6 Gründe, weswegen sich deine Band vielleicht morgen schon auflösen könnte…

12
SHARES
anzeige

6 Gründe, weswegen sich deine Band vielleicht morgen schon auflösen könnte…

Es gibt wahrscheinlich eine Million Gründe, weswegen eine Band sich auflösen könnte. Mehr oder weniger. Viele Gründe lassen sich nicht klassifizieren oder gar verhindern. Aber es gibt einige andere, die immer wieder auftreten und gegen die Du dich wappnen kannst. Vielleicht erkennst Du dich ja in dem ein oder anderen Punkt wieder und vielleicht hilft dir dieser Artikel ja weiter in der Analyse etwaiger Probleme?

 

1. Kommunikation

An erster Stelle kommt natürlich das gravierendste Problem der Menschheit: Mangelnde oder falschinterpretierte Kommunikation. Eine Band lässt sich vielleicht wie eine Beziehung verstehen. Um diese dauerhaft zu machen, müssen alle Partner immer in der Lage sein, miteinander reden zu können. Jeder sollte zu jedem Zeitpunkt in der Lage sein, seine Gedanken, Gefühle – eben alles, was ihn bewegt – auszusprechen und Gehör geschenkt bekommen.

Wenn keiner den Problemen der Bandkollegen zuhört (oder noch schlimmer: dafür ausgelacht wird), wird dieser irgendwann aufhören, sich mitzuteilen. Der Ärger wird staut sich und platzt irgendwann aus ihm heraus, was nicht selten auch zu einem Splitting der Band führt.

Was hierbei ebenfalls wichtig zu beachten ist: Das gilt nicht nur für Dinge, die die Musik betreffen, wie den Chorus, der Gesang oder das Arrangement. Es gilt für alles, was die Band oder die Beziehung der einzelnen Bandmitglieder untereinander betrifft.

 

2. Ziele & Ehrgeiz

Ein weiterer Grund, der sehr häufig zur Auflösung von Bands (oder Musikprojekten) führt sind unterschiedliche Ziele bei den einzelnen Bandmitgliedern. Wenn der Sänger eine Weltkarriere hinlegen möchte, sieht der Bassist die Band vielleicht eher als Freizeitbeschäftigung. Der Drummer will studieren gehen und damit sind die Tage der Band praktisch bereits gezählt.

Wie bei einem Tauziehen hängt der Erfolg und das Bestehen einer Band davon ab, dass alle Bandmitglieder in dieselbe Richtung ziehen. Und sobald auch nur einer Abweichungen in der Ausrichtung aufweist, wird die ganze Geschichte kompliziert.

Hier hilft im Grunde genommen nur miteinander zu reden und gelegentlich die eigenen Ziele mit denen der anderen abzugleichen. Am besten ist es jedoch, wenn die Ziele schon bei der Gründung der Band von vornherein miteinander abgeklärt wurden.

 

3. Veränderung

Auch wenn die Ziele am Anfang abgeklärt wurden, kann es passieren, dass sich die Ziele des ein oder anderen im Laufe der Zeit ändern. Die Welt bewegt sich, die Umgebung ändert sich stetig und so auch die Ziele der Menschen. Wer in der Schule einzig Punkrock spielen wollte, kann sich danach auch zum Jazzer entwickeln. Oder einer der Bandmitglieder findet einen Partner für das Leben und ändert seine Meinung über das Geld verdienen mit Musik.

Im Übrigen sind die Partner der Bandmitglieder ohnehin ein heikles Thema. Wenn einer in der Band einen neuen Partner findet, dann ist die Band zumeist gut beraten damit, sich mit diesem oder dieser anzufreunden. Schliesslich müsst ihr euch die Zeit des entsprechenden Bandmitglieds in Zukunft ja teilen und da ist es nicht gut, wenn der Partner gegen die Band arbeitet.

 

Hier geht es weiter mit 6 Gründe, weswegen sich deine Band vielleicht morgen schon auflösen könnte…

Mehr zum Thema:
  


Lesermeinungen (11)

zu '6 Gründe, weswegen sich deine Band vielleicht morgen schon auflösen könnte…'

  • Hans   17. Apr 2010   15:02 UhrAntworten

    ...sehr interessanter Beitrag vielen Dank!
    die Band ist wie eine Familie, das kann ich nur unterstreichen. In meiner ehemaligen Band war das 23 Jahre so. Plötzlich nach einem "Neuzugang" war auf einmal alles anders, wenigstens für mich. Einen Wechsel in der Band gibt es immer wieder, aber passt auf, dass "der Neue" nicht irgendwann die Oberhand gewinnt und dadurch die Integrität der Band leidet. Zum Glück hat alles zwei Seiten und so birgt doch jede Krise auch einen Neuanfang - musikalisch wie auch im richtigen Leben:-)

  • dariddle   18. Apr 2010   01:11 UhrAntworten

    danke carlos für deine worte.
    ganz wichtig : reden und gleich klar machen, worum es geht.
    nur genau das ist nicht immer so einfach.
    oft habe ich erlebt, dass ein bandmitglied sein eigenes süppchen kocht, nicht reden will, die ganze band behindert...
    deshalb halte ich die besetzung immer ganz klein, nur 2 am besten und dazu kommen jede menge gastmusiker.
    und natürlich bin ich auch gern gastmusiker in anderen gruppen.
    so lässt sich der ganze aussermusikalische stress vermeiden und das, worum es wirklich geht, nämlich die freude mit menschen musik zu machen, ist ungetrübt.

  • Dominik   18. Apr 2010   08:39 UhrAntworten

    7. Authorität.

    Ich habe die Erfahrung gemacht (und viele Kollegen haben mir so etwas auch schon bestätigt), dass es so etwas wie ein "Zugpferd" braucht, jemand, der etwas mehr Plan hat als die anderen ("Lok" und "Wagons"). Das heißt nicht, dass einer der ultimative Boss sein und alle anderen immer brav die Schnauze halten müssen, aber eine falsch verstandenes Demokratie-Idee (und um-jeden-Preis-mitreden-müssen) kann eine Band auch total sabotieren. Im schlimmsten Fall eben so sehr, dass "6. Unüberbrückbare Differenzen" auftreten.

    Oft ist es besser, dass einer etwas besser weiß, wo es lang geht (ist auch oft so) und die anderen zwar grundsätzlich mit am selben Strang ziehen, sich aber mehr auf ihren Job (Instrument) konzentrieren als unbedingt bei jeder Kleinigkeit mit entscheiden müssen. Es ist auch für viele entspannter, das grobe Richtungs- (und oft auch wirtschaftliche) Management dem "Leitwolf" zu überlassen. Es können ja auch nicht alle gleichzeitig einen Song komponieren. Der stammt meist eher aus einer bzw. zwei Federn.

    Die "absolute Demokratie" mag es in manchen Bands geben, aber ich schätze eher seltener.

    Das ganze Thema hat sehr viel mit Grundvertrauen und seinen-Platz-finden zu tun. Unausgewogene Charaktere, wenn sie vielleicht auch gute Musiker sind, können viel Schaden anrichten.

  • Carnivores   18. Apr 2010   09:48 UhrAntworten

    Zu dem Thema hab ich schon soviel erlebt, dass ich ein eigenes Buch schreiben könnte. ( wenn ich nicht soviel Zeit in meine Band investieren würde )

    z.B.
    Bandkollegen die sich als Kapitän eines Schiffes gesehen haben und nur Ihre eigenen Ideen verwirklichen wollten und andere Meinungen nicht zulassen konnten.

    Unterschiedliche Ziele in einer Band - Ich wollte die Songs, die ich geschrieben habe - lieber selbst singen ! - daher hab ich eine eigene Band gegründet - mit dem Resultat, dass ich aus der vorherige Band ausgestiegen bin.

    Was mir bisher jedoch am stärksten aufgefallen ist, egal ob wir Bandkollegen gesucht oder andere Musiker kennengelernt haben ( und die uns von Ihren Erfahrungen erzählt haben )

    Es gibt da diesen Typ Musiker, der sich in ein gemachtes Nest setzen will.
    Die anderen Mitmusiker sollen SEINE musikalische Laufbahn puschen - indem Sie z.B mehr Konzerte organisieren, härter an sich arbeiten, die Webseite besser pflegen usw.

    Fragt man mal nach, ob er/sie nicht auch etwas zu der Band beitragen will - erhält man oft die Antwort, ich spiele doch hier und kann doch meine Parts - reicht doch ! ( Nur zur Info - hab ich mindestens schon 6-7 mal erlebt ),

    oder meine Lieblingsfrage beim Kennenlernen von neuen Bandkollegen - wieviel Konzerte spielt Ihr den so im Monat, ich will ja meine Zeit nicht im Proberaum verschwenden,
    oder auch immer schön : Ruft mich doch einfach an, wenn Ihr einen Gig habt, dann Proben wir zwei-, dreímal und können dann auf die Bühne gehen.

    Mein Tip : Seht zu das Ihr solche Arschlöcher nicht in die Band bekommt, denn dann geht meistens eure Band daran kaputt.

    Drogen und Alkohol können im Übermaß auch unproduktiv sein - der Punkt ist dann erreicht, wenn Ihr mehr Zeit mit Trinken und Kiffen, als mit Musikmachen verbringt - dann sollte man mal miteinander reden !

  • Hans   18. Apr 2010   19:40 UhrAntworten

    @Dominik

    also wir sind 23 Jahre ganz gut ohne Authorität gefahren. Jeder hatte seine Aufgabe in der Band und alle haben sich gleichwertig und super ergänzt. Unstimmigkeiten haben wir immer recht gut bewältigen können. Als dann genau dieser "Boss Typ" in die Band kam, war der Spaß an der Musik im Eimer. Proben bis zum Abwinken, aber sowas von ineffektiv, dass es einem schlecht werden konnte. In drei Jahren haben wir es nicht einmal geschafft einfach mal nett in der Runde zu sitzen und ein wenig gesellig zu sein. Meiner Meinung nach auch ein ganz wichtiger Punkt in einer "Familie". Dazu kam noch der Aspekt, den Carnivores beschrieben hat, nämlich dass der sich im Prinzip ins gemachte Nest gesetzt hat, den tollen Macker rauhängt, aber zu faul ist Kisten zu schleppen, auch sonst nichts tut und an seinem Intrument alles andere als eine Offenbarung aber von den anderen Höchstleistung erwarten. Zwischenzeitlich hat jeder so zu spielen wie er das sagt. Kreativität - weit gefehlt. Keine Ahnung wie das die anderen immer noch packen, aber der hat so eine unterschwellig schmierige Art an sich, die wohl viele nicht zu durchschauen vermögen. Reden hat jedenfalls bei mir nichts geholfen. Widerstand meinerseits wurde immer abgeblockt. Naja, hab halt dann meine Konsequenzen gezogen, wollte mich mit den anderen nach so vielen Jahren auch nicht verstreiten und bin dann gegangen. Achja, zuviel saufen ist scheiße, aber hütet Euch vor denen, die gar kein Bier trinken;-)
    Zum Schluß möchte ich noch anmerken, dass es ja vielleicht nicht auszuschließen ist, dass ich derjenige war, der kein Verständnis aufbringen konnte. Möchte mich hier sicherlich nicht als Heiligen präsentieren und sag eben nur wie ich das sehe.

    So - sorry für's auskotzen, aber die Sache steckt mir immer noch im Magen.

  • Carlos (delamar)   19. Apr 2010   07:31 UhrAntworten

    Danke für eure Kommentare. Da sieht man doch immer wieder, wie wichtig eine Band für die meisten Musiker ist. Eben doch eine kleine Beziehung ;)

  • G. Walter   20. Apr 2010   16:09 UhrAntworten

    ja bands sind genau wie beziehungen.muss ja nur hans in komentar 5 sehen wie es immer noch in den magen steckt.

  • Jan   17. Jan 2012   21:37 UhrAntworten

    Bei uns:
    Problem 1: Drummer übt selten/ klappt zum Glück trotzdem.
    Problem 2: Ich bin der einzige, der auf eine Bandkarriere aus ist und auch mal Geld dafür ausgibt.
    Problem 3: Beleidigte Musiker nach Kritik.

    Wie kann man verhindern, dass sich Musiker nach konstruktiver Kritik (ich bemühe mich ja schon)nicht angegriffen fühlen?

    Wie auch immer, bei uns klappt es schon gute 2,5 Jahre lang.

  • Wild   23. Sep 2012   12:53 UhrAntworten

    Ich spiel' jetzt schon in der 5ten oder 6ten Band, und mittlerweile bin ich der totalen Überzeugung, dass eine Band nur dann musikalisch und zwischenmenschnlich funktionieren kann, wenn - ganz salopp formuliert - die Leute einfach "passen".

    DESWEGEN hab' ich (nach vielen frustrierenden Momenten in meinen damaligen Bands) einfach Leute gesucht, die "passen" - dauert natürlich länger, aber gut Ding braucht Weile, und so hab' ich die Leute meiner jetzigen Band nach und nach in die Band geholt, d.h., zuerst Sänger und ich (Gitarrist), dann Bassist, dann Drums ... Bis jetzt funktioniert alles wunderbar ;)

    Und eines möcht ich gern noch sagen: Viele Leute machen den Fehler, dass sie "beste" FreundInnen in die Band holen ... das Problem dabei ist, dass es schnell zu zwischenmenschlichen Konflikten kommen kann, wenn man sich besser kennt. Mit den BandkollegInnen sollte mach sich auf jeden Fall gut verstehen, ich persönlich finde es aber auch gut, wenn gleich von vornhein das Verhältnis zu den anderen Bandmitgliedern mehr ein musikalisches ist.

    Wollt' ich nur mal alles sagen ;)
    schönen tag noch

  • Fresh   09. Apr 2014   18:04 UhrAntworten

    Gute Infos!
    Ich bin 15 und spiele bereits in meiner dritten Band. Die erste war nicht der rede wert, die zweite hielt etwas länger, löste sich aber dann durch mein verlassen auf. Ich bin rausgegangen, weil die Sängerin sich nicht sehr bemühte und der Kayboarder ständig das Sagen haben wollte. Zu dem waren unsere Vorstellungen von Musik wirklich verschieden, während der Keyboarder den Willen hatte aus jedem elektronisch klingenden Lied eine Akkustikversion zu machen war dem drummer alles egal und ich interessierte mich eher für Blues und RocknRoll. Meine Band in ihrer jetzigen Besetzung funktioniert besser, da wir gleich anfangs unsere Musikgeschmäcker klar gemacht haben. Stress gabs nur wegen dem Bassisten, der zwar viel wollte aber nichts konnte und sich auch nicht bemüht hat. Er war nur am kritisieren und sein Erscheinen bei der Probe war selten. Wir haben ihn vor kurzer Zeit dann rausgeworfen und es scheint besser zu laufen. Also kennt jemand vllt nen Bassisten im Raum Landkreis Kelheim (Bayern) ? :)

  • Donald   30. Jul 2015   17:23 UhrAntworten

    Könnte man sich nicht Vor dem Eintritt in eine Band, über die Funktionen
    und Ziele, evtl. auch Wünsche/Bedürfnisse der einzelnen Mitglieder austauschen, um so die Kaliber auszuloten, mit denen man es zu tun hat/bekommt ?
    Eventuell klärt sich so im Vorfeld schon die Frage über einen Eintritt- bzw. Nicht-Eintritt in die Band.
    Wer hat schon Zeit zum vergeuden.

Sag uns deine Meinung!

anzeige

EMPFEHLUNGEN