Zwist zwischen GEMA & YouTube hält an – Schiedsstelle beauftragt

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GEMA vs. YouTube

Das deutsche Marken- und Patentamt wurde eingeschaltet, um die Verhältnismäßigkeit der Forderungen einzuschätzen. So soll geprüft werden, ob 0,375 Cent pro Stream angemessen sind und wie hoch der Schadensersatz für die bereits erfolgte Zugängigmachung von 1.000 GEMA-geschützten Musikwerken sein soll; seit dem 1. April 2009, als die seit 2007 laufende Vereinbarung zwischen beiden Partnern auslief, hätte YouTube alle Lizenzierungsvorschläge für das Streaming von Videos mit geschützten Musikstücken abgelehnt.

GEMAWeiterhin, und das ist das eigentlich Unterhaltsame an den neuerlichen Meldungen, fordert die GEMA, die Sperrhinweise zu unterlassen, andernfalls werde man eine (weitere) Unterlassungsklage einreichen. Als Begründung lässt der Vorstandsvorsitzende Dr. Harald Heker verlauten, dass die Sperrtafeln bis heute in großem Umfang dazu beitrügen, »die öffentliche und mediale Meinung in höchst irreführender Weise negativ zu beeinflussen«. Es werde der Eindruck erweckt, dass die GEMA eine Lizenzierung kategorisch verweigere.

Wie üblich schickte man gleich noch einen pointierten Kommentar hinterdrein: »Bislang haben wir in diesem Zusammenhang auf rechtliche Schritte bewusst verzichtet, um die laufenden Gespräche durch ein weiteres gerichtliches Verfahren nicht zu belasten«.

Eins ist sicher: Das wird sicherlich nicht die letzte Meldung sein, die Du hier über den Zwist wischen der GEMA und YouTube finden wirst. Stay tuned und besorg schon mal Popcorn, man weiß ja nie, welche dramaturgischen Höhepunkte noch folgen werden.

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Lesermeinungen (18)

zu 'Zwist zwischen GEMA & YouTube hält an – Schiedsstelle beauftragt'

  • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   11. Jan 2013   12:07 UhrAntworten

    Hallo!

    Ein echter Baarß - das merkt man schon beim Lesen, noch bevor man die Autorenbox gesehen hat.

    Ich find', die GEMA hat im großen und ganzen Recht: Urheber sollen ihr Geld bekommen, auch von YouTube.
    Bei anderen Plattformen dieses Art klappt das (meines Wissens zumindest) auch - oder ist YouTube (und Google als Eigentümer) so verarmt, dass man sich gar keine Tantiemenzahlungen leisten kann? Dann spendier' ich YouTube eine Runde Mitleid. ;-)

  • Milo   11. Jan 2013   14:10 UhrAntworten

    Hallo!
    Jeder unfähige Handwerker verlangt Geld für seinen Pfusch. Musik ist mehr als Handwerk!!!!!!
    Gruss Milo

  • teccre   11. Jan 2013   20:28 UhrAntworten

    Tja, ich glaube nicht, dass es gutgeht, wenn man sich mit juristischen Mitteln gegen technologischen Fortschritt wehrt.

    Alle Musiker, die sich noch an die GEMA klammern, sind gut beraten, die Möglichkeiten zu sehen, die sich durch diesen Fortschritt ergeben. Durch Youtube gibt es die Möglichkeit der Direktvermarktung unter Umgehung etablierter kapitalintensiver Strukturen. Wer das nicht zu schätzen weiß, dem ist nicht zu helfen.

    • Kahlbert   11. Jan 2013   22:55 UhrAntworten

      Diebstahl geistigen Eigentums ist technologischer Fortschritt? Interessante These ...

      • teccre   12. Jan 2013   03:23 Uhr

        Sobald geistiges Eigentum veröffentlicht wird, ist es de facto Allgemeingut. Ohne die Macht, das zu ändern, ist es zwecklos, moralische Maßstäbe an technologische Möglichkeiten anzulegen.

        Das Internet hat nunmal die bestehende Verwertungsordnung über den Haufen geworfen. Natürlich weinen jetzt manche bitterlich, aber andere freuen sich, denn Sie sehen neue Möglichkeiten und Freiheit, auch für die Künstler.

      • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   12. Jan 2013   15:24 Uhr

        Hallo!

        "Sobald geistiges Eigentum veröffentlicht wird, ist es de facto Allgemeingut."
        Im Klartext: Wir passen nicht die technischen Möglichkeiten an unsere Moralvorstellungen an, sondern wir passen unsere Moral an die technischen Möglichkeiten an. Oder nochmal anders gesagt: Wir unterwerfen uns der Technik und ihren Möglichkeiten.

        Dahinter stecken zwei Vorstellungen:
        - die meines Erachtens sehr spießige Vorstellung seitens der "Allgemeingut"-Vertreter, die letztlich sagen, dass es im Internet schon immer so war und immer so bleiben wird und keine Diskussion darüber zulassen, welche technischen Möglichkeiten des Internets gut sind und welche nicht. "Das war schon immer so" - im Internet konnte man (so die Argumentation) schon immer Daten nach Lust und Laune kopieren, woraus der Schluss gezogen wird, dass das für alle Zeitn in allen Belangen so bleiben solle.
        Diese Haltung ("Das war schon immer so, das soll auch immer so bleiben") finde ich spießig, denn sie verbietet von vornherein jede Diskussion über Änderungsmöglichkeiten.
        - "Ich bezahle nichts, egal wieviel Mühe du da reingesteckt hast" - da fang' ich nicht mit rechtlichen Einwändern an; ich will nur sagen, dass ich eine solche Haltung übelst respektlos gegenüber jenen finde, die viel Zeit, Geld und Nerven in ihre Kunst stecken (in Kunst, die anderen Leuten gefällt). Eine Entlohnung der Urheber für ihre Mühen scheint für die "Allgemeingut"-Fraktion ja nicht in Betracht zu kommen.

  • Dieter   12. Jan 2013   09:28 UhrAntworten

    Interessant wäre ja mal die Mindestvergütungen in anderen Staaten mit denen der GEMA zu vergleichen. Ist ja schon seltsam, dass in vielen Ländern eine Einigung bzgl. einer Lizenzierung mit YouTube byw. Google gibt. Ob das im Schiedsstellenverfahren transparent gemacht wird und bei der Frage der Angemessenheit der von der GEMA geforderten Mindestvergütungen zugrunde gelegt wird? Sinnvoll wäre das meines Erachtens.

    • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   12. Jan 2013   15:26 UhrAntworten

      Hallo!

      Interessant wär#s ja mal auch, zu vergleichen, wieviele andere Plattformen in Deutschland bezahlen. Soweit ich weiß, bezahlen andere Plattformen in Deutschland Geld an die GEMA - also scheint der Grund nicht alleine bei der GEMA und ihren Honorarforderungen zu liegen, sondern auch und vor allem bei der Zahlungsunwilligkeit seitens YouTube und Google (die ja -wie wir wissen- völlig verarmt sind ;-) ).

  • Milo   12. Jan 2013   10:38 UhrAntworten

    ...ja, äußerst interessante These! @teccre Du kannst doch youtube oder ähnliche Plattformen für dich nutzen, verbietet doch niemand.
    Leider glauben immer noch 99% Prozent der Bevölkerung wer abends keine dreckigen Hände hat arbeitet nicht.
    Ein geistig arbeitender Mensch kann Mülltonnen leeren aber der, der nur Mülltonnen leert kann kein iPhone entwickeln....

  • Milo   12. Jan 2013   11:33 UhrAntworten

    Niemand wird gezwungen Gemamitglied zu sein. Jedes Schulbuch ist Allgemeingut aber man muss dafür bezahlen, denn sonst gäbe es keine mehr oder der Statt druckt sie und verschenkt sie dann. Alle wollen bekannt werden mit ihrer Musi und wenn es dann vielleicht einmal sind, dann muss aber der Rubel rollen. Was spricht dagegen? In jedem Beruf möchte man soll als möglich verdienen.
    Warum verlangt niemand vom Bäcker seine Brötchen zu verschenken - Musik muss kostenlos sein...oh, oh, oh.

  • Jay   12. Jan 2013   12:17 UhrAntworten

    Es geht primär nicht um die Frage, ob mit Musik Geld verdient werden soll oder nicht, sondern um die Struktur und Methoden der GEMA. Sie hat sich ähnlich wie die GEZ zum Staat im Staat entwickelt, mit derselben Intransparenz, äußerst fragwürdigen Schnüffelmethoden, ungerechten Gebühren, haarsträubenden Begründungen für diese usw. Die GEMA nützt nur demjenigen Musiker, der schon Erfolg HAT, der schon soviel verdient, dass er sich dem Mainstream (finanziell und auch größtenteils musikalisch) anpassen kann, weil er muss usw. Kann oder will einer das nicht, ist es so, wie wenn man seine (Musiker)seele an den Teufel verkauft, wenn man der GEMA beitritt.
    Was meint ihr, warum die GEMA in der elektronischen Musikszene, Indie-Szene usw. so verschrien ist bzw. alles anders läuft? Das hat seine Gründe, die zu weitaus faireren und menschlicheren Musikerkooperationen geführt haben als das einige wahrhaben wollen...
    Es wird allerhöchste Zeit, dass die GEMA umstrukturiert, zur Offenlegung ihrer Methoden und Verhältnisse und einer (politischen) Kontrolle unterworfen wird, um sie auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen! Musik ist in allererster Hinsicht Kulturgut - das hat die GEMA längst vergessen...

    • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   12. Jan 2013   15:37 UhrAntworten

      Hallo!

      Natürlich geht's auch um die Frage, ob mit Musik Geld verdient werden soll oder nicht.

      Wir können das ja mal anhand eines Gedankenexperimentes durchspielen:
      Stellen wir uns mal vor, es gäbe eine gerechte, transparente, verständliche Geldverteilung durch eine glaubwürdige Tantiemengesellschaft. Wären teccre oder Jay dann bereit, für Musik zu bezahlen? Fänden sie es dann in Ordnung, dass Plattformen wie YouTube Tantiemen bezahlen müssen?

      Hintergrund dieser Frage ist folgendes:
      Ich will herausfinden, ob es in der Diskussion nur um die Frage der Verteilungsgerechtigkeit oder um das prinzipielle Recht auf Vergütung geht.
      Im ersten Falle (Frage der Verteilungsgerechtigkeit) stellt man die Tantiemen als solche nicht in Frage; man will innerhalb dieses Tantiemenesystems "nur" erreichen, dass die Gelder gerecht und angemessen verteilt werden.
      Im zweiten Fall (prinzipielles Recht auf Vergütung) stellt man womöglich das ganze Tantiemensystem in Frage und spricht sich damit auch gegen jegliche Inkassofirma aus (sei es nun die GEMA oder C3S oder wer auch immer).

      Die beiden Ansatzpunkte unterscheiden sich schon im Grundsatz voneinander - deswegen find' ich's wichtig, herauszuarbeiten, um welchen dieser zwei Punkte es denn in der Diskussion eigentlicz geht.

  • Hieronymus Anonymous   12. Jan 2013   13:14 UhrAntworten

    welcher art von musiker profitiert denn eigentlich von der gema?

    was sind denn hier für spießbürger unterwegs auf delamar? sorry, aber selten so gelacht.

    oder seid ihr (poster weiter oben) gar von der gema?

    die gema hat strukturell aber auch rein garnichts mit dem schutz geistigen eigentums zu tun.

    • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   12. Jan 2013   15:28 UhrAntworten

      Hallo!

      Vielen Dank dafür, dass Du mich beleidigst. (Achtung: Ironie!)
      Nein, ich bin nicht von der GEMA - ich hab' bloß meine Meinung und bin bestrebt, sie in Worte und Argumente zu fassen.

  • Milo   12. Jan 2013   15:43 UhrAntworten

    Eine Entlohnung der Urheber für ihre Mühen scheint für die “Allgemeingut”-Fraktion ja nicht in Betracht zu kommen.

    MEHR BRAUCHT MAN EIGENTLICH NICHT ZU SAGEN!!!!!!!!!!

    DANKE!!!!!

  • teccre   12. Jan 2013   17:41 UhrAntworten

    Die Musiker sollen ihr Geld bekommen, allerdings nicht über ein Zwangsabgabensystem. Dafür braucht es einen gut funktionierenden freien Markt und keine Gebührenpolizei!

    Die Rolle von Videoplattformen im Musikvertrieb ist m. M. n. größtenteils informativ und trägt zur Meinungsbildung vor dem Besuch eines Konzerts oder dem Kauf eines Tonträgers/MP3 bei. ich hab selber schon MP3s gekauft, nachdem ich in einem Forum per Youtube-Einbettung auf die Sachen aufmerksam wurde. Einfach weil ich die Musik gut fand und die Künstler unterstützen wollte.

    Die GEMA hat ausgedient. Wie ein moderner Musikvertrieb aussieht, kann man bei iTunes und Konsorten beobachten. Direktverkauf mit Provisionsbeteilung der Plattform. Klar kann man sich auch dort über die Bedingungen beschweren, aber dort gibt es wenigstens Konkurrenz und keine festgefügte Ordnung, die am Ende fortschrittsfeindlich und nachteilig für den Konsumenten (und die meisten Künstler) ist.

  • Wirgefuehl   14. Jan 2013   15:34 UhrAntworten

    Gut zusammengefasst und auf den Punkt gebracht, Jay!

    Wir bieten unsere Musik uebrigens zum kostenlosen Download an - sie ist aber nicht so hochproduziert wie GEMA-Pop... :)

  • Jay   14. Jan 2013   15:20 UhrAntworten

    Thommytulpe: Stimmt, man muss zwischen beiden Sachen unterscheiden. Mir geht es in erster Linie nicht darum, dass man mit Musik nichts verdienen soll - das wollen sehr viele (die Hobbyisten mal ausgenommen). Die Frage ist jedoch, mit welchen Methoden Musiker ihr Geld verdienen. Und da hat Teccre durchaus recht, wenn er feststellt, dass das System der GEMA veraltet ist und ungerecht dazu. Denn wenn es gerecht wäre und es ohne die GEMA nicht ginge, dann müssten alle Musiker, die ausserhalb des Mainstreams - sprich in Nischenräumen wie der Club- oder Indieszene (gemessen an Bohlen, Mainstream und Co. kann man diese Szenen durchaus als Nischen bezeichnen) - Musik produzieren und vermarkten, finanziell auf dem Zahnfleisch gehen. Das ist aber nicht der Fall. Gleichzeitig nimmt die GEMA durch bestimmte Mechanismen wie Beweislastumkehr sprich GEMA-Vermutung für sich in Anspruch, gerecht handeln zu wollen, was jedem mit gesundem Menschenverstand Denkenden sauer aufstossen muss. Denn - siehe die derzeitige Diskussion um Clubsterben (u. a. ) durch die geplante Gebührenerhöhung - dass dadurch etlichen Musikern, DJs, Veranstaltern etc. das Wasser abgegraben wird, die musikalische Vielfalt verarmt, während gleichzeitig auf der anderen Seite Bereicherungsvorgänge stattfinden, wird sowohl seitens der GEMA als auch deren Befürwortern vollständig ignoriert...
    Was das Internet und die MP3-Kultur angeht: Das Frauenhofer-Institut, das MP3 entwickelt und damit die Digitalisierung vorangetrieben hat, hat das Format seinerzeit der Musikindustrie angeboten, was sie aber abgelehnt hat. Sich jetzt mithilfe von Lamentos und völlig veralteten Institutionen wie der GEMA darauf stützen zu wollen, dass nur die bisherigen Marktstrategien dem durchaus zu respektierenden Urheberrecht verhelfen, ist ebenso ignorant wie inakzeptabel..

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