Der neueste Streich der GEMA – Münchener Kunstprojekt torpediert

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GEMA versus »Play Me, I’m Yours«

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GEMA versus »Play Me, I’m Yours«

Das Projekt nach der Idee des britischen Künstlers Luke Jerram brachte alte, von Künstlern bemalte und umgestaltete Klaviere in die öffentlichen Räume von bislang 35 Städten in aller Welt, so nun auch München. Das Ziel ist es, Menschen durch die Musik zusammenzuführen, die sich auf der Straße begegnen und doch für gewöhnlich kein Wort miteinander reden. Die Finanzierung geschieht durch das Kulturreferat München, eine Stiftung und Spenden, die teils per Crowdfunding bei Startnext gesammelt wurden. »Das Geld wird ausschließlich zur Organisation des Events verwendet«, so der Veranstalter Andreas Wagner gegenüber Telepolis. Er sei froh, wenn er am Ende kein Geld zuschießen müsse und es bestehe keine gewerbliche Gewinnabsicht.

Wagner setzte die GEMA über das Projekt in Kenntnis und hoffte darauf, dass hier die Regelung für Straßenmusikanten zum Tragen komme. Nach einem entsprechenden Schiedsspruch ließ die GEMA im April dieses Jahres nämlich Folgendes verlauten: »Die GEMA wird ohne Anerkennung einer Rechtspflicht für Musikaufführungen von Straßenmusikanten keine Aufführungstantiemen beanspruchen.«.

Die Verwertungsgesellschaft bewertete das Vorhaben jedoch anders. So forderte man eine Pauschale pro Klavier und Tag ein, bei der inklusive Mehrwertsteuer eine Summe von beinahe 5.000 Euro zustande gekommen wäre. Prinzipiell sei die Sache eindeutig, so die GEMA: Es gehe um Urheberrechte, da hier die Möglichkeit bestünde, dass auf den Klavieren lizenzierte Stücke öffentlich aufgeführt werden.

Der ursprünglich zu entrichtende Betrag hätte das Aus für das Projekt bedeutet, doch es gibt zumindest ein kleines Happy End: Nach Gesprächen erklärte sich die GEMA bereit, Regentage einzubeziehen und auch die Beteiligung des Kulturreferats München (diese zahlt bereits eine GEMA-Pauschale) als Grund für eine Verringerung des Betrages heranzuziehen. So konnte die Rechnung um mehr als die Hälfte vermindert werden.

Läuft hier nicht etwas ganz schön falsch?

 

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Lesermeinungen (26)

zu 'Der neueste Streich der GEMA – Münchener Kunstprojekt torpediert'

  • Jim   20. Mai 2013   13:18 UhrAntworten

    Ein Wort: ZERSCHLAGEN!

    • Skellington   20. Mai 2013   13:33 UhrAntworten

      Und mit Scheiße beschmieren.

  • Marcel   20. Mai 2013   13:36 UhrAntworten

    Die GEMA ist das was man im Volksmund als Mafia bezeichnet. Die Möchtegern Verwertungsgesellschaft setzt sich nicht für die rechte ihrer Kunden sondern nur für ihr eigenes Portmonee ein!

    Ich als Musiker würde mich geehrt fühlen wenn die Menschen meine Musik spielen und dabei auch noch das Gefühl von Gemeinsamkeit auf kommt.

  • colophon   20. Mai 2013   14:37 UhrAntworten

    Ja, ich finde da läuft etwas sehr daneben.

  • MetalBuddha   20. Mai 2013   14:43 UhrAntworten

    Wann schaut sich eigentlich das Bundeskartellamt die Gema(Kacken) noch einmal an?

    • Skellington   20. Mai 2013   15:06 UhrAntworten

      Das ist ein super Hinweis. Dass das bisher nicht passiert ist (oder?), kann doch eigentlich nur bedeuten, dass da eine Interessengemeinschaft zwischen GEMA und Politik besteht.

  • BeatKreator ST   20. Mai 2013   16:06 UhrAntworten

    Ich stimme Marcel zu in dem er die GEMA Mafia nennt.
    Bin entrüstet das die so agieren. Allerdings habe ich auch
    so meine Erfahrungen mit denen. Man müsse sich vorstellen das ich
    die GEMA darum bitten musste mir eine Lizenz zu erteilen meine eigenen
    Werke pressen zu lassen und das obwohl ich bei diesem Verein in keinster
    Weise angemeldet bin geschweige denn meine tracks. Jetzt erlauben sie sich, auch wenn eine Null Rechnung, mir eine Lizenzrechnung zu senden. Ich finde die GEMA sollte uns
    alle in Ruhe lassen oder uns anständige Modelle zur Verfügung stellen. Zweiteres haben sie ja leider nicht vor.

  • Frank Funk   20. Mai 2013   16:26 UhrAntworten

    Ich habe zu hause ein Küchenmesser. Ich KÖNNTE also jemanden damit schaden zufügen. Sollte ich nicht besser verhaftet werden?

    Die GEMA gehört zerschlagen!

  • Padbangers   20. Mai 2013   19:03 UhrAntworten

    Ich finds eigentlich ziemlich witzig wie sich die Gema mit solchen Aktionen selbst ruiniert. Den Imageschaden den sich diese Organisation in den letzten Jahren selbst zugefügt hat, kriegt sie nie wieder in den Griff. In anderen Unternehmen wären da schon so viele Köpfe gerollt...

    • Skellington   20. Mai 2013   19:32 UhrAntworten

      Ja, aber nicht bei einer privaten aber quasi-staatlichen Institution wie der GEMA. Der Ruf ist hier bei delamar versaut und an vielen anderen Stellen, aber wie man sieht, kriegen die da, wo es drauf ankommt (auf der politischen Ebene) nicht wirklich was auf die Finger.

      Es gibt einfach keine Konkurrenz in dem Geschäft, und als Monopolist kann man leider so ziemlich alles machen was man will. Das mit dem Kartellamt ist wirklich ein Argument. Sollen wir da mal anrufen?

  • Andreas Franke   20. Mai 2013   19:50 UhrAntworten

    Nicht jammern, Alternative zu GEMA schaffen. Aktiv werden und unverbindlich unterschreiben; Es fehlen noch 600 Unterschriften zur Gründung der C3S:

    http://www.c3s.cc/legal/absichtserklaerung.pdf

    • Phorsicht   21. Mai 2013   09:52 UhrAntworten

      Der beste Kommentar hier! Ich hab schon ;)

      • Skellington   21. Mai 2013   10:36 Uhr

        Ich werde es heute auch tun und eine Rundmail an meine Kollegen verschicken sowie einen Hinweis auf meine Website setzen. Danke für den Hinweis, Andreas!

  • Hans   21. Mai 2013   02:57 UhrAntworten

    Wenn's um's Geld geht, hört nicht nur die Freundschaft auf, sondern auch der Spaß, jegliche soziale Verbindlichkeit, und "last but not least" hört auch die freie kulturelle Entfaltung auf.

    Das Problem ist doch, dass nahezu ALLES mittlerweile ausschließlich durch die wachstums-ökonomische Brille betrachtet wird; aus dieser Scheuklappensicht ist das Vorgehen der GEMA durchaus folgerichtig, aber es repräsentiert eben auch nur eines der vielen destruktiven Phänomene, die mit einer solchen Sichtweise einher gehen.

    Bei der Suche nach Alternativen wird bei solch festgefahrenen Paradigmen natürlich ebenfalls ausschließlich die ökonomische Brille aufgezogen, dabei müsste doch eigentlich mal das Übel bei der Wurzel gepackt werden, denn relevant ist das Urheberrecht nur unter den gegebenen systematischen wirtschaftlichen Bedingungen. Und gerade letztere sind mehr als nur fragwürdig.

    Man kann wohl kaum den Kapitalismus auf einen Schlag abschaffen, aber man kann beispielsweise mit einem bedingungslosen Grundeinkommen anfangen, das System im Kern konstruktiv zu verändern, denn damit stünde es nicht nur jedem frei, darüber zu entscheiden, unter welchen Bedingungen man arbeiten will, auch sämtlichen Kulturschaffenden würde damit der Rücken frei gehalten, sich kreativ zu betätigen. Die Frage ist doch: "Was ist zu tun, um derartige Kontrollsysteme - wie eben auch die GEMA - komplett überflüssig zu machen?"

  • Derrix   21. Mai 2013   07:43 UhrAntworten

    Den C3S Hinweis finde ich gut. Der auch von den Delamaris vielfach geschätzte Bruno Kramm hat dazu bereits einen netten Beitrag verfasst [ http://brunokramm.wordpress.com/2012/08/12/die-gema-bekommt-konkurrenz/] Aber es gibt mit Common Creatives Licenses ja bereits eine Alternative.

    Daher würde mich interessieren was die GEMA von "BeatKreator ST" will - keine Anmeldung - keine Rechte der Gema - oder irre ich mich da? Ich hoffe Du hast bei denen nichts unterschrieben und dann wäre mein nächster Schritt, der zu einem spezialisierten Anwalt.

    GEMA, GEZ, werden wir diese verstaatlichen "Mafias" denn nie los? Wahrscheinlich bekommen wir bald wie bei der GEZ eine ZwangsProKopfPauschale, weil wir hören womöglich mal mit offenem Fenster zu laut Musik "und das ist ja wohl eine öffentliche Aufführung", spätestens im Auto mit klaren "kommenziellen" Absichten, da wir eine Automarke damit bewerben.

    "Man kann nicht soviel fressen, wie man kotzen möchte..."

    Man topediert von der GEMA die Kunst(-projekte), die Künstler, die kleinen Clubs und Kneipen, das wird nie enden. Man muss die GEMA-Krake endlich klar rechtlich einschränken!

    -Unterstützt die Alternative-

    • Maurice   21. Mai 2013   10:50 UhrAntworten

      Du darfst in Deutschland nichts pressen lassen, ohne dass es von der GEMA freigegeben ist.

      Wir hatten das gleiche Problem mit unserer EP vor ein paar Jahren und unser Presswerk war da sehr hilfreich. Die GEMA hat uns dann die Bescheinigung geschickt, dass "wirklich nichts von unseren Stücken bei der GEMA registriert und geschützt ist", die mussten wir weiterleiten und gut war.

      Dennoch, es ist die gleiche GEMA-Vermutungs problematik wie bei Konzerten, Clubparties, etc.

    • BeatKreator ST   21. Mai 2013   11:12 UhrAntworten

      Das Presswerk wollte mir ohne diese Genehmigung der GEMA nichts pressen. Die Aussage war sowohl vom Presswerk als auch von der GEMA das es völlig unabhängig davon ist ob ich dort gemeldet bin oder nicht. Ich müsse dies Genehmigung der GEMA erhalten sonst dürfen die nicht vervielfältigen. Das fand ich eine echt derbe Nummer.

  • peter hug   21. Mai 2013   10:57 UhrAntworten

    Diese gestrickten kranken Hirne!!!
    Die haben wohl nur 2 Hirnzellen, die eine ist tot und die
    andere irr.
    Solche Kunstaustellungen sind wie Kleinkonzerte oft nicht
    gewinnbringend und diese GEMA-Heinis wollen trotzdem abzocken?
    Wenn diese so weitermachen, können sie sich selber abschaffen, da niemand mehr öffentlich musiziert.

  • champs   21. Mai 2013   14:00 UhrAntworten

    die Gema soll mir bitte eine Rechnung schicken, habe gestern gedanklich lizenzierte Stücke gesungen, da sollte der Künstler doch entschädigt werden, sorry.

  • N8AKTIV   21. Mai 2013   18:15 UhrAntworten

    ...mein Gott wann stoppt man diesen Verein?

  • Jay   21. Mai 2013   18:43 UhrAntworten

    Eine Katastrophe, wir Musiker und Djs sollten - das ist ernst gemeint - einen Generalstreik oder irgendetwas in der Richtung organisieren, um wenigstens einer der oben zitierten Kraken, sprich der wichtigsten für uns, den Anfang vom Garaus zu machen. So kann das nicht weitergehen. Und bitte bitte wählt im September Parteien, die diese mafia-ähnliche Organisation nicht auch noch schützen und unterstützen!!

    • Frank Funk   21. Mai 2013   20:02 UhrAntworten

      Es gab vor nicht all zu langer Zeit eine Demonstration gegen die GEMA in Dortmund. (ein Sitz der GEMA) Leider war diese nicht so toll besucht wie man es sich wünschen würde. Dieser kranke Verrein braucht dringend mehr Gegenwind.

  • GEMA ist D***   21. Mai 2013   22:52 UhrAntworten

    Weg mit diesem Drecksverein!

  • Elektra   22. Mai 2013   09:37 UhrAntworten

    Es würde schon reichen wenn man GEMA-Vermutung und GEMA-Freistellung abschafft.
    Dann haben die Gangster keine Handhabe mehr.

    Dies sollte organisiert als Forderung (bitte nicht als "Onlinepetition", das ist wirkungslos)an die regierenden Parteien gehen.

  • Egon Schmidt   22. Mai 2013   14:48 UhrAntworten

    -> Jungs IHR (Wir Musiker. Ihr als Profies - Ich als Hobby Künstler) sind doch ganz ganz viele, ...
    GEMA das sind Wenige, ..

    einfach GEMA völlig mir Arbeit überfluten, (!!!!)

    jeder seine Werke - auch die Halbfertigen, ..
    - auch wenn er gar nicht "Pressen" möchte zur Durchsicht / Genehmigung an GEMA Schicken, ...

    100.000 von CD's müssen dort eingehen, ..

    und wöchentlich schriftlich per Einschreiben Rückschein nachfragen, ..

  • Alexander   27. Mai 2013   15:29 UhrAntworten

    ich find`s ganz schlimm und traurig.

Sag uns deine Meinung!

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