Apple schmiedet Allianz gegen Spotify

38
SHARES
Apple macht Spotify Konkurrenz

Apple macht Spotify Konkurrenz.

anzeige

Spotify als Zukunftsmodell

Die Verkaufszahlen von iTunes sinken und sinken. Statt Musiktitel und Alben digital zu kaufen, möchten die Kunden lieber streamen. Weg vom Besitz, hin zum Sharing: Eine gesellschaftliche Entwicklung, die sich nicht nur an Portalen wie Spotify beobachten lässt. Auch die Nachfrage nach Carsharing steigt – sogar Dogsharing wird immer populärer. Warum also neben Autos und Hunden nicht auch Musik lieber „teilen“ statt zu besitzen. Ein interessanter Ansatz, der bei der heranwachsenden Generation immer häufiger beobachtet wird.

Spotify-Konkurrenz? Apple ist (fast) zu spät

Vor allem die Free Version von Spotify ist der Konkurrenz ein Dorn im Auge. Die größtenteils werbefinanzierte kostenlose Version von Spotify nutzen immerhin 45 Millionen Menschen weltweit. Da lässt sich „der Stecker“ nicht so schnell ziehen. Es sei denn, man bringt Plattenfirmen dazu, ihre Musik nicht mehr für ein Gratis-Streaming zur Verfügung zu stellen.

Die kostenlose Version von Spotify nutzen 45 Millionen Menschen weltweit.

Apple hat als eines der größten Unternehmen der Welt und durch seine beliebte Musikplattform iTunes natürlich die Möglichkeit, für Plattenfirmen und Labels deutliche Anreize durch Konkurrenzsituationen zu schaffen.

Und dann? Müsste Spotify tatsächlich die Free-Version des Streamingdienstes einstampfen, wäre die Konkurrenzsituation auf dem Streaming-Markt um einiges schärfer, offener und vergleichbarer.

Dann entscheidet der potentielle Kunde nicht mehr nur über den Preis, der bei Spotify Premium und dem angetrebten Apple Streamingdienst wahrscheinlich gleichauf sein wird. Die Entscheidung würde künftig auch vom Markenbewusstsein abhängig werden und davon, beim wem das Leistungsspektrum attraktiver wird.

Auch das zu erwartende Nutzerverhalten dürfte Apple bei seiner Aktion im Hinterkopf gehabt haben. Nutzer von Apple-Hardware bekommen iTunes frei Haus auf ihrem Gerät vorinstalliert (und nicht entfernbar), so wäre das voraussichtlich auch mit dem Streamingdienst. Welchen Grund also hätte ein Nutzer noch, zu einem anderen Anbieter zu gehen, wenn beide Angebote gleich kosten?

Mehr über Spotify & Co. findest du hier: Alle News zum Thema Streaming »

Streamingdienst Beats Music als Zugpferd für Apple

Der Kauf von Beats by Dre war Apples erster Schritt in die Richtung, sich neu zu formieren und die fallenden Verkaufszahlen von iTunes im Streaming-Markt abzufangen. Denn hinter den schicken Kopfhörern von Beats by Dre steckt mit der zugehörigen Plattform Beats Music auch eine große Streaming-Community. Dank Apple steht Beats Music nun auch ein Relaunch bevor, der Apple als Spotify-Konkurrent eine stabile Ausgangslage mit einer vorhandenen Nutzerschaft sichern soll.

Apple macht Spotify Konkurrenz

Apple macht Spotify Konkurrenz.

Spotify bleibt an der Spitze

Mit Plattenlabels wie Sony, EMI, Warner Music Group und Universal sichert sich Spotify seine Relevanz in mehr als 50 Ländern. Das bequeme Streaming auf mehreren Geräten erlaubt dem Benutzer überall Musik zu hören, Playlists abzurufen und neue Musik zu entdecken.

Unter den Musikern ist Spotify jedoch eine sehr umstrittene Plattform. Zu wenig Abgaben an die Künstler, schlechte Erziehung für Fans und viele weitere Einwände werden regelmäßig laut. Nachdem viele Künstler sogar ihre Musik für Streamingplattformen wie Spotify vorenthalten, gab es sogar eine starke Initiative der A-Riege im Musikbusiness. Mit TIDAL wurde der Versuch gestartet, eine Premiumvariante für die Fans einzuführen – mit angemessener Vergütung für die Künstler. Nach dem Launch des Portals mit viel Medienaufmerksamkeit wurde es allerdings wieder sehr still um die Plattform, die als Alleinstellungsmerkmal mit hochwertigen Audioformaten lockt.

Dennoch trifft Spotify mit seinem Streamingdienst den Zeitgeist der Nutzer: Schnelllebigkeit, einfache Verwendung, einfache Erreichbarkeit, Ortsunabhängigkeit, Konsumgeschwindigkeit, eingeschränkte Verpflichtung.

Ob Apple den Rückstand auf Spotify aufholen kann und ob man bei Labels auf offene Ohren stößt? Was denkst du?
Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Mehr zum Thema:
          


Lesermeinungen (2)

zu 'Apple schmiedet Allianz gegen Spotify'

  • Saib0t   05. Mai 2015   15:41 UhrAntworten

    Ein sehr interessanter Artikel. Ich denke Apple und auch alle anderen vergleichbaren Unternehmen versuchen doch überall ihr Finger im Spiel zu haben. Apple könnte aber den kürzeren ziehen, weil es nicht der Stil von Apple ist, etwas kostenlos aus Werbung finanziert anzubieten. Vorteile die Apple bieten wird, sind mit Sicherheit die spitzen Kommunikation unter den Geräten app auf apple tv etc. Aber dennoch wird Spotify sich nicht aus dem Markt werfen lassen.

    Für einen Profimusiker mag Spotify vielleicht streitig sein. Ich als Hobbymusiker finde Spotify allerdings spitze. Sperrt man die Ohren ein bisschen auf und wühlt sich da ein bisschen durch lernt man unglaublich viel neues kennen. Ob die Musiker nun wirklich wenig abbekommen kann ich nicht beurteilen. Für den Konsumenten aber doch eine klasse Sache. :) Roman Ende

  • Reiner Gehtsnich   05. Mai 2015   17:07 UhrAntworten

    Wenn die Vergütungen stimmen, denke ich kann dies grossen Anklang finden. Zudem wird der Aspekt bezüglich "Zwangsinstallation" auf den Smartphones erwähnt, was durchaus eine grosse Masse an Nutzern mitbringt. Da Künstler bereits heute, teilweise Streamern ihre Musik vorenthalten, bin ich der Auffassung, dass ggf. eine Welle gegen Spotify ausgelöst werden kann, wenn die Konditionen für Nutzer sowie Künstler stimmt. Ohne attraktive Künstler-/Labelvergütungen wird Spotify weiterhin spitzenreiter sein und bleiben.

Sag uns deine Meinung!

anzeige

EMPFEHLUNGEN