Demo-CD: Was ist das richtige Format? Audio CD oder MP3?

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Demo-CD: Was ist das richtige Format? Audio CD oder MP3?

Worauf kommt es also an, bei der Erstellung einer Demo-CD (oder sollten wir sie nicht besser Promo-CD nennen)? Welches Format bietet sich an? Die richtige Antwort ist immer direkt vom Adressaten abhängig. Wem willst Du deine Demo-CD zusenden? Möchtest Du mit den Aufnahmen mehr Auftritte für deine Band in lokalen Bars oder Clubs erreichen? Geht es darum, einen Plattenvertrag bei einem Label zu bekommen oder möchtest Du einen Radiosender bemustern? In all diesen Fällen bietet sich zunächst die Audio-CD als Medium an.

Geht es hingegen darum die Betreiber einer Musikwebseite oder einen Blogger von der eigenen Musik zu überzeugen, so sollten MP3s fertig geschnitten und zum Herunterladen auf einem Server deiner Wahl bereit liegen. Darüber hinaus ist es ohnehin eine gute Idee, deine Demo-CD stets als MP3 im Internet zum Download vorliegen zu haben. Damit kannst Du nämlich auch den Bars, Clubs, A&Rs oder Radioredakteuren diese Möglichkeit anbieten.

Im Übrigen werde ich hin und wieder von Bands gefragt, ob nicht das eigene Profil auf Myspace reicht. Natürlich ist ein Myspace-Profil eine schöne Sache für recherchierende Redakteure und A&R’s und ein wunderbarer Platz, um einen ersten Eindruck von einem Musiker oder einer Band zu bekommen.

Ich selbst würde mich aber keinesfalls darauf limitieren wollen. Beim Hochladen von Musik auf die Server von Myspace wird diese nochmals komprimiert und die Qualität leider darunter. Die Kosten für Webspace betragen nur wenige Euro im Monat (und eine Webseite sollte sowieso jeder haben). Darüber hinaus gibt es auch kostenlosen Speicherplatz, mehr dazu weiter unten.

 

Stell dir deine Demo-CD als Visitenkarte vor

Genau das ist sie nämlich: Eine Art von Visitenkarte. Und genau wie diese solltest Du auch immer eine mit dabei haben. Du weisst nie, wann Du einem einflussreichen Bandmanager, dem A&R eines Labels oder sonst jemanden, der dich weiterbringen könnte, begegnest.

Die Verpackung und das Design sind in diesem Moment der Übergabe das Wichtigste (denn dein Gegenüber kann ja zunächst nicht reinhören). Du kannst nur einen einzigen ersten Eindruck hinterlassen und nichts schreit mehr nach Amateur als eine CD ohne Hülle oder eine mit Edding handbeschriftete Demo-CD. Deswegen: Wenn Du ein physisches Medium weitergibst, dann sorge dafür, dass es professionell aussieht.

 

Warum MP3 für die Demo-CD?

Hast Du dich für eine Weitergabe deiner Musik über das Internet entschieden, ist das Format MP3 die richtige Wahl. Es gibt zwar zahlreiche andere Formate, die ebenfalls Top Klangqualität bei kleinen Datenmengen bieten – Du musst aber sicher gehen, dass dein Gegenüber das Format auch abspielen kann. Bei MP3 kannst Du dich beruhigt zurücklehnen, denn dieses Format ist bei jedem aktuellen Betriebssystem ohne zusätzliche Installation sofort lesbar.

Hatte ich schon erwähnt, dass die MP3s am besten auf einem Server aufgehoben sind? Klar könntest Du deine Demo-CD als MP3 auch über Email versenden. Doch niemand möchte 10 MB MP3s über seine GPRS-Verbindung ins Internet herunterladen müssen, wenn er gerade unterwegs nur mal eben nach wichtigen Emails schauen wollte. Überhaupt solltest Du die MP3s nur dann über Email versenden, wenn dein Gegenüber darum gebeten hat.

Und für alle anderen Zwecke hast Du ja einen eigenen Server bzw. Webspace, auf dem auch deine Band-Webseite residiert. Solltest Du dir tatsächlich keinen eigenen Server leisten können, so kannst Du dir 2 GB Speicherplatz bei Dropbox kostenlos besorgen. Diese erreichst Du über ein Programm, das Du auf deinem Mac oder deinem PC installieren kannst, oder bequem über die vom Anbieter zur Verfügung gestellte Weboberfläche.

 

Demo-CD als Audio CD oder MP3?

Der richtige Weg ist, deinen Gegenüber nach seiner Präferenz zu fragen und dieser auch anschliessend nachzukommen. Wenn Du keine Möglichkeit hast, danach zu fragen, so versuche die weniger aufwändige Lösung zu nutzen. Menschen, denen Du im Leben persönlich begegnest sind häufig mit der Haptik einer Audio CD gut bedient. Und wenn Du deine Demo-CD persönlich überreichen kannst, hast Du einen echten Vorteil gegenüber den anderen konkurrierenden Bands. Wenn eine persönlich Überreichung nicht möglich ist, dann biete einfach beide Methoden an.

So oder so: Bitte erst um Erlaubnis bevor Du jemanden eine Demo-CD zukommen lässt. Denn erst wenn dein Gegenüber ein echtes Interesse an deiner Musik hat, hast Du die Chance, gehört zu werden.

Hat dir dieser Artikel gefallen? Hast Du etwas lernen können? Kennst Du vielleicht einen Bandkollegen oder Freund, der diesen Artikel vielleicht interessant finden könnte? Dann verlinke uns auf deiner (Band-)Webseite oder in deinem Lieblingsforum! Empfiehl uns weiter auf Twitter, Myspace oder Facebook und garantiere damit, dass wir auch morgen noch weitere Tutorials dieser Art kostenlos für dich veröffentlichen können. Danke!

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Lesermeinungen (3)

zu 'Demo-CD: Was ist das richtige Format? Audio CD oder MP3?'

  • Tropper   26. Okt 2009   17:40 UhrAntworten

    "... Du musst aber sicher gehen, dass dein Gegenüber das Format auch abspielen kann. Bei MP3 kannst Du dich beruhigt zurücklehnen, denn dieses Format ist bei jedem aktuellen Betriebssystem ohne zusätzliche Installation sofort lesbar."

    Naja, das sehen diverse Linux Distros aber anders. ;-)

  • Carlos (delamar)   26. Okt 2009   19:14 UhrAntworten

    Wer so mutig ist, sich Linux aufzuspielen, hat bestimmt auch Zeit, um MP3 zu installieren...und ich kenne Niemanden, der das im Produktivsystem nutzt.

  • DrNI   27. Okt 2009   01:47 UhrAntworten

    @Carlos: Kommt drauf an, was er mit seinem Produktivsystem produziert. Nicht jeder Kneiper ist auch Produzent. ;-) Prinzipiell stimmt es aber natürlich: Wer Linux ernsthaft benutzt (so wie ich seit 1998 ausschließlich für alles), der hat sich auch den MP3-Support verpasst.

    Ein weiteres Argument ist, dass sich MP3 in allen mobilen Playern vom Handy bis zum "schlauen" Memory-Stick abspielen lässt. Mit anderen Formaten sind hier Probleme vorprogrammiert. Wie schon im Post angeklungen ist: Man muss die Hürden auf der Hörerseite bei einer Demo-CD nicht gering halten, sondern nach Möglichkeit eliminieren.

    Noch n Ding für Demo-CDs: Diese wird man ja eher in einer gebrannten Kleinserie selbst machen (je nach Budget)... wer hier auf die billigen Rohlinge setzt, der ein Problem. Wenn denen noch das aufgeklebte Etikett zusetzt, dann ist die Musik recht früh nicht mehr abspielbar. Siehe oben mit den Hürden. (Hab ich leider selbst schon die Erfahrung machen müssen, grrrr)

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