um Erfolg zu haben, muss professionell gearbeitet werden. Es schadet also nicht, streng mit sich und ggf. seinen Mitmusikern zu sein – ohne natürlich dabei den Spaß an der Sache zu verlieren.

Geduld
Niemand wird über Nacht zum Star. Sogar mit guter Selbstvermarktung braucht es Zeit, bis ein Act überhaupt die Wahrnehmungsschwelle einer kritischen Masse überschritten hat.

Anm. d. Red.:

Der Beste sein bei der unüberschaubaren Menge an Mitbewerbern scheint nicht sonderlich realistisch und wie oben beschrieben auch noch äusserst subjektiv. Einfacher als der Beste sein zu wollen ist es, sich einen eigenen Nischenmarkt zu kreieren.

HipHop-Bands gab es in Deutschland schon lange – aber die ersten, die auf Deutsch gerappt haben, sind bekannt geworden. Sie haben sich ihre eigene Nische gesucht und in dieser waren sie natürlich auch die besten.

02.02 Öffentlicher Auftritt

Professionalität gilt auch für die Präsenz in der Öffentlichkeit.
Dazu gehören:

  • Ein Bandname, der leicht wiederzukennen ist (auch wichtig im Zusammenhang mit Suchmaschinen im Internet) und der zur Band passt
  • Pflege wichtiger Kontakte (hiermit sind nicht nur Geschäftspartner gemeint, sondern auch Journalisten und Fans) z.B. pünktliches Erscheinen zu Interviews, Interaktion mit Fans, Freundlichkeit, Aufgeschlossenheit, Kontakt aufrechterhalten durch gelegentliches Melden etc.
  • Qualitativ hochwertige Künstlerfotos, welche die Grundidee der Band widerspiegeln (die Bildqualität sollte i.d.R. 300dpi betragen)
  • Name eines offiziellen Vertreters: damit der Künstler und oder die Band einen seriösen Eindruck vermittelt, sollte hinter öffentlichen Auftritten oder Präsenzen (z.B. Websites) ein offizieller Vertreter stehen, der als Ansprechpartner agiert. Dies vermittelt neben einem professionelleren Eindruck gleichzeitig, dass ein Dritter mit Anfragen sofort an den Künstler herantreten kann. Damit macht Ihr deutlich, dass man Euch jederzeit ansprechen kann, was z.B. Konzertveranstaltern die Kontaktaufnahme erleichtert.
  • Biografie / Kurzinfo mit Gründungsdatum | Genre-/Stil-Beschreibung | Bandmitglieder | bisherigen Erfolgen | Ausblick
  • URL der eigenen Website
  • Diskografie
  • Digitale Banner: diese können in Foren, Gästebücher etc. eingebunden werden und verlinken im Idealfall direkt auf die Künstlerpräsenz. Banner können bereits sehr vereinfacht über verschiedene
    Services generiert werden (z.B. Artistdata) oder auch durch Videotutorials auf Youtube mit gängigen Grafikprogrammen erstellt werden. (z.B. das kostenlose Gimp)
  • Kontaktinformationen: ist bereits ein Management, eine Booking Agentur etc. involviert, sollten diese Informationen ebenfalls leicht sichtbar dargestellt werden.
Anm. d. Red.:

Der Bandname ist insbesondere wichtig und sollte genaustens bedacht werden. Ein späterer Namenswechsel kann nämlich dazu führen, dass die Band an Fans verliert – weil diese den neuen Namen nicht kennen. Und nicht jede Band hat den finanziellen Hintergrund, um aus einem Raider ein Twix zu machen.
Ein guter Ansatz ist, einige der Namensvorschläge in eine Suchmaschine einzugeben und sich die Ergebnisse anzuschauen. Je weniger Ergebnisse dabei herauskommen, desto besser, um später unter dem eigenen Namen gefunden zu werden.

Was die Band-Webseite angeht, möchte ich verstärkt darauf hinweisen, dass ein Profil in einem sozialen Medium nicht zwangsläufig als professionell durchgeht.

02.03 Dialogbereitschaft / Netzwerk

Bei all den Vorteilen, die das Internet mit sich bringt, fehlt eines ganz klar: die persönliche Beziehung. Als erfolgreicher Selbstvermarkter ist dies zu berücksichtigen. Als Band solltet Ihr offen auf Leute zugehen, mit ihnen sprechen und ihnen von Euren Projekten erzählen. Hierbei kommt es auf jeden an, den Ihr von Euch überzeugen könnt. So baut Ihr Euch langsam aber sicher ein Netzwerk an Unterstützern auf.

DIY-Vertriebswerkzeuge, Tools (1) – Leitfaden Selbstvermarktung

Basierend auf den gesammelten Ergebnissen unserer Umfrage sollen im Folgenden die verschiedenen Anbieter für Online-Selbstvermarktungs-Tools vorgestellt werden. Um eine bessere Übersicht zu schaffen, gliedern sich die Bereiche grob in:

Den Schwerpunkt dieses Leitfadens bilden die Vertriebstools. Die übrigen Werkzeuge sind ebensorelevant, und werden deshalb in den Folgeversionen dieses Leitfadens ausgiebiger gewürdigt bzw. aktualisiert.

Wie kommt die Musik zum Käufer? Im folgenden Abschnitt stellen wir gezielt Anbieter vor, die dafür sorgen, dass Musik den Endkunden erreicht. Ob digital oder in physischer Form, es gibt viele Möglichkeiten. Mit der bereits erwähnten Umfrage haben wir versucht sicherzustellen, dass wir keinen Anbieter außer Acht lassen, der den Musiker von heute interessiert. Ergänzt durch eine intensive Recherche und die Diskussion mit Fachleuten aus der Branche, stellen wir Euch hier die derzeit relevantesten Dienstleister vor (Stand September 2010). Die Auswahl des richtigen Partners für die erfolgreiche Selbstvermarktung ist eine sehr subjektive, von den persönlichen Bedürfnissen abhängige Entscheidung.

03.01 Entscheidungskriterien

Die folgenden Kriterien sollen Euch die Auswahl bzw. die Entscheidungsfindung erleichtern.

03.01.01 USA vs. EU

Viele Dienste werden aus den USA angeboten, dort ist die Entwicklung in der Regel etwas weiter. Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese Dienste meist auch speziell auf den amerikanischen Markt ausgerichtet sind.

Veröffentlicht Ihr einen Song über einen amerikanischen Dienst z.B. bei iTunes, ist nicht automatisch gewährleistet, dass er auch in Deutschland verfügbar ist. Versandkosten für physische Produkte (CD, LP, Merch) sind in der Regel auf den Versand innerhalb USA kalkuliert. Dadurch wird das günstige Produkt für die Fans mitunter plötzlich doch teuer oder wegen Zollabwicklung kompliziert und damit möglicherweise unattraktiv. Sollte es zu Streit kommen, ist der Gerichtsstand ebenfalls die USA, was ein erheblicher Kostenfaktor ist.

03.01.02 Rechte

Beim Vertrieb über Online-Services ist es im Rahmen der Selbstvermarktung aus unserer Sicht klug darauf zu achten, die volle Kontrolle über seine Rechte zu behalten oder diese nur sehr bewusst abzugeben. Nur wenn Ihr alle Rechte in der Hand habt, könnt Ihr -sobald der richtige Moment gekommen ist- attraktive Verträge mit Verlag und Label schließen.

Es gibt dabei eine Ausnahme, die für alle Dienste gilt: Wer einen Song in die digitale Distribution gibt, muss unterschreiben, dass er dies nur über einen Dienst tut. Das liegt daran, dass die Berechnungssoftware von iTunes, Musicload etc. nicht unterscheidet, ob der Song von Dienst A oder Label B eingestellt wurde, für die Software sind das die gleichen digitalen Daten. Wenn der Song von verschiedenen Anbietern eingestellt wird, gibt das garantiert Abrechnungschaos. Gibt man einen Song in die digitale Distribution, ist daher darauf zu achten, dass man ihn da ggf. schnell wieder rausbekommt (Stichwort Kündigungsfristen“).

Das Kapitel über die unterschiedlichen Rechte im Musikbusiness ist ein sehr komplexes, und da dies kein rechtlicher Leitfaden ist, lautet unser Tipp für Euch an dieser Stelle:
Lest genau durch, worauf Ihr Euch einlasst! Scheut nicht vor kleingedruckten AGBs zurück und fragt lieber nach, bevor Ihr einen Service in Anspruch nehmt.

03.01.03 GEMA

Die GEMA ist die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte in Deutschland. Es handelt sich hier um eine sog. Verwertungsgesellschaft. Im wesentlichen achten Verwertungsgesellschaften darauf, dass die Urheber, also Komponisten und Textdichter, angemessen für die Aufführungen ihrer Musikwerke (z.B. live, im Radio oder TV) entlohnt werden. Die GEMA berechnet denjenigen, die GEMA-Repertoire nutzen, eine Lizenzgebühr für die Nutzung und leitet diese nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel an die Rechteinhaber, also Komponisten und Textdichter, weiter.

Was ist der Unterschied zwischen GEMA & GVL? »

Warum braucht man die GEMA? Nun ja, wenn Ihr einen Hit schreibt, der erfolgreich ist (weil er z.B. häufig und bundesweit im Radio oder in Clubs gespielt wird, Ihr damit TV-Auftritte habt oder auch Euer Video auf Rotation geht), dann wird es Euch wahrscheinlich so gut wie unmöglich sein, an jeden, der Euren Song im Radio/Club/etc. spielt, eine Rechnung zu schreiben. Eine Band allein hat gar nicht die Möglichkeiten, dies zu überwachen, also wird sie Mitglied bei der GEMA und die regelt das für sie. Und das sie das für viele Autoren tut, die alle Mitglieder sind (die GEMA ist ein Verein!), kann sie das mit einem überschaubareren Verwaltungsaufwand tun, als ein Einzelner. Darum nutzen auch alle Verlage, sogar die ganz Großen, die Inkasso-, Abrechnungs- und Verhandlungs-Services der GEMA.

Warum braucht ein Künstler evtl. noch keine Verwertungsgesellschaft wie die GEMA?

Da gibt es viele Gründe, u.a.:

  • Ihr steht noch ganz am Anfang Eurer Karriere, Airplay oder TV-Auftritte liegen vermutlich noch in weiter Ferne.
  • Ihr tourt eher noch regional statt bundesweit.
  • Ihr habt noch nicht so viele Fans, die zu Euren Konzerten kommen, und könnt es Euch deshalb nicht leisten, dass Veranstalter Euren Live-Gig ablehnen, nur weil Ihr GEMA-Mitglied seid.
  • Ihr verkauft Eure Musik NUR über Eure Website oder bei Euren Gigs (wisst also immer, wieviel CDs Ihr habt fertigen lassen oder wieviele Downloads verkauft wurden).
  • Eure Musik spricht nur eine klar umrissene Zielgruppe an, ist sowieso nicht radio-kompatibel oder TV-tauglich (was im übrigen sicher keine Schande ist!). World Music ist ein gutes Beispiel hierfür.

ACHTUNG!

Wenn man einmal GEMA-Mitglied ist, dann bezieht diese Mitgliedschaft sich auf die Verwertung ALLER Werke, bei denen man Urheber ist.
Ergo: Für eine Entscheidung pro oder contra GEMA gibt es leider keine Faustformel. Wir empfehlen deshalb, offen mit der GEMA darüber zu sprechen, ob die Mitgliedschaft wirklich (zu einem bestimmten Zeitpunkt oder generell) für einen selbst sinnvoll ist.

Was heißt dies nun für den Vertrieb im Rahmen der Selbstvermarktung? Wenn Ihr GEMA-Mitglied seid oder plant, Mitglied zu werden, dann solltet Ihr bei der Auswahl eines Vertriebs-Services darauf achten, dass dieser einen Vertrag mit der GEMA hat und mit ihr abrechnet.

Anm. d. Red.:
Ich möchte empfehlen nicht nur die GEMA zu fragen, denn die hat – verständlicherweise – eine sehr subjektive Weise auf die Dinge zu schauen. Zieht lieber auch andere, erfahrenere Musiker heran oder fragt in einschlägigen Foren oder bei uns nach. Abzuwägen wären auch noch folgende Punkte: Wer in die GEMA eintritt, darf nicht mehr alleine über die Verwertung seiner Musik entscheiden. Das Onlinestellen der eigenen Musik auf der Webseite geht dann nur noch in Auszügen oder es werden GEMA-Gebühren fällig. Auch gibt es einige Gig-Locations, die lieber Bands nehmen, die nicht in der GEMA sind. Denn ist die Band in der Verwertungsgesellschaft, so fallen wieder Gebühren an.
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DIY-Vertriebswerkzeuge, Tools (2)

03.01.04 Zahlungsmodelle

Es gibt drei gängige Zahlungsmodelle für Online-Services:

1. We make money when you make money (WMMWYMM)
WMMWYMM-Modelle sind Modelle, die auf einer reinen Gewinnbeteiligung basieren. Die Musik kann frei zum Verkauf angeboten werden, Tools werden ohne Kosten bereitgestellt. Erst bei Verkauf zieht der jeweilige Anbieter eine festgesetzte Marge vom Gewinn ab. Diese Modelle sind natürlich äußerst risikominimierend und künstlerfreundlich.

2. Einmalzahlung
Bei solchen Modellen zahlt man eine sog. flat fee, um seine Musik online zu stellen bzw. Services zu buchen. Bei einigen Modellen wird zusätzlich zur einmaligen Einrichtungsgebühr auch eine Provision bei Verkäufen fällig.

3. Abomodell
Bei Abo-Modellen wird eine monatliche oder jährliche Gebühr für die Nutzung der Services fällig. Auch hier wird meist noch eine zusätzliche Marge beim Verkauf abgezogen.

03.01.05 Was und wo verkaufen?

Wenn Ihr Euch entschieden habt, Eure Musik zum Verkauf anzubieten, müsst Ihr Euch als nächstes darüber Gedanken machen, welche Wege Ihr nutzen wollt und in welcher Form Ihr Eure Musik anbieten wollt.

Grundfrage 1: digital oder physisch?
Digital ist sicher am einfachsten. Datei hochladen, freischalten und auf Kundschaft warten. Auch wenn allenthalben davon gesprochen wird, dass dem digitalen Vertrieb von Musik die Zukunft gehöre, ist es jedoch zumindest in Deutschland nach wie vor so, dass 80% der Umsätze mit Musik über die CD (als physischem Tonträger) realisiert werden (2009). Außerdem fehlt der digitalen Datei jegliche Individualität – dagegen kann man z.B. im Booklet einer CD noch individuelle Noten setzen und den Fans etwas buchstäblich in die Hand geben.

Streaming-Dienste

Die Revolution der Musikbranche bedeutet das Aussterben der CD-Player.

Grundfrage 2: Über die eigene Webseite oder auch über digitale Downloadshops?
Während der Verkauf über die eigene Webseite / Facebook App / MySpace Profil die höchsten Gewinne verspricht, hat eine Listung bei digitalen Downloadshops den Vorteil, dass Kunden hier bereits angemeldet sind und dementsprechend vermutlich einfacher mal auf „kaufen“ klicken.

Grundfrage 3: Mit der CD auch in den Tonträgerhandel?
Neben der Möglichkeit, die eigene CD über einen Mailorder-Service oder als CD „On Demand“ (also auf Anfrage) anzubieten, gibt es auch die Möglichkeit, die CD im normalen Schallplattenhandel anzubieten. Dabei gibt es zwei Philosophien: einerseits eine Listung bei PhonoNet und auf Amazon.de (immerhin der größte Online-Händler für Tonträger in Deutschland), wodurch die CD überall bestellbar ist. Andererseits das Angebot, die CD in den Einzelhandel zu bringen, damit sie dort von stöbernden Musikliebhabern gefunden werden kann, ohne gesucht worden zu sein. Der Haken hierbei: was im Einzelhandel steht, entscheidet der jeweilige Händler selbst. Die Nutzung eines entsprechenden Dienstes garantiert also nicht, dass auch nur ein Händler die CD bestellt. Vor allem wird der Händler sie wieder zurückschicken, wenn er sie nicht verkauft, hier läppern sich die Retourenkosten schnell mal zu beträchtlichen Summen, die man vorher nicht abschätzen kann.

03.01.06 Kostentransparenz

Ganz allgemein solltet Ihr darauf achten, dass alle Kosten klar und transparent von Anfang an sichtbar sind. Oft verstecken sich im Kleingedruckten noch „Encoding-Kosten“ oder sonstige Abgaben. Also genau lesen!

03.01.07 Fazit

Man sollte sich bei der Auswahl des richtigen Online-Services eine Reihe von Fragen stellen:

  • Soll es ein deutscher, ein europäischer oder US-amerikanischer Dienst sein?
  • Will ich alle Rechte weiter selbst kontrollieren oder bin ich schon im Rahmen der Selbstvermarktung bereit, Rechte abzugeben?
  • Will ich GEMA-Mitglied werden oder entscheide ich mich vorerst dagegen?
  • Welche Zahlungsmodelle bevorzuge ich? WMMWYMM, Einmalzahlung oder Abo?
  • Will ich meine Musik ausschließlich digital anbieten oder auch physisch als CD?
  • Will ich ausschließlich über meine eigene Webseite verkaufen oder auch über Shops?
  • Wenn meine CD auch im Einzelhandel verfügbar sein soll, muss sie in die Läden (mit dem Risiko von Retourenkosten) oder reicht es, dass jeder Händler die CD auf Wunsch bestellen kann oder die Fans direkt bei Onlinehändlern wie z.B. Amazon einkaufen können?
Anm. d. Red.:

Ergänzend möchte ich anfügen, dass die (Kosten-) Transparenz in deiner Entscheidung einen bedeutenden Einfluss haben sollte. Bei den Kosten ist deren Höhe (meiner Ansicht nach) weniger wichtig als die Transparenz. Wenn der Preis nicht offen kommuniziert wird, sondern irgendwo im Kleingedruckten versteckt wird, dann stellt sich mir die Frage: Warum? Es muss einen Grund dafür geben. Und am Ende basiert eine Geschäftsbeziehung nicht zuletzt auf Vertrauen und Ehrlichkeit.

Des Weiteren finde ich es sehr wichtig, dass diese Transparenz auch während der Zusammenarbeit aufrecht erhalten bleibt. Bei einigen digitalen Distributoren kommen keine regelmässigen Abrechnungen, was im Zeitalter von Internet und PDF eigentlich keinen ernst zu nehmenden Kostenfaktor für den Distributor mehr darstellen sollte. Hier wird gerne auf die grossen Shops verwiesen, deren verspätete Abrechnungen daran schuld seien. Ein einfaches Statusupdate oder eine Abrechnung mit 0,- Euro Umsatz kann hier das Vertrauen zwischen beiden Vertragsparteien stärken.

Dein bester Freund bei der Wahl des richtigen Partners ist sicherlich die Suchmaschine. Mit dieser ist es ein Einfaches nach dem Namen des Partners zu suchen, womit Du schnell auf Foren stösst, in denen Nutzer ihre Erfahrungen preisgeben. Es ist wichtig diese mit Vorsicht zu geniessen und zwischen den Zeilen zu lesen. Zufriedene Kunden schreiben in der Regel kaum einen Erfahrungsbericht, unzufriedene Kunden posaunen hingegen ihren Unmut gerne in die Welt hinaus

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Digitale Distributoren im Vergleich – Leitfaden Künstler-Online-Selbstvermarktung

Im Folgenden findet ihr die 14 wichtigsten Anbieter für Vertriebstools.

Die Bezeichnung „alle relevanten Shops“ (im Bereich „Shopabdeckung“) meint, dass das Vertriebstool die wichtigsten Anbieter (Online Music Shops) auf dem Markt mit Eurer Musik beliefert. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Musik dann automatisch in allen Stores erhältlich ist. Viele Shops (z. B. beatport) haben eigene Auswahlprozesse und entscheiden selber, was bei ihnen verkauft werden darf.

Wir übernehmen für die Angaben keine Gewähr. Alle hier angegebenen Daten sind per Stand September 2010 festgehalten; die Online-Welt ist bekanntlich recht schnelllebig – Services können schnell und jederzeit ihr Angebot oder Teile davon ändern. (Anm. d. Redaktion: Wir haben bereits einige eingestellte Dienste entfernt.)

DooLoad (www.dooload.de) Deutschland

ProdukteDigitale Distribution
CD-Kleinauflagen
Mastering-Tool
Promotion Tool
Newsletter Tool
Banner Tool
Shop/Widget Tool
Statistik (inkl. bei Professional Album)
ISRC & EAN Codes werden erstellt
 
ZahlungsmodellAbo-Modell | zahlbar im Voraus für 1 Jahr per Überweisung.
 
AbwicklungsgebührenStandard( 5 Alben/Jahr): €2,99/Monat
Professional Track: € 0,99/Monat
Professional Album: € 4,99/Monat
einmalig Encodingkosten: €1,50 pro Track / max. 15 € pro Album
 
Verkaufsprovisionen15% für Aggregator + Dooload: 0% Professional, 15% Standard
CD-Kleinauflagen: ab € 519 ( 500 Stk.),
Mastering: ab 39€/CD,
Promotion-, Newsletter-, Banner-, Shop/Widget-Tool: auf Anfrage
 
Exklusivität, Rechte & zeitliche BindungVertragslaufzeit für digitale Distribution: 12 Monate
Kündigungsfrist: min. 90 Tagen zum jeweiligen Ende des Vertrags.
 
Abrechnung & AuszahlungAuszahlung: ab € 20,- (nach Abzug aller mindernden Kostenpositionen)
Abrechnung: quartalsweise
 
GEMA-Regelung?Ja
 
SupportFAQ | Kontaktformular
 
Shopabdeckungalle relevanten Shops
 
Zahlungsarten für Kundenje nach Shop
 

iMusician digital (imusiciandigital.com) / Schweiz

Produktedigitale Distribution
 
ZahlungsmodellZahlungsmodell: Einmalzahlung + Verkaufsprovision
 
VerkaufsprovisionEinmalzahlung
Album €39,-
Singles €19,-
EPs €29 ,-
Albums double €45,-
Albums triple €49,-
Audiobooks €49,-
Music videos €49,-
Barcode/ISRC kostenlos
von 0 bis 30% der Einnahmen aus den Shops an iMusician (je nach Plan)
 
Exklusivität, Rechte & zeitliche BindungKeine exklusive Bindung, 1 Monat Kündigungsfrist
 
Abrechnung & AuszahlungAuszahlung: ab dem ersten Umsatz
Abrechnung: monatsweise
 
GEMA-Regelung?Option Musikverlagsadministration
 
SupportEmail
 
Shopabdeckungalle relevanten Shops
 
Zahlungsarten für Kundenje nach Shop
 

Feiyr / DAD (www.feiyr.com) / Deutschland

Produkte1. Digital Distribution
2. Promotion
(Google-Placement-Kampagne, Youtube-Promotion, Radio Bemusterung, DJ & Discotheken Bemusterung, Werbebanner, Newsletter-Marketing)
 
ZahlungsmodellEinmal-Zahlung:
Digitale Distribution: € 9,90
Promotion: auf Anfrage
 
Verkaufsprovision20 % der Einnahmen von Feyir / DAD
(keine Angaben, ob Einnahmen direkt vom Shop oder via Aggregator erfolgen)
 
Exklusivität, Rechte & zeitliche BindungWidersprüchliche Angaben in den AGB zur non-exklusiven oder exklusiven Bindung!
Vertragslaufzeit: auf unbestimmte Zeit,
Kündigungsfrist: 14 Tage wenn Artist-Konto nicht negativ
Kündigungsfrist: min. 90 Tagen zum jeweiligen Ende des Vertrags
 
Abrechnung & AuszahlungAuszahlung: jederzeit auf Anforderung des Künstlers
ab € 25 Guthaben
Abrechnung: fortlaufend im Artist-Account / keine Angaben
 
GEMA-Regelung?nicht über Feiyr, sondern nur über die Shops (also nicht bei außereuropäischen Shops)
 
Supportdeutsche Telefonnummer, Email, WIKI, Forum, FAQ
 
Shopabdeckungalle relevanten Shops
 
Zahlungsarten für KundenKreditkarte, Paypal
 

Anm. d. Red.:
Aufgrund unserer persönlichen Erfahrungen mit dem Online-Distributor „feiyr“, können wir die Verwendung dieses Distributors nicht ruhigen Gewissens empfehlen. Wir fragen uns: Waren die Kosten für die Rechtsanwälte wirklich notwendig, nur um kritische Kommentare unserer Leser in diesem Artikel zu verhindern? Jeder sollte sich seine eigene Meinung bilden.

Jamendo (www.jamendo.com) / Luxemburg

ProdukteVerbreitung von digitaler Musik über Jamendo
Detaillierte Statistik über Streams und Downloads
Widgets
Verkauf über Jamendo Pro an kommerzielle Nutzer
(Werbung, Synchronisation)
 
Zahlungsmodellkostenlos
 
Verkaufsprovision50% aller Einnahmen
 
Exklusivität, Rechte & zeitliche Bindung 
 
Abrechnung & AuszahlungAuszahlung: ab €100,- virtuellem Guthaben
Abrechnung: nur über PayPal
Abrechnungsperiode: je bei 100€ virtuellem Guthaben
 
GEMA-Regelung?Keine GEMA-Mitglieder; nur Creative Commons ( s. Glossar)
 
Supportnur Email Kontakt oder über luxemburgische Telefonnummer
 
Shopabdeckungkein direkter Shop, nur auf Jamendo-Player oder -Widgets,
sowie Jamendo Radio,
Verkauf an kommerzielle Nutzer (Musik für Werbung, Film)
 
Zahlungsarten für KundenSpenden ab 5€ via Paypal, Lizenzgebühren
 

Nimbit (www.nimbit.com) / USA

Produkte1. Verkauf digitaler Musik, CDs, Merchandise, eTickets auf Facebook (myStore), Myspace, Websites
2. Digitale Distribution 3. Fan-Management-/ Promo-Tools (Newsletter, E-Mail)
 
ZahlungsmodellAbo-Modell NimbitFree: kostenlos ( inkl. 1,2,3)
Nimbit Indie ab $12,95/Monat(inkl. 1,2,3,4,5,6,7)
Nimbit Pro ab $24,95/Monat( inkl. Allem)
 
Verkaufsprovision20% jeder Transaktion an Nimbit
 
Exklusivität, Rechte & zeitliche Bindungvia Nimbit – keine exklusive Bindung – keine Vertragslaufzeit
Digitale Distribution Vertragslaufzeit 1 Jahr, vorzeitige Kündigung möglich, dann Downtake-Gebühren (20 $/Produkt)
 
Abrechnung & AuszahlungAuszahlung: Auszahlungsgrenze vom Künstler festlegbar
(bei Auszahlung $1 Transitions-Gebühr + ggf. PayPal Gebühren)
Abrechnung: über PayPal oder Check Abrechnungsperiode: monatlich
 
GEMA-Regelung?Nein
 
SupportTutorials, Kontaktformular zu den einzelnen Bereichen
 
ShopabdeckungiTunes, Amazon, Rhapsody etc. (ohne Musicload)
 
Zahlungsarten für KundenPaypal, Kreditkarten
 

Reverbnation (www.reverbnation.com) / USA

Produkte1.Digitale Distribution
2.ReverbNation Pro
3.ReverbNation Essential
4.Press Kits
5.Fan 360 (Fan-Monitoring Tool)
6.Merchandise
7.Umfangreiche Statistik Tools
8.Facebook App
9.Widgets
10.Newsletter- / Banner-Tool
 
ZahlungsmodellZahlungsmodell: Abo-Modell+Verkaufsprovision
ReverbNation Pro $59,95/Jahr (38 Shops)
ReverbNation Essential $34,95/Jahr (28 Shops)
restliche Angebote einzeln buchbar
 
VerkaufsprovisionVerkauf über ReverbNation: $0,30/Track
Digitale Distribution: 0 %
 
Exklusivität, Rechte & zeitliche Bindungnicht-exklusive Rechte für Vertrieb über Reverbnation und für Digitale Distirbution
 
Abrechnung & AuszahlungAuszahlung: ab $20 Abrechnung: via PayPal Abrechnungsperiode: ab 35 Tage nach Verkauf
 
GEMA-Regelung?Nein (US-Unternehmen, dort sind Rechteinhaber und Labels selbst verantwortlich für die Abrechnung von Online-Lizenzen an die Urheber)
 
SupportNein, englische E-Mail
 
ShopabdeckungReverbnation plus 28 bzw. 38 Shops (ohne Musicload)
 
Zahlungsarten für KundenPaypal, Kreditkarte
 

Recordjet (www.recordjet.com) / Deutschland

Produkte1.Digitale Distribution
2.CD-/Vinyl Distribution
3.Design-Tools ( Flyer, Plakate etc), Bewegtbild-Tools
4.Verkaufsstatistiken
5.Zusatzangebote zur Designerstellung
( Flyer, PLakate, Logos, Cover)
und für Bewegtbilder (Videos, Banner, Trailer)
 
ZahlungsmodellZahlungsmodell: Abo-Modell Single: € 0,49/Monat Album:€ 0,99/Monat
Einmalige Gebühr
– Digitale Distribution: pro Store €0,99
– CD-/Vinyl Vertrieb: pro CD-VÖ €12,-, LP-VÖ €6,-
 
Verkaufsprovision– Digitale Distribution: 0% – CD-/Vinyl Vertrieb: 40%
vom tatsächlich realisierten Umsatz
mit den Händlern (läuft auf Kommissionsbasis mit vom Künstler
an Vertrieb gelieferten Tonträgern)
 
Exklusivität, Rechte & zeitliche Bindungnicht-exklusive Rechte-Übertragung für digitale Distribution und CD-/Vinyl Vertrieb
1 Jahr Vertragslaufzeit (digitale Rechte)
 
Abrechnung & AuszahlungAuszahlung: ab €0,-
Abrechnung: über PayPal Abrechnungsperiode: selbst bestimmt
 
GEMA-Regelung?Nein
 
SupportFAQ, Kontaktformular
 
Shopabdeckungverschiedene Shops
 
Zahlungsarten für Kundenje nach Shop
 

Rebeat (www.rebeat.com) / Deutschland

ProdukteDigitale Distribution
 
ZahlungsmodellEinmalzahlung+ Verkaufsprovision Rebeat Digital: €99,-
€1,- pro Song €5,- pro Barcode (pro VÖ)
 
Verkaufsprovision15%
 
Exklusivität, Rechte & zeitliche Bindungexklusive Bindung für die Vertragslaufzeit von einem Jahr.
Vertragsbeginn pro Song ab Upload-Datum,
Kündigungsfrist 4 Monate zum Vertragsende,
danach zum Monatsende;
bei Kündigung/Löschung eines Produktes vor Vertragsende
wird Downtake-Gebühr von €10 pro VÖ fällig
 
Abrechnung & AuszahlungAusschüttung ab: €50,- Abrechnung: per Banküberweisung
Abrechnungsperiode: monatlich
 
GEMA-Regelung?Ja (österreichische Verwertungsgesellschaft)
 
SupportFAQ, Kontaktformular
 
Shopabdeckungalle relevanten Shops
 
Zahlungsarten für Kundenje nach Shop
 

Songrila (www.songrila.com) / Deutschland

ProdukteAccount – Verweis an Zimbalam für digitale Distribution
Verkauf über Widgets – Facebook-App
 
ZahlungsmodellWMMWYMM-Model
 
Verkaufsprovision51% (20% an Songrila nach Abzug Nebenkosten: Hosting-,
Traffic-Kosten: 15%; Payment, Orderhandling, Support: 18%;MP3-Lizenz: 2%)
 
Exklusivität, Rechte & zeitliche BindungKeine exklusive Bindung keine Vertragslaufzeit, jederzeit kündbar.
 
Abrechnung & AuszahlungAuszahlung : ab €20,- Abrechnung: per Banküberweisung,
PayPal, Click&Buy Abrechnungsperiode: monatlich
 
GEMA-Regelung?Ja
 
SupportKontaktformular
 
ShopabdeckungVerkauf über Songrila Verkaufs-Widget
 
Zahlungsarten für KundenClick&Buy
 

Tunecore (www.tunecore.com) / USA

ProdukteDigitale Distribution CD-On-Demand über amazon Kleinauflagen Promotion Pakete
 
ZahlungsmodellEinmalzahlung Single:$ 9,99/ pro VÖ Album: $ 46,99 pro VÖ jeder weitere Online Shop: $1,98//pro VÖ
 
Verkaufsprovisionkeine Provision für TuneCore = alle aus den Stores realisierten Einnahmen
 
Exklusivität, Rechte & zeitliche Bindungkeine exklusive Bindung für digitale Distribution
3 Monate Kündigungsfrist
 
Abrechnung & AuszahlungAuszahlung: ab $ 20,- Abrechnung: PayPal, Scheck Abrechnungsperiode: fortlaufend, auf Abruf
 
GEMA-Regelung?Nein
 
SupportE-Mail Support
 
Shopabdeckungalle i-Tunes Shops und ein paar andere (ohne Musicload, Beatport)
 
Zahlungsarten für KundenJe nach Shop
 

Zimbalam (www.zimbalam.com) / Frankreich und Deutschland

ProdukteDigitale Distribution Widget-Player für Facebook, Myspace usw.
 
ZahlungsmodellEinmalzahlung
Single (1-2 Tracks): €19,99
Album (2-99 Tracks): €29,99
 
Verkaufsprovision10% für Zimbalam von den in den Shops realisierten Einnahmen
 
Exklusivität, Rechte & zeitliche Bindungkeine exklusive Bindung, Kündigung jederzeit, Deaktivierungsgebühr von €29,99
 
Abrechnung & AuszahlungAusschüttung: ab €20,-
Abrechnung: EC-Karte, Kreditkarte oder Paypal
Abrechnungsperiode: jederzeit per Zahlungsanforderung an Zimbalam
 
GEMA-Regelung?Ja
 
SupportFAQs
 
Shopabdeckungverschiedene Shops (iTunes, amazon mp3, napster, e- music, musicload, Rhapsody, Shazam, Spotify, Saturn/ MediaMarkt)
 
Zahlungsarten für Kundenje nach Shop
 
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Promotion – Leitfaden Selbstvermarktung Teil 8

„Kommunikationspolitik im Musikgeschäft konzentriert sich auf Promotion und Werbung“ unter Promotion versteht man bekanntheits- und verkaufsfördernde Maßnahmen. Dabei unterscheidet sich Promotion grundlegend von der Werbung.

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Werbung wird als Leistung von einer Person / einem Medium eingekauft. Promotion versucht dagegen durch interessante Inhalte das Medienecho und die Wahrnehmung der Fans positiv zu beeinflussen. Zu den Standard-Tools der Promotion gehören u.a. gut gestaltete Flyer für Konzerte und free-Downloads eines Tracks um auf ein neues Album hinzuweisen. Das Internet bietet hier eine Vielzahl von Möglichkeiten um euch interessanter und sympathischer in Szene zu setzen. Da es für noch unbekannte Bands sehr wichtig ist, neue Fans zu gewinnen, gleichzeitig aber wenig finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, werden im Folgenden vor allem kostenlose Tools vorgestellt.

04.01 Soziale Netzwerke

Als Privatperson werdet ihr höchstwahrscheinlich in mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet sein. die relevanz von sog. social networks ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Sie bieten durch ihre hohen Mitgliederzahlen die perfekte Basis, um viele Fans und Interessierte zu erreichen und somit die Promotion in Gang zu setzen.

Ein weiterer Anbieter ist Twitter, worüber sich kurze Nachrichten (maximal 140 Zeichen) verbreiten lassen. es gibt aber auch Angebote, die über das „tweeten“ von kurzen Nachrichten hinausgehen.

Ein nützlicher Anbieter, um den Look eurer Facebook-Künstlerseiten zu personalisieren, ist RootMusic. Hier müsst ihr keinen eigenen Account anlegen, sondern könnt euch direkt mit euren Facebook-Zugangsdaten einloggen. Der Service bietet eine Vielzahl an Videos (leider derzeit nur in englischer sprache), die euch den Umgang mit dem Tool erklären.

Ein speziell auf Musiker und Bands abgestimmtes Angebot ist Lastfm. Hier könnt ihr euch als Künstler registrieren, Konzerte eintragen, Eure Musik, Bilder, Biografie etc. hochladen, sowie Nutzerstatistiken abrufen. Ähnliche Funktionen bietet das Angebot von iLike. Neben der Möglichkeit, ein eigenes Profil anzulegen, bietet der Dienst zusätzlich noch die Möglichkeit, direkt von iLike aus Konzerttermine, News oder sonstige Informationen auf Eurem Facebook-Profil zu aktualisieren.

Da die Pflege aller Profile in Sozialen Netzwerken – wie bereits erwähnt – häufig recht viel Zeit in Anspruch nimmt, können euch an der Stelle Anbieter wie beispielsweise Artistdata unterstützen. Mit diesem Service könnt Ihr einige Eurer Profile in den oben genannten Netzwerken zentral aktualisieren und mit neuen Inhalten pflegen (sog. Profile Manager). Im Gegensatz zu iLike bietet ArtistData neben Facebook noch Zugang zu einer Vielzahl an weiteren Netzwerken wie Myspace, Twitter usw.

Anm. d. Red.:

Es gibt noch eine Menge mehr soziale Netzwerke, die interessant für die Bandpromotion werden könnten. Aus meiner Sicht ist es essentiell, sich auf 2-3 zu konzentrieren und diese intensiv zu bearbeiten. Zum aktuellen Zeitpunkt würde ich auf Facebook setzen. Dort befinden sich die meisten Musikkonsumenten derzeit und damit auch die meisten potenziellen Fans.

MySpace ist hingegen besser zu vernachlässigen, denn dort sind fast ausschliesslich Bands und Musiker unterwegs, die ihrerseits Musik anbieten wollen. Die Nachfrage ist dort sehr gering. Zudem hat mir ein Freund kürzlich von einer Aktion erzählt, bei der MySpace in Kooperation mit ihm 450.000 private Messages für die Mitglieder herausgeschickt hat. Der Rücklauf dieses (eigentlich sehr interessanten Angebots) war Null – Nichts – Nada.

Also, besser auf 2-3 Netzwerke und soziale Plattformen konzentrieren und diese bearbeiten, als 10 unterschiedliche Netzwerke ungenügend mit Infos zu versorgen. Immer messen, ob etwas von den Plattformen zurückkommt und regelmässig entscheiden, ob es sich lohnt, damit weiter zu machen.

04.02. Videoplattformen

Videos sind ein attraktives Mittel um eure Musik zu präsentieren und euch direkt an die Fans zu wenden. So könnt ihr diese z.B. an Proben teilhaben lassen, ein Videotagebuch pflegen, Backstage-Aufnahmen von Gigs veröffentlichen, oder Fans in die Produktion eures Videos einbinden. Ein tolles Beispiel hierfür ist das Musikvideo „I want a pony“ der belgischen Künstlerin „Krause“, die ihre Fans über Twitter dazu animieren konnte, den Song mimisch zu performen und sich selbst dabei zu filmen. Aus den witzigsten Szenen hat die Künstlerin dann das eigentliche Video zusammengeschnitten.

Mit anderen Worten: Ihr könnt eurer Kreativität auch hier freien Lauf lassen. Alles was ihr braucht ist eine Kamera und ein einfaches Bearbeitungsprogramm. Ihr könnt eure Videos auf verschiedenen Plattformen hochladen und präsentieren. Des Weiteren erlauben viele andere Anbieter das Einbinden von Videos, so z. B. auf Facebook. Die verschiedenen Plattformen ermöglichen nicht nur das Hochladen von Videos, sondern auch das Erstellen von eigenen „Kanälen“ sowie das Abonnieren von Videofeeds, das Erstellen von Blogeinträgen, das Kommentieren und Bewerten von Videos etc. Sie sind somit auch eine Art Social Community. Neben dem Marktführer YouTube gibt es auch noch andere Plattformen, die ihr als Videoportal für eure Inhalte in Erwägung ziehen könnt:
Vimeo, MyVideo, Clipfish, SevenLoad oder Dailymotion.

04.03. Kommunikation mit den Fans

In Zeiten von sozialen Netzwerken, Blogs und Twitter sind Fans erst recht eure besten Promoter. Sie können euch aber auch sehr schnell einen schlechten Ruf verpassen. Bei der Kommunikation mit Fans ist daher Vorsicht geboten. Tendenziell gilt aber: Gebt ihnen einfach soviel wie ihr könnt und seid dabei authentisch, denn keiner wird es euch so danken wie die Fans.

Viele Bands haben so genannte Streetteams, also Fans, die für sie Promotion jeglicher Art machen – in der Regel kostenlos. Wenn ihr beispielsweise auf Tour geht, vorab den Kontakt zu euren Fans in den jeweiligen Städten aufnehmt und diese für euch Flyer verteilen, Plakate aufhängen lasst etc., und sie im Gegenzug mit Backstage-Pässen, Gästelistenplätzen oder unveröffentlichtem Material “bezahlt“, so ist dies wenig Aufwand für euch, aber für die Fans eine tolle Entlohnung. Martin Atkins nennt weitere wichtige Umgangsformen mit Streetteams:

  • Behandle dein Streetteam respektvoll
  • sag deinem Streetteam nicht was du brauchst, sondern frag sie was sie für dich tun könnten / möchten
  • stelle sicher, dass deine Fans zum Gig reingelassen werden
  • nichts ist wichtiger als Face-to-Face Kontakt, verbringe also zeit mit ihnen

Unverzichtbar beim Aufbau einer solchen Fangemeinde ist die Mailing-Liste. Die Mailingliste sollte mindestens folgende Angaben enthalten:

  • Email Adresse
  • Postleitzahl
  • Stadt
  • Name

Die Ortsangaben sind wichtig, damit ihr wisst, wen ihr wann informieren solltet, damit nicht jedes Mal, wenn ihr in Hamburg seid, alle Fans in Berlin ebenfalls mit einem newsletter „genervt“ werden. Damit sich Leute auf eurer Mailingliste eintragen, solltet ihr gewisse Anreize schaffen, wie z. B. einen free download.

Anm. d. Red.:

Was sich so einfach und natürlich liest, ist in der Realtität ein schweres Stück Arbeit. Denn bevor ein Fan bereit ist, seine Freizeit für dich einzusetzen musst Du diesen schon durch und durch von dir und deiner Musik überzeugt haben. Da dieser Leitfaden aber sicherlich eher von Musikern gelesen wird, die am Anfang stehen, ist der Aufbau eines Streetteams zunächst weniger wichtig, als der Aufbau einer Folgschaft in den sozialen Medien.

Zu diesen ist noch hinzuzufügen, dass jede Plattform eine eigene kleine Gesellschaft bildet, die eigene (ungeschriebene) Regeln und eine eigene Sprachkultur hat. Deswegen gilt es bei allen Plattformen und auch in der Kommunikation mit dem Fan: Hör erst zu, rede dann!

Wer sich tiefergehend mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, hat auf delamar viele Möglichkeiten dazu. Sieh auch hier:
Artikel zur Selbstvermarktung für Musiker & Bandpromotion
Podcast: Erfolgreiche Selbstvermarktung für Musiker
Podcast: Die wichtigsten Online-Tools für Musiker und Bands

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Leitfaden Selbstvermarktung 9: Analyse & Controlling

Ganz nach dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ sollte die Analyse eurer Aktivitäten im Internet eine wichtige Rolle spielen. Hier können einfache Methoden angewandt werden, um die Resonanz auf eure Bemühungen zu messen.

Die Analyse ist kaum mehr als ein Vergleich zwischen dem „Ist-Zustand“ (Wo stehen wir jetzt gerade?) und dem „Soll-Zustand“ (Wo wollen wir hin?). Aus der Analyse dieser beiden Zustände und der Differenz lassen sich Schritte ableiten, die euch zu eurem Soll-Zustand bringen könnten.

06.01. Selbständige Analyse der Online-Aktivitäten

Es bedarf keiner komplizierten Tools oder sonstigen Fachwissens. Für den Anfang reichen einige Fragen zur Resonanz auf eure Aktivitäten in sozialen Netzwerken, z.B. Facebook.

  • Wie viele Fans haben wir?
  • Wer sind meine Fans und woher kommen sie?
  • Wie bekommen wir mehr Fans? (Promoten der Präsenz auf Konzerten, Einladungen verschicken etc.?)
  • Wie viele Reaktionen bekommen wir auf Statusmeldungen und Ankündigungen (Kommentare, „gefällt mir“ …)?
  • Reagieren unsere Fans auf Einladungen zu Veranstaltungen?

Solltet ihr einen Blog betreiben, lassen sich ähnliche Überlegungen anstellen:

  • Schreiben wir häufig und ausgiebig genug?
  • Wie viel Beiträge verfassen wir pro Woche, mit wie vielen Wörtern?
  • Werden die Beiträge gelesen? (z.B. über google-Analytics, siehe Punkt 06.02)
  • Wie hoch ist die Anzahl der kommentare oder trackbacks?

Überlegungen, wenn ihr Twitter nutzt, könnten sein:

  • Wie viele Follower habe ich?
  • Wer sind meine Follower?
  • Werde ich „geretweetet“?
  • Wenn ja wie oft und von wem?

Dies sind alles keine komplizierten Gedankengänge, aber wichtige Überlegungen im Rahmen der Analyse.

Anm. d. Red.:

Gerade auf der Suche der richtigen sozialen Netzwerke zur Promotion sollten die Ergebnisse deiner Bemühungen immer wieder gemessen werden. Denn nur so kannst Du entscheiden, ob sich der Aufwand für deine Band oder dein Musikprojekt lohnt. Viele Netzwerke bringen eine Menge Klicks, aber keine Besucher auf deiner Band-Webseite und/oder keine Verkäufe (was nicht zwingend erforderlich sein muss, aber sein kann).

Ebenfalls sei angemerkt, dass es für eine Band nicht wichtig ist, wie viele Follower in Twitter, Freunde in MySpace oder Fans auf Facebook eingetragen sind. Das wirkliche Metrum ist die Zahl aller aktiven Folger, all derer, die tatsächlich reagieren und damit wirkliche Fans sind. Ich erinnere da gerne nochmals an die Anekdote aus dem letzten Artikel, bei der 450.000 MySpace Nachrichten, die zu 0 Reaktionen geführt haben – eine echte Nullnummer.

06.02. Basic Tools

Zusätzlich zu diesen Überlegungen gibt es im Internet viele Angebote, die euch die Analyse vereinfachen.
Da ist zunächst Google Analytics, das von Google kostenlos angeboten wird um zu messen, wie viele Besucher eure Seite oder euren Blog aufrufen, aber auch wie lange sie auf welcher Seite bleiben, von welcher Seite sie zu euch kommen usw.
Dieses Tool wird in sehr ähnlicher Form z.B. auch von Yahoo angeboten (Anm. d. Red.: Microsoft hat ein besseres Tool für Webmaster als Yahoo).

06.03. Professionelle Tools

Es gibt auch kostenpflichtige Services, auf die auch die Musikindustrie zurückgreift, und die auf die Analyse von Musikprodukten spezialisiert sind. Diese Plattformen erheben Nutzungsdaten, werten diese aus und bereiten sie grafisch auf.

Hier einige Beispiele: Musicmetric ist ein kostenpflichtiger Service. Es werden verschiedenste Daten über Euch bzw. Eure Band erhoben. So sucht musicmetric z.B. automatisch nach Beiträgen über euch im Netz und führt diese zusammen. Es können sog. „Fan-Maps „ erstellt werden, die zeigen, aus welchen Regionen eure Fans kommen – wichtige Erkenntnisse also für eure Tourplanung.

Außerdem kann man Statistiken über das Alter der Fans, die „Kanäle“ und Plattformen auf denen eure Musik gespielt wird, und vieles mehr erstellen. Einige services (z.B. Reverbnation oder Lastfm) bieten solche Marktforschungs- und Statistik-Tools in ähnlicher Form an.

last.fm - God Save The Queen

Eine Auswertung von last.fm ist ein guter Indikator für deinen Erfolg.

 

Weitere Plattformen dieser Art sind u.a. Bandmetrics, Big Champagne und Wavemetrix. Wie gesagt handelt es sich um kostenpflichtige Tools, deren Nutzen Ihr gegen die Kosten abwägen und überlegen müsst, ob ihr die Tools (jetzt, später oder überhaupt) braucht. Viele der vorgestellten Vertriebsservices haben ebenfalls integrierte (oder als Zusatzoption buchbare) Statistik-Tools, die ihr zur Analyse eurer Verkäufe und Fans ebenfalls nutzen könnt.

Anm. d. Red.:

Die hier im Leitfaden gewählten Überschriften suggerieren, dass Google Analytics kein professionelles Tool seien. Ganz im Gegensatz dazu halte ich es für eines der wichtigsten Werkzeuge für die Analyse des Besuchertraffics auf der eigenen Webseite. Es wird durchaus auch im professionellen Umfeld eingesetzt und bietet vielseitige Werkzeuge für Ereignistracking wie oben beschrieben.

Des Weiteren sollte in die Überlegung Für-und-Wider „professionelle Tools“ unbedingt die Grösse der eigenen Band bzw. des eigenen Musikprojekts einbezogen werden. Viele der Werkzeuge sind auf den US-amerikanischen Markt ausgelegt, was für eine Messung in Europa/Deutschland schwierig werden kann. Zudem sind auch viele Werkzeuge auch erst ab einer entsprechend grossen Reichweite sinnvoll einsetzbar.

07 Fundraising

Ein Modell hat bereits vor Jahren für Aufsehen gesorgt, als die „Einstürzenden Neubauten“ ihre Fans zu Vorabkäufen motivieren konnten, um damit ihre Albumproduktion und die Veröffentlichung zu finanzieren. Auch „Angelika Express“ haben ihr drittes Album mit der Ausgabe von Fan-Aktien finanziert. Über ihre Band-Website waren Fans und Förderer aufgerufen, sich Anteile am Album in Form der „Angelika Aktie“ zu 50 Euro zu sichern. Im Gegenzug fließen 80 Prozent des Umsatzes der Verkäufe von CDs und Downloads an die Investoren – sowie jeweils eine persönliche Kopie des Albums.

Dieses Modell, bei dem Geld für einen bestimmten Zweck eingesammelt wird, nennt sich Fundraising. Hierbei handelt es sich im Grundsatz um ein zweckgebundenes Finanzierungsmodell. Der bekannteste Fundraising-Service für musikprojekte ist sellABand. Hier können Musikprojekte von sog. „Believern“ finanziert werden. Als Künstler kann man im Gegenzug den „Believern“ exklusive Inhalte wie Downloads, Merchandise-Artikel oder eine Beteiligung an möglichen Verkäufen anbieten. Wenn ihr diesen Service in Anspruch nehmt, könnt ihr natürlich davon ausgehen, dass eure „Believer“ besonders daran interessiert sind, eure Musik und euch als künstler bekannt zu machen. Ein echtes Pfund!

Dieses Modell klingt zwar sehr verlockend, aber überlegt euch, ob es tatsächlich Menschen gibt, die in euch – als noch relativ unbekannte Band – investieren würden. Außerdem ist so ein Dienst nicht umsonst. Ein Service wie sellABand will auch Geld verdienen und das tut er spätestens, wenn ihr Geld verdient, sprich: bestimmte Verkaufsprozente oder sogar Rechte müsst ihr abgeben. Wie viel das ist, erfahrt ihr spätestens beim durchlesen der AGB.

Insgesamt lohnt sich Fundraising deshalb wohl eher für Bands mit einem höheren Bekanntheitsgrad, die neue Wege bestreiten und unabhängig von einer Plattenfirma agieren wollen.

Anm. d. Red.:

Damit sind wir am Ende des Leitfadens zur Online-Selbstvermarktung für Künstler der Popakademie und audiomagnet angekommen. Den vollständigen Leitfaden mit einigen interessanten Grafiken und Auswertung im letzten Kapitel gibt es als PDF zum Download.

Leitfaden zur Künstlerselbstvermarktung Download

Dir hat der Projektbericht der Studenten gefallen? Du hast Feedback? Dann freuen wir uns auf deinen Kommentar! Jetzt wünsche ich dir viel Spass beim Lesen des Leitfadens zur Selbstvermarktung für Musiker.

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Lesermeinungen (21)

zu 'Leitfaden v1.0 Online Künstlerselbstvermarktung'

  • paul   04. Nov 2010   20:35 UhrAntworten

    für umsonst?

    • Carlos (delamar)   04. Nov 2010   20:41 UhrAntworten

      Ja, wir veröffentlichen den jetzt im Vorfeld und später kann das PDF als Ganzes geladen werden.

    • Felix (delamar)   04. Nov 2010   21:41 UhrAntworten

      Hoffentlich nicht, aber gratis. ;)

  • Ulrich Börst   05. Nov 2010   07:54 UhrAntworten

    wahrscheinlich darf ich mich hier gar nicht äußern - ich habe noch einen Plattenspieler ;-)) . Bin auf eure Serie gespannt, denn wir haben das Thema Selbstvermarktung ebenfalls auf dem Radar.

    Viel Erfolg wünscht
    Ulrich

  • Deadmau55555   05. Nov 2010   16:30 UhrAntworten

    war das jetzt ironie calros? :D

  • Joe The Mo   07. Nov 2010   20:01 UhrAntworten

    Klingt interessant, bin schon gespannt auf die weiteren Teile!

  • Matheo   07. Nov 2010   20:04 UhrAntworten

    Vor allem aber bringt diese Marktoffentheit eine Menge Konkurrenz auf. Es gibt so viel Musik wie nie und der Anteil an Müll darunter ist noch mehr gestiegen.

  • The Wiz Of Ozzor   07. Nov 2010   20:08 UhrAntworten

    Qualität als ersten Faktor für Professionalität zu nehmen halte ich für falsche Priorisierung. Ein guter Auftritt, überzeugende Verkaufstechniken und gutes Marketing bringen die Bands doch wesentlich weiter als perfekte Technik im Spiel...

    • Maik (delamar)   09. Nov 2010   13:51 UhrAntworten

      Also ich finde schon, dass es sehr wichtig ist, seine Instrumente in einer angemessenen Qualität spielen zu können. Wer möchte sich schon gerne eine Band anhören, die nicht richtig mit ihren Instrumenten umgehen können?
      Wenn man die sauberen Studioaufnahmen einer Band gewohnt ist und auf einem Konzert aufeinmal merkt, dass der Sänger doch nicht so gut singt, der Gitarist seine Riffs nicht perfekt beherrscht, kann das schonmal enttäuschend sein.

  • Phunkateer   08. Nov 2010   20:39 UhrAntworten

    Und dabei nie vergessen:
    Will ich überhaupt "professionell" ins Musikbusiness einsteigen?
    Die Chancen hiermit sein Leben bestreiten zu können sind - meiner Meinung nach - doch recht gering.
    Das erfolgversprechender Modell kann oft sein: normaler Job, der einerm erlaubt nebenbei Musik zu machen. Und einfach mal schauen was passiert.
    Dennoch ist diese Reihe auf delamar prima. Auch wenn man das "nur" nebenbei macht, kann man hier sicher viel lernen, um sein eigenes Musikprojekt nach vorne zu bringen.

  • Dave   09. Nov 2010   10:35 UhrAntworten

    Als Komponiste, der gerade mit der Entscheidung ringt in die GEMA einzutreten, finde ich diese Folge der Reihe besonders spannend.

    Leider enthält die "Anm. d. Red." m. E. zwei sachliche Fehler:

    1.) Es ist als Kopmonist sehr wohl möglich, eigene Werke online zu stellen, ohne dafür GEMA-Gebühren berappen zu müssen, und das nicht nur auszugsweise. Das ist zwar an bestimmete Bedingungen geknüpft (z.B. darf die Seite in keiner Weise kommerziell sein, man darf also darüber keine CDs o.ä. vertreiben), ist aber prinzipiell möglich.

    2.) Bands können nicht GEMA-Mitglied sein. GEMA-Mitglied können nur Einzelpersonen werden.

    Ansonsten freue ich mich auf jede weitere Folge dieser Serie!

    • Carlos (delamar)   09. Nov 2010   10:41 UhrAntworten

      Dave, vielen Dank für dein Feedback.
      Natürlich kann eine Band nicht Mitglied in der GEMA sein, sondern immer nur die Personen, die in der Band spielen. Das war einfach eine saloppe Weise das zu umschreiben.

      Bei Punkt 1 ist natürlich zu sehen, dass die nicht-kommerzielle Nutzung einer Webseite für eine Band kaum Sinn macht. Die Webseiten werden meist dazu genutzt, die eigene Musik zu verkaufen. Und wenn wir es schon penibel genau nehmen wollen: Ein Link zu iTunes, ein Banner von Google AdSense, ein Verweis auf einen Ticketanbieter für die eigenen Konzerte, vielleicht auch schon ein Bannertausch mit einer anderen Band - das sind alles Dinge, die als kommerziell ausgelegt werden könnten.

      Da wir hier von Selbstvermarktung sprechen und nicht von Selbstdarstellung gehe ich einfach mal davon aus, dass 98% aller Musiker von der Regelung betroffen sind.

      • Dave   09. Nov 2010   11:04 Uhr

        Carlos, richtig, Deine Einwände sind wiedrum alle berechtigt.

        Eine Anmerkung noch zu den Gig-Locations, die GEMA-freie Musik bevorzugen: Cover-Bands wären dort ebenfalls außen vor.

        Ein solches Geschäftsgebaren von Veranstaltern ist aus mindestens zwei Gründen bedenklich:

        1.) Es verstößt eindeutig gegen das Wettbewerbsrecht bzw. Urheberrecht. Jede Band muss selbst entscheiden, wieviel ihr die Mitwisserschaft bei solchen Gesetzesversößen wert ist. Klar, solange man sich die Gig-Locations nicht aussuchen kann, ist es schwierig. Aber zumindest sollte man den Weg über Solidarität unter BAnds, die in einer solchen KAschemme auftreten, suchen.

        2.) Letzten Endes schneidet sich ein Veranstalter mit solch einer Auslese doch selbst ins Fleisch. Bands, die bereits ein wenig kommerziellen Erfolg haben, können in seinem Schuppen nicht auftreten. Und was sind ein paar GEMA-Gebühren im U-Musik-Bereich gegenüber einem gesteigerten Umsatz bei Eintrittskarten und Getränken?

  • Carlos (delamar)   10. Nov 2010   13:15 UhrAntworten

    Das Verhalten ist auf jeden Fall bedenklich, keine Frage. Aber hör dich mal um...langfristiges Denken und Planen hat in Deutschland derzeit eher Flaute in der Wirtschaft ;)

  • PeeDeeSan   11. Nov 2010   13:32 UhrAntworten

    Ich hab mein letzten CD Player vor 2 Monaten gekauft :) Numark NDX 800

  • Ulrich Börst   12. Nov 2010   10:15 UhrAntworten

    Egal für welches Konzept der Selbstvermarktung man eintritt, das ist ein zentraler Punkt. Das wäre in unserer Denke das Kapitel "Vermarktungswege". Die Fakten in eurem Beitrag kann ich als Branchenfremder nicht einschätzen, aber mir fällt auf, dass ausschließlich Menge Hard Facts aufgezählt werden. Web 2.0 hin oder her: Menschen kaufen von Menschen. Wie kommt ihr mit euren Angeboten zu den passenden Disti-Entscheidern, damit man "gelistet" wird?

  • franzgesteuert   15. Nov 2010   13:05 UhrAntworten

    "Außerdem ist so ein Dienst nicht umsonst. Ein Service wie sellABand will auch Geld verdienen und das tut er spätestens, wenn ihr Geld verdient, sprich: bestimmte Verkaufsprozente oder sogar Rechte müsst ihr abgeben. Wie viel das ist, erfahrt ihr spätestens beim durchlesen der AGB."

    Um genau zu sein fällt bei SellaBand für den Künstler lediglich eine Successfee von 15% des gefundeten Budgets an. Die Rechte bleiben allerdings beim Künstler.
    Verpflichtungen geht der Künstler nur in Form seiner angebotenen Incentives ein, welche er seinen Believern als eine Art "Dankeschön" für die Unterstützung anbietet.

  • Jens Hadamek   28. Feb 2013   13:30 UhrAntworten

    Hallo,
    erstmal Danke ! für den tollen Artikel. Schade nur, daß es Audiomagnet schon nicht mehr gibt - aber so ist das leider in dieser schnelllebigen Zeit...
    Mich würde interessieren, was es bedeutet, wenn die verschiedenen Distributoren eine oder keine Gema Regelung haben. Was ist denn für den Künstler besser?

    Mit freundlichem Gruß,

    Jens

  • Jonathan   29. Mrz 2014   13:43 UhrAntworten

    @Jens: Soweit ich das verstanden habe, musst du dich beim Nichtvorhandensein einer GEMA-Regelung selber um die Anmeldung bei der GEMA und die Abführung der Tantiemen kümmern; der Vertrieb stellt dann die Musik zwar ein, aber du bist gerade bei Cover-Songs oder ähnlichem besser mit einem Vertrieb mit GEMA-Regelung beraten.

  • Uwe C   01. Dez 2014   08:23 UhrAntworten

    So ist es! Und damit stehen tonnenweise (unbekannte) Künstler, die deswegen nicht schlecht sind, der immer noch gleich großen Konsumentenschar gegenüber. Die aufstrebenden Musiker haben damit immer größere Schwierigkeiten überhaupt bemerkt oder gehört zu werden. Wer soll (oder will) sich das alles anhören? Durch das Mega-Überangebot verliert das einzelne Angebot eines Musikers erheblich an Wert. Musik verkommt zu Massenramschware.

  • Tony   28. Feb 2017   12:21 UhrAntworten

    Toller Artikel!!!

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