Die Zukunft der Controller

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Die Zukunft der Controller

MIDI-Controller in Zukunft?

MIDI-Controller in Zukunft?

Nachdem die Entwicklungen im Audiobereich immer mehr in Richtung der Steuerung von Audiosoftware mittels Controller geht und immer mehr Software damit wirbt komplett per MIDI gesteuert werden zu können, fragt man sich wohin diese Entwicklung eigentlich führt?

Die Zukunft der Controller: Ist-Zustand

Gerade haben wir im Audiosektor viel Hardware die mit allen möglichen Controllern ausgestattet ist. Meist haben diese Geräte mehrere Buttons, Drehregler, Fader. Es gibt sogar Geräte die ausschliesslich als Controller aufgebaut sind und gar keine interne Klangerzeugung ermöglichen.
Beispielsweise fallen hier die Controller von M-Audio oder CME und dergleichen auf.

Moderne MIDI-Hardware-Controller gliedern ihre Bedienungsoberfläche in verschiedene Kategorien:

  • Klaviatur
  • Buttons (toggle, momentary, switch)
  • Fader oder Slider (vertikal, horizontal)
  • Drehregler (begrenzt, endlos)

(MIDI-)Controller und der Sequencer

Moderne Sequenzer bieten die Möglichkeit, diverse Plugin- und Sequenzerparameter auf einen beliebigen Controller zu „mappen“. Das heisst, man weist einer internen Controller-Nummer (z.B. Control Change, CC) des Sequencers einen Parameter in der Software bzw. einem Plugin oder Instrument zu: beispielsweise die Cutoff Frequenz eines Filters auf CC21. Sehr beliebt ist auch die Möglichkeit, den Hardware-Controller zum Steuern der Transportfunktionen zu nutzen.

Der Weg ist klar: die komplette Software soll mit der Hardware gesteuert werden. Noch ein paar Jahre zurück war das noch genau anders herum, da steuerte die Software einen externen Hardware-Synthesizer bzw. Klangerzeuger.

Die Zustand der Controller: Wie sieht die Zukunft aus?

Die Zukunft ist natürlich ungewiss. Was gerade aktuell als „abgefahren“ und „futuristisch“ empfunden wird, ist das Steuern der Software mit neuartiger und kostspieliger Multi-Touch Hardware, wie etwa dem Apple iPhone oder dem JazzMutant Dexter und Lemur. (Im Übrigen ist auch Wacom, Hersteller von Grafiktabletts, seit neuestem auf diesem Sektor unterwegs.)

Diese sogenannten Multi-Touch Controller zeichnen sich meist dadurch aus, dass sich die Oberfläche mit der man die Software steuert frei konfigurieren kann, so dass man selbst entscheidet, wo welcher Button bzw. Slider sitzt und was man damit steuern möchte. Einstellungen wie Maximal und Minimal-Wert bleiben dem Nutzer überlassen – dem „Controllerist“ stehen also alle Möglichkeiten offen.

Gerade hinken diese Controller noch ein wenig, so kann beispielsweise meist nicht die Druckstärke ausgelesen werden, weshalb Controller mit einer Klaviatur zum Spielen weniger gut geeignet sind. Jedoch wird auch die Zukunft hier mehr bringen.

Wie wird das Ganze noch weiter gehen? Apple verbaut in seinen neuen, tragbaren Computern wie MacBook Pro und MacBook Air immer grössere Trackpads ein. Wird letztendlich der gesamte Computer zu einem einzigen, großen Touch-Controller werden?

Ich persönlich würde diese Entwicklung begrüßen, denn die haptische Handhabung von Musik-Software wird schließlich dazu beitragen, das gesamte Arbeiten mit der DAW intuitiver zu gestalten und damit die Konzentration und den Focus in der Musikproduktion wieder auf die Kreativität zu lenken.

Eure Meinung ist gefragt!
Wie seht Ihr den Nutzen von Controllern für Eure Kreativität und Musikproduktion? Nett aber überflüssig? Notwendig? Unabdingbar? Zu Teuer? Schreibt uns Eure Meinung in die Kommentare!

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Lesermeinungen (18)

zu 'Die Zukunft der Controller'

  • doofi   24. Okt 2008   16:27 UhrAntworten

    [gelöscht]

    Anm. d. Red.: Hatte nichts mit dem Post über MIDI Controller zu tun.

  • amin   24. Okt 2008   16:29 UhrAntworten

    Stimmt....Du bist wie eine Frau!
    Musst immer über alles reden....

  • Czebo   26. Okt 2008   22:43 UhrAntworten

    Also ich finde die Entwicklung interessant! An MIDI Controllern wird ja schon eine ganze Weile herumgeschraubt und mitlerweile bekommt man selbst im Low-Budget Bereich sehr brauchbare "Arbeitsgeräte".

    Sehr Interessant finde ich nun auch die Möglichkeiten ein iPhone oder einen iPod Touch (Apple und deren Innovationen schon wieder ^^) mit bestimmter Software als (Multitouch) Controller zu verwenden.

    Sehr gespannt bin ich z.B. auch auf den sog. Reactable - ein neuartiges Synthesizer Instrument mit Multitouch Bedienoberfläche!
    Solche Geräte und Entwicklungen zeigen eindeutig, dass die Zukunft einiges an Neuerungen Bereithält!

    Die Fernbedienung der Nintendo Wii z.B. ist auch nen gutes Beispiel für die vielen Neuerungen im Bereich Benutzerarbeitsweise und Steuerung!

    Ich denke gerade für die Steuerung im Bereich der Musikproduktion können wir uns noch auf einige schöne Erfindungen gefasst machen! Intuitives Arbeiten ist eben doch eine sehr schöne und erstrebenswerte Arbeitsweise im Studio!

    Auf der anderen Seite denke ich, dass es auch in Zukunft jede Menge Controller geben wird, die immer noch nahe an richtige Mischpulte angelehnt sein werden - wie bspw. die Digidesign ICON Reihe.

    Ich bin gespannt und freue mich drauf!

    MfG, Czebo

  • Markus   27. Okt 2008   10:59 UhrAntworten

    Was mich wundert ist, dass Billighersteller wie Behringer nicht mal mit einem neuen Controller im Stile einer Mackie Control rüberkommen. So ein Ding für 300-400€ mit Displays, Motorfadern, HUI-Protokoll etc. sollte ja machbar sein und würde sicher auf großes Interesse stoßen.
    In diesem Bereich gibt es meiner Ansicht nach viel zu wenig neue Produkte - und zu wenig Alternativen ...

  • Jim   27. Okt 2008   11:25 UhrAntworten

    Korrektur zum Text:

    Midi Controller Keyboards (Masterkeyboards) sind sehr wohl Druckempfindlich.

  • carlos (delamar)   27. Okt 2008   12:45 UhrAntworten

    Ich finde persönlich ja die Novation Controller sehr attraktiv, da diese für relativ wenig Geld eine Menge bieten. Im Low Budget Bereich für Controller fehlt's definitiv an Controllern mit sinnvoller optischen Rückmeldung -sprich LCD.

    @Jim:
    Du hast natürlich recht, da ist was im Editing falsch gelaufen...

  • Patrick   18. Nov 2008   11:44 UhrAntworten

    Meiner Meinung nach müssen die meisten Controller erstmal eine technische Altlast überwinden, nämlich MIDI.

    Da viele Controller sowieso schon meistens über USB angeschlossen werden kann eigentlich Problemlos auf höher auflösende Protokolle zurückgegriffen werden, vornehmlich natürlich OSC.

    Für nicht OSC fähige Software kann immer noch schnell und einfach eine Mittlersoftware zwischen OSC und MIDI eingesetzt werden, z.B. OSCulator oder vielleicht ja irgendwann einmal CoreOSC ;-)

    Bis die grossen DAWs jedoch nativ OSC unterstützen (ich verstehe nicht ganz, wieso Ableton hier nicht mal einen mutigen Schritt nach vorne geht und so Controllkonzept-fricklern massive Mittel die die Hände legen würde) kann es noch dauern. Und solange wird auch Hardware auf sich warten lassen.

    Mein Traumcontroller wäre im Moment im übrigen ein Monome. Einfach, schlicht, toll :-)

  • Andreas Z. (delamar)   18. Nov 2008   12:27 UhrAntworten

    *vollkommen zustimm*

  • Michi   26. Nov 2008   16:10 UhrAntworten

    Also ich muss sagen ,das ich lieber etwas in der Hand habe
    als auf einen Touchpanell rum zu schmieren! Auch kann ich dabei nicht wirlich etwas innovatives erkennen. Solche Teile kennt man doch schon aus der Raumschiff Enterprise Ära im TV und irgendwie war klar das die Industrie diesen Weg gehen wird. (Man wird dort hin geleitet, wo man uns haben will ;) Sicher wird das ganze auch eine gewisse Käuferschicht ansprechen bzw sich durch setzen. Aber den ganzen Hype kann ich nicht ganz nachvollziehen.
    Generell kann man erkennen, das das "drumherum" immer wichtiger wird und das eigentliche, die Musik in den Hintergrund tritt.
    Heute reicht es auch nicht mehr einfach einen guten Tack zu machen nein, sondern man muss Entertainer,Grafikfrikler,Marketingheini usw sein.....aber das ist ein anderes Thema...
    Bin mal gespannt wer wirklich einmal einen anderen Weg einschlägt (als von der all zu absehbaren Zukunft) !
    So long
    Michi

  • carlos (delamar)   26. Nov 2008   16:37 UhrAntworten

    Man muss nicht das alles sein, um gute Musik zu machen. Du hast immer die Möglichkeit, den alten Weg über die Musikindustrie zu gehen. Die übernehmen dann alle Aufgaben mit Grafik, Marketing etc. für Dich.

  • Max | Go Make Music   27. Nov 2008   11:37 UhrAntworten

    Zum Thema Lemur: Ich will mit das Teil schon lange kaufen, leider kostet es aber über 2000€ :(
    Für das kleine Budget gibt es jetzt eine iPhone/iPod-Touch Applikation, die es in sich hat. Sie heißt "TouchOSC" und ist quasi ein Mini-Lemur. Man kann damit per Multitouch und über WLAN (also ohne Kabel!) den Rechner bedienen und damit Musik machen.

    Ich habe mal ausprobiert, Ableton Live damit zu steuern und es funktioniert einwandfrei. Macht richtig Spaß mit TouchOSC zu arbeiten, das Interface super zu bedienen und grafisch anspruchsvoll. Ein kleines Video-Demo davon gibt es auf meinem Blog http://www.gomakemusic.de/ableton-live/touchosc-mini-lemur-fur-iphone-ipodtouch

    Was nur wichtig ist, wenn man TouchOSC am iPhone bei einem Gig verwendet: Telefon-Funktion abschalten, damit nicht die Mama am Display erscheint, wenn man grade an den Filtern schraubt...

  • Andreas Z. (delamar)   27. Nov 2008   11:39 UhrAntworten

    @Max
    Such hier mal im Blog nach TouchOSC haben wir hier auch schonmal getestet http://www.delamar.de/iphone-audio-apps-im-test-touchosc/

  • carlos (delamar)   27. Nov 2008   11:46 UhrAntworten

    Das iPhone ist ja mit etwa EUR 700.- nicht gerade preiswert. Wenn man nun Kosten/Nutzen vergleicht, dann hat der Lemur sicherlich das bessere Preis/cm² Verhältnis...

    Na gut, telefonieren kann man natürlich nicht mit Lemur, aber dafür erscheint auch die Mama nicht plötzlich beim Gig ;)

  • Max | Go Make Music   27. Nov 2008   11:56 UhrAntworten

    @carlos: Du hast schon recht, das iPhone kostet auch eine Stange Geld, aber viele Leute haben es sowieso und können es dann zusätzlich als Musik-Tool verwenden. Und vergiss nicht den iPod-Touch, der ist um einiges billiger!

    Das Endziel ist aber nach wie vor der Lemur...

  • Mat   20. Mai 2009   15:31 UhrAntworten

    Hallo,
    Ich besitze seit ca. einem Jahr einen Lemur und entwickele dafür auch Module (http://de.youtube.com/user/tonvibration/). Ich bereue die Entscheidung nicht, obwohl ich - bei dem Preis - lange mit mir gekämpft habe.
    Ein Touchscreen wird einen haptisch erfahrbaren Encoder nie ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Die interaktive und frei gestaltbare Oberfläche ist das wirklich Neue. (Und hier stecken die i-phone apps immernoch in den Kinderschuhen, die meisten haben feste templates, was für mich den Vorteil des Interaktiven vollkommen zerstört und Touchscreen zu nem netten Gimmik macht)
    Wobei das - "ich bau mir meinen Controller selbst" - natürlich Zeit kostet, die man dann nicht mehr zum Musik machen hat. Aber jedes Werkzeug wird den künstlerischen Output ändern: Seit dem Lemur gehe ich z.B. detaillierte auf Effektkontrollen ein.
    Tatsächlich stellt diese Entwicklung einen historischen Schritt dar: Zum ersten mal seit es Musikinstrumente gibt ist die Kontrolle der Musik entkoppelt von physikalischen Rahmenbedingungen. Eine Gitarre muss aussehen wie sie aussieht, damit sie klingt wie sie klingt. Sie muss auch ebenso bedient werden. Auch analoge Synths zwingen den Nutzer die Kontrollen so anzunehmen, wie sie der Hersteller ausgedacht hat. Das selbe bei USB-Controllern. Aber beim Lemur entscheide ich, was ich brauche.....
    Nunja, der Lemur ist ein Dinosaurier. Groß, schwer, teuer. Aber im Moment - und vorraussichtlich noch die nächsten Jahre - macht er alles platt....halt n T.Rex ;-)
    interessant ist, dass trotz angeblichen "Touchscreen für alle" noch dieses Jahr (Windows7) es noch kaum Software für frei programmierbare Midicontroller auf normalen Touchscreens gibt. "Usine" ist ein Ansatz....der aber noch weiter geht (audioengine ist integriert)

    Wie auch immer - wir leben in spannenden Zeiten.

  • Aaren   20. Mai 2010   00:44 UhrAntworten

    Wieso die DAW nicht mit dem Gehirn steuern?

    hier eine Idee: http://www.youtube.com/watch?v=7utG3NqhBoU

  • Donald   30. Jul 2015   18:06 UhrAntworten

    Klavitatur + Maus = Glücklich :)

    In ein, zwei Jahren werden Wir wohl Potis und Fader auf der (Multi)Touchoberfläche spüren können, obwohl sie flach ist/bleibt.
    Das funktioniert elektrisch, nur leider finde ich die Quelle nicht mehr zu diesem IT-News

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