9 Dinge, die Du als Band machen kannst, um unvergessliche Konzerte zu spielen
Was kannst Du als Band tun, um die eigenen Konzerte für die Besucher zu unvergesslichen Events zu machen? Zu Konzerten, über die sie immer wieder und gerne ihren Freunden erzählen? Was kannst Du machen, um deine Konzert so gut wie möglich zu gestalten?
9 Dinge, die Du als Band machen kannst, um unvergessliche Konzerte zu spielen
Es ist nicht einfach, an mehr Auftritte für deine Band zu kommen, richtig? Noch schwieriger ist es, echte Musikfans auf diese Konzerte zu lotsen und diese dann auch noch restlos zu begeistern, oder?
In diesem Artikel soll es darum gehen, was Du und deine Band machen könnt, um die Konzerte so gut wie möglich zu absolvieren.
1. Menschen wollen Entertainment
Auch wenn es uns Musikern nicht immer leicht fällt, das zu glauben und zu verinnerlichen: Menschen suchen nicht nach der perfekten Musik, noch weniger nach der perfekt produzierten Musik. Menschen wollen unterhalten werden. Und das gut.
Ich möchte mit dieser Einleitung darauf hinaus, dass es lange nicht ausreicht, ein exzellenter Musiker zu sein, der sein Instrument virtuos beherrscht. Es reicht nicht, fantastische Songs beliebiger Komplexität in perfekter Manier auf einer Bühne vorzutragen. Jazz mag hier vielleicht die Ausnahme bilden, aber Du brauchst dir auch nur mal anzuschauen, wie sich das Publikum mitreissen lässt ;)
Zurück zum Thema: Wer sein Publikum mitreissen und begeistern möchte, muss sich schon etwas einfallen lassen und sich richtiggehend inszenieren. Einfache Musik und eine grossartige Inszenierung bringen dich weiter als tolle Musik und rumstehen auf der Bühne.
2. Üben, üben, üben
Klar. Üben ist enorm wichtig. Aber hierbei geht es nicht nur um die rein technischen Aspekte beim Musizieren. Du kannst als Band auch die Show üben, an den richtigen Stellen die Energie zu bündeln und auf den Zuschauer zu übertragen.
Wie beginnst Du den Gig? Wer steht wo? Und wie gehst Du am Ende der Show von der Bühne?
3. Spiel jede Show als wäre es deine letzte
Musik ist eng mit Emotion und einer Art “magischen Energie” verknüpft. Und beide kommen nicht von ungefähr. Vor dem Konzert sollte sich die Band unbedingt zusammen einspielen und sich eingrooven. Die gute Stimmung, und die notwendige Lockerheit ist dann bereits von Anfang an da und überträgt sich auf den Zuschauer. Ein guter Soundcheck hilft böse Überraschungen während des Gigs zu vermeiden und zudem kannst Du dann schon überlegen, wo Du deinen Gitarrenverstärker auf der Bühne platzierst.
Unter dem Strich ist es wichtig, dass die Band von der ersten Minute Volldampf gibt und die 100% auch bis zur letzten Zugabe halten kann. Das bedeutet unter anderem auch ausgeschlafen und psychisch stabil zu sein. Ich will nicht behaupten, dass es nicht erfolgreiche Bands gegeben hat, die auch ohne Schlaf und mit einer Menge Drogenmissbrauch erfolgreich gewesen wäre und fantastische Gigs gespielt hätte. Das sind aber die Ausnahmen, nicht die Regel.
4. Bühnenoutfit
Privat haben wir alle Jeans mit weissen T-Shirts an, ja. Manche sollen sich dazu sogar auch noch tatsächlich Birkenstock-Sandalen anziehen. Aber das ist kein Outfit für die Bühne. Was auch immer deine Musikrichtung ist: Pass dein Bühnenoutfit daran an.
Auf der Bühne stehst Du ohnehin im Rampenlicht – da darf es ruhig etwas Flippiges, Ausgeflipptes, Ausgefallenesund vor allem Auffälliges sein, das sich mit dem Image der Band insgesamt deckt. Sorgt als Band dafür, nicht in Vergessenheit zu geraten.
Und noch eine Sache am Rand, weil ich gerade letztens damit konfrontiert wurde. Anscheinend meinen alle Ska-Bands sich in ein weisses Hemd mit Krawatte schmeissen zu müssen. Mir ist leider überhaupt nicht klar, wie ich jetzt all die Ska-Bands voneinander unterscheiden kann…sie sehen ja alle gleich aus.
5. Mache eine Menge Promotion
Je mehr Leute bei deinem Konzert anwesend sind, desto einfacher wird es, die Menge zu begeistern. Deswegen darfst Du ruhig eine Menge Zeit im Vorfeld des Konzerts in PR-Arbeit investieren.
Es gibt 1001 Wege, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Event zu ziehen: Flyer, Poster, Newsletter, Facebook, MySpace, Vorkonzerte in Bahnhofshallen oder in der Fussgängerzone, Freunde um Empfehlungen bitten, etc. (siehe hier auch unsere Rubrik zum Thema Musikbusiness)
Investiere in die PR-Arbeit und die Bandpromotion ruhig genauso viel Zeit wie für die Proben. Je mehr Leute auf dem Konzert im Publikum stehen, desto mehr Energie für den Flow. Und das ist die beste Voraussetzung, um ein unvergessliches Konzert zu spielen.
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10. Jun 2010 | 15:13 Uhr
10. Defektes, geliehenes Equipment, das im unpassendesten Moment in Flammen aufgeht (hatten wir früher tatsächlich mal – war unvergesslich).
Im Ernst, wieder mal ein guter Artikel – danke Carlos!
11. Jun 2010 | 07:33 Uhr
Ich erkenne den Jazzer in mir. Bühneshow ist klasse und macht stimmung und man bleibt im kopf. aber das perfekte spielen muss dann erstmal stehn, finde ich.
Ich saß schon in konzertsäälen und hab vor begeisterung den mund nicht mehr zu bekommen und gänsehaut bis zu den zehenspitzen. und die musiker saßen. aber spielten mit leib und seele.
das ist nur denen vorbehalten, die sich vorher mit der musik und dme hintergrund beschäftigt haben und deren hörgewohnheit an die musik angepasst ist. Ich spreche immer von Randgruppenmusik – im positiven sinne.
Andererseits war das Rammsteinkonzert reine Show. echtes entertainmentprogramm. da stand nichtmal ein amp auf der bühne. Die Lieder sind zwar mitlerweile sehr gut durchdacht, aber dennoch einfach gehalten – die show dafür umso bombastischer. dennoch bleibt: perfektion!
Vor allem bei einfachen lieder muss das ‘wie’ sitzen. nicht nur ‘spielen können’. Sich nicht zu verspielen ist die das ende der leiter. Jeder musiker weiß wovon ich rede. und da schließt sich der kreis:
Unbewusst wird auch bei jeder entertainmentshow musikalische perfektion erwartet. in unseren autotune/quantisierungzeiten mehr denn je.
Für manches Publikum zählt nur perfekte virtuosität, aber für kein publikum reicht eine gute show, ohne gute musik.
11. Jun 2010 | 14:51 Uhr
Gute Kommentar, Ramon.
Im Grunde gebe ich dir recht; Qualität spürt man irgendwie und wenn da große Lücken sind, überzeugt es einfach nicht.
Andererseits ist die Frage “Was ist Qualität?” interessant. Ich jedenfalls stelle bei all der perversen Autotune-Perfektion (um es mal auf einen Faktor zu reduzieren), also im Grunde bei allen hochkommerziellen Acts à la Britney und Rihanna, einen großen Mangel an “Content” fest (Verarmung der Popmusik seit den 90er Jahren).
Ich gebe dir recht, dass bei den großen Acts bei aller Banalität im Grunde alles auf handwerklich höchstem Niveau stattfindet (wenn man mal vereinzelte “Lowlights” wie Madonna’s schauerlichen Live-Gesang galant ignoriert).
Insofern hat Carlos auf einer etwas anderen Ebene recht: Vielleicht ist die technische Perfektion eben doch wichtig, aber das eigentliche, eben der “Content”, ist offenbar für das Massenpublikum vernachlässigbar. Wobei gerade dieser Content, also der Reichtum an transportierten Gedanken und Gefühlen, die Differenzierung und Tiefe, für mich ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist.
Das ist der kranke Auswuchs einer 90% kommerziell orientierten Gesellschaft, in der die Verpackung, das mitverkaufte, designte und vorgekaute “Lebensgefühl” zum großen Teil wichtiger ist als der Inhalt.
Insofern reicht für einen sehr großen Teil des Publikums eben doch eine “gute Show” aus. Die eigentliche Aussage kann dann ruhig platt und eindimensional sein (umso besser, um sich im Marketing-Jungle zu behaupten). Für mich ist das meist keine “gute Musik”, aber die Fans sind beeindruckt und die Kasse klingelt.
Da hat sich seit den Beatles (wobei ich da gar nicht mal ein großer Fan bin) eben vieles verändert – nicht unbedingt zum Guten, wie ich finde.
04. Jul 2010 | 09:46 Uhr
Hallo Carlos,
danke für diesen schönen Artikel. Er hat uns gerade am Freitag sehr geholfen.
Aus einer anfänglich nicht sehr vielversprechenden Situation (hochsommerliches Wetter, bei dem die Leute meist bessers vorhatten, als ein Kozert in einer kleinen Hinterhofkneipe zu besuchen) ist dank Beherzigung der Punkte 1, 3, 6, 7 ein wirklich sehr geiler Abend geworden.
PS: Um Punkt 2 hatten wir uns natürlich vorher schon gekümmert ;o)