Achtung! Diese Equalizer-Einstellungen lassen Deine Drums besser klingen

Achtung! Diese Equalizer-Einstellungen lassen Deine Drums besser klingen

Wer möchte das nicht? Fett klingende Kicks und schmetternde Snare Drums in den eigenen Songs oder Tracks. In der modernen Musikproduktion finden sich kaum noch Schlagzeugaufnahmen, die genau so klingen wie das Original im Tonstudio. Die meisten Musikproduzenten arbeiten darauf hin, die Durchsetzungskraft einzelner Teile des Schlagzeugs (z.B. Kick, Snare Drum) im Mix zu verbessern. Dabei ist die Schwierigkeit, nicht das Volumen so weit aufzudrehen, dass man Probleme mit dem Clipping bekommen könnte.

Also, jetzt mal den Equalizer richtig einstellen…

 

Equalizer Einstellungen für Kick Drum:
Die Kick oder auch Bass Drum profitiert in der Regel von einem Boost im Bereich zwischen 60-100Hz. Hier befindet sich der “Bauch” oder, salopp erklärt, der “Bumms”. Ein Anheben bei der Equalizer Einstellung um 100-250Hz führt zu einer Vergrößerung des “Körpers” der Kick.
Im Bereich von 250-800Hz kann ein Boost schnell zu viel Brei führen (von einigen auch “Mumpf” genannt).
Das Anheben von Frequenzen oberhalb von 8kHz bei der Bass Drum bringt in der Regel nicht viel mehr als Rauschen. Oftmals kann man auch wesentlich früher schon einen Low-Pass Filter einsetzen, ohne der Kick etwas wegzunehmen.
Wenn es um eine echte Kick Drum geht, die zusätzlich mit einem Mikrofon auf den Schlegel aufgenommen wurde, kann eine Anhebung durch den Equalizer im Bereich von 3-6kHz eine nette Durchsetzungkraft entwickeln.

 

Equalizer Einstellungen für die Kick Drum

Equalizer Einstellungen für die Kick Drum

 

Equalizer Einstellungen für Snare Drum:
Ich beginne gerne bei der Snare Drum mit einem High-Pass Filter bei 50Hz. Darunter befindet sich definitiv nichts, was ich für meinen Mix oder meine durchsetzungfähige Snare benötige.
Wenn die Snare Drum zu dünn klingt, hilft oftmals eine Anhebung im Bereich von 80-125Hz. Mit einer weiteren Anhebung um die 5-8kHz kannst Du die Präsenz der Snare noch vergrößern. Aber Vorsicht! Hier musst Du sehr dosiert an die Sache gehen.

 

Snare Drum im Equalizer richtig einstellen

Snare Drum im Equalizer richtig einstellen

 

Equalizer Einstellungen für HiHats & Becken
Die Equalizer-Einstellungen für HiHats und Becken sind sehr ähnlich. Eine Absenkung im Bereich von 250-800Hz führt zu mehr Klarheit im Signal. Dazu kannst Du Alles unterhalb von 250 Hz einfach mit einem Low-Cut Filter wegschneiden. In einigen Fällen kann man den Low-Cut auch etwas höher ansetzen, aber auch hier muss mit Vorsicht vorgegangen werden. Je höher der Filter eingesetzt wird, desto weniger Körper und damit Definition hat das Becken/HiHat.

Um etwas mehr Klarheit und “Tsching” auf die HiHat bzw. die Becken zu bekommen, kannst Du versuchen, den Equalizer zwischen 3-8kHz anzuheben. Oberhalb von 8kHz kannst Du ein Becken dann zum “scheinen” bringen, aber auch hier gilt: weniger ist mehr.

 

Equalizer Einstellungen für Toms
Hier wird es schwierig, eine fast allgemein gültige Empfehlung zu geben – es gibt bei einem Standard Drum Kit ja bereits drei unterschiedliche Toms. Tendenziell kannst Du aber mal folgende Equalizer-Einstellungen für die Toms probieren:
Eine leichte Anhebung um die 100Hz verhilft zu etwas mehr Körper und Standhaftigkeit. Zwischen 400-700Hz findest Du die Fellgeräusche. Oftmals kannst Du mit einer leichten Absenkung in diesem Bereich zu mehr Definition der Toms beitragen, wenn Du gleichzeitig den Anschlag um die 5kHz herum anhebst.
Solltest Du die mittleren Toms auf einer eigenen Spur haben, so empfiehlt sich der Einsatz eines Low-Cut-Filters, um den anderen Instrumenten mehr Platz unten herum anzubieten.

 

Den Equalizer richtig einstellen für Drums…

Die oben genannten Zahlen und Werte können nur als ein Startpunkt zum Probieren gesehen werden. In vielen Fällen wirst Du damit gute Ergebnisse erzielen können – großartig werden sie erst, wenn Du noch etwas mehr probierst und für jede Spur, jede Drum und jedes Setup Deine eigenen, individuellen Equalizer-Einstellungen findest.

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Generell möchte ich Dir noch empfehlen, sachte mit dem Equalizer umzugehen. Lieber eine Absenkung der nicht-charakteristischen Frequenzen als eine Anhebung charakteristischer Frequenzen für mehr Natürlichkeit in den Drums. Gerade bei den Becken solltest Du darauf achten. Mehr zu dieser Herangehensweise findest Du in unserem Artikel “Mixing: Den Equalizer mal in die andere Richtung drehen“.

 

Ein Blick auf den Mixer in Cubase 5

Ein Blick auf den Mixer in Cubase 5

 

Lesermeinungen (21)

zu 'Achtung! Diese Equalizer-Einstellungen lassen Deine Drums besser klingen'

  • pong
    21. Okt 2009 | 13:08 Uhr Antworten

    Hallo Carlos

    Wieder eine grossartige und gut erklärte gratis Hilfe für uns Mix-Novizen .
    Es macht Spass Deinen Ausfühungen zu folgen.und auszuprobieren.

    Deshalb wieder einmal ein herzliches Dankeschön dafür und
    alles Gute Dir und dem ganzen mitarbeitenden Team dieser tollen Seiten.

    Grüsse aus der Schweiz Pong

  • Andizzzii
    29. Jan 2010 | 17:15 Uhr Antworten

    Besten Dank für die “Richtwerte”
    Geiler Artikel – Weiter so…..

    Gruß aus dem verschneiten Sauerland

    Andizzzii

  • carsten escher
    30. Jan 2010 | 09:16 Uhr Antworten

    servus carlos,
    schoene seite hier….
    bleibt man dran am “selbststudium” der Tontechnik!
    Weiter so
    Carsten Escher

  • Christian
    25. Mrz 2010 | 15:25 Uhr Antworten

    Hallo Carlos,

    ich lasse mal meinen ersten Kommentar hier. Was hälst du von 3 Band Compression, also von unten bis 110 Hz, dann zwischen 110 und 450 reduzieren und dann den Kick nochmal einzeln komprimieren auf der Bassdrum? Kann man sich da den EQ nicht weitgehend sparen, bzw nach der Compression noch ein bisschen equalizen?

  • Glas Klever
    04. Sep 2010 | 20:39 Uhr Antworten

    Alles ziemlicher Schwachsinn. Wer beim producen nach Schema F vorgeht wird niemals die großen Beeren ernten. Ich kann diese Abbildungen mit vorgegebenen EQ Einstellungen nicht mehr sehen. Man sollte sich mal vorhalten, dass nicht jede Kick oder was für ein Drum auch immer, gleich klingt. Ansonsten würde ja alles immer gleich klingen.

    Das aller aller wichtigste: Man besorge sich eine gute profimässige Abhöre und eine grotten schlechte dazu. Spektrum, Pegel, Phase anschauen hat auch noch nie geschadet. Und ausserdem die Lauscher aufsperren und hinhören, was man da eigentlich macht… dann kann man sich die ganzen 0815 Tips sparen. Ausserdem Pausen einlegen nicht vergessen. Das Gehör ist ein sich ständig ändernder Kompressor… Fertich!

    • Thomas “thommytulpe” Nimmesgern
      09. Mai 2011 | 16:20 Uhr Antworten

      Hallo!

      Sooo schwachsinnig find’ ich diese Ratschläge nicht. Grundsätzlich gilt sowieso: Wem das nicht gefällt, der kann ja sich immer noch anders entscheiden – niemand _muss_ diese Tipps befolgen.

      Die Tipps gehen (so glaube ich zumindest) an jene, die noch keine große Erfahrung oder kein großes Wissen im Abmischen von Schlagzeugklängen haben.
      Auf einem solchen Erfahrungs- und Wissenstand ist man froh, wenn man solche Tipps bekommt, glaube ich. Am Anfang sind Leitlinien hilfreich, damit man nicht von der Unzahl an Möglichkeiten erschlagen wird (zumal man anfangs bei manchen Sachen noch nicht mal weiß, was überhaupt möglich ist).

      Im prinzip ist verhält sich’s bei den obigen Tipps wie bei allen künstlerischen Regeln: Man lernt die Regeln, damit man später weiß, welche Regeln man mit Absicht brechen kann.

      Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden – da geb’ ich Glas Klever recht. Dazu muss man aber erstmal die Regeln kennen.

  • Glas Klever
    04. Sep 2010 | 20:43 Uhr Antworten

    … und der EQ wird in 99% der Fälle vor dem Kompressor eingesetzt um dem Kompressor die Arbeit zu erleichtern. Sehe keinen Sinn darin dies umgedreht anzuwenden…

    • mec
      04. Okt 2010 | 20:50 Uhr Antworten

      EQ vor oder nach dem Kompressor? – schwieriges Thema …

      Also ich setze den Kompressor immer vor den EQ, da ich der Meinung bin, dass ein Kompressor, der nach dem EQ eingesetzt wird, die vorher mittels EQ herabgesenkten Frequenzen anheben bzw. die angehobenen Frequenzen wieder runter regeln würde.

      Andere Meinungen?

  • Carlos (delamar)
    04. Sep 2010 | 21:57 Uhr Antworten

    “…in 99% der Fälle…”

    Also doch Schema F? ;)

  • Marius K.
    11. Okt 2010 | 12:41 Uhr Antworten

    Du schreibst, es müsse vorsichtig vorgegangen werden….
    In den Bildern ist aber teilweise ein Anhebung von fast 10dzb(!) zu erkennen. Ist das nicht etwas übertrieben ? Auch bei der Absenkung der hohen Frequenzen der Kickdrum bin ich skeptisch… Ich habe mir auch schon einige male gedacht, da könnte man was rausholen, aber schon eine Absenkung um etwas 3dzb lässt die Kick teilw. unnatürlich klingen…

    Carlos, ich wäre dir echt dankbar, wenn du hierrauf antworten könntest, auch damit ich was dazu lerne .

    MfG Marius

    • Carlos (delamar)
      11. Okt 2010 | 12:54 Uhr Antworten

      Hallo Marius,
      danke für dein Feedback.

      “Vorsichtig” soll bedeuten: So viel wie notwendig, so wenig wie möglich.

      Die hier abgebildeten Einstellungen stammen aus meinen Projekten und haben dort funktioniert. Allerdings musst Du dir auch bewusst machen, dass dein Ausgangsmaterial von der Kick Drum schon ganz anders klingen kann als meines.

      Zum Einen könntest Du ein Sample genutzt haben, das bereits mehrfach durch einen EQ gegangen ist, während ich eine echte Kick Drum hatte.

      Nimm diese Einstellungen nur als Ausgangspunkt, als Start für deine eigenen Einstellungen und vertraue deinen Ohren. Wenn eine Einstellung mit +10 dB zu drastisch für dich klingt, dann ist sie das auch.

      Herzliche Grüße
      Carlos

  • Benny
    18. Nov 2010 | 19:13 Uhr Antworten

    wäre schön wenn ihr davon auch eine PDF zum asudrucken machen würdet :)

    • Mario Bütepage
      09. Apr 2013 | 15:13 Uhr Antworten

      PDF ist vorhanden! Ich hab mir eins erstellt! Wenn bedarf ist und Delamar damit einverstanden ist, stelle ich das gerne zur Verfügung! :)

  • Beo Dyrtland
    12. Aug 2011 | 14:24 Uhr Antworten

    Ich sage erst einmal Danke Carlos, für die vielen nützlichen und kostenlosen Tip’s .

    Mich als Neueinsteiger motiviert und bereichert es sehr !
    Generell finde ich die Seite von euch sehr hilfreich und informativ
    und werde sie als festen Bestandteil meiner dringend notwendigen
    Fortbildung in Sachen Tontechnick zu nutzen wissen .

  • freak1051
    09. Apr 2012 | 23:08 Uhr Antworten

    Hallo Carlos,

    ich bin jetzt schon mal sehr froh über deinen Beitrag. Ich hab selbst immer nur zugesehen wie man abmscht und nei richtig drauf geachtet. und auf einmal beitet sich die chacne Slebst was zumsichen. Erst klein angefangen und Auf einmal steht da n siderack. Ich hab deine tips noch nicht getestet. aber werde sie mal grob so voreinstellen und vergleichen. und dann ein wenig dranrumspieln bis es mir passt.

    wie hier schon einige sagten. es sollte meinen Ohren gefallen. und jeder hat sein eigenen stil.. wie oft kommen leute von einem konzert. der eine sagt geiler sound der andere “lediglich matsch”??

    mfg

  • Trommel-Herbert
    26. Jun 2012 | 17:06 Uhr Antworten

    Super erklärt …
    … überhaupt lerne ich auf Euren Seiten unglaublich viel … vielen Dank dafür.

  • Walid Ibrahim
    18. Dez 2012 | 16:24 Uhr Antworten

    Toll

  • Haal39
    10. Jan 2013 | 11:09 Uhr Antworten

    Hallo Carlos,
    danke für die immer wieder guten Denkanstöße.
    Wollte auch mal ein großes Lob aussprechen an dich/euch.
    Zu dem Artikel habe ich aber eine Frage und zwar:
    Momentan bin ich dran meinen 3ten Song fertig zu stellen.
    Wenn ich nun 2 Midi Spuren haben mit Drums.
    In denen ist alles enthalten (Kick, Snare, HighHat, Toms)
    Kann ich dann mit den Einstellungen für den EQ z.B.
    3 mal die Spur kopieren und dann jeweils für die Betonung den
    EQ auf die entsprechenden Frequenzen setzen?
    Ich hoffe das ist verständlich ausgedrückt. Es handelt sich um ein
    virtuelles Instrument. Oder ist es besser aus der einen Midi Spur alle einzelnen
    Drums rauszuziehen und diese einzeln mit einem EQ zu versehen……

    Bin um jede Hilfe dankbar und hoffe mich verständlich ausgedrückt zu haben.
    Viele Grüße
    Haal39

  • Benny
    22. Feb 2013 | 13:46 Uhr Antworten

    Die besten, einfachsten und amateurfreundlichsten Infos, die ich im deutschsprachigen Netz bisher zum Thema gefunden habe (genau wie zum EQ und den Kompressoren, Frequenzbereichen… usw.). Wirklich BRAUCHBARE Hinweise, wunderbar zusammengefasst und aufs wesentliche beschränkt. Danke dafür!

  • Mario Bütepage
    23. Mrz 2013 | 18:10 Uhr Antworten

    @Delamar: Wird noch ein PDF benötigt? Ich hab eins für private Zwecke angefertigt, damit man immer mal wieder nachlesen kann und würde es kostenlos zur Verfügung stellen.

    @Glas Klever:
    Das sind nur Richtwert angaben und keine Vorlage für ein Schema F! Es ist doch logisch das es nicht bei jeder Kick, Snare, Hihat gleich angewendet werden kann! Ich empfehle, erst lesen und dann motzen! ;)

    Gruß
    Mario

  • Mathias
    13. Nov 2014 | 19:24 Uhr Antworten

    Hey Carlos,

    Wieder mal ein super Artikel, den du da geschrieben hast! Allerdings muss ich dazu sagen, ich habe selbst die Erfahung gemacht, dass diese ganzen ‘Richt’- oder ‘Startwerte’, die man da immer an die Hand bekommt, erst dann richtig helfen, wenn man eben selber mal verstanden hat, welches Frequenzband eben was macht. Ich für meinen Teil zumindest, habe eine ganze Weile gebraucht um zu verstehen, warum die Kicks (Beispielsweise), die mir gefallen, so klingen, wie sie eben klingen =D!

    Ich hab allerdings auch eine kleine Frage:
    Hast du irgendeinen Tip zu einem Equalizer, der sich speziell für die Bearbeitung von Kicks bzw. Drums im allgemeinen besonders gut eignet?

    Vielen Dank schon mal im voraus und Thumbs up, für die immerwieder aufschlussreiche Arbeit, die du/ihr hier leiste(s)t

    Gruß
    Mathias

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