Charts: One-Hit-Wonder sterben aus

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One-Hit-Wonder in den Charts

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Wo sind die Eintagsfliegen in den Charts?

Seit fast 100 Jahren erstellt Billboard die Charts in Übersee. Künstler, die in ihrer Karriere nur einen einzigen Hit landen konnten, waren ein fester Bestandteil dieser regelmäßigen Bestandsaufnahme populärer Musik. Manche dieser Eintagsfliegen sind nur für den Moment sehr beliebt, während andere in den Oldie-Paraden schier endlos wiedergekäut werden – aber eben nur mit einen einzigen Song.

Nun zeigt der Trend der One-Hit-Wonder klar nach unten – in einer der von Priceonomics veröffentlichten Grafiken ist zwischen 1995 und 2010 ein deutlicher Rückgang von ca. 20% auf rund 8% zu verzeichnen (Anteil der One-Hit-Wonder am Gesamtaufkommen aller Songs in den Charts) – weiter unten ist die Grafik. So gering war der Wert noch nie.

One-Hit-Wonder in den Charts

One-Hit-Wonder in den Charts

One-Hit-Wonder in den Charts

Das »Warum?« drängt sich auf. Nun, einerseits bleiben Songs länger in den Charts als früher. Vor 1985 war es ungewöhnlich, wenn ein Stück länger als 50 Wochen in den Charts verweilte, anders als heute. Beispielsweise bleibt ein Song von Katy Perry viel wahrscheinlicher etwa dreimal so lange in den Charts wie der Durchschnitt der Beatles-Hits aus den 60ern.

Populäre Acts werden stärker gepusht als neue Bands.

Außerdem setzt man im Musikbusiness auf Bewährtes und so wird weitaus mehr Energie in die Promotion etablierter Acts als in den Aufbau von neuen gesteckt. Langfristig sähen es die Vertreter der Musikindustrie sicherlich lieber, wenn Künstler in schnellerer Folge mit einer entsprechend größeren Zahl von Hits pro Jahr die Charts stürmen würden. Risikoscheu?

Ganz anders im Radio – hier werden vertraute Klänge so lange wie möglich breitgetreten. Der Kreis schließt sich. Es gibt weniger und weniger neue Hits pro Monat. Eine derartige Monokultur ist sicherlich nichts, was man mit Applaus bedenken sollte. Und was vermutlich nicht gut enden wird.

One-Hit-Wonder sterben aus

One-Hit-Wonder sterben aus

Alles halb so wild?

Glücklicherweise höre ich persönlich kein Mainstream-Radio und erfreue mich höchstens mal an ein, zwei großen Top-100-Hits pro Jahr (ob global, auf dem unsere Popkultur immer noch stark dominierenden US-Markt oder hierzulande). Gute, weniger bekannte Musik gibt es nach wie vor im Überfluss und die »Entdeckbarkeit« ist dank Streaming so hoch wie nie zuvor; freilich, man muss seine Quellen sorgsam zusammensuchen und dann lernen, kräftig zu filtern.

Klar ist es schade und wohl in zunehmendem Maße der Fall, dass nur noch die Großen und Größten allein von ihrer Musik leben können. Aber nun driften wir in ein anderes Thema ab, das irgendwie noch mehr Kopfschmerzen bereitet…

An welches One-Hit-Wonder hast Du besonders gute Erinnerungen?

» Quelle: The Death of the One-Hit Wonder

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Lesermeinungen (3)

zu 'Charts: One-Hit-Wonder sterben aus'

  • robotron sömmerda   27. Mai 2015   12:44 UhrAntworten

    Gut beobachtet. Auf in Richtung Einheitsbrei.

  • fatman   30. Mai 2015   11:03 UhrAntworten

    Mal ehrlich: im Musikbusiness geht es nicht ums Musikmachen, sondern um Kohle machen. One Wonder Hit: Your a Lady / Peter Skellern.

  • Donald   30. Jul 2015   12:07 UhrAntworten

    Forgotify – das Tool für ungehörte Spotify-Songs
    http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/584747/Musik-die-keiner-hoeren-will

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