iTunes bald ohne Musikdownloads?

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iTunes bald ohne Musikdownloads?

Wird es mit iTunes bald keine Musikdownloads mehr geben? Wie realistisch sind die Gerüchte?

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Musikdownloads via iTunes auf Apples Abschussliste?

Einer der Quellen zufolge käme es für Apple nicht in Frage, Musikdownloads ewig weiterzuführen. Man diskutiere, sie noch drei bis vier Jahre (»maybe longer«) beizubehalten, da kostenpflichtige Musikdownloads zu einer Randerscheinung der Streaming-dominierten Industrie verkommen.

Beginnen könnte es in Staaten wie den USA, Großbritannien und »führenden Ländern« Europas und Asiens. Später könnten alle anderen Länder folgen.

Der Zeitplan sei unklar, da iTunes nach wie vor Hunderte Millionen Dollar in die Kassen von Apple spült. Doch der Trend zeigt klar nach unten, was dem großen Erfolg von Streaming angelastet wird.

Nach den Zahlen von Mark Mulligan, Inhaber des »Music Industry Blog«, werden iTunes-Musikdownloads anno 2019 nur noch 600 Millionen US-Dollar einbringen – 2012 waren es noch 3,9 Milliarden. Weiterhin vermutet er, dass die Umsätze aus dem Streaming-Angebot im Jahr 2020 zehnmal höher liegen dürften als die Erträge aus Musikdownloads.

Apple Music – ein weiterer Profiteur des Streaming-Hypes

Es wird spekuliert, dass das Unternehmen bemüht ist, die potentiell verwirrende Gemengelage von iTunes und Apple Music zu bereinigen. Das ist nachvollziehbar, auch wenn man in letzter Zeit ein Stück weit von dieser Philosophie abgerückt ist. Passend dazu dieses kolportierte Zitat: »If he were alive, Jobs would have killed it«.

Ende April kündigte Apples CEO Tim Cook an, dass Apple Music nun 13 Millionen Abonnenten besäße, während es im Februar noch 11 Millionen gewesen seien. Der Dienst startete am 30. Juni 2015 in über 100 Ländern und bei der derzeitigen Wachstumsrate könnte der Dienst an seinem ersten Geburtstag 15 Millionen Abonnenten zählen.

Update: Apples Repräsentant Tom Neumayr bedachte diesen Spekulationen gegenüber dem Branchenportal mit einem knappen »Not true«. Auf die Nachfrage von Digital Music News (den Urhebern des Beitrags, in dem die Spekulation aufgeworfen wurde) kam indes noch keine Antwort von Apple.

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Lesermeinungen (4)

zu 'iTunes bald ohne Musikdownloads?'

  • oboe   12. Mai 2016   13:21 UhrAntworten

    ...tja, dann wird der Trend bald wieder Richtung CDs gehen. Streaming bei gedrosselten Flatrates und Funklöchern unterwegs macht doch wirklich keinen Spaß...

  • Reverb   13. Mai 2016   09:03 UhrAntworten

    @oboe: glaubst du das wirklich? die Leute kaufen aus den Stores keine Musik, weil der Weg so "bequemer" ist. Durch die Streaming Plattformen entwickeln sich neue Geschäftsmodele.

    Klar, ich würde auch eher die CD bevorzugen (allein wegen qualitativen Merkmalen), aber der Trend zeigt die Richtung an.... da wo die Leute hauptsächlich kaufen, außerdem versucht man die "illegale Download Geschichte" immer mehr zu unterbinden.

    MFG

  • oboe   13. Mai 2016   10:42 UhrAntworten

    Moin Reverb,

    tatsächlich treibt das Wegnehmen von Möglichkeiten ja wieder in die Richtung von Illegalität. Klar kann man gedownloadete Files leicht weitergeben: ich verstehe, dass hier in den Metadaten versteckt oder wie auch immer, Interessen geschützt werden können und sollten. Streaming allein kann aber nicht der Weg der Zukunft sein. Insbesondere nicht, wenn man (hoffentlich) bald den Pfad der verlustbehafteten Kompression verlässt und stärker wieder auf Qualität setzt.

    Zugunsten der Bequemlichkeit ist Download einfach ungeschlagen.

  • Sound & Music   18. Mai 2016   15:46 UhrAntworten

    Ich denke nicht, dass eine Downloadoption von Titeln auf iTunes&Co eingestellt werden wird.
    Gleichwohl der Trend zum Streaming und Datenverfügbarkeiten in Clouds gewandert ist, wäre eine optionale Downloadmöglichkeit immer noch eine zusätzlich potentielle Einnahmequelle.
    Die Systemierung von Downloadoptionen kostet ein Unternehmen im Grunde doch nichts und ein Unternehmen wie z.B. Apple, das auf stetig wirtschaftliche Optimierung ausgelegt ist, wird auf zusätzliche Einnahmequellen definitiv nicht verzichten.
    Ich meine, das der wirtschaftliche Einbruch von 3,9 Mrd. auf 600 Mil. wohl eher im Konsumverhalten der Zielgruppen zu finden ist, da deren Interessen sich auf andere und vielfältige mediale Bereiche, wie z.B. V-Logs, social media und dergleichen gewandelt haben und ein Interesse an Musik, wie schon heute bei den U-16 jährigen, verstärkt nachgelassen hat.
    Streaming, Clouds, Downloads, CD`s usw. sind lediglich andere Wege des Vertriebs, weswegen die Musik aber nicht aussterben wird.
    Ich sehe eher die Gefahr, dadurch das Musik zu Discounterpreisen einer autokraten Gleichmachung unterworfen wirft, das es in Zukunft sich finanziell für immer weniger Musiker rentiert, Musik zu machen bzw. Qualität abzuliefern, da Märkte nur noch bedient werden sollen und wollen.
    Ich befürchte, das Musik und Musiker sich einem ähnlichen Schicksal entgegen sehen, wie z.B. Milchbauern.
    Die absehbare Entwicklung von Streamingportalen wie z.B. iTunes&Co, zielt leider auf eine Kartellgesellschaft hin.
    Rosige Aussichten für etwaige große Plattformen, jedoch schlechte für Musiker, die mit ihrer Musik auch außerhalb ihrer Konzerte noch eine vernünftige Mark (Euro) verdienen wollen.

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