MIDI-Controller: Den richtigen Keyboard-Controller / Tastatur finden

Kompakte MIDI-Controller – Der Ratgeber

Ist grösser auch gleich besser? Nun, wenn es um das Homerecording Tonstudio geht, dann ist das wohl kaum anzunehmen. Viele heimische Tonstudios bekommen nicht einmal einen eigenen Raum in der Wohnung spendiert, sondern finden auf einem durchschnittlichen Schreibtisch statt. Und dort gibt es nur wenig Platz.

Ein Keyboard-Controlller mit 88 Tasten ist fantastisch zum Einspielen, findet aber eben nur wenig Platz auf einem kleinen Schreibtisch. Oftmals braucht es aber nur wenige Tasten, um einen Beat einzuspielen, eine kurze Melodie zu finden oder einige Akkorde einzuspielen. Im Klartext soll das heissen, dass die neuartigen MIDI-Controller mit wenigen Tasten vielleicht optimal als Zweitgerät auf dem Schreibtisch sind.

Platz finden diese beispielsweise direkt unter dem Bildschirm oder auch auf einer Ablage unter dem Tisch. Ein weiterer Vorteil dieser kleinen Keyboard-Controller sind die vielen zusätzlichen Bedienelemente wie die Pads, die Fader und Drehregler, mit denen sich die DAW-Software und die Plugins fernsteuern lassen. Ganz zu schweigen von den Transport-Tasten, mit denen sich Wiedergabe, Aufnahmen und die Lokatoren einstellen lassen.

Ratgeber Keyboard-Controller und MIDI-Controller

Ratgeber Keyboard-Controller und MIDI-Controller

MIDI-Controller und Keyboard-Controller

Ich werde die beiden Begrifflichkeiten MIDI-Controller und Keyboard-Controller mal nebeneinander für diesen Artikel nutzen. Wobei sich der Unterschied darin wiederfinden kann, dass ein Keyboard-Controller mit einer Tastatur (Klaviatur) ausgestattet ist, ein MIDI-Controller aber durchaus auch ohne auskommen dürfte.

Beiden gemein ist die Tatsache, dass sie keinerlei Klangerzeugung mit an Board haben. Beide Varianten sind dazu gedacht, andere MIDI-Geräte oder die Musiksoftware am Audio Computer fernzusteuern. Dort befindet sich dann jeweils die Klangerzeugung.

Diese Hardware schickt also lediglich MIDI-Befehle durch die Kabel und kein Audio.

Das Schöne an den kompakten Geräten ist natürlich auch ihr Preis. Dieser ist definitiv in einem Rahmen, der für alle bezahlbar bleibt und es gibt sogar einige Geräte, die unterhalb der 100,- Euro Grenze liegen.
In diesem Ratgeber kompakte MIDI-Controller soll es darum gehen, welche Features Sinn machen und auf welche Du für dein Homerecording verzichten kannst.

 

Grösse und Anzahl der Tasten beim MIDI-Controller

Das Hauptmerkmal und damit wichtigste Entscheidungskriterium für oder gegen einen MIDI-Controller oder Keyboard-Controller ist sicherlich die Anzahl der Tasten. Und hier kommt natürlich auch wieder der oben bereits erwähnte Platz auf dem Schreibtisch zum Tragen. Du kannst beispielsweise den Platz exakt mit einem Metermass ausmessen und dann den grösstmöglichen Keyboard-Controller erwerben.

Bei den kompakten Modellen stehen meist MIDI-Controller mit 25, 37 oder 49 Tasten zur Verfügung. Fas noch spannender als die reine Anzahl der Tasten finde ich die Größe derselben. Zwar habe ich schon Geräte hier spielen können, die trotz kleinster Tasten Spass machten. Für einen dauerhaften Einsatz im Homerecording Tonstudio würde ich dennoch die vollausgewachsenen Tasten nutzen.

 

Spielgefühl und Handling beim Keyboard-Controller

Weitere Kriterien für die Auswahl des richtigen Geräts ist natürlich auch die Haptik. Einige Modelle fühlen sich sehr nach Plastik an, andere fühlen sich hingegen wertig an. Du kommst hier nicht drumrum, einfach mal selbst Hand anzulegen und sie zu testen.

Für mich gehört zu jedem MIDI-Controller auch die Anschlagsdynamik (Velocity). Ich kann mich eigentlich an keinen Controller erinnern, der in den letzten Jahren auf den Markt gekommen wäre und keine Anschlagsdynamik mit an Bord gehabt hätte. Wichtig ist die Velocity, um dem Klangerzeuger unterschiedliche Lautstärken und Tonvarianten zu entlocken.

 

Aftertouch

Nur wenige kompakte MIDI-Controller bieten in der Preisklasse das, was man Aftertouch nennt. Du kannst dir das vorstellen wie die Anschlagsdynamik, nur dass Aftertouch nach dem initialen Herunterdrücken beginnt und vom Druck auf die Tasten abhängt. Viele Klangerzeuger können mit diesen MIDI-Befehlen umgehen und das kann ein ausdruckstärkeres Spielen mit sich bringen.

Wie ich mir von einem Experten auf diesem Gebiet habe mal erklären lassen, gibt es gleich zwei unterschiedliche Arten von Aftertouch: Monophon und polyphon. Ganz wie Du dir das vielleicht schon gedacht hast, gibt der MIDI-Controller bei ersterer Implementierung nur Daten einer Taste weiter, während bei der polyphonen Variante alle Tasten Aftertouch-Daten senden. Die Variante monophon ist natürlich häufiger als polyphon.

 

Hier geht es weiter mit dem ‘Ratgeber kompakte MIDI-Controller: Wie Du den richtigen Keyboard-Controller für dich findest’

Lesermeinungen (4)

zu 'MIDI-Controller: Den richtigen Keyboard-Controller / Tastatur finden'

  • Die Seelen
    08. Jul 2011 | 10:30 Uhr Antworten

    Also ich habe mit dem UF6 von CME sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Controller sind für meine Verhältnisse absolut ausreichend.

    Die bisher beste Tastatur, die ich bisher gespielt habe, war die vom Quasimid Raven.
    Die war irgendwie “nen Tick” schwerer als die normalen Keyboards. Und auch die schwarzen Tasten waren leicht abgerundet.

    Gruß
    Torben

  • lament
    14. Jul 2011 | 12:36 Uhr Antworten

    hallo,
    ich habe mal eine frage; ich überlege mir das m-audio axiom 25 zuzulegen. bei dieser anzahl sind ja nur knapp 2 octaven abgedeckt. wenn ich gerade im bereich c-3 spiele, dann aber was im bereich c-6 (nur als beispiel) spielen möchte, kann man das dann “verschieben” ?
    wie flexibel sind so kleine keyboards?

    • jk
      06. Jan 2013 | 18:31 Uhr Antworten

      Ja, dafür gibt es die “Octave Up/Down”-buttons, mit denen du deine Tastenlage um eine Oktave (Bei manchen Keyboards auch um ein anderes, festlegbares Intervall) verschieben kannst. Allerdings muss man erstmal üben, mit dieser Bedienung unterbrechungsfreie Melodieläufe über mehrere Oktaven zu spielen. Flexiblität in Puncto Split-Zonen, die es ermöglichen, z.B. auf unterschiedlichen MIDI-Kanälen oder auch unabhängigen Oktavlagen zu spielen, wirst du erst ab der 4-Oktaven-Klasse finden (bzw. auch sinnvoll einsetzen können). Da ich aber annehme, dass du das Axiom ohnehin ausschließlich am Computer betreiben wirst, kannst du fast alle dieser Masterkeyboardfunktionen über kleine Programme softwareseitig nachrüsten.

  • Tim
    21. Mai 2012 | 20:08 Uhr Antworten

    Dankeschön :)
    Toller Ratgeber, der die Entscheidung leichter fallen lässt.

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