Die Band-Webseite 1: Brauche ich überhaupt eine eigene Webseite?
Inhaltsverzeichnis:
- Die Band-Webseite 1: Brauche ich überhaupt eine eigene Webseite?
- Die Band-Webseite 2: Der richtige Domainname & das Webhosting
- Die Band-Webseite 3: Das Design und die Usability
- Die Band-Webseite 4: Typische Stolperfallen
- Die Band-Webseite 5: Webseite? Blog? CMS? Die Auswahl des richtigen Formats
Die Diskussion, ob eine Band eine eigene Band-Webseite benötigt, scheint schon uralt und oft erörtert. Und dennoch ist die Frage in vielen Foren und Gesprächen unter Musikern omnipräsent. In dieser Artikelreihe möchte ich dir einige Tipps an die Hand geben, um deine eigene Musiker- oder Band-Webseite zu planen und umzusetzen.
Die Band-Webseite 1: Brauche ich überhaupt eine eigene Webseite?
Die Frage nach dem Nutzen oder der Bedeutung einer eigenen Band-Webseite wird immer wieder, und nicht nur von jungen Musikern, die ins Musikbusiness wollen, gestellt. In Zeiten von Web2.0-Diensten wie MySpace, Facebook, SoundCloud und anderen wird sie zwar immer besser nachvollziehbar – doch die Antwort bleibt immergleich: Ja, unbedingt!
Die Band-Webseite ist für die Selbstvermarktung ungefähr so wichtig wie das Instrument zum Spielen deiner Musik. Wer würde schon einen Gitarristen ernst nehmen, der nur Luftgitarre spielt? Natürlich hängt der Erfolg deiner Band nicht ausschliesslich davon ab, ob Du eine Webseite vorweisen kannst. Aber es ist unbestritten, dass eine Band-Webseite einem A&R beim grossen oder kleinen Label, einem Manager oder der Booking-Agentur und nicht zuletzt deinen potenziellen Fans vor allem eines mitteilt: “Wir meinen es ernst – also nehmt uns auch ernst”.
MySpace & Facebook sind wichtiger als eine Band-Webseite?
Und trotzdem höre ich schon die Gegenstimmen: Das MySpace-Profil ist der wichtigste Anlaufpunkt für die gesamte Musikbranche und ich muss dort vertreten sein. Ja, Du musst dort auch ein Profil für deine Band pflegen, auch daran geht kein Weg vorbei. Aber ein MySpace-Profil oder eine Fanseite auf Facebook ist kein Ersatz für die Band-Webseite. Eine Webseite wurde früher auch häufig als “Homepage” betitelt – dein zuhause, deine Homebase, der Punkt, an dem alle Online-Aktivitäten deiner Band zusammenlaufen.
Und was passiert, wenn Du deinen Mittelpunkt im Online-Bereich auf einen dieser Dienste legst und dieser plötzlich dicht macht? Doch, doch, das ist gar nicht so unwahrscheinlich. Es hat schon einige Online-Dienste gegeben, die ihre Pforten dicht machen mussten. Andere sind in der Bedeutungslosigkeit verschwunden oder wurden von einem anderen Anbieter überholt (siehe auch die Entwicklung von Facebook vs. MySpace der vergangenen Monate und Jahre).
Gründe für eine eigene Band-Webseite
Es gibt aber auch noch weitere Gründe, die dafür sprechen, eine eigene Band-Webseite zu pflegen:
- Das Design der Band-Webseite bestimmst Du ganz allein
- Du kannst selbst entscheiden, welche Informationen Du auf welche Art für die Presse und deine Fans bereitstellen möchtest
- Du kannst selbst entscheiden, welche und wie viele andere Webseiten (oder eigene Web2.0 Profile) Du anlinken möchtest
- Die Art, Grösse und das Vorhandensein von Werbeeinblendungen wird allein von dir bestimmt
- Noch besser: Wenn Du dich für Werbeeinblendungen entscheidest, profitierst Du davon
- Der wichtigste Punkt: Du kannst einen eigenen Online-Shop in deine Webseite integrieren, in dem Du deine CDs, Demo-CDs, deine T-Shirts und anderes Merchandising vertreiben kannst
- Nur Du entscheidest, welche Inhalte auf deiner Webseite veröffentlicht werden
Die Band-Profile bei Web2.0-Anbietern dienen dem Kontakt mit den Fans auf diesen Plattformen und deine Band-Webseite dient dem Geschäft. Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage lautet: Ja, unbedingt.
Und bedeutet eine Band-Webseite nicht auch Kosten?
Leider. Und das ist wohl auch der Grund, warum viele Band sich gar nicht erst die Mühe machen, eine eigene Band-Webseite zu erstellen oder diese erstellen zu lassen. Es kostet entweder die eigene Zeit (bzw. die der Bandkollegen) oder Du musst eine Webdesign-Agentur mit der Erstellung der Webseite beauftragen.
Darüber hinaus musst du dich dann auch noch regelmässig um neue Inhalte auf der Band-Webseite kümmern und das bedeutet noch mehr Zeit und noch mehr Aufwand.
Aber genau das ist ja am Ende das, was deinem Gegenüber deine Bestimmheit und deinen Willen zeigt. Genau hier zeigst Du, dass es dir wirklich ernst mit deiner Band (oder deiner Musik) ist.
In den nächsten Folgen wird es um die Ingredenzien für eine erfolgreiche Band-Webseite gehen und wie Du diese selbst erstellen kannst. Fragen kannst Du gerne in den Kommentaren stellen und über Feedback freue ich mich ohnehin.
Hat dir dieser Artikel gefallen? Hast Du etwas lernen können? Kennst Du vielleicht einen Bandkollegen oder Freund, der diesen Artikel vielleicht interessant finden könnte? Dann verlinke uns auf deiner (Band-)Webseite oder in deinem Lieblingsforum! Empfiehl uns weiter auf Twitter, Myspace oder Facebook und garantiere damit, dass wir auch morgen noch weitere Tutorials dieser Art kostenlos für dich veröffentlichen können. Danke!


05. Apr 2010 | 18:00 Uhr
Website notwendig: Ja!
Sehe ich genauso,
aber der Punkt mit der Werbung ist fehl am Platz in meinen Augen.
Damit werden zu einen auf einer Bandseite – wie sie von vermutlich 90 % der Bands geführt wird – nicht genügend Einnahmen generiert, da nicht genug Besucheraufkommen existiert. Und viel wichtiger: Die Optik der hoffentlich aufwendig entworfenen Website wird für den Gegenwert weniger Euros deutlich abgewertet.
- wenige Euros an Einnahmen pro Monat, dafür ein deutliches
abwerten der eigenen Website / der eigenen Visitenkarte.
meine Meinung, trifft nicht bei jedem zu, aber bei ca. 90 % der Bandseiten in meinen Augen.
Ansonsten wird das sicher eine super Artikelreihe!
Danke dafür.
Grüße
05. Apr 2010 | 18:05 Uhr
Vielleicht hätte ich noch hinzufügen sollen, dass ich keiner Band empfehlen möchte, Werbung auf ihrer Webseite zu schalten: Das wirkt für eine Band nicht professionell.
Im Artikel war eher gemeint, dass alle Web2.0 Dienste ja Werbung schalten, auf die eine Band keinen Einfluss nehmen kann.
05. Apr 2010 | 18:12 Uhr
Hallo,
es kommt immer darauf an, wie die Werbung platziert ist.
Pop-up = no go
Ich denke auch das eine Webseite sehr wichtig in der heutigen zeit zur Selbstvermarktung ist.
LG D-Zera
05. Apr 2010 | 18:53 Uhr
Was ggf. wieder Sinn macht, ist eine Verlinkung via Banner zu ähnlichen Bands, mit denen man ggf. zusammen Auftritt um den Abend zu füllen.
Grüße
05. Apr 2010 | 19:45 Uhr
Ich finde Bandwebsites heute nicht mehr wichtig. Um sich was anzuhören geht man meist eh zuerst auf Myspace, die Kommunikation mir den Fans funktioniert auch auf Facebook, also wozu noch ein zusätzliches Gästebuch oder Forum? Die nötigen Infos, Bilder, Termine etc. kann man ja dort jeweils auch ins Profil stellen.
05. Apr 2010 | 20:47 Uhr
Und was machst Du, wenn die plötzlich beschliessen, dass dein Profil gelöscht werden muss?
05. Apr 2010 | 22:36 Uhr
Hm, gute Frage. Falls sowas mal passieren sollte, würde ich ein neues Profil erstellen und den neuen Link im Newsletter verteilen. Es werden ja hoffentlich nicht alle Profile gleichzeitig gelöscht…
05. Apr 2010 | 23:19 Uhr
Guter Artikel, jedoch sollte man auch nochmal darauf hinweisen, die Page immer übersichtlich zu gestalten – also nicht minutenlanges Flash-geplenkel und DOwnloads ohne Umwege über Zwangs-Registrierungen. Ebenso ist es immer wichtig, seine Seite für die Standard-Browser der großen Platformen zu optimieren bzw. für eine einwandfreie Darstellung zu sorgen (also FF, Safari, IE8, Opera). Ich denke jedoch dass ein Tiefgang in diese Materie den Artikel auch sprengen würde…
06. Apr 2010 | 08:52 Uhr
Ich halte eine eigene Bandwebsite auf jeden Fall auch für viel wichtiger als alles andere. Es gibt doch nichts schöneres, als die eigene Website bei einer Suchmaschine ganz oben zu finden ;-). Myspace & Co. würde ich eher als Bonus ansehen und dort nur die wichtigsten Infos unterbringen mit einem deutlichen Link zur eigenen Bandhomepage.
Auf der eigenen Homepage würde ich das Zentrum aller Aktivitäten ansiedeln mit Fotos, Presseinfos, vielleicht besonderen Downloads etc. Auf Flyern etc. würde ich dann auch immer nur die eigene Homepage angeben und da dann ggf. noch zu Myspace etc. verlinken.
Und ich würde auch jedem Raten, ein wenig Geld in eine eigene Domain zu investieren. Es gibt zwar auch kostenlose “Visitenkarten” im Netz, aber die sind meist nur über kryptische URLs zu erreichen und/oder setzen auch wieder unkontrollierbare Werbung auf die Seite. 10-12 Euro pro Jahr sollten schon locker gemacht werden können. Der Vorteil ist dabei auch, dass man neben der Domain normalerweise auch gleich noch einen Sack mit E-Mail-Adressen unter der eigenen Domain anlegen kann, was sich besonders gut für Newsletter oder persönliche Adressen der Musiker nutzen lässt.
Zur Gestaltung der Seite: Hier würde ich auf Flash & Co. und ein zu aufwändiges Design lieber verzichten! Wenn ein A&R erst eine halbe Stunde warten muss, oder sich durch kaum lesbare Grafik-Links durchfummeln muss bis er/sie an die gewünschten Infos gelangt, hat man im Grunde schon verloren! In meinen Augen auch ein absolutes NO-GO sind automatisch startende Musik-Einspielungen auf Webseiten. Lasst doch bitte Eure Besucher entscheiden, ob und was sie hören wollen, wenn sie Eure Seite besuchen.
06. Apr 2010 | 09:14 Uhr
Einfach ein professionelles Layout in einer Webseite erstellen, oder erstellen lassen… Man muss sich schon an die Aktuellen-Internet-Regeln halten, nur dann wird es etwas mit einer gut besuchten Webseite.
@Olaf, das mit Flash sehe ich anders…
Flash ist nicht schlecht, richtig eingesetzt kann es dem Wert der Seite steigern. Aber man sollte auf keinesfalls Intros, Menüs oder Ähnliches damit bauen. Das ist wenn es schlecht gemacht ist nervig und Suchmaschinen feindlich…
Also einfach an die Aktuellen-Internet-Regeln halten.
06. Apr 2010 | 11:38 Uhr
Es geht meiner Meinung nach nichts über eine Bandwebseite; sie ist die Mühe immer Wert (zumindest wenn man es mit dem Musik machen ernst meint).
Bis heute verstehe ich allerdings nicht den Hype um Myspace…(“Thanks for the add”-Kommentare sammeln?…)..ich finde (oder vielleicht verhält sich das in letzter Zeit genauso wie mit Facebook vs Myspace), dass ein eigener Kanal bei Youtube eine viel bessere Plattform zum kostenlosen Promoten eigener Sachen ist.
Kurz Video mit oder ohne bewegte Bilder eingestellt. Das Profil ist einfacher zu handeln als bei Myspace und jeder normal Sterbliche (Evtl zukünftiger Käufer) verirrt sich auf Youtube.
06. Apr 2010 | 17:35 Uhr
Zu flash: Es gibt immer noch die Regel “google kennt kein flash” auch wenn das der eine oder andere nicht wahrhaben will, also suchmaschinen technisch ist flash für gerade neue Bands nicht besonders geeignet.
Für Bands, die so dick im Geschäft sind, dass sie nicht mehr über die HP gefunden werden müssen, ist flash wiederum auch state of the art (timbaland HP = flash, fettes brot etc.)
Zu Werbung: Ok, EIN Werbebanner zum Ausrüster Deines Vertrauens macht Sinn, alles weitere nervt nur, das Merch läuft sowieso über den eigenen Mercher, der ist unter der Rubrik eh verlinkt. Oder glaubt hier wirklich jemand, dass Musikfans auf hochbezahlte Versicherungswerbung klicken?
06. Apr 2010 | 18:08 Uhr
Nathan da muss ich Dich berichtigen, es gibt in der heutigen Zeit schon Wege und Möglichkeiten Flashseiten Suchmaschentauglich zu machen. Aber richtig, die meisten Musiker werden nicht das Wissen dazu haben.
07. Apr 2010 | 10:18 Uhr
Wird eine spannende Artikel Serie! Ich sehe das auch so, dass man unbedingt eine eigene Homepage haben sollte! Wie schon geschrieben, es ist die Homebase, das zu Hause. Und hier kann man doch dank der modernen Techniken auch alle Web2.0-Dienste zusammenlaufen lassen. Dann hast Du alle Kanäle bedient und sammelst alles Infos auf der Deiner Homepage.
Eine Homepage macht ja nur dann Sinn, wenn sie auch genutzt wird. Also brauchst Du Traffic. Deshalb ist Facebook und Co ein guter Anlaufpunkt, um Besucher auf Deine Homepage zu bekommen. Da sollte sich dann alles abspielen.
Denn die Kontrolle über die eigenen Inhalte ist das das Wichtigste, oder?
11. Apr 2010 | 14:23 Uhr
Wie viel kostet es den ungefähr sich das Design “bauen” zu lassen?
11. Apr 2010 | 21:07 Uhr
Es kommt darauf an was Du haben möchtest. HTML, PHP, Flash oder eine Mischung aus allen.
HTML Statische Webseite (keine Interaktionen möglich)
PHP Dynamische Webseite (Interaktionen möglich, Intern oder zu MYSQL und Flash)
MYSQL Datenbank (Interaktionen zu PHP)
Flash (Interaktionen möglich, Intern oder zu MYSQL über PHP)
Du kannst schon mit 0 Euro und ein wenig Arbeit dabei sein. Von zB Joomla, ein System was ausbaufähig ist. HTML und einige Kenntnisse in PHP sollte man schon haben.
Allerdings kannst DU Dir aber auch ein Amateur oder Profi suchen.
Amateure machen meist gute Arbeit für wenig Geld und wollen Referenzen sammeln. Nachteil, sie machen es meist ohne Vertrag… Pflege und Wartung muss man meist selbst erledigen.
Profis arbeiten meist im Team(Agentur) und bieten zur Pflege und Wartung gute Leistungen an, das ganze Vertraglich!
Dennoch sollte man sich die Verträge gut durchlesen bevor man unterschreibt. Das hat natürlich alles sein Preis.
Webspace und eine Domain muss man sich auch noch anlegen. Da schwanken die Preise von Anbieter zu Anbieter.
12. Apr 2010 | 19:07 Uhr
Und wie viel kostet es wen man es einer Agentur überlässt?
Den ich habe eigentlich keine Lust mir auch noch HTML anzueignen
und dann sieht das ganze sicher auch nicht schick aus:)
12. Apr 2010 | 23:12 Uhr
es gibt aber auch Profis, die das ohne Vertrag machen und die Wartung oder Support nach Aufwand berechnen.
Ich persönlich bin ein absoluter Fan von WordPress. Hier gibt es zum Einen tonnenweise kostenlose Design-Vorlagen. Manche gut, manche weniger. Aber einige sind echt zu gebrauchen und sind mit wenigen Handgriffen anzupassen. Selbst wenn man das dann einem Profi überlässt, sind dass dann keine großen Kosten.
Natürlich ist ein eigenes, individuelles Design schicker. Wenn das der Profi dann halbwegs ordentlich macht, hast Du dann auch was für eine längere Zeit, sprich 2-3 Jahre.