Karriereguide für Musiker (Teil 2): Profil zeigen

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Karriereguide Musiker Erfolg im Musikbusiness

„Werde, der du bist.“ (Heraklit)

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Der Karriereguide für Musiker ist eine Serie mit vier Folgen, die auf dem gleichnamigen Buch beruht.
Folge 1: Erfolg im Musikbusiness
Folge 2: Profil zeigen
Folge 3: Persönliche Standortanalyse
Folge 4: Visionäre Ziele erreichen
Der Guide resultiert aus den Workshops „Karrieresteuerung und Selbstmanagement für Musiker“, die Christina seit fünf Jahren anbietet, und aus Interviews mit Profimusikerinnen und -musikern, die ihre individuellen Erfahrungen im Musikgeschäft schildern.

Profil zeigen – Karriereguide für Musiker Teil 2

Zufrieden ist, wer ein Leben führt, das ihm entspricht. Führen heißt gestalten. Ein Leben führen heißt, es unserem Wesen entsprechend zu gestalten. Nachhaltiger Erfolg kann eintreten, wenn wir unsere Anlagen erkennen, fördern, einsetzen und selbstbewusst dafür einstehen.

„Früher habe ich versucht, der beste Schlagzeuger zu sein. Heute versuche ich nur noch, der beste Benny Greb zu sein. Das kann sonst keiner.“ Dieser Satz bringt nicht nur diesen Artikel auf den Punkt. Er benennt auch ein Erfolgsrezept, das vielen von uns schwer fällt, umzusetzen. Es gibt einen Haufen großartiger Schlagzeuger, die ein Vorbild für Benny Greb [1] waren und noch sind, doch er ist wie keiner von ihnen. Und das ist gut so. Wann immer wir versuchen, so gut zu sein, wie jemand anderes, oder besser, sind wir verloren. Denn wir entfernen uns von uns selbst und damit von unserer zentralen Kraft- und Inspirationsquelle.

Karriereguide Musiker Erfolg im Musikbusiness

„Werde, der du bist.“ (Heraklit)

Das Musikbusiness ist ein weites Feld und der Erfolg wartet in den Nischen, die maßgeschneidert zur Person passen. Hört sich leicht an. Ist es aber nicht, denn seine Anlagen wahrzunehmen und sie konsequent zu entfalten ist kein aktuelles Ideal unserer Kultur. Viele von uns wurden in eine ganz andere Richtung erzogen und ausgebildet, als es unseren natürlichen Anlagen entsprochen hätte. Das ist ein Problem, denn viele von uns können in den klassischen Tätigkeitsfeldern nicht gut und zufrieden sein, aber wissen auch nicht, womit sie in anderen Bereichen Erfolg haben können, weil diese jenseits ihres Horizontes liegen.

Schauen wir uns die Elemente dieses Profils einmal näher an. Zu den Stärken zählen Unterpunkte: Erfahrungen, Begabungen und Know-How. Erfahrungen geben uns Sicherheit: Auf dem Terrain kennen wir uns aus, da können wir sicher auftreten. Unsere Begabungen ermöglichen es uns, Dinge mit großer Leichtigkeit zu erlernen und auszuführen, wie zum Beispiel ganz selbstverständlich Melodien und Harmonien herauszuhören oder geradezu spielerisch mit dem Musikprogramm eines Computers umgehen zu können.

Ein Profil…

…ist eine übersichtliche Darstellung unserer relevanten persönlichen Merkmale. Das sind unsere Stärken (Erfahrungen, Begabungen und Know-How), unsere Interessen, Träume, Persönlichkeit und ein Gefühl von Berufung. Es hilft dir, deine Möglichkeiten zu erkennen, zu erweitern und zu gestalten. So kannst du deinen Platz im Leben und im Musikbusiness finden, an dem du dich „richtig“ fühlst. Es ist ein roter Faden, anhand dessen du dich selbstbewusst präsentieren und für dich und deine Musik werben kannst. Dein Profil ist der Wegweiser zu dem Erfolg, der dir entspricht.

Eine Begabung macht das Lernen leicht, es macht Spaß! Und sie bestimmt das Ausmaß der Entwicklung, die möglich ist. Neben seiner unübersehbaren musikalischen Begabung und der Tatsache, dass er umwerfend gut aussieht, sagt Benny von sich, dass er gut zuhören kann. Das Zuhören ist auch eine Herangehensweise, die ihn an DJs und Produzenten begeistert. Sie konzentrieren sich voll auf den Sound, während „Instrumenten-Musiker“ oft mehr mit ihrem Instrument beschäftigt sind, als mit dem, was für den Zuhörer dabei herauskommt.

Daher, so Greb, kann ein Recording emotionaler werden, als „handgemachte“ Musik. Im Unterricht, so sagt der jüngste Schlagzeugdozent Europas, sollte ein Lehrer erstmal ganz lange zuhören, ehe er beginnt, zu erzählen. Zuhören können, kann ein Talent sein, kann aber auch geschult werden. Um uns zu entwickeln, müssen wir unsere Talente mit Wissen und Handwerkszeug nutzbar machen. Dieses Know-How erwerben wir durch Lernen, Ausprobieren und Üben, Üben, Üben, bis unser Handwerkszeug zum verlängerten Körperteil wird.

Wenn uns etwas wirklich interessiert, können wir uns richtig hineinversenken, ohne dass wir je die Lust daran verlieren. Das kann das stundenlange Hören und Vergleichen der Aufnahmen von Gitarrengrößen aus den Siebzigerjahre sein. Der jugendliche Benny Greb ließ die Lehrvideos großer Schlagzeuger-Koryphäen so lange laufen, zurückspulen, laufen, im Zeitraffer laufen, wieder von vorne, bis die Bänder irgendwann heraushingen und er das Zeug nachspielen konnte. Auf solche Weise eignen wir uns mühelos und aus reiner Freude an der Sache über die Jahre einen großen Wissens- und Erfahrungsschatz an, der uns manchmal gar nicht bewusst ist.

 

Träume zeigen die Richtung

Unsere Träume, als weitere Komponente unseres Profils, können wir als Varianten eines Lebens ansehen, das in unserem Unterbewusstsein oder in unserer Phantasie existiert, eines Lebens, das in uns angelegt ist. Kinderspiele sind erste Hinweise darauf. Klar schlug Benny Greb auch auf Töpfe und Kisten ein. Doch er trommelte nicht nur, er stand auch vor dem Spiegel und spielte Luftgitarre. Und er war fasziniert von einem Film über eine Bigband, fasziniert von diesen Musikern in Anzügen, die waren so unglaublich laut! Und die schwitzten wie verrückt und auf ihrer Stirn traten die Adern hervor und von diesen Bläsern, die ihre Backen so weit aufpusteten, dass es aussah, als würden sie jeden Moment platzen. Ist es ein Zufall, dass es heute eine Benny Greb Brassband gibt?

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