125 Jahre alte Tonträger optisch abgetastet

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Optisches Verfahren zum Abspielen alter Medien

Das Team um Alexander Graham Bell, der den Vorgänger des Telefons zur Marktreife entwickelte, schickte die Ergebnisse seiner Arbeit in regelmäßigen Abständen zur sicheren Verwahrung an das Smithsonian Institute, um nicht zu riskieren, dass seine Ideen von konkurrierenden Teams gestohlen werden. Leider wurden die Geräte zur Wiedergabe der Aufnahmen nicht mitgeschickt, so dass die Aufzeichnungen etwa 125 Jahre lang ungehört dort lagerten.

Doch nun konnten diese alten Stimmaufnahmen dank einer besonderen optischen Abtasttechnologie sichergestellt werden. In Zusammenarbeit mit Museumskuratoren und Fachkräften für digitale Konvertierung nutzten die Restaurationsspezialisten Carl Haber und Earl Cornell eine Kombination aus Hardware und Software namens »IRENE/3D«.

Dabei werden zunächst hochauflösende, dreidimensionale Bilder der Platten oder Zylinder gemacht. Diese digitalen Bilder werden dann mit einem modellierten, virtuellen Tonabnehmer überfahren, um die Aufnahmen ganz ohne physikalische Beanspruchung (und ohne die Gefahr der weiteren Beschädigung) der originalen Tonträger erklingen zu lassen. Außerdem entfällt der Nachbau verschiedener Abspielgeräte, denn die Tonträger wurden damals, ganz der experimentellen Natur gemäß, aus unterschiedlichen Materialien wie Wachs und Glas gefertigt.

So sind Shakespeare-Rezitationen oder Lesungen eines Buchs und einer Zeitung zu hören – dabei sind entweder die Stimmen von Bell, Bells Cousin Chichester oder Charles Sumner Tainter zu hören. Bisher wurden sechs Platten erfolgreich Töne entlockt, es verbleiben noch etwa 400 Scheiben und Zylinder.

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Lesermeinungen (2)

zu '125 Jahre alte Tonträger optisch abgetastet'

  • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   29. Dez 2011   16:04 UhrAntworten

    Hallo!

    Hoffentlich wird man in 125 Jahren _nicht_ Modern-Talking-CDs ausgraben und abhören. ;-)

  • Chris   30. Dez 2011   01:23 UhrAntworten

    interessante sache. Mittlerweile gibts ja auch schon Plattenspieler mit Laser als Prototypen. ;)
    Was die sache mit den Modern Talking CD´s anbelangt: Die brauch man nich ausgraben die gibts ja millionenfach als MP3´s ;) Ausserdem sind die alben für massenmusik garnichmal sooo schlecht wie ihre hits. Die Texte sind allerdings nur so lange erträglich wie man kein english kann. Sobald man sich das automatisch im Kopf übersetzt wirds brenzlich.

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