Audiobearbeitung / Editing: 5 Dinge, die Du vor dem Abmischen machen solltest

Audiobearbeitung / Editing: 5 Dinge, die Du vor dem Abmischen machen solltest

Am liebsten würde ich genau das Editing bzw. die Audiobearbeitung bei jedem einzelnen Projekt delegieren, denn das ist der Arbeitsschritt, der mir am wenigsten Spass bereitet.

Allerdings geht es mir sicherlich wie vielen anderen Musikern auch – die Budgets sind knapp und das Editing bzw. die Audiobearbeitung muss gemacht werden.

Hier ist meine Reihenfolge bei der Audiobearbeitung, dem Editing-Schritt in der Musikproduktion.

1. Backup des Projekts erstellen

Nachdem schon eine Menge Zeit in das Recording des Songmaterials geflossen ist, wird es spätestens Zeit für ein volles Backup des Projekts. Ich selbst nenne meine Projekte immer nach dem Schritt, den ich im Projekte gerade mache: “name -01- recording”, “name -02- editing”, “name -03- mixing”.

Damit kann ich auch nach einem Jahr noch immer zielsicher die richtige Projektdatei finden und weiter (oder neu) bearbeiten.

Übrigens eignen sich externe Medien besser für ein echtes Backup als die interne Festplatte.

 

2. Letzte Edits in der Audiobearbeitung

Falls noch nicht schon im Vorfeld geschehen, sollte jetzt das Timing der einzelnen Spuren perfektioniert werden. Meistens finden sich 2-3 Stellen im Projekt, wo einer der Musiker nicht ganz on-time war. Wenn keine Zeit für eine neue Aufnahme ist, dann eben mithilfe von Warping und den entsprechenden Tools zurechtschieben.

Audiobearbeitung / Audio Editing

Audiobearbeitung / Audio Editing

3. Unnötige Parts entfernen beim Audio Editing

Wie ich schon im Video zum Thema Vocal Editing gezeigt habe, entferne ich gerne die leisen Stellen gänzlich aus den Aufnahmen. Das nimmt zwar etwas mehr Zeit in Anspruch als das Nutzen eines Gates, dafür ist das Ergebnis aber eben 100% sauber. Es werden keine Transienten abgeschnitten und an keiner Stelle taucht ein ungewolltes Geräusch auf.

Die Einzelspuren klingen später im Mix auch etwas transparenter und unterscheiden sich deutlicher voneinander. Zudem tauchen auch später keine ungewollten Geräuschquellen auf. Vor und nach der eigentlichen Aufnahmen sollten auch Fades genutzt werden. Manche DAW-Software erledigt das von sich aus, bei anderer muss manuell eingegriffen werden.

 

4. Comping in der Audiobearbeitung

Als Comping bezeichnet man das Erstellen einer finalen, perfekten Spur aus mehreren Takes der Aufnahmesession. Im besten Fall ist dies gar nicht erst notwendig, weil die Musiker alles perfekt eingespielt haben. In der nicht-perfekten Welt, in der wir leben, wird allerdings auch (oder gerade) in kommerziellen Produktionen mannigfaltig geschnitten und geklebt.

 

5. Intonation perfektionieren bei der Audiobearbeitung

Sollten sich noch kleine Inperfektionen in der Stimme oder dem Gitarrensolo befinden, so ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um Auto-Tune auszupacken. Und auch hier sollte man sich bewusst werden, dass kommerzielle Produktionen der Moderne sich durch fast unwirklich scheinende Perfektion hervortun. Wer also mit den kommerziellen Produktionen aus dem Radio konkurrieren will, tut gut daran, ebenfalls nach Vollkommenheit zu streben.

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Lesermeinungen (6)

zu 'Audiobearbeitung / Editing: 5 Dinge, die Du vor dem Abmischen machen solltest'

  • Novik
    18. Aug 2011 | 11:21 Uhr Antworten

    Ja leider sind Dinge wie Groovequantisierung und Pitch-Correction unabdingbar, wenn auch nicht gerade ein Kompliment an die Musiker.Man sollte also auf jeden fall vermeiden, diese Dinge einsetzten zu müssen. Wenn die Zeit dafür aussreicht, lieber einen neuen Take machen. Kann mich an die letzte Aufnahme meiner Band erreinnern. Hab Stunden damit verbracht, Vari Audio auf der Gesangsspur zu benutzten. Mitunter sind Pitch-Correction und Audiowarping nicht ohne hörbaren Qualitätsverust zu bewerkstelligen

  • Marcel
    18. Aug 2011 | 11:35 Uhr Antworten

    Hey cooler Beitrag. Hätte gerne detailliertere infos dazu.
    Vorallem was Warping angeht, also Timing im Allgemeinen.

    Ich denke das die Vorarbeit vor dem eigentlichen Mix fast genau so wichtig ist wie das Recording.
    Wenn das Recording nicht stimmt dann brauch man eh nicht weiter machen, aber wenn die Cutter arbeit und co nicht stimmt, ist man schnell gefrustet wenn es dann doch immer wieder hier und da nicht passt vom Timing oder man leichtes Rauschen mit drinnen hat bzw. Geräusche die einfach nicht zum Song gehören. Wie z.B. mal ein “hey cooler Take” weil einer im Raum nicht die Luft anhalten konnte weil der Take echt klasse war…wqas bei der Aufnahme noch nicht ins Gewicht fällt aber spätestens wenn man akribisch hin hört und noch nicht einmal mehr identifizieren kann was das ist.

  • Maze
    18. Aug 2011 | 12:02 Uhr Antworten

    Ergänzung zum Thema Sicherungen:

    es ist immer wichtig die Daten auf mindestens zwei getrennten
    Medien vorzuhalten, denn dann ist man auf der sicheren Seite,
    falls ein Medium kaputt geht.

    Manche Leute sichern z.B. nur auf USB Stick, das ist dann letztlich
    schlechter als die interne Festplatte. Am besten ab und an auch mal auf DVD brennen, oder eben interne + externe Festplatte gleichzeitig nutzen

  • Huba
    18. Aug 2011 | 12:54 Uhr Antworten

    Ich habe auch noch zwei kleine Ergänzungen die ganz hilfreich sein können:

    1. Nach vor dem Editing ordne ich mein DAW Projekt erstmal vernünftig um nicht den überblick zu verlieren. Ich sortiere Grundsätzlich nach Instrumenten (Drums, Bass,Gittare, Synth, Fx etc.) und mache dann Gruppen und fasse das zusammen was zusammenzufassen geht.

    2. Ich speichere das Projekt auch fast jedesmal unter einem anderen Namen ab, um später leicht zum alten stand zurückkehren zu können (fals man sich vermischt hat).

  • Maurice
    21. Aug 2011 | 10:51 Uhr Antworten

    Zu 3. Ich muss gestehen, dass ich die Fades nicht in der Vorbearbeitung mache, weil ich meist noch gar nicht genau weiß, welcher Fade am besten passt. Manchmal machen sich längere auch gut und es ist schade, wenn diese Chance dann schon vertan ist.

  • Rudolf Rossbratwurst
    18. Sep 2011 | 21:50 Uhr Antworten

    Ich speichere jedes mal das Projekt unter einem anderem Namen ab, um den lästigen “Arrrgh-Effekt” bei einem schwerliegendem Fehler zu vermeiden. Es empfiehlt sich sehr, braucht halt sehr viel Speicherplatz, aber heute bei den Terrabyte-rießen fällt das kaum mehr ins Gewicht.

    Jedem Musiker empfehle ich dringends, Backups zu machen. Ich musste meine Festplatte schon 2-mal neu aufsetzen (zweiter Arrrgh-Effekt). Ausserdem empfehle ich jedem zusätzlich alle Projektdaten am Schluss in ein Zip-Archiv (komprimierung) zu kopieren und auf den E-mail-Account zu kopieren.

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