GEMA verklagt Musikpiraten e.V.

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GEMA vs. Musikpiraten

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Musikpiraten auf dem Kieker der GEMA

Man könnte ja meinen, der Musikpiraten e.V. sei nicht wirklich glücklich mit der Klage der GEMA. Jedoch ist es das erste Mal, dass in Deutschland offiziell vor Gericht geklärt wird, inwieweit CC-Lizenzen im Zusammenhang mit pseudonymen und anonymen Veröffentlichungen Gültigkeit haben. Der Verein hat sich in den letzten Jahren darum verdient gemacht, zu Musikwettbewerben aufzurufen, um junge Künstler zu unterstützen und ihre Musik in einer zunächst begrenzten Stückzahl zu veröffentlichen. Der Vorsitzende der Musikpiraten, Christian Hufgard, sieht die Klage der GEMA gelassen: »Die GEMA betont immer wieder, dass Creative-Commons-Lizenzen nicht mit ihrem Vertragsmodell vereinbar sind. Trotzdem will sie von uns jetzt Geld für die Produktion einer CD haben, die ausschließlich CC-Material enthält.« Und weiter:

Ich gehe davon aus, dass das Gericht diese Forderung der GEMA um die Ohren hauen wird.

GEMA vs. MusikpiratenDas Lied, das die Gemüter bei der GEMA erregt, nennt sich »Dragonfly« und wurde im Dezember des letzten Jahres auf ccmixter.org veröffentlicht. Es wurde unter dem Pseudonym »Texas Radio« zum Wettbewerb eingereicht, da die Künstler – Electronico und ElRon XChile – die das Lied geschaffen haben, nicht ihren bürgerlichen Namen mit der Musik verbunden sehen wollen.

Die Klage der GEMA scheint zunächst gegenstandslos, aber das sollen jetzt die Frankfurter Richter entscheiden. Der Musikpiraten e.V. steckt bereits im nächsten Free! Music! Contest, für den sie den Schriftsteller Cory Doctorow als Schirmherr gewonnen haben. Dieser verbreitet seine Texte schon lange unter Creative Commons-Lizenzen und bietet sie zum kostenlosen Download im Internet an.

Hier sind die Details:

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Lesermeinungen (5)

zu 'GEMA verklagt Musikpiraten e.V.'

  • Sascha Nevian   28. Jun 2012   10:14 UhrAntworten

    Falls die GEMA den Prozess verlieren sollte, haben sie sich damit richtig tief ins eigene Fleisch geschnitten. Von wegen GEMA-Vermutung und so.... Dann würde diesbezüglich ein Präzedenzfall existieren.

    Irgendwie glaube ich nicht, dass die GEMA klagen würde, wenn sie keine gute Chance hätte, den Prozess zu gewinnen. Aber der Musikpiraten e.V. rüstet sich mit folgender Strategie:
    http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/pressemitteilung/2011/10/08/operation_gema-vermutung-1255

  • Hanspeter Dodel   28. Jun 2012   11:04 UhrAntworten

    Wie wird man sowas wie die GEMA nur wieder los? Die Musiker sollen endlich wieder das Geld bekommen, das ihnen zusteht. Es soll nicht in einer Monsterverwaltung versickern, an die 10 reichsten Musikern "hochverteilt" werden, indem letztlich ein Musiker dafür bezahlen muss, wenn er seine eigene Musik spielen möchte . . .

  • Joe   29. Jun 2012   16:40 UhrAntworten

    @Hanspeter Dodel Die GEMA - wie Sie sagen - "wieder loszuwerden" würde exakt das Gegenteil bewirken.
    1) Dieverteilung bei Musikverkäufen war schon immer fair und im weltweiten Vergleich können sich GEMA-Mitglieder über weit höhere Vergütungen aus Verkäufen freuen im Vergleich zu anderen Verwertungsgesellschaften wie z.B. der der mcps

    2) Wenn es den (übrigens von den Urhebern selbst gewähjlten) Verteilungsschlüssel für Einnahmen aus Veranstaltungen und Pauschalen nicht gäbe, würde der Verwaltungsaufwand um ein hundertfaches höher ausfallen, denn dann müsste jeder einzeln gespielte Song in der Bäckerei um die Ecke erfasst werden.

    3) Nicht ein Musiker zahlt dafür, wenn er seine eigene Musik spielt, sondern grundsätzlich einmal der Veranstalter. Wenn der das dann wieder auf den Künstler umwälzt ist das nicht die Schuld der GEMA.

    4) Die meisten scheinen zu vergessen, dass die GEMA eben keine graue Institution ist, sondern eben aus den Urhebern besteht. Die große Mehrheit !!! fühlt sich von der GEMA gut vertreten und eine Äu0ßerung zu tätigen, dass die GEMA den Urhebern Geld klaue oder unterschlage ist meiner Meinung nach nichts als Unwissenheit und Medienpropaganda.

  • Hanspeter Dodel   29. Jun 2012   21:06 UhrAntworten

    jaja

  • Stephan   07. Dez 2012   10:33 UhrAntworten

    Lasst der GEMA ihre GEMA-Vermutung und treibt Sie in den Ruin.

    Wer unbelehrbar ist muss kräftig zahlen. Es müssen sich nur viele Verwerter finden und genug Pseudonymkünstler, die bereit sind ihre Identität preiszugeben. Man verweigert es in jedem einzelnen Fall bis in die letzte Instanz und gibt dann kurz vor Schluss die Identität bekannt. 1000 mal vor Gericht verlieren kostet so viel Geld, dass es selbst der GEMA weh tun könnte. Wenn die GEMA für jeden bürgerlichen Namen bis in die letzte Instanz gehen muss, werden Sie sich schon überlegen, ob Sie an Ihrer GEMA-Vermutung festhalten. Denn wegen 68 € immer und immer wieder Kohle für Gerichtskosten und zwei Anwaltsparteien auf den Tisch zu legen könnte der GEMA irgendwann so die Taschen leeren, dass sie freiwillig eine Änderung bzw. Umstrukturierung verlangen.

    LG Stephan

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