Kostenlos & vielleicht bester Equalizer am Markt

Bester Equalizer & kostenlos noch obendrauf

Wie häufig greifst Du beim Abmischen deiner Songs zum Equalizer? Wenn ich da an meine eigene Arbeitsweise denke, dann wird das sehr häufig sein. Es gibt in einem Mix normalerweise einige Spuren, die ich schon recht stark verfremde. Dazu gehören beispielsweise die Kick Drum und häufig auch die Vocals. Jeder Eingriff mit einem Plugin oder eine Hardware hat Folgen für den Klang – er wird nicht besser.

Vielleicht passt sich der Klang besser an den Mix an oder kann sich besser durchsetzen. Aber es ist wie bei der subtraktiven Synthese – Du ziehst etwas vom Klang an Qualität ab, um ihn zu Formen. Und mal abgesehen davon, dass das gewollt ist (oder sein kann) – wäre es nicht schön einen Weg zu haben, der keine Kompromisse eingehen muss? Und wenn dieser Weg auch noch kostenlos wäre?

 

Den Sound vor der Aufnahme formen

Als Beispiel für meine Ausführung werde ich die Aufnahme einer E-Gitarre hernehmen, denn hier lässt sich alles einfach nachvollziehen. Die Idee hinter dem kompromisslosen und kostenlosen Equalizer ist, dass Du den Klang bereits vor der Aufnahme richtig einstellst. Klingt zwar offensichtlich, aber warum macht das dann keiner?

Eine Aufnahme kann nur so gut werden, wie die Klangquelle vor dem Mikrofon. Oder um es mit einem schönen englischsprachigen Spruch zu sagen: Garbage in, garbage out! Beim Recording einer E-Gitarre bedeutet das, sie richtig einzustellen, sie zu stimmen, die besten Saiten und Kabel überhaupt zu verwenden. Dann sollte der Gitarrenverstärker genau richtig eingestellt werden – dazu gehören Drive, Gain, Treble, Presence und alle sonstigen Regler an der richtige Stelle zu positionieren. Dabei ist natürlich elementar, dass Du weißt, wie die Aufnahmen klingen soll und welchen Zweck die Gitarrenspur erfüllen – doch das soll mal das Thema für einen anderen Artikel sein.

Lauter = Besser ?

Doch das alles kommt erst, nachdem Du schon die richtige Gitarre für deinen Song ausgesucht hast. Soll die Gitarre schwer klingen, bietet sich eine Les Paul an. Aber wenn sie eher hell klingen soll, dann nimm gleich eine Strat oder eine Telecaster anstatt einen Equalizer dafür zu verwenden.

 

Mikrofon richtig einsetzen

Okay, wenn Du nur ein einziges Mikrofon besitzt, dann wird dir der nächste Tipp wenig helfen. Doch wer mehr als ein Mikrofon besitzt, sollte das richtige für seine jeweilige Aufnahme einsetzen. Jedes Modell hat seinen eigenen, charakteristischen Klang. Kleinmembran ist üblicherweise besser für Saiteninstrumente, Großmembran für Vocals, etc.

Wenn eine Aufnahme zu dünn klingt, dann kannst Du dir den Nahbesprechungseffekt der Mikrofone mit Richtcharakteristik Niere zunutze machen und das Mikrofon näher an die Quelle stellen. Zu viel Bass drin? Dann einfach wieder weiter weg stellen. Klingt es zu nasal? Dann das Mikrofon leicht auf die Brust des Sängers richten. Wird die Aufnahme zu scharfkantig? Dann hilft oftmals das seitliche Anwinkeln oder bei einem Gitarrenverstärker das Entfernen von der Achse des Lautsprechers.

 

Bester Equalizer – kostenlos

Inzwischen dürfte klar geworden sein, dass ich hier kein Plugin und keine Hardware nennen werde. Es ist ein Plädoyer für bessere Aufnahmen, eine Notiz und Erinnerung an mich selbst, die mich daran erinnern soll, dass “Fix it in the mix” nur ein Synonym für schlampiges Arbeiten ist.

Wer sich an den oben beschriebenen Weg hält und bereit ist, den zusätzlichen Aufwand zu betreiben, wird vielleicht nicht gänzlich auf die Verwendung von Plugins oder Outboard-Equipment verzichten können. Ganz sicher werden aber die Aufnahmen für sich genommen besser klingen, weniger starke Eingriffe mit dem EQ in den Klang benötigen und deswegen zu besseren Abmischungen führen.

Und falls Du noch mehr zum Equalizer suchst, findest Du hier weitere Tipps & Tricks zum Mixing.

Lesermeinungen (13)

zu 'Kostenlos & vielleicht bester Equalizer am Markt'

  • Maikl Robinson
    06. Feb 2012 | 09:19 Uhr Antworten

    Toller Artikel! Und so wahr…..! Aber ich kann mich da auch nur an die eigene Nase fassen

  • Jürgen Bromant
    06. Feb 2012 | 09:16 Uhr Antworten

    Bei Gitarrenaufnahmen mache ich generell so ab 15khz einen Hicut und bei ca. 200hz den Lowcut. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man damit im Höhenbereich lästige Artefakte oder andere schrille Töne rausholt und in den Tiefen den “Mumpf” abschneidet. Generell für alle Gitarrenarten würde ich das aber nicht festlegen, man muss aufpassen, dass man den charakteristischen Klang der jeweiligen Gitarre nich zerstört.

  • MichelMorell
    06. Feb 2012 | 09:53 Uhr Antworten

    Hier kann man auch noch sagen, dass viele Presets aus z. B. Cubase 6 wirklich gute Arbeit machen. Damit hat man erstmal ein Grundgerüst und kann den Klang dann nach seinem Gusto weiter anpassen. Wenn man aber gar keine Ahnung von dem richtigen Umgang mit einem EQ hat, dann helfen diese Voreinstellungen schon erheblich weiter.

  • Phunkateer
    06. Feb 2012 | 13:21 Uhr Antworten

    Die Überschrift ist schon arg irreführend. Man vermutet als Thema ein tolles freeware EQ Plugin. Für mich als rein elektronischen Musiker, der NIE etwas aufnimmt, stellt sich dieser Artikel dann aber als vollkommen irrelevant heraus.

    Die Überschriften dürfen ja gern ein wenig reisserisch sein (Das “Warum du es nie schaffen wirst…” fand ich gut!). Aber bitte keine irreführenden Überschriften.

  • Lukas
    06. Feb 2012 | 23:20 Uhr Antworten

    Das ist schön :)
    Danke!

  • feelKlang / Steffen Brucker
    07. Feb 2012 | 16:50 Uhr Antworten

    Ich produziere elektronische Music und da steht und fällt der Track mit der Soundauswahl, wie Samples, Synths etc., sind die Sounds gut mischt sich der Track wie von Geisterhand.

    Allerdings muss nicht jeder Eingriff mit einem PlugIn oder Hardware eine Klangverschlechterung darstellen. Im Mastering werde ich meistens gezwungen einen EQ und Kompressor einzusetzen. Man muss diese nur richtig einsetzen… und sei es zur Klangfärbung.

  • Heiko
    29. Apr 2012 | 12:58 Uhr Antworten

    Schöne. Aussage, das dieser EQ kostenlos sei, nur finde ich leider keinen Download Link, bitte um Hilfe.

    • Carlos San Segundo (delamar)
      29. Apr 2012 | 13:07 Uhr Antworten

      Hallo Heiko, hast Du den Artikel ganz gelesen?

  • Heiko
    29. Apr 2012 | 13:11 Uhr Antworten

    Ich Schau noch einmal an meinem großen PC Ich habe bemerkt, mein Tablett zeigt irgendwie noch alles an.
    Danke trotzdem.

  • Heiko
    29. Apr 2012 | 13:16 Uhr Antworten

    Jetzt wo ich auch alles dargestellt komplett lesen kann, ist meine Frage beantwortet.

  • Heiko
    29. Apr 2012 | 13:25 Uhr Antworten

    Für Gitarrenaufnahmen halte ich es ähnlich wie Jürgen Bromant, so das ich meinen LowCut schon bei ca.180hz setze. Nur ist diese Handlungsweise bestimmt nicht identisch mit (ich erwähne es mal) Gitarrensoftware wie MusicLab Real Strat.

  • OceanMind Manuel Mende
    29. Apr 2012 | 14:52 Uhr Antworten

    Der beste Equalizer ist noch immer ein frisches Ohr.
    Jeder arbeitet da anders. Ich beispielsweise mische teils sehr unterschiedlich. Zu sehr alles anpassen im Mix ist nicht immer die beste Lösung! Für mich geht da die Dynamik zu sehr flöten. Manchmal ist weniger mehr!

  • karli de kurdi
    30. Dez 2012 | 03:25 Uhr Antworten

    super beitrag..man kann nie oft genug daran erinnnert werden…das alles beim einspielen beginnt… .ja und die kommentare zwecks überschrift “aber hey ich produziere elektronische musik usw”….ja i versteh euch…aber ein bissl wortwitz, augenzwinkern wird ja wohl der grossartige autor noch haben dürfen…im diesen sinne…
    schönen sonntag morgen..:-)

Sag uns deine Meinung!