Kunst vs. Kommerz – Eine sinnlose Diskussion
Viele Gespräche von Musikern um das Music Business herum enden in der ewig währenden Debatte über Kunst vs. Kommerz. Leider führt diese Diskussion zu rein gar nichts außer Frust – gleich auf welcher Seite man argumentieren mag.
Kunst vs. Kommerz – Eine sinnlose Diskussion
Laut schreien sie, die Verfechter von Musik als Kunstform, die nie kommerziell sein darf ohne den Grundgedanken zu verraten. Und dann sind da auf der anderen Seite die Geschäftsmänner unter den Musikern, die sich nicht schämen, ihre Hand aufzuhalten.
Doch wohin führt diese Debatte? Warum können beide Seiten nicht voneinander ablassen und die jeweils andere einfach akzeptieren? Was spricht gegen den goldenen Mittelweg?
Musik entsteht im Herzen des Vollblutmusikers oder wird voller Inbrunst vom Kommerzpublikum konsumiert. Mit Emotionen und Gefühlen ist Musik also in jedem Fall in direkter Weise verbunden.
Es geht doch einzig und allein darum, was ich selbst mit meiner Zeit und meiner Kreativität anfangen möchte und was meine Musik in mir und meinem Publikum bewirkt. Kommerz oder Kunst ist hierbei doch kein Kriterium?
Auf welcher Seite stehst Du?


30. Apr 2008 | 15:35 Uhr
Meiner Meinung nach, gibt es keinen Menschen der nicht gerne Geld mit dem verdient was er gerne macht und auch keinen der nicht gern verdient mit dem was er nicht gerne macht.
Dieses endlose Geschwätz darüber wie kommerziell Musik sein darf und wie nicht. Wann hört Kommerzmusik auf und fängt gute Musik an? Ist das vielleicht nicht das selbe? Oder wie lange ist etwas underground und der heißeste Tip unter den Independentleuten? Nur so lange bis irgendjemand sagt, das ist ein guter Song und den bringen wir in die Medien. Plötzlich ist der Song nicht mehr gute oder was?
Ich finde nichts falsches daran mit Musik Geld zu verdienen. Selbst wenn es Leute gibt die eigentlich besser das geblieben wären was sie waren, Metzger z.B. und heute vor 15 000 Leuten singen.
Ich glaube, wenn es einen von uns treffen würde mit dem Erfolg, würden wir dann sagen unsere Musik ist kommerz, nur weil sie der Masse gefällt?
Ich denke nicht.
30. Apr 2008 | 19:20 Uhr
Sinnloser Artikel mit sinnloser Fragestellung.
Weder Kunst, noch Kommerz an sich sind definierbar. Kunst kann kommerziell sein und Kommerz kann Kunst sein und dazwischen gibt es Millionen von Schattierungen, Definitionen und vor allem Meinungen.
Ich schreibe dies deshalb, weil die Kommentare und Diskussionen auf delamar bisher, bei aller Meinungsvielfalt sachlich und fundiert gehalten wurden.
Mit einer solchen Laberfrage solltet Ihr wirklich nicht aufschlagen. Das ist ja schlimmer als ne BRAVO-Umfrage: “Wer ist besser? Justin Timberlake oder Robby Williams?”
30. Apr 2008 | 20:15 Uhr
@Johan
Ganz genau. Jede CD aus dem Musikladen ist kommerziell – nämlich käuflich. ;)
@Kontrovers
Die Fragestellung war provokativ. Und warum auch nicht mal eine unwissenschaftliche Fragestellung oder Umfrage?
Eine Lösung werden wir wohl kaum finden :)
30. Apr 2008 | 21:21 Uhr
Hi
Vllt. OT. Kopiert aus online einer Stadtzeitung.
Hamburg – Groß ist der Ansturm auf die neue Coldplay-Single “Violet Hill”, die am Dienstag zum kostenlosen Download auf der Homepage der Band zur Verfügung gestellt wurde. Über 600 000 Mal wurde der Song allein in den ersten 24 Stunden heruntergeladen, berichtet der “NME” auf seiner Website.
Ich kenne die Band nicht. Kunst? Kommerz!
Der gute K. ( wäre glaube in diesem Jahr ) 100 geworden – hatte Beides
im Kopf.
Was soll´s grüsst Klaus
02. Mai 2008 | 10:59 Uhr
Hallo Klaus, Coldplay wird sehr gut vermarktet…macht aber auch gute Musik.
Schade, dass nur so wenige sich an dieser Diskussion beteiligen. Hätte durchaus Interesse gehabt, mehr Meinungen zu hören.
07. Mai 2008 | 16:48 Uhr
Kunst kommt von Können
käme sie von wollen hiese sie Wolst
16. Mai 2008 | 21:48 Uhr
Gute Musik sollte kommerz sein. und ist sie auch. weil gute musik nur von vollblutmusikern kommen kann. und ein vollblutmusiker muss sich zu 100% auf seine musik konzentrieren und seine musik leben. das heißt er kann keinen anderen job haben. folglich muss er mit seiner musik geld verdienen um den arsch am kacken zu halten.
Und trotz der ganzen kleinen Unfälle (DSDS,Popstars etc.), welche sich auch kommerziell vermarkten lassen und auch nur darauf ausgelegt sind (warscheinlich das was die meisten von euch mit kommerziell meinen), zeigt es sich das wirklich nur die richtig guten, also originellen und kreativen Musiker langfristig kommerzielle erfolge feiern können. (Egal ob es eine Band ist (U2 zB), oder ein Popstar mit einem genialen Produzenten (Robbie Williams mit Guy Chambers)…
eine diskussion ohne ersichtliches ende…. man könnte auch fragen “was ist besser – hip hop oder rock?”… muss jeder für sich entscheiden.
17. Mai 2008 | 11:46 Uhr
Ich würde trotzdem gerne zwischen Vollblutmusiker und Profi unterscheiden. Es gibt durchaus echte Vollblut Musiker, die es nicht schaffen, von Ihrer Musik zu leben.
Genau wie es auch Künstler gibt, die erst nach Ihrem Tod berühmt werden…
22. Jul 2008 | 01:25 Uhr
meiner Meinung nach gibt es einen gravierenden Unterschied zwischen diesen Welten. Meiner Meinung nach ist Kommerzmusik der letzte MÜLL. Nicht auf technischer, sondern emotionaler Ebene. Sie mag vielleicht zum Nachdenken anregen, die Richtung ist egal, so pingelig sind wir ja schon lange nicht mehr. Was versteht man unter einem Kommerzmusiker? Jemand der Musik der Geld macht? Wenn ja ist alle Hoffnung – sprich Emotion – verloren. Doch es spricht nichts dagegen, wenn ein Vollblutmusiker seine Platten vertreiben lässt. Geld verdienen mit etwas spassigem. Warum nicht? Aber das HERZ muss dabei sein, nicht der Geldbeutel – das Geld sollte von selbst kommen -.
26. Jul 2008 | 14:15 Uhr
Kunst oder Kommerz?
bei meiner Definition/Unterscheidung kommt es mir dabei auf die inneren Beweggründe an:
“Benutze” ich die Musik, um auf eine möglichst geschickte Art möglichst vielen Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen? (=eher künstlich)
oder:
Mache ich Musik die mir und (vielleicht sogar dadurch) auch anderen gefällt und möchte davon leben? (=eher künstlerisch)
noch ein paar Gedanken zum Thema:
‘In it for the love – or in it for the money’
‘Sein Handwerk beherrschen ist nicht mit Kommerz gleich zu setzen’
‘Ausgedehntes Solo weil ‘ich der geilste bin’ – oder weil das Solo schön ist?’
‘Stumpf ist Trumpf!’ (funktioniert immer…)
aber merke: ‘Auch ein Indie darf mal seine Gitarre stimmen!’
insofern: macht es wegen der Musik – und macht es oft!!
Carsten.
08. Sep 2008 | 00:46 Uhr
Ich fände es toll, wenn viele Leute meine Musik mögen würden, je mehr, umso besser. Und wenn sie dafür auch noch bezahlen wollen: her damit.
Es ist ja ein Unterschied, ob ich Musik mache, um sie zu verkaufen, oder ob ich Musik mache, um Musik zu machen, die sich dann aber auch noch verkauft.
Und dieses ganze Gerede mit Kunst – die wenigsten Hörer haben ein Kunstbewusstsein. Sie hören Musik, weil sie ihnen gefällt, ganz einfach.
Ein kluger Mann hat in etwa mal gesagt:
“Die Leute verstehen die Musik zwar nicht, aber sie mögen die Geräusche, die sie macht.”
19. Nov 2008 | 14:46 Uhr
Ich denke, dass Kunst nicht mit Kommerz in Zusammenhang gebracht werden sollte – dadurch wird Kunst die Ernsthaftigkeit genommen. Am Beispiel Musik zeigt sich nur allzu oft, wie Kommerz dominiert und Kunst auf der Strecke bleibt…
29. Jan 2009 | 09:31 Uhr
Hi erstmal,
ich denke das grundlegende Problem, dass diese Diskussionen erst aufkommen lässt, ist nicht ob Leute produzieren um zu produzieren oder ob sie produzieren um zu kassieren. Lediglich die Techniken die zum Erreichen dieses Ziels eingesetzt werden, werden immer fraglicher. Wenn z.B. für einen großen Teil unserer Populärmusik (im übrigen auch Politik und Marketing etc.) nicht mehr die Musik, sondern viel mehr Phänomene der Massenpsychologie relevant sind (Rotationorgien, Ankauf von eigenen Scheiben zur Chartplatzierung, Prominenz um der Prominenz Willen), sieht es düster aus, weil sich in letzter Instanz mit geschicktem Marketing JEDES Produkt an eine große Masse verkaufen lässt, nicht zuletzt durch die “self-fulfilling-prophecy” (der Erfolg gibt mir recht ^^).
Gruß mit Bedacht,
ein Freund der “Kunst-” Musik
06. Mrz 2009 | 02:01 Uhr
Der Kommerz fördert aber auch die Kunst, weil er es dem Künstler ermöglicht, noch mehr Kunst zu machen.