Spotify wirft Apple Verletzung von Wettbewerbsregeln vor

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Spotify und Apple: Streit über Anteile an In-App-Käufen.

Spotify und Apple: Streit über Anteile an In-App-Käufen.

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Apple: Gleiches Recht für alle

»Unsere Richtlinien gelten gleichermaßen für alle App-Entwickler, egal ob sie Spiele-Entwickler, E-Book-Verkäufer, Videostreaming-Dienste oder Anbieter digitaler Musik sind; und sie gelten unabhängig davon, ob sie mit Apple konkurrieren oder nicht.« Soweit ein Teil der Stellungnahme des Hausjuristen Bruce Sewell.

Angewandt auf die Realität macht sich das insofern bemerkbar, als dass Apple seit Wochen ein Update der im App-Store erhältlichen Spotify-App verweigert.

Der Grund ist simpel

Bisweilen profitiert Apple von den sogenannten In-App-Käufen. Entscheidet sich ein Spotify-Nutzer zum Abschluss eines Abos oder möchte er anderweitig digitale Inhalte bzw. Dienste in der App kaufen, nutzt er dazu die Apple-eigene Bezahlschnittstelle. Apple selbst streicht sich für diesen Service eine Provision von bis zu 30 Prozent ein.

Das noch ausstehende Update der Spotify-App sieht vor, dass sämtliche Käufe nur noch außerhalb der App getätigt werden können. Apples Reglement diesbezüglich ist bekanntlich streng.

Auch möchte man dem schwedischen Musikdienst keine Ausnahmen gewähren. Schließlich stelle Apple mit dem App-Store die gesamte Infrastruktur bereit. Spotify hingegen wirft Apple, im Hinblick auf den hauseigenen Musikdienst Apple-Music, unfairen Wettbewerb vor.

Spotify sieht sich zu höheren Preisen gezwungen

Aufgrund der von Apple verlangten Umsatzbeteiligungen von bis zu 30 Prozent, sieht sich Spotify gezwungen, von seinen Kunden höhere Preise zu verlangen. In Deutschland entspräche das etwa 13 statt sonst 10 Euro im Monat. Apples Streaming-Dienst Apple-Music hat hingegen keine vergleichbaren Mehrkosten zu tragen und kann sein Angebot damit günstiger anbieten.

Noch ist Spotify mit rund 30 Millionen zahlender Abo-Kunden etwa doppelt so groß wie das 2015 gestartete Apple-Music. Doch Apple holt weiter auf: Um seinen Rückstand zu verringern, führt Apple zur Zeit Übernahmegespärche mit dem Musikdienst »Tidal«, der sich noch in Besitz von Jay Z, Beyonce und Kanye West befindet.

Freundlicherer Umgang in Googles Play-Store

Google, auch selbst im Streaming-Geschäft aktiv, wendet in seinem Play-Store zwar ähnliche Regeln an, macht beim Kauf von digitalen Inhalten, wie Musik und Filmen, aber eine Ausnahme. Aus Googles Sicht stünde es Apple gut zu Gesicht, die Regeln für den App-Store in gleicher Weise anzupassen.

Interessant zu wissen wäre nun einmal, wie die Verteilung der 30 Millionen zahlender Spotify-Kunden auf Googles Android beziehungsweise Apples iOS aussieht. Wirklich Sinn ergäben Spotifys Bemühungen dann, wenn die Mehrheit der zahlenden Nutzer Apple-Geräte verwenden würde.

Moderne Wegelagerei seitens Apple oder ein doch nachvollziehbares Geschäftsgebaren? Wie siehst Du diese Angelegenheit? Kommentare auch von Streaming-Gegnern erwünscht!

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