Entdeckt die Musikbranche doch noch das Web?
Seien wir doch mal ehrlich. Die Musikbranche versperrt sich gegen neue Medien und lässt scheinbar keine direkte Kommunikation mit Unternehmen zu. delamar ist ein gutes Beispiel dafür wie neue Medien funktionieren. Der direkte Austausch mit den Konsumenten findet auf der Webseite selbst statt das hat grosse Vorteile. Diese scheinen aber nicht gross genug zu sein, dass die Tonbranche hier tatsächlich umschwenkt. Warum?
Entdeckt die Musikbranche doch noch das Web?

Die Musikbranche und das Web
Die Musikbranche scheint nun doch endlich das Web zu entdecken — vor allem das Web 2.0. Bisher bewegt sich die Tonbranche scheinbar sehr schwerfällig was neue Medien betrifft. Zwar gibt es Web Audio Magazine, wie etwa delamar, dennoch arbeiten nicht besonders viele mit diesem Medium.
Viele der traditionellen Magazine verkaufen immer noch ihr Magazin und bieten neben einem Webauftritt nur ein wenig Community (etwa Kommentarfunktion für Beiträge oder Forum). Der Mehrwert der Community scheint sich für diese Portale noch nicht erschlossen zu haben.
Ein Beispiel hierfür ist Twitter. Während Dutzende bekannter Musiker bereits seit Monaten/Jahren twittern tun sich beispielsweise Hersteller immer noch schwer damit überhaupt einen Twitter Account an den Start zu bringen. Dabei eignet sich Twitter gut um irgendwelchen Neuigkeiten herauszuposaunen.
Noch besser lassen sich über einen Tweet (Twitter-Nachricht mit einer maximalen Länge von 140 Zeichen — für die Unwissenden) vor allem gut “Leaks” verbreiten.
Ich denke da an Produktneuheiten an denen Firmen wie etwa Spectrasonics gerade arbeiten. Ein Tweet ala “Hey Guys, we’re working on our new Plugin. It is a Bass Emulator. Which features do you want to see?” Regt das Interesse derer die sich für Spectrasonics interessieren.
Noch besser lassen sich solche Feature Requests über einen Firmenblog händeln. Doch wieviele (Audio-)Firmen machen das tatsächlich?
Der ausschlaggebende Grund für dieses Posting ist die bald erscheinende Twitter-DJ App von Richie Hawtin.
Sie sendet automatisierte Tweets an Twitter und man kann dort dann bekanntgeben welcher Track gerade läuft. Der Twitterstream wird dadurch natürlich missbraucht. Der Vorteil der sich daraus aber ergibt ist folgender.
Ist man als Besucher auf einer Party und möchte den gerade spielenden Track wissen ruft man nur kurz das Twitter-Profil des DJs ab und schon kann man ihn nachlesen. Noch besser wäre natürlich die Integration mit irgendwelchen Downloadportalen die gleichzeitig Links auf eine Downloadplattform anbieten und man den Track auch gleich noch kaufen kann.
Verbindet man das noch mit Affiliate Links bei denen die Tracks zwar nicht teurer werden, der DJ aber zusätzlich noch ein paar Cent verdienen kann. Wird das sogar noch attraktiver. In Zeiten der Finanzkrise sicherlich nicht uninteressant für den einen oder anderen.
Sei es wie es sei. Die Musikbranche hat das Web noch nicht voll für sich entdeckt. Traditionelle Medien sind hier immer noch auf dem Vorreiter-Platz. Doch wie lange noch wird es dauern bis die neuen Medien den Platzhirschen den Rang abgelaufen haben?
Jugendliche informieren sich heute nahezu ausschliesslich über das Internet. Können da traditionelle Medien überhaupt noch bestehen?


03. Mai 2009 | 14:48 Uhr
Guter Artikel. Ich sehe in letzter Zeit immer mehr Unternehmen / Musiker in das Internet eilen, aber wenige verstehen, wie das Internet oder meinetwegen Web 2.0 funktioniert.
Ich denke die Angst der Unternehmen liegt darin, dass man sich Anfragen der User direkt gegenübergestellt sieht. Noch wesentlich stärker als bei Foren. Und dann werden gute wie schlechte Nachrichten sehr schnell verbreitet.
Letzten Endes werden wir ja sehen, wie das Musikbusiness in fünf Jahren aussieht.
04. Mai 2009 | 14:39 Uhr
Die Musikbranche, Musikindustrie oder das Musikbusiness…die haben das Internet verschlafen, man braucht ja nur zu sheen, dass ein Computerhersteller die No.1 im Internet ist beim Verkaufen von Musik…
04. Mai 2009 | 17:54 Uhr
Naja, auch die hochgelobten Hochglanzmagazine halte ich nicht mehr für zeitgemäß! Nachteil…Online Magazine wie Delamar oder Plugindex (mir fallen in Moment keine besseren ein.) sind einfach flexibler und aktueller, dazu noch kostenlos!
Was die Fachkompetenz angeht, da liegen die Hochglanzmagazine auch nicht mehr so weit vorn…
in diesem Sinne, unterstützt die kleinen aber feinen Seiten! :)
Gruß an *Ceffe* :)
06. Mai 2009 | 09:04 Uhr
delamar ist jedenfalls meine Lieblingsseite, bin jeden Tag da! Immer frische Infos, gute Auswahl und nette Leute!