Audiobearbeitung: Grundlagen zum Musik produzieren

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Übersicht

  1. Audiobearbeitung
  2. Audio schneiden
  3. Comping

Die ersten Aufnahmen mit deinem Audio Interface sind geschafft, nun kann es an die eigentliche Audiobearbeitung oder das Musik zusammenschneiden gehen (das Musik produzieren, wenn Du so willst). Mit den hier erläuterten Schritten kannst Du mehr aus deinen Aufnahmen herausholen. Es geht darum, sie so zu veredeln, dass sie für sich oder das Abmischen und Polieren mit Effekten wie angegossen sitzen.

Ein Audio Editor bzw. ein Musik-Bearbeitungs-Programm solltest Du im besten Falle bereits installiert haben, Du kannst diesem Workshop aber auch ohne folgen und dich später darum kümmern.

Viele DAWs bringen die wichtigsten Funktionen für die Audiobearbeitung von Haus aus mit

Destruktive vs. Non-destruktive Audiobearbeitung

In der Musikproduktion wird zwischen destruktiver und non-destruktiver Audiobearbeitung unterschieden. Erstere bezeichnet die unwiderrufliche Veränderung einer Audiodatei, die Änderungen werden in der Datei selbst festgeschrieben und können später nicht mehr rückgängig gemacht werden. Bei der non-destruktiven Variante bleibt ein Hintertürchen offen: Sei es durch das Erstellen von Sicherungskopien vor der Bearbeitung oder dadurch, dass die gewünschten Änderung in Echtzeit berechnet werden.

Als gutes Beispiel dient dabei der Fade-In bzw. der Fade-Out (siehe Abbildung unten). Dabei kannst Du beim destruktiven Verfahren die Ein-/Ausblendung der Lautstärke am Anfang/Ende direkt in die Audiodatei schreiben, während bei der non-destruktiven Variante lediglich eine beim Abspielen dynamisch berechnete Hüllkurve über den Audioclip gelegt wird.

Audiobearbeitung Fade-In & Fade-Out

Audiobearbeitung Fade-In & Fade-Out

Non-destruktive Effekte haben den gewaltigen Vorteil, dass sie jederzeit in Echtzeit verändert werden können – also auch noch nachträglich. Du kannst immer wieder vom Ausgangspunkt starten und bei Bedarf auch einen völlig anderen Effekt verwenden. Keine Information geht verloren, der Urzustand bleibt unangetastet. Etwaige Fehler sind leicht zu einem späteren Zeitpunkt leicht auszumerzen.

Die non-destruktive Arbeitsweise belässt die Aufnahmen in ihrem Ursprungszustand

Destruktive Effekte haben zwar den Vorteil, dass Rechenleistung eingespart wird, weil sie in der Datei festgeschrieben werden. In jedem Falle empfiehlt es sich, eine Sicherungskopie von deinen Aufnahmen zu erstellen, bevor Du sie irreversibel modifizierst; unter Umständen bietet dir dein Audio Editor eine automatisierte Sicherung im Vorfeld der destruktiven Bearbeitung an.

Eine destruktiv veränderte Datei kann von allen Geräten und Programmen in exakt demselben Zustand abgespielt werden, wie sie geschrieben wurde, ohne dass dort die ursprünglich verwendete Audiosoftware zur Klangerzeugung und/oder Audiobearbeitung ausgeführt werden muss.

Bei den im Folgenden vorgestellten Verfahren lohnt es sich stets, nach nicht-destruktiven Varianten Ausschau zu halten und diese für die Bearbeitung deiner Aufnahmen in Betracht zu ziehen.

 

Audiobearbeitung: Normalisieren

Wie Du auch in unserem Workshop über deine erste Aufnahme erfahren kannst, ist es wichtig, den Lautstärkepegel bei der Aufnahme unter der 0-Dezibel-Grenze zu halten, damit das Signal nicht übersteuert.

Für eine spätere Weiterbearbeitung in anderen Programmen, vor allem aber auch beim finalen Export bietet es sich an, das Signal in seiner schon digitalisierten Form nachträglich lauter zu machen: Man sagt auch „das Audio normalisieren“.

Audiobearbeitung: Normalisieren

Audiobearbeitung: Normalisieren

In der Datei (oder dem markierten Bereich) wird zunächst die höchste Pegelspitze (»Peak«) gesucht und der Abstand bis zu den 0 dB ermittelt. Beim Audio normalisieren wird dann das aufgenommene Signal im Pegel so weit angehoben, dass die höchste Pegelspitze bei beispielsweise -0,3 dB landet. Diesen Grenzwert kannst Du in deinem Audio-Aufnahme-Programm meistens selbst festlegen. Bei dieser Audiobearbeitung bleibt das Verhältnis zwischen den leiseren und den lauteren Teilen des modifizierten Schallereignisses intakt – das bedeutet, dass durch die Anhebung der Lautstärke des Nutzsignals auch das Rauschen lauter wird.

Als Peak wird die höchste Pegelspitze, also der lauteste Punkt in einer Aufnahme, bezeichnet

Wenn Du mehrere Aufnahmen gleichzeitig normalisieren möchtest, dann solltest Du das Ergebnis unbedingt kontrollieren. Da die Aufnahmen unterschiedlich laute Peaks haben, ist es nicht unwahrscheinlich, dass nach diesem Arbeitsschritt drastische Lautstärkeunterschiede zwischen den einzelnen Parts zu hören sind. Das Intro könnte krachend laut ausfallen, während andere Parts etwas kleinlaut daherkommen.

Manche Audio-Schnittprogramme kommen deswegen mit einer hierfür ausgelegten Funktion (Meta Normalize), die alle Audiodateien um denselben Wert im Pegel anhebt und damit die Lautstärkenverhältnisse zwischen den einzelnen Aufnahmen beibehält. Für die Berechnung wird die höchste Pegelspitze aller Dateien hergenommen.

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  2. Audio schneiden
  3. Comping