Luxemburger Richter gegen Filter in sozialen Netzwerken

5
SHARES
anzeige

Freiheit von sozialen Netzwerken bleibt gewahrt

Mit der Ablehnung des Copyright-Filters in sozialen Netzwerken, trifft der EuGH eine Entscheidung, die nicht nur in Belgien, sondern in der gesamten EU greift. Auslöser der Diskussion war die Klage der belgischen Musik-Verwertungsgesellschaft Sabam gegen das Netzwerk Netlog (ca. 95 Millionen europäische User). Sabam kommt der deutschen GEMA gleich und setzt sich genauso für die Rechte von Komponisten, Dichtern und Verlagen ein. Netlog sah sich mit der Vorhaltung konfrontiert, ein Forum anzubieten, in dem illegal Musik getauscht werden kann. Luxemburg lehnte die Klage ab.

Damit bleiben nicht nur die Betreiber des betroffenen Netzwerkes Netlog verschont. Es sind die Nutzer, die vor einer Überwachung geschützt werden. Denn wenn mit Konsequenz und Erfolg nach Urheberrechtsverletzungen gesucht würde, wären auch persönliche Daten nicht mehr sicher. Mal davon abgesehen, wie wenig geschützt sie bereits jetzt in sozialen Netzwerken herumschwirren. Doch wäre die Klage positiv aufgenommen worden, wären die Netzwerke gezwungen, alle User zu identifizieren – andere soziale Netzwerke, die wesentlich mehr User haben, würden folgen.

Weil es neben dem Urheberrecht jedoch auch noch die guten alten Grundrechte gibt, haben sich die Richter des höchsten europäischen Gerichtshofs für eine Balance zwischen beiden entschieden. Im Internet müsse noch immer der Schutz personenbezogener Daten gewahrt bleiben, der freie Empfang und die freie Sendung von Informationen dürfe nicht behindert werden. Zudem würde durch die Forderungen erheblich in die unternehmerische Freiheit von Netlog eingegriffen.

Sudden outbreak of common sense? Danke, Luxemburg!

Mehr zum Thema:
    


Lesermeinungen (2)

zu 'Luxemburger Richter gegen Filter in sozialen Netzwerken'

  • BLACKSTEEZE   18. Feb 2012   12:56 UhrAntworten

    Gut so.

    Was in letzter Zeit alles läuft, ist mehr als unschön. An allen Ecken und Kanten wird versucht irgendwie einen Rechtsstreit zu gewinnen, um einen Freifahrtschein für Urheberrechtsverfolgungen zu erhalten... Am liebsten wäre es der Industrie, sie könnten jedes gepostete Video verbieten, nur sie dürfen es Posten, um zusätzlich Werbung zu kassieren und damit werden dann sicherlich mehr Downloads legal gekauft? Ja genau. Die sollen sich einfach mal spurten und sich etwas einfallen lassen, wie sie mich überzeugen ein Album, von einem Künstler von dem ich jetzt kein Fan bin zu kaufen... Gute Musik, neues Format, neue Plattform? Mir egal, aber die Zahlen lieber Anwälte anstatt das Geld in interne F&E zu stecken. Und dabei ist jeder Post, ob gut oder schlecht, doch nur gute Werbung und steigert den Bekanntheits- und oftmals auch den Beliebtheitsgrad eines Künstlers...

  • alexander   18. Feb 2012   19:17 UhrAntworten

    ich finde derzeitige aktionen von gema, staat und co ziemlich verwerflich. alle bürger scheinen potenzielle diebe, betrüger und lügner zu sein.
    für mich völlig überzogen und krank. auf das wir nicht komplett gläsern gemacht werden sage ich nur kurz und knapp. gutes urteil!

Sag uns deine Meinung!

anzeige

EMPFEHLUNGEN