Rap Vocals abmischen: Fünf Schritte zu professionelleren Aufnahmen

Rap Vocals abmischen: Fünf Schritte zu professionelleren Aufnahmen

HipHop ist nach wie vor eines der beliebtesten Musikgenres der Moderne. Unzählige HipHop-Begeisterte haben sich eifrig Musik Equipment aller Coleur gekauft, um eigene Demotapes, CDs oder Alben zu produzieren und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Und ich muss sagen, dass ich an einigen HipHoppern, die ich kennen lernen durfte, vor allem eine ganz bestimmte Eigenschaft sehr bewundere: Obwohl viele nichts oder nur sehr wenig vom Musik machen, Musiktheorie, Harmonielehre an sich verstehen, haben sie keine Angst, sich einfach hinzusetzen und alles zu geben, um eigene Rap-Songs zu schreiben. Fantastisch.

Tipps & Tricks zum Rap Vocals abmischen

Tipps & Tricks zum Rap Vocals abmischen

Jedenfalls werde ich so häufig danach gefragt, wie man Rap Vocals abmischt, dass es Zeit für diesen Artikel wurde. Die Wahrheit ist und bleibt jedoch, dass das Abmischen von Rap Vocals eine ähnliche Herangehensweise wie eine Gesangsaufnahme erfordert. Im Grunde genommen gibt es keine Geheimnisse.

 

1. Talent rein, Talent raus

Das amerikanische Sprichwort nutzt zwar eine etwas andere Formulierung, aber der Tenor ist derselbe. Bei 90% aller Rap Vocals ist das Problem nichts anderes als das Talent vor dem Mikrofon. Um genau zu sein geht es hier um Timing, Aussprache, Performance, Emotion und Ausdruck. Das passiert alles vor dem Mikrofon.

Wenn ein gelangweilter MC ins Mikrofon nuschelt, wird auch die beste Aufnahmekette und der beste Mixer der Welt nichts anderes als eine auf Hochglanz polierte Aufnahme eines gelangweilten MC’s hervorbringen. Und das klingt halt in den Ohren der meisten Menschen wie eine schlechte Aufnahme.

Der Trick ist es, sich nicht von der Technik und den Werbeversprechen der Hersteller blenden zu lassen. Kein Neumann-Mikrofon kann gelebten Ausdruck ersetzen oder Nuscheln in deutliche Aussprache zaubern.

Deswegen: Gleich, ob Du vor dem Mikrofon deine Rap Vocals von dir gibst, oder am Audio Computer die Aufnahme machst. Sorge dafür, dass alles, was in das Mikrofon geht, so perfekt und so genau wie möglich performt wird. Nimm lieber zehn weitere Takes auf, als dich auf das trügerische Fix it in the Mix einzulassen.

Glückwunsch! Wenn Du dich bis hierhin an meine Tipps gehalten hast, dann bist Du jetzt bereits bei 90% angelangt! :)

 

2. Das leidige Thema Raumakustik & Musik Equipment

Okay, wenn das Talent vor dem Mikrofon stimmt, dann kommen wir tatsächlich in die Materialschlacht. Aber die beginnt nicht bei Audio Computer, Mikrofon oder Audio Interface. Sie beginnt beim Aufnahmeraum und seiner Raumakustik.

Und schon wieder sind wir bei dem, was vor dem Mikrofon stattfindet. Wenn Du einen schlecht klingenden Raum hast, dann wird sich das selbstverständlich auch in der Aufnahme niederschlagen. Zunächst gilt es also, deinen Aufnahmeraum zu optimieren. Das kann zwar mit guten Materialien auch ins Geld gehen – lohnt sich aber allemal. Wenn Du kein Geld zur Verfügung hast, dann kannst Du dich in diesem Video über kostenlose Massnahmen zur Verbesserung der Raumakustik informieren.

Und dann kommen wir auch gleich zum eigentlichen Musik Equipment wie Audio Interface, Mikrofon, Kabel und so weiter. Die normalen Einsteigermodelle geben einen guten Start, werden aber sehr schnell zu schlecht, um damit ernsthaft Musik zu machen. Daher bietet es sich an, eher im Mid-Price-Segment einzukaufen. Die Geräte in dieser mittleren Preisklasse bieten dir im Regelfall bis zu 80% an Klangqualität, was für die meisten Musiker und Produzenten im Bereich Homerecording mehr als genug sein dürften.

Wer darüber hinaus noch die letzen 20% an Sound rausholen möchte, muss schon ganz tief in die Tasche greifen. Ob es das wert ist, kannst nur Du alleine entscheiden. Wenn es um den Kauf eines Mikrofons geht, kann ich dir im Übrigen noch die Lektüre dieses Artikels empfehlen: Welches Mikrofon sollte ich kaufen?

 

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Lesermeinungen (2)

zu 'Rap Vocals abmischen: Fünf Schritte zu professionelleren Aufnahmen'

  • Olaf
    17. Jun 2010 | 17:21 Uhr Antworten

    Schön! Die letzen 20 % liegen übrigens nicht nur am 100.000 Euro-Equipment, sondern in erster Linie an dem Menschen hinter (oder vor?) diesem! Mal wieder…

    Ein Anfänger würde vermutlich auch mit einem Manley- oder Weiss-EQ oder einem TC M6000-System nicht das Ergebnis erzielen, dass ein “Profi” hinbekommt, der schon seit zwanzig Jahren im Geschäft ist. Hierfür ist einfach sehr viel Erfahrung notwendig und die bekommt man letztlich nur mit Ausdauer und viel Zeit! Und Beharrlichkeit! Aber irgendwann bekommt man auch mit Behringer-Equipment brauchbare Ergebnisse hin. Nichts gegen Behringer… (solange keine Audio-Signale drüberlaufen ;-))

    Und noch was zum Rappen: Kraftausdrücke sind NICHT cool! Wer wirklich ernst genommen werden will, darf getrost auf Worte wie “fi…”, “Mo…fu…”, “Fo….”, “Schw…” usw. verzichten. Wie heißt es so schön: Geist is geil! Ok… auch so ein Wort… ;-)

  • Eduard
    07. Aug 2013 | 15:20 Uhr Antworten

    Warum gerade manche Leute Kraftausdrücke benutzen, wäre die weitaus interessantere Frage. Wo kommst du her, wo willst du her. Wo kam die Musik her, und gerade dies sollte nicht in Vergessenheit geraten, wenn man Tribute für sinnvoll hält.

    Kunstbilder werden oft erst interessant und völlig offengelegt, nachdem die Geschichte des Künstlers dazu beiträgt, dass die Geschichte des Bildes im wahrsten Sinne des Wortes Gestalt annimmt und etwas vermittelt.

    Und im Grunde ist es bei der musikalischen Kunst nicht anders.

    Danke für die Tipps.
    Wem der Inhalt eines Textes nicht gefällt sollte mal auf Reime/Patterns und Vergleiche bis hin zu Metaphern achten.

    Kunst hat mehr als nur einen Blick verdient.

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