DAW-Controller: Nur die besten

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DAW-Controller

Die besten DAW-Controller - hier und jetzt findest Du deinen Liebling zum haptisch genussvollen und schnellen Arbeiten, die meisten davon mit Motorfadern für bequemes Total Recall

Pimp deinen Workflow mit einem DAW-Controller!

In der Einleitung steht schon der triftigste Grund, warum Du dir einen DAW-Controller zulegen solltest: Haptisch und direkt eingreifen. Ergänzend sei erwähnt, dass Du mit einem solchen Gerät mehrere Parameter gleichzeitig steuern kannst – gerade die Lautstärken mehreren Spuren mit den Fadern.

Das ist per Maus schlicht unmöglich und erlaubt einiges an Zeitersparnis. Insgesamt kannst Du deinen Workflow ungemein optimieren und nicht nur mit mehr Genuss, sondern auch viel schneller aufnehmen und abmischen. Aus dem Studio eines leidenschaftlichen, vielbeschäftigten Produzenten (in spe) ist ein DAW-Controller nicht wegzudenken.

Warum DAW-Controller mit Motorfader kaufen?

Bei vier der sechs vorgestellten DAW-Controller sind die Fader motorisiert. Das bedeutet, dass sich der Fader automatisiert bewegen kann. So wird der Motorfader bei jeder Veränderung des virtuellen Faders von der ihm zugewiesenen DAW-Mixerspur automatisch in die korrekte neue Position »gefahren«. Der physische Fader ist also stets »auf dem aktuellen Stand«.

Typischerweise geschieht das beim Laden eines neuen DAW-Projekts, wo man ja gerne sofort da weiterarbeiten will, wo man aufgehört hat. Außerdem kann mithilfe der motorisierten Fader bei einem DAW-Controller mit acht Kanälen ein DAW-Projekt mit mehr als acht Spuren problemlos bearbeitet werden.

Motorfader sind für den Hersteller allerdings teurer als nicht-motorisierte Fader, was sich wiederum auf den Endpreis für das Gerät niederschlägt.

Die derzeit spannendsten DAW-Controller

 

DAW Controllers - iCON Platform M

iCON Platform M

299,- Euro

Ein platzsparender, übersichtlicher DAW-Controller, der ähnlich wie das Gerät von Korg (siehe weiter unten) bestückt ist, aber unter anderem mit motorisierten Fadern daherkommt. Produzenten in Projektstudios und im ambitionierten Homerecording sollten aufhorchen – für den Preis eine echte Überlegung wert.

Acht der motorisierten Fader sind für die Mixerkanäle in deinem DAW-Projekt vorgesehen, der neunte dient als Masterregler – diesen zusätzlichen Schieberegler für den Masterbus gleich rechts neben den Einzelkanälen bieten die wenigsten DAW-Controller. In der Praxis ist er überaus nützlich, um jederzeit schnellen Zugriff auf die Summe zu haben, beispielsweise weil das Telefon klingelt.

Auf den Kanalzügen findest Du noch Drehregler für das Panning (Stereopanorama) und vier beleuchtete Knöpfe zur Kanalkontrolle (Mute, Solo, Record Arm & Select). Komplettiert wird das Ganze durch eine Transportsektion und ein Jog-Wheel zum Navigieren/Zoomen im Projekt. Alles da, was es für ein komfortables Arbeiten beim Abmischen braucht.

Mit Windows (XP bis 10) und Mac OS X kannst Du sofort loslegen, eine Treiberinstallation ist nicht notwendig. Vorgefertigte Konfigurationen gibt es für Cubase, Nuendo, Samplitude, Logic Pro, Ableton Live, Reaper, Reason, Studio One und Bitwig – Du kannst den entsprechenden DAW-Modus am Gerät selbst auswählen.

Der Clou: Die separat erhältliche »Platform D« ist eine anschraubbare Display-Leiste für 150 Euro, auf der die Parameter für die Mixerkanäle angezeigt werden (Pegel, Stereopanorama & Co.). Im Idealfall musst Du somit bei einer Mixing-Session gar nicht mehr auf den Bildschirm von deinem Audio PC schauen.

 

DAW Controller - PreSonus FaderPort 8

PreSonus FaderPort 8

549,- Euro

Dieser junge Kandidat richtet sich an Fortgeschrittene, die einen DAW-Controller mit Motorfadern, aber deutlich mehr Kontrollen als beim günstigeren iCON-Modell suchen. Zudem sind die Displays bei diesem Gerät integriert und höher auflösend. Eine weitere Besonderheit: Die tiefe Integration in die hauseigenen DAWs Studio One und Studio One Artist ist zu unterstreichen – es gibt zahlreiche Knöpfe für fortgeschrittene Funktionen dieses Programms, die die Arbeit nur so flutschen lassen.

Natürlich lässt sich der PreSonus FaderPort 8 auch mit anderen DAWs nutzen. Fertige Mappings für Pro Tools, Logic, Ableton Live, Cubase & Nuendo sowie Sonar sind integriert.

Eine Besonderheit macht das Gerät sehr mächtig. Wähle einen von acht Kontrollmodi (gewählte Spur, Masterbus, Marker, Zoomen/Scrollen etc.). Daraufhin bewirken der große Drehregler und die zwei Pfeiltasten daneben jeweils andere Funktionen (Zoomen im »Zoom«-Modus, Scrollen im »Scroll«-Modus und so weiter).

Die Fader lassen sich auch zur Steuerung von Plugin-Parametern verwenden. Weiterhin kannst Du das Clicktrack-Tempo verstellen, Aux-Mischungen verwalten, Spuren/Bussen/VCAs ein- und ausblenden und mehr. Außerdem finden sich dedizierte Buttons für die Automationsfunktionen – hier beginnt die Profiliga.

Ungewöhnlich ist der Verzicht auf dedizierte Panning-Regler und Record-Knöpfe. Für diese Funktionen muss zunächst der Select-Button des entsprechenden Kanals gedrückt werden. Allerdings wirkt dieser DAW-Controller dadurch trotz seines sehr stattlichen Funktionsreichtums noch ziemlich aufgeräumt.

Die an spezielle Funktionen in Studio One angelehnten Beschriftungen einiger Knöpfe könnten ohne Schablonen (siehe z.B. iCON QCon Pro X) etwas gewöhnungsbedürftig sein. Für Studio One ist dies in meinen Augen der beste DAW-Controller, während ich für andere DAWs eher zu den universell ausgerichteten Modellen greifen würde. Aber vielleicht liefert PreSonus ja noch Schablonen für andere Musikprogramme nach.

 

iCON DAW Controller - iCON QCon Pro X

iCON QCon Pro X

825,- Euro

Dieser DAW-Controller im Stile des inzwischen sehr betagten Mackie Control Universal Pro hat alles, was das anspruchsvolle Produzentenherz begehrt. Mit dem für seine profigerechte Ausstattung moderaten Preis wird er auch im ambitionierten Projekt- und Homestudio seinen Platz finden.

An Bord sind neun Motorfader (8 Kanal- und 1 Masterfader), Potis mit LED-Kränzen, gleich zwei Displays (für Kanal- und Plugin-Parameter) und eine Meterbridge mit 12 Pegel-LEDs pro Kanal bzw. 2×12 (Stereo) für das Mastersignal. Letztere macht diesen Vertreter einzigartig in unserer Liste. Zur obligatorischen Transportsektion gesellen sich eine Zeitanzeige für die Position im DAW-Projekt – ebenfalls einzigartig – und sehr viele Knöpfe für fortgeschrittene Funktionen.

Genau wie beim kleinen Platform M kannst Du mit dem iCON QCon Pro X umgehend starten – per USB mit deinem Computer (Windows XP bis 10 oder Mac OS X) verbinden und los. Am Gerät wählbar sind Konfigurationen für Cubase, Nuendo, Ableton Live, ProTools, Logic, Reason, Studio One, Bitwig, Samplitude und Reaper.

Cool: Mitgeliefert werden Kunststoffschablonen für all diese DAWs, auf denen die jeweiligen Funktionen für die große Button-Sektion rechts aufgedruckt sind. Falls Du eine andere DAW nutzt, kannst Du mit der MIDI-Learn-Funktionalität dein eigenes Mapping kreieren.

Fader-Automationen hast Du mit dedizierten Knöpfen für Funktionen wie Group, Write, Touch, Latch und Trim im Griff. Mit dem »Flip«-Knopf schaltest Du die Fader in einen Modus zur Steuerung von Parametern in Audio-Plugins um. Außerdem kann dieser DAW-Controller laut Hersteller bald mit zusätzlichen Kontrollmodulen erweitert werden. All das und mehr für gut 800 Euro ist bemerkenswert.

 

Weitere DAW-Controller

 

DAW Controller Surface - Korg nanoKONTROL Studio

Korg nanoKONTROL Studio

129,- Euro

Hier haben wir einen DAW-Controller, der seinem niedrigen Preis entsprechend sehr einfach gestaltet ist und ohne Motorfader auskommt. Er ist kleiner als ein A4-Blatt, 459 Gramm leicht, iOS-kompatibel, mit Batterien speisbar und sendet MIDI via Bluetooth – perfekt für die mobile Musikproduktion. Wer Zuverlässigkeit schätzt und zuhause arbeitet, kann jedoch auch ein USB-Kabel zur MIDI-Anbindung und Stromversorgung nutzen.

Integriert sind acht Kanalzüge mit jeweils einem Fader, einem Drehregler und vier hintergrundbeleuchteten Knöpfen zum Kanalauswählen, Stumm- und Soloschalten sowie zum »Scharfschalten« des Kanals zur Aufnahme. Ferner findet sich eine Transportsektion mit Jog-Wheel und Tasten zum Anspringen von Markern im DAW-Projekt. Das Wichtigste ist dran.

 

DAW Controller Ableton - Akai APC40 mkII

Akai APC40 mkII

329,- Euro

Hierbei handelt es sich um einen speziell für Ableton Live entwickelten DAW-Controller. Ja, es können auch andere DAWs damit gesteuert werden, aber es dann sollte es eine sein, die mit Clips arbeiten kann (z.B. FL Studio oder Sonar). Schließlich spielen hier die 5×8 farbig beleuchteten Clip-Buttons die Hauptrolle.

Ansonsten ist die Bestückung ähnlich wie bei den meisten anderen DAW-Controller in unserer Liste. Hinzu kommen hier aber noch ein paar Besonderheiten: Ein Crossfader, wobei sich die acht Kanäle separat dem einen oder dem anderen Ende zuweisen lassen, sowie acht weitere Potis. Letztere sind zur Ansteuerung der Parameter von virtuellen Instrumenten und Effekten geeignet – das gelingt sehr bequem, da sie haptisch gut gelungen und von LED-Kränzen umringt sind, die den jeweiligen Parameterstand visualisieren.

Erwähnenswert ist etwa noch die MIDI-Kommunikation und Stromversorgung allein über das USB-Kabel. Die mitgelieferte Software ist sehr umfangreich – Du bekommst Lizenzen für die DAW-Software Ableton Live Lite, die virtuellen Synthesizer AIR Hybrid 3 und SONiVOX Twist [Testbericht] sowie satte 5 GB Samples.

Mehr findest Du im Akai APC 40 Mk2 Testbericht.

 

DAW Controller - Avid Artist Mix

Avid Artist Mix

1.099,- Euro

Dieser schlanke DAW-Controller von den Pro-Tools-Machern ist endgültig in der Profiliga angesiedelt. Er glänzt insbesondere mit hochwertiger Hardware, sehr informativen OLED-Displays und einem mächtigen Protokoll zur DAW-Anbindung – gleich mehr dazu.

Die acht berührungsempfindlichen Drehregler dienen nicht nur zum Panning. Sie können auch zur Parametersteuerung von Plugins oder für Aux-Sends, VCA-Gruppen und mehr verwendet werden. Außerdem ist es möglich, statt der Drehregler die Fader zu nutzen, was etwa bei der Konfiguration eines graphischen Equalizers nützlich ist.

Auf den Displays wird jeweils der Name der Spur, der aktuell für den Drehregler zugewiesene Parameter und eine Balkendarstellung des Parameterwertes angezeigt. Ferner lassen sich Pegeldarstellungen (Clipping, Peak und normal) sowie der Automatisierungsmodus anzeigen. Sehr ausgefuchst.

Wir haben es hier mit dem einzigen Gerät ins unserer Zusammenstellung zu tun, das mit dem EuCon-Protokoll (»Euphonix Control«) arbeitet. Diese über ein Ethernet-Kabel laufende Verbindung sendet/empfängt Befehle sehr schnell und präzise, was für das letzte Quäntchen Akkuratesse bei den Fadern und Drehreglern sorgen kann. Außerdem kann EuCon mehrere DAWs auf mehreren Rechnern (auch plattformübergreifend über Windows und Mac OS) gleichzeitig ansteuern. EuCon wird von Pro Tools, Logic Pro X, Cubase und Nuendo unterstützt.

Mehr findest Du im Avid Artist Mix Testbericht.


Felix Baarß Von