Orange Micro Terror & PPC108: Winziger Gitarrenverstärker plus Cabinet

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Orange Micro Terror & PPC108

Orange Micro Terror & PPC108

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Orange Micro Terror & PPC108: Winziger Gitarrenverstärker plus Cabinet

Im Micro Terror steckt eine Vorverstärkerröhre vom Typ 12AX7 mit 20 Watt RMS-Leistung. Er wird mit einem 15 Volt betrieben, bietet einen AUX-Input für MP3- oder CD-Player und kann in jeden Gitarrenlautsprecher mit 4 Ohm oder mehr (selbst ein 4 x 12) gestöpselt werden.

Orange Amplification spricht schon jetzt, kurz bevor das Teil auf der NAMM präsentiert wird, von einem »wahren Orange-Klassiker mit massig britischem Vintage-Charakter, cleanem Crunch und ausgewachsenem Overdrive.«

Orange Micro Terror & PPC108

Orange Micro Terror & PPC108

Mit seinem laut Hersteller sehr widerstandsfähigen Stahlgehäuse wurde er nach denselben Anforderungen an die Robustheit wie die anderen Mitglieder der Terrorfamilie konstruiert. Wie unglaublich klein und tragbar er ist, zeigt dieses Bild sehr eindrucksvoll:

Orange Micro Terror vs. iPhone

Passend zum neuen Micro Terror wird die Gitarrenbox PPC108 auf den Markt gebracht, die sich ideal dafür eignen soll, einen Mini-Terror-Stack zu basteln. Sie wird separat verkauft. Ihre 8-Zoll-Lautsprecher soll einen ordentlichen Punch liefern – »sound that has to heard to be believed«. Yadda yadda…

Der Hersteller verspricht eine »extrem robuste Konstruktion« und verwendet das, äh, »legendäre« Korbgeflecht als Abdeckung für die Lautsprecher. Der klassische Schriftzug und das Logo dürfen natürlich nicht fehlen.

Orange Micro Terror & PPC108: Preis & Verfügbarkeit

Zum Preis und zur Verfügbarkeit des Orange Micro Terror und des Orange PPC108 ist nich nichts bekanntgegeben worden. Nach der NAMM 2012 werden wir wohl mehr wissen.

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Lesermeinungen (1)

zu 'Orange Micro Terror & PPC108: Winziger Gitarrenverstärker plus Cabinet'

  • Matthias Tamrat   14. Mai 2013   00:18 UhrAntworten

    Inzwischen ist der Micro Terror ja überall verfügbar und ich habe mir nun mal einen gekauft. Für 119,- Euro ist er wohl eines der preiswertesten ernstzunehmenden Tops überhaupt.

    Die zugehörige Box ist hingegen nicht ernstzunehmen. Sie klingt irgendwie dünn und hat - entgegen der Ankündigung im obigen Artikel - keinerlei Punch. Vielleicht investiere ich die € 69,- gelegentlich um ein optisch vollständiges Stack zu haben. Zum Spielen braucht es aber schon eine Box mit wenigstens einem Speaker normaler Größe. Mit einer Vox 1x12 ('Night Train') erhalte ich einen erstklassigen Sound.

    Das Motto dieses Verstärkers heißt einfach: Weniger ist mehr! Nicht nur, daß der Transport wohl keinerlei Probleme bereiten sollte, auch die Ausstattung ist minimalistisch und gerade dshalb macht dieser Winzling so viel Spaß.

    Eingangsbuchse, drei Regler (Gain, Tone, Volume), Aux-in und Kopfhörerausgang befinden sich auf der Frontplatte, ungewöhnlicher Weise von rechts nach links. Auf der Rückseite kommen nur noch Netzeilstecker (15V DC) und Speaker-out dazu. Der Betrieb mit einem Netzteil ist für einen Amp, dazu einen mit Röhrenvorstärker, eher ungewöhnlich, und die Notwendigkeit ggf. das Netzteil mitzunehmen, ist irgendwie ein Wermutstropfen, auch wenn es kaum mehr wiegen dürfte als ein kräftiges Netzkabel.

    Die Transistorendstufe des kleinen Verstärkers leistet immerhin 20 Watt und ist an der 1x12 Box imstande, einigen Druck zu machen. Für den Proberaum ist es mehr als genug, mit einem 2x12 Cabinett sollte sich auch ein kleinerer Club sehr ordentlich beschallen lassen. In der Wohnung muß der Lautstärkeregler auf 8 Uhr bleiben. Vorteil der Transistorendstufe ist natürlich, daß die Lautstärke keinen wesentlichen Einfluß auf den Sound hat.

    Dafür ist wiederum der Gain-Regler im Zusammenspiel mit der ECC83 Vorstufenröre zuständig, und die haben es in sich: Von ganz clean bis zum soliden Brett erstreckt sich der Regelweg, unterwegs gibt es noch Varianen mit weniger oder mehr Crunch. Das alles ohne Boost-Schalter oder separaten High-Gain Input bedeutet, daß man den Gain-Regler (oder alternativ das Volume Poti der Gitarre) relativ feinfühlig bedienen muß. Ich stelle den Gain-Regler auf ca. 3 Uhr und erledige den Rest an der Gitarre. Mit der Tele muß ich das Volume schon sehr weit zurücknehmen um einen absolut cleanen Sound zu erhalten. Bei mittlerer Stellung solider Crunch, bei vollem Volume geht es schon in Richtung Brett. Mit Humbuckern Aktiv-Pickups oder einem vorverstärkenden Treter gibt es vielleicht noch extremere High-Gain Varianten, für den normalen Gebrauch reichen Single-Coils mittlerer Ausgangsleistung voll und ganz.

    Der Tone-Regler beeinflußt die höheren Frequenzen. In Mittelstellung ergibt sich ein tragender, warmer, punchiger Ton, dem es noch nicht an Brillianz fehlt. Mit dem Steg-Pickup der Tele ist es so eher noch ein wenig zu spitz. Stellungen rechts von der Mitte sind also vermutlich vorwiegend geeignet um dumpfen, muffigen Instrumenten mehr Brillianz zu entlocken. Umgekehrt wirken Stellungen links von der Mitte ahnlich wie die Tonblende an der Gitarre.

    Es macht einfach Spaß, mit dieser Minimalausstattung verschiedne Nuancen auszuprobieren. Mit etws Geduld, sorgfältigem Hinhören und vorsichtigem Nachregeln findet man sicher für jede Gitarre 3-4 sehr ordentliche und im Charakter klar unterschiedene Sounds. Die wenigen Regelmöglichkeiten des Amps verführen dazu, die Möglichkeiten der Gitarre wieder enrster zu nehmen, z.B. auch die Mittelpositionen des Tonabnehmerschalters oder die Höhenblende in die Suche nach guten Sounds einzubeziehen. Das führt zu einem vollig anderen Ansatz als wir ihn von Amps mit aufwändigen Equalizern und erstrecht von Modeling-Amps gewohnt sind. Wenn die Möglichkeiten ausgeschöpft sind, werde ich bestimmt Lust bekommen, mich mal wieder nach zwei oder drei brauchbaren Bodentretern (Noise Gate, Flanger/Chorus, Echo/Hall, evtl. Booster) umzusehen - für meinen feature-überladenen Vox VT20+ brauche ich so etwas ja nicht. Das bedeutet aber nicht, daß dem Micro Terror irgendetwas fehlen würde - back to basics!

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