Mixing Tricks: Drei Tricks Instrumente in den Vordergrund zu rücken, die Du noch nicht kanntest

Drei Mixing Tricks, um Instrumente beim Abmischen nach vorne zu holen – Abmischen Tutorial

Wenn Du noch weitere Tricks kennst, mit denen sich die Tiefenstaffelung noch verbessern und verfeinern lässt, dann schreib uns doch einen Kommentar unter den Artikel.

Mixing Tricks Startzeitpunkt ändern

Mixing Tricks 01: Startzeitpunkt der Instrumente

Vielleicht kommt es aus der Zeit, in der wir Menschen uns in Bruchteilen von Sekunden für Flucht oder nicht entscheiden mussten. Vielleicht ist es auch einfach eine anatomische Begebenheit. Tatsache ist jedoch, dass schon die ersten Millisekunden eines Klangs darüber entscheiden, wie laut wir einen Sound wahrnehmen. Danach schaltet unser Gehirn um und hört nach den anderen Klängen (in der Umgebung).

Und genau diese Begebenheit können wir uns beim Abmischen von Songs zunutze machen. Die ersten Millisekunden entscheiden, wie laut der Klang im Verhältnis zu den anderen Instrumenten wahrgenommen wird. Wenn zwei Spuren also gleichzeitig spielen, dann wird die zuerst gehörte besser wahrgenommen. Spielen also beispielsweise Bass und Kick Drum zur selben Zeit, so kannst Du eine der beiden Spuren mehr betonen, indem Du sie einige Millisekunden vorholst. Andersherum gesprochen, kannst Du ein Instrument weiter in den Hintergrund rücken, indem Du dessen Start verzögerst.

Welchen Weg Du für eine Verzögerung nutzt, ist dir überlassen. Meistens bietet es sich an, die ganze Spur im Sequencer um wenige Samples zu verschieben. Das ist sehr einfach und kann jederzeit mit wenigen Klicks wieder rückgängig gemacht werden.

 

Mixing Tricks Kurze Fade-Ins

Mixing Tricks 02: Kurze Fade-In

Wir bleiben noch kurz beim selben psychoakustischen Phänomen. Du kannst ein Instrument auch damit etwas in den Hintergrund rücken (also beim Abmischen andere dadurch in den Vordergrund rücken), dass Du den Attack mit einem kurzen Fade-In versiehst. Dadurch wird der Anschlag (Attack) etwas leiser und die Wahrnehmung ist, dass das Instrument leiser wird.

Auch hier stehen dir diverse Möglichkeiten zur Verfügung. Du kannst das bei einem virtuellen Instrument im Samples oder Synthesizer einstellen – das dann direkt im Klang. Hier musst Du allerdings sehr vorsichtig sein, nicht den Attack komplett zu verlieren.

Eine andere Methode wäre es, nur den Anfang einzelner Takes mit einem Fade-In zu versehen. Das verhilft, dass der Sound dann weiter drinnen im Take seinen Attack behält und schön klar daherkommen kann.

 

Mixing Tricks Modulationseffekte

Mixing Tricks 03: Modulieren

Wir bleiben dabei, einen Sound beim Mixing dadurch in den Vordergrund zu holen, dass wir andere Sounds weiter nach hinten setzen. Hier können uns Modulationseffekte wie Chorus, Flanger oder Phaser helfen. Und zwar genau dann, wenn wir damit Kammfiltereffekte erzeugen. Diese reissen nämlich einige Löcher in das Frequenzspektrum der Spur, was sie in den Hintergrund rückt.

Du kannst beispielsweise einen Chorus-Effekt nehmen und diesen auf eine kurze Delay-Zeit von etwa 10 Millisekunden einstellen. Den Effekt hörst Du am besten, wenn Du bei laufendem Mix den klang ohne Bearbeitung lässt und dann den durch den Chorus bearbeiteten Effekt hinzumischst.

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Lesermeinungen (6)

zu 'Mixing Tricks: Drei Tricks Instrumente in den Vordergrund zu rücken, die Du noch nicht kanntest'

  • Dominik
    13. Mai 2011 | 13:23 Uhr Antworten

    Sehr gute Tipps, danke delamar!

  • Mike Neuse
    13. Mai 2011 | 15:33 Uhr Antworten

    Sehr Interessanter Beitrag. Möglichkeiten die mir so noch nicht in den sinn kamen ob wohl ich auch mit verzögerungen experimentiert habe. Jeden Tag ein stück mehr vom Kreativ kuchen.

  • nevian
    13. Mai 2011 | 21:45 Uhr Antworten

    Guter Artikel, Carlos!

    Will dazu noch anmerken, dass das ganze Vordergrund/Hintergrund-Empfinden auf dem KONTRAST der unterschiedlichen Spur-Abmischungen beruht!

    Heißt also, dass ein Instrument/Vocal etc. nur dann als “noch weiter vorne” empfunden werden werden kann, wenn die anderen Spuren entsprechend auch den Platz dafür lassen – also weiter hinten gemischt sind. z.B. Hall mit kurzem Predelay lassen einen Sound weiter nach hinten rücken – was sicher vielen bereits bekannt ist.

    Ein Sound, der sich weiter hinten befindet, hat auch insgesamt einen anderen Frequenzgang als ein Sound weiter vorne. Das Verhältnis des Levels bei 1kHz zum Frequenzgang ist z.B. so ein Parameter. Also ein 1kHz-Cut bei einer E-Gitarre ist sicher nicht verkehrt, wenn die Gitarre keine Solo-Gitarre ist und weiter nach hinten rücken soll. Ein Sound, der weiter hinten platziert ist, hat auch weniger Höhen, als wenn dieser Sound im Vordergrund stehen soll.

    Anstelle von einfachem Panning kann man auch mit unterschiedlichen Frequenzgängen und Spurverzögerungen für L & R experimentieren. Damit lässt sich die horizontale Aufreihung der Instrumente realistischer gestalten.

    Was fällt mir sonst noch ein? Ja… vielleicht mit Transient-Designern die Sounds – je nach Position – softer oder direkter klingen lassen.

    Wie gesagt noch mal das Wichtigste: es gibt kein tiefes Schwarz ohne ein helles Weiß – bildlich gesprochen. Also immer drauf achten, dass der Mix auch einen ausreichend großen Kontrastrahmen aufweist.

    • Volker Sternemann
      14. Mai 2011 | 13:13 Uhr Antworten

      Kann es sein, Nevian, dass Carlos und Du unterschiedliche Dinge meinen?

      Beide Eurer Hinweise sind sehr gut, aber ich glaube nicht, dass Eure beiden Definitionen der Begriffe “nach hinten” und “nach vorne” (im Mix) das gleiche bedeuten.

      Wenn ich Carlos’ Artikel richtig verstanden habe, meint “nach hinten” ja mehr eine Art akustische Priorisierung, während Deine Hinweise eher auf die Tiefenstaffelung im Sinne einer räumlichen Abbildung abzielen.

      Insoweit ergänzen sich die Hinweise aber prima… :-)

      Oder habe ich Euch da beide missverstanden? :)

  • michael
    06. Jul 2011 | 13:38 Uhr Antworten

    volker sternemann ich verstehe den unterschied nicht. wie könnte ein klang vorne sein, der hinten ist? (egal, wie man jetzt die vergleichsdefinition ansetzt) man arbeitet ja mit den psychoakustischen effekten der “realen tiefenstaffelung”.

    starke modulationen, die in die breite gehen, kammfiltereffekt u.ä. finde ich übrigens gründsätzlich gefährlich außer man möchte schichten des mixes überhaupt “verwaschen” – was ja dann eher mit klangcharakter als mit positionierung im mix zu tun hat.

    für “die breite” empfehle ich ganz normale doppelungen und/oder kleine rhythmische variationen, die man auseinanderlegt.

    auch verschiedene, orchesterartige platzierung im hörfeld empfiehlt sich. es sitzen ja nicht immer alle in der mitte.
    ——
    eine bitreduktion wirkt oft wunder um einen klang harsh nach vorne zu bringen.

    übrigend kann ich mich dem gesamten beitrag von nevian anschließen

    have a nice day

  • Freddy
    27. Mrz 2013 | 13:38 Uhr Antworten

    Wieso sollte ich um Tiefenstaffelung zu betreiben die Attack meines Signals dämpfen? Das ist doch völliger Unsinn. Mit einem Eq und/ oder Kompressor kann man definitiv gut arbeiten und alles erreichen. Ohne die Transienten mit Fades zu zerstören. Auch erschließt sich mir nicht was ein Phaseneffekt, der das Signal komplett verändert mit Tiefenstaffelung zu tun hat? Und wenn Mein Signal tight sitzt und Die Phasenlage stimmt ist es nur rumgemurkse die Spur zu verzögern.

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