Beats by Dr. Dre – Die Epidemie weitet sich aus

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Beats by Dr. Dre

Unverzichtbares Accessoire für Style-Heinis: Beats by Dr. Dre

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Volkskopfhörer: Beats by Dr. Dre

Du musst nur einen Fuß vor die Tür setzen und die Konsummeilen der nächsten größeren Stadt besuchen, um die sich immer noch vermehrende Population dieser Spezies in freier Wildbahn anzutreffen: Horden junger Menschen mit meist roten, schwarzen oder weißen Kopfhörern, die ein »b« auf jeder Ohrmuschel ziert. Mir geht auch das Bild von Jérôme Boateng mit seiner grotesk überdimensionierten Hip-Hop-Kappe neuerer Prägung, Hipster-Hornbrille und den darübergestülpten Kopfhörern dieser Marke nicht aus dem Sinn.

Der »Beats by Dr. Dre« entpuppte sich als Goldgrube. In den USA bekam der Markt für Kopfhörer einen gewaltigen Schub, im vergangenen Jahr stiegen die Umsätze von 1,8 Milliarden in 2011 auf 2,4 Milliarden. Die Beats hatten einen Marktanteil von sagenhaften 40 Prozent, ganze 70% sind es gar im Bereich der »Premiumkopfhörer«, die über Weihnachten abgesetzt werden konnten.

Beats by Dr. Dre

Unverzichtbares Accessoire für Style-Hanseln: Beats by Dr. Dre

Mittlerweile tut man sich auch in anderen Geschäftsfeldern um. Unter anderem nach Beschallungssystemen für Autos, Lautsprechern für Laptops von HP und einem Bluetooth-Player für das Streaming und die Wiedergabe von Musik von einem Handy oder Laptop geht die Expansion noch weiter: Der Streaming-Service MOG wurde geschluckt und Trent Reznor, der ehemalige Frontmann der Nine Inch Nails, wurde als Kreativkopf angeheuert, um Diensten wie Spotify und rdio bald Paroli zu bieten.

Mittlerweile versuchen sich weitere bekannte Musiker wie 50 Cent und Ludacris als Aushängeschild für Produkte von hierzulande (noch) eher unbekannten Unternehmen. Mit Sony roch auch eine weltbekannte Marke den Braten und brachte einen Kopfhörer mit dem Branding der britischen Castingshow »X-Factor« (endorsed by Simon Cowell) auf den Markt.

Auch außerhalb der Musikszene werden gierige Finger ausgestreckt – beispielsweise Tim Tebow, Quarterback der New York Jets, oder Snooki von Jersey Shore wollen einen Bissen vom Kuchen abbekommen. Dr. Dre sieht die wachsende Mitbewerberschaft derweil als Kompliment und lässt verlauten: »Anyone that’s trying to do something to improve sound…that’s all good«.

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Lesermeinungen (21)

zu 'Beats by Dr. Dre – Die Epidemie weitet sich aus'

  • Peter   14. Jan 2013   11:25 UhrAntworten

    Ich liebe Kopfhörer mit sattem Sound! Aber die Beats sind einfach zu viel. Und viel zu teuer. Damals habe ich mir stattdessen die AKG 518 geholt. Für den Bruchteil des Preises und die sind für den Soundgenuss unterwegs der Knaller!

  • Indenanus   14. Jan 2013   11:01 UhrAntworten

    Es wird hierbso dargestellt, als ob DR.DRE die Kopfhörer produziert oder als ob es um seine Fika geht..
    Außerdem find och eure Site mittlerweile optisch unzumutbar gelinde gesagt...

    • Felix Baarß (delamar)   14. Jan 2013   11:10 UhrAntworten

      Ich habe nirgends formuliert, dass Dr. Dre die Kopfhörer produziert. Was ist denn »Fika«? Inwiefern genau ist unsere Site optisch unzumutbar (konkrete Punkte wären hilfreich)?

      • Indenanus   15. Jan 2013   14:19 Uhr

        Sorry,meinte Firma...
        "Eines seiner Babys" suggeriert dem gemeinen Volk, das er sie produziert...

        Die Site war vorher optisch einer der besten die ich kannte, da alles sofort ersichtlich...jetzt schau ich auf die Site, bin total verwirrt, wo es den die News gibt...sehr verschachtelt..

  • Jan G   14. Jan 2013   11:21 UhrAntworten

    Die Dinger sind vom Klang her echt nicht gut. Und woher dieser abartig hohe Marktwert kommt, versteh ich auch nicht.

  • Nellski   14. Jan 2013   12:48 UhrAntworten

    Hier hätte ich mir vielleicht eine etwas kritischere Auseinandersetzung gewünscht. Das Volk ist gespalten, was diese Beatskopfhörer angeht. Der Preis ist glatter Wucher, es ist ein Produkt, was nur auf Marketing aufbaut und was die Soundqualität angeht, hab ich auch schon viele verschiedene Meinungen gehört. Einen akustischen Vergleich fänd ich mal nicht schlecht, ich meine man weiss ja schliesslich auch wie man Sennheiser, Beyerdynamics oder AKG klanglich einzuordnen hat.
    Ansonsten weiter so!

  • tutnicht   14. Jan 2013   14:03 UhrAntworten

    Also ich habe die Beat by Dre Studios und die Beat by Dre Pro. Neben meinen akg und beyerdynamic Kopfhörern und ich muss sagen.....das die studios nicht so pralle sind vom sound aber noch erträglich. anders ist es bei den pro die klingen gut vorallem für dj anwendungen ausserdem sind die wie ein panzer gebaut und perfekt für so etwas....nur ich finde audiophile Konsumenten sollten sich wo anders umschauen....für bassige mucke kann man die getrost hören. Aber jeder hat da nen anderen Geschmack . ;)

  • Reto   14. Jan 2013   14:23 UhrAntworten

    Hab soeben wahrscheinlich ein Plagiat erwischt. In Vientiane, Laos hab ich 20 $ für ein tour modell bezahlt. Haptischund Verpackung schienen einwandfrei, aber Sound ist dumpf. Oder sind die alle so??? Reto

  • Roi de Janeiro   14. Jan 2013   15:00 UhrAntworten

    Auch ich bin was die Dinger angeht gespaltener Meinung. Als sich der Trend abzuzeichnen begann habe ich mir vorgenommen mir erst einmal ein eigenes Bild zu machen. Viel erwartet habe ich von den Teilen aber nicht. Als ich dann das nächste mal bei Saturn war habe ich der Kopfhörerabteilung einen Besuch abgestattet um der Sache mal auf den Zahn zu fühlen. Leider ohne Erfolg. Während die Vertreter der etablierten Marken schön nebeneinander aufgereiht und mit dem gleichen Signal gespeist Probe zu hören waren befanden sich die Beats an einem separaten Stand und wurden locker doppelt so laut wie die anderen Kopfhörer mit pumpenden Hiphop-Beats gespeist. Eine ernsthafte Meinung vom Klang konnte ich mir also nicht machen. Vom Vermarktungskonzept aber um so mehr. Jetzt stellt sich die Frage wie sehr man das verurteilen sollte. Ganz offensichtlich muss man die Dinger eher als modische Accessoire verstehen und wenn ich mal tief durch atme komme ich nicht umhin zu sagen, dass das Design der Beats schon ganz gelungen ist. Trotzdem juckt es mir immer wieder in den Fingen all den Beats-Enthusiasten klar zu machen, dass sie für den Preis den sie da investieren locker zwei bis vier Kopfhörer von etablierten Herstellern bekämen die für den Straßengebrauch mindestens genausogut sind. Aber im Endeffekt wäre das als wolle man einer Frau klarmachen, dass ein 20€ Rucksack viel praktischer als eine 200€ Handtasche ist. Schlussendlich kann man wohl sagen, dass die Industrie ein weiteres mal einen Weg gefunden hat den Kids das Taschengeld abzuluchsen. Wenigstens zieht das Argument, die Kids würden ihre Musik ja sowieso nur noch über Handylautsprecher hören jetzt nicht mehr.

    • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   14. Jan 2013   17:42 UhrAntworten

      Hallo!

      "...als wolle man einer Frau klarmachen, dass ein 20€ Rucksack viel praktischer als eine 200€ Handtasche ist."

      Sehr schön gesagt. ;-)

      So wie ich das hier lese, bezahlt man nicht für inhaltliche Qualität, sondenr für den Namen, der draufsteht - und für ein gewisses Design, was aber meines Erachtens keine Entscheidungsgrundlage für akustische Geräte sein sollte.
      Lehne ich mich aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass die Welt auch ohne diese Kopfhörer überleben würde? ;-)

  • Wirgefuehl   16. Jan 2013   09:30 UhrAntworten

    "Dr. Dre ist im Jahr 2012 mit 110 Mio. Dollar der Musiker mit dem höchsten Jahreseinkommen gewesen." (Wikipedia)

    Tja Leute, da seht ihr wie es geht. Branding und Lizenzierung.

    Blöd, dass so viele Leute so viel Geld für einen Mittelklasse-Kopfhörer ausgeben. Aber vor allem die jüngere Generation fährt voll auf die Teile ab, "weil sie so fett klingen". Wenn ich solchen Kandidaten dann einen Beyerdynamic DT-990 oder AKG 701 vorspiele, schauen sie mich verblüfft an. Das dumme an den beats ist nämlich, dass sie keine Loudness-Taste haben...

    Ich würde würde jedem Kopfhörer-Interessenten raten, das Hifi-Segment zu verlassen und den Pro-Bereich durch zu hören. Erstaunlicherweise ist der billiger und besser.

  • Jan G.   16. Jan 2013   11:01 UhrAntworten

    Auch für Bass-Lovers gibts mit dem DT770 auch was "für Erwachsene". Obwohl ich noch nach der Suche bin nach einem echten "Pro" Kopfhörer, der die Bass-Performance von meinem KOSS Porta Pro hat und eine sehr gute Höhenauflösung. Die hat der KOSS nämlich leider nicht.

  • Trooper   17. Jan 2013   13:39 UhrAntworten

    Hahaha...die Beats Pro, ich hatte sie mir auch gekauft, aus Neugier...
    Sitzen auf dem Kopf wie ein Schraubstock, nach 30 Min. bekomme ich Kopfweh.
    Sie sehen optisch sehr robust aus, durch Aluteile etc. - sie sind es aber gar nicht, jedenfalls nicht mehr wie jeder andere Kopfhörer auch, dafür aber sauschwer, das suggeriert Robustheit.

    Klanglich eher unteres Mittelfeld mit überbetontem mittleren Bassbereich, Mitten und Höhen sind ok, aber mehr nicht.

    Ein Kopfhörer für 30€, der alle anderen bis 200€ locker in die Tasche steckt - ja den gibt es tatsächlich:
    http://www.thomann.de/de/superlux_hd668_b.htm?sid=767622a68e1c84a34f98658b030660e9
    Noname und schlichte Optik - aber DER Sound ! ;-)

    • Wirgefuehl   17. Jan 2013   15:17 UhrAntworten

      Klingt spannend! Danke für den Tipp!!! Wird gleich bestellt - zu DEM Preis... :)

      • Wirgefuehl   23. Jan 2013   16:18 Uhr

        Alter Falter... Die Teile sind echt der Kracher!

        Schon beim Öffnen des Kartons staunte ich nicht schlecht: 2 Kabel (1 und 3 Meter), große Klinke, Tasche, Anleitung - alles stilvoll präsentiert verpackt. Da können sich andere Herstelle ne Scheibe abschneiden.

        Die Verarbeitung ist ok, allerdings bekam ich nach ner Stunde schwitzige Ohren, obwohl der KH halboffen ist.

        Der Sound ist wirklich beeindruckend. Nicht so linear und detaillreich wie hochwertigere Modelle, aber überraschend gut. Die oberen Mitten sind sehr stark betont, im Bassbereich wird es für elektronische Musik fast etwas dünn - also quasi das Gegenteil von Dre´s beats.

        Hätte ich für diese KH 70, 80, 100 Euro bezahlt, ich hätte es nicht bereut!

        Ein Kollege von mir hat sich grad die AKG K-242 gekauft - er bereut es :)

  • Trooper   23. Jan 2013   16:43 UhrAntworten

    Tja, da die früher die KH für renommierte Firmen produzierten, welche dann nur noch ihr Label drauf gepappt haben... vielleicht stand da früher mal z.b. AKG drauf und sie kosteten das 30fache...wer weiss... :-)

  • Was geht euch des an?   31. Jul 2013   01:28 UhrAntworten

    Ey leute ganz erlich ich grins schon drüber wie ahnunglos eure kommentare aind ich (15) habe selber beats aber auch andere gute kopfhörer bin auch ned das ärmste mind der welt und hab mir schon selber mal beats gegönnt aus folgenden gründen: 1) die haben nen guten sound
    2) sie sehen einfach richtig gut aus!! Ich geb ja zu dass meine sennheiser kopfhörer nen besseren klang haben und nur halb soviel gekostet haben aber mir wärs einfach peinlich mit den teilen in der stadt rumzulaufen! 3) Es ist ein markenprodukt genau wie was weiß ich zum beispiel boxfresh welches man sich einfach kauft weils gut aussieht und angesagt ist ich könnte mir anstatt nen boxfresh schuh auch n fetten wanderschuh kaufen aber den will niemand!! Von daher würd ich da mal ganz vorsichtig gegen die beats argumentieren^^

  • Wirgefuehl   31. Jul 2013   15:17 UhrAntworten

    Haha, Du bist ja geil, die Meute hier als ahnungslos zu bezeichnen.
    Musste über Deinen Kommentar auch herzlich schmunzeln - ist doch schön, wenn wir uns hier gegenseitig erheitern :)

    Zu Deinen Argumenten:
    1) Geschmackssache. Wenn Du sie gut findest ist doch schön für Dich. Für Musikproduktion sind sie aufgrund ihrer mangelnden Linearität kaum geeignet.
    2) Siehe 1). Im Studio ist Aussehen wohl eher unwichtig.
    3) Eine Marke ist keine Qualitätsgarantie. Dass die Teile voll im Trend liegen wird ja im Artikel thematisiert. Das liegt aber nicht an ihrer (Klang-)Qualität, sondern am ausgefeilten Marketing (Dr. Dre als Testimonial, Deals mit htc, hp usw.)

  • Timihendrix   29. Aug 2013   06:07 UhrAntworten

    Ein Fanboy wie man so schön sagt, ich blicke da nur zu gerne auf das leidige Thema Apple ;-)

  • doppel-hipster   28. Jan 2014   19:51 UhrAntworten

    hab nur die china fälschung für 6 euro getestet... die war müll^^

    • Wirgefuehl   30. Jan 2014   16:36 UhrAntworten

      Haha, sei doch froh. Andere geben für den Müll 300 Euro aus! :)

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