Band-Auftritte: Wie Du mehr Gigs für deine Band findest

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Mehr Gigs für deine Band finden?

Wer am Ende des Monats knapp bei Kasse oder gar pleite ist, der denkt schon mal darüber nach, die Musik aufzugeben und einen normalen Job anzunehmen. Ja, Musik ist eine Leidenschaft. Und ja, es ist lästig sich um die Selbstvermarktung einer Band kümmern zu müssen. Aber wenn Du von deiner Musik leben möchtest gilt: Auch eine Band, ein Orchester oder dein musikalischer Performance Act ist ein Unternehmen, das wirtschaftlich geführt werden muss.

Eine Band ist ein Unterhaltungsunternehmen, das einem interessierten Publikum Auftritte, Musik in Form von CDs oder MP3, Merchandising und eben Unterhaltung in allen erdenklichen Formen bietet. Im klassischen Modell des Musikbusiness war es die Aufgabe der Band, sich um das Verhälnis von Musiker zu Publikum zu kümmern. Die anderen Geschäftsverhältnisse waren mehr oder weniger die Aufgabe des Labels. Als Newcomer-Band auf dem Weg zum Plattendeal oder als Band, die sich selbst um die eigene Selbstvermarktung kümmern möchte, gilt es, auch die anderen Geschäftsfelder selbst zu pflegen.

Also, die Musik ist ein Geschäft und da Du noch immer weiterliest, bist Du anscheinend geneigt, mir in diesem Punkt zuzustimmen. Wenn Du jetzt als Band mit einem Label, einer anderen Band, einer Kneipe, Bar oder Konzerthalle zu tun hast (bzw. mit den Menschen, die dahinter stecken), dann musst Du dir im Klaren darüber sein, dass diese Menschen da sind, um ebenfalls ein gutes Geschäft zu tätigen und deine Band soll ihnen dabei helfen. Leuchtet ein, oder? Die Frage, die sich diesen Leuten stellt, lautet: „Wie kann deine Band mir helfen, (mehr) Geld zu verdienen?“.

Deine Aufgabe besteht darin, genau diesen Punkt für das Label, die Konzerthallte, den Pubbesitzer, etc. klar zu stellen. Und damit kommen wir zu der zentralen Frage dieses Artikels: „Wie bekomme ich mehr Band Auftritte? Wie generiere ich mehr Auftrittsmöglichkeiten für meine Band?“

 

Mehr Band-Auftritte: Womit spreche ich die Leute an?

Schwer ist es nicht. Aber es erfordert einen nicht unerheblichen Aufwand, den viele Musiker nicht bereit sind aufzubringen (sie warten lieber ab, entdeckt zu werden). Im ersten Schritt wird die Zielgruppe definiert. In diesem Fall geht es darum, Bars, Kneipen, Pubs, Konzerthallen, Booking Agenturen & Co. ausfindig zu machen, die ein potenzielles Interesse an deiner Band haben könnten.

Im zweiten Schritt geht es schliesslich darum, die Ansprüche und Bedürfnisse deiner Zielgruppe(n) zu erforschen. Was will eine Bar, Kneipe oder ein Pub mit deinem Auftritt erreichen? Was möchte ein Label mit einem Plattenvertrag für meine Band erreichen? Was will eine Konzerthalle mit meinem Band Auftritt erreichen? Hier sind einige Anregungen, die je nach Lokalität und Gegenüber zutreffen könnten:

  • Umsatz durch Verkäufe von Getränken
  • Umsatz durch Verkäufe von Tickets
  • Neue Gäste für das Lokal begeistern
  • Sich einen Namen als Szenelokal machen
  • Sich Subventionen für die Förderung von kulturellen Akten sichern
  • Umsatz durch den Verkauf von Tonträgern

Diese Liste liesse sich noch um etliche Punkte erweitern. Was allen oben genannten Punkten gleich ist: Sie benötigen dein Publikum dafür. Das ist die Schnittstelle, die deine Band und dein Gegenüber gemeinsam haben: Deine Fans.

Zeige deinem Gegenüber, wie er mit deinem Publikum mehr Geld verdienen kann und erschliesse dir damit mehr Band Auftritte und mehr Einkommen!

 

Die Abkürzung für mehr Band-Auftritte…

…gibt es nicht wirklich. Bis hierhin sollte klar sein, dass für deinen Erfolg nicht nur eine gesunde Einstellung zum Musikbusiness, sondern auch eine vorhandene Fanbase vonnöten sein muss. Ist diese nicht gegeben, so musst Du erst daran arbeiten, dir eine solche zu erspielen. Du kannst zahlreiche Tipps hierfür in zahlreichen Artikeln auf unserer Unterseite Musikbusiness, Musikmarketing & Selbstvermarktung für Musiker finden.

Im Gegensatz zu dem im Artikel „15 Tipps für mehr Auftritte“ vorgeschlagenen Pressekit, möchte ich dir heute eine andere Form empfehlen: Ein Din A4 Blatt mit einer Übersicht, das so genannte „One Sheet“. Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Das ist kein Ersatz für das Pressekit oder die anderen Tipps, die ich in dem zitierten Artikel anspreche. Es ist eine Erweiterung, eine Vereinfachung, eine Fokussierung.

Das One Sheet soll eine einseitige Übersicht für den Veranstalter oder das Label sein, in der Du die wichtigsten Fragen rund um deine Band beantwortest: Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Die Informationen sollten so aufbereitet werden, dass sie auf einen Blick erfasst werden können. Denn dann ist dies ein hervorragendes Werkzeug, um deine Band zu verkaufen bzw. um mehr Band Auftritte zu bekommen.

In dieser Übersicht geht es darum, den Veranstaltern und Lokalitäten zu zeigen, wie deine Band ihnen helfen kann, Geld zu verdienen. Dazu sollten nachstehende Informationen gut lesbar und schnell erfassbar aufbereitet werden:

  • Bandname, Logo – Um wen geht es? Wer stellt sich vor?
  • Kontaktinformationen: Adresse, Telefonnummer, Email – Wen kann der Veranstalter bei Interesse anrufen?
  • Link zur Webseite bzw. MySpace. – Am besten mit Konzertvideos und weiteren Hintergrundinformationen zu deiner Band.
  • Wie viele CDs hat deine Band verkauft? – Lohnt es sich für den Veranstalter, dich zu buchen?
  • Wie gross ist deine Fanbase? – Wie viele aktive Fans könnten potenziell bei einem Konzert kommen?
  • Wie viele Besucher hat deine Webseite und dein MySpace Profil?
  • Wie viele Abonnenten hat dein Newsletter?
  • Wie viele Besucher ziehen deine Konzerte an?
  • Welcher alt sind die Besucher? Wie viel trinken/essen deine Fans an einem solchen Abend für gewöhnlich? Wie sieht das Verhältnis von Männern zu Frauen aus? Diese Informationen helfen dem Veranstalter zu erkennen, ob das seine Zielgruppe ist. Eine Schlagerband sollte vielleicht nicht in der härtesten Kneipe der Stadt auftreten, nicht wahr?

Ich wiederhole mich gerne noch einmal. Es geht hier nicht darum, dich als Band zu profilieren oder deine Daten zu schönen oder dich grösser zu machen. Der Sinn dieser Din A4 Übersichtsseite ist es, den Veranstaltern ihre Vorteile aufzuzeigen. Übrigens: Nur sehr wenige Bands haben ein solches One Sheet, das gezielt auf den Kunden (ja, der Veranstalter ist in diesem Fall zunächst einmal als Kunde zu verstehen) eingeht. Damit kann sich deine Band von der breiten Masse abheben.

 

Das ist alles? Damit bekomme ich mehr Band-Auftritte?

Nein, das kann nicht alles sein. Deine Band sollte trotzdem immer ein persönliches Gespräch führen, ein echtes Pressekit anschaffen, ein Konzertvideo mit einer grossartigen Performance parat haben und all die anderen Tipps zum Musikmarketing beherzigen, die wir im Vorfeld bereits auf delamar veröffentlicht haben.

Die „One Sheet“ Übersichtsseite ist lediglich ein ausgesprochen effektives Werkzeug in einem hoffentlich prall gefüllten Werkzeugkasten. Ein zusätzliches Tool auf dem Weg zu weiteren Auftrittsmöglichkeiten für Bands. Mit den sich darauf befindlichen Fakten kannst Du dem Veranstalter helfen, deinen Auftritt und damit seinen Gewinn zu visualisieren.

Es ist wichtig, die Zahlen nicht zu schönen – dein guter Ruf steht auf dem Spiel. Wenn Du mit 1.000 Besuchern wirbst (vielleicht weil Du mal ein Festival eröffnen durftest) und am Ende nur 100 kommen, spricht sich das herum. Es ist gleichsam wichtig, das One Sheet professionell von einem Grafiker aufzubereiten zu lassen. Auf diesen Punkt gehe ich nicht weiter ein, aber Du kannst dazu auch den Artikel „CD Cover selbst gestalten“ lesen. Hier geht es um Aussenwirkung und Professionalität, die ein Veranstalter voraussetzen muss bei seinen Geschäftspartnern.

In einem (unverzichtbaren!) persönlichen Gespräch mit dem Veranstalter kannst Du ihm weitere Daten und Fakten an die Hand geben und ihn über etwaige Marketingmassnahmen im Vorfeld deiner Konzerte erzählen – und von deiner Band überzeugen. Viel Erfolg!

Hat dir dieser Artikel gefallen? Hast Du etwas lernen können? Kennst Du vielleicht einen Bandkollegen oder Freund, der diesen Artikel vielleicht interessant finden könnte? Dann verlinke uns auf deiner (Band-)Webseite oder in deinem Lieblingsforum! Empfiehl uns weiter auf Twitter, Myspace oder Facebook und garantiere damit, dass wir auch morgen noch weitere Tutorials dieser Art kostenlos für dich veröffentlichen können. Danke!

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Lesermeinungen (2)

zu 'Band-Auftritte: Wie Du mehr Gigs für deine Band findest'

  • Marion   14. Jan 2010   14:44 UhrAntworten

    Lieber Carlos,

    vielen herzlichen Dank für diesen Artikel (und weitere).
    Ich finde das gesamte Thema sehr spannend, da ich aus der Werbung/Marketing komme und diesen Zweig sehr spannend finde grundsätzlich.
    Warum ich auf Deine Seite gestoßen bin (über google), möchte ich Dir gerne mitteilen. Mein Freund tritt zum ersten Mal in der Öffentlichkeit mit seiner Band (Rock-Pop) auf. Ich meine, es ist wichtig, wie die "Dramaturgie" bei einem Gig aussieht. Mit welchem Lied beginnt man, mit welchem geht man in die Pause, wie gehts nach der Pause weiter, und wie dynamisch soll das letzte Lied sein.
    Es gibt sicher unterschiedliche Ansätze, aber sicherdoch Erfahrungswerte, wie man die Stimmung sowie Aufmerksamkeit am besten hält dadurch.

    Ich würde mich sehr auf eine Antwort dazu freuen.
    Liebe Grüsse und vielen Dank für die tolle Site.

    Marion

  • Chris   26. Jan 2012   12:31 UhrAntworten

    Wir bieten Bands und Alleinunterhalter auf unserer Homepage an, kostenlos zu Werben.
    alleinunterhalter-schlagersaenger-nrw.de

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