Abmischen: Die richtige Balance mit dem Equalizer finden

Abmischen: Die richtige Balance mit dem Equalizer finden

Wenn es um das Abmischen von Songs geht, kann der Equalizer eine grosse Rolle spielen. Zugegeben, mit den Fadern über die Lautstärke sind die Eingriffsmöglichkeiten umfangreicher. Doch mit dem Equalizer hast Du die Möglichkeit, dem Mix als Ganzes sowie den einzelnen Instrumenten einen eigenen Klang mitzugeben.

Dabei hängt der Klang sicherlich in erster Linie von deinem persönlichen Geschmack ab, der wiederum von der Musik geprägt ist, die Du hörst. In zweiter Linie kommen aber noch die ungeschriebenen Gesetze der einzelnen Musikstile zum Tragen. Und diese ändern sich mit der Zeit. Noch vor einigen Jahren war es üblich, Instrumente möglichst natürlich mit dem Equalizer zu bearbeiten. In der Zwischenzeit wird das in vielen Musikgenres nicht mehr ganz so strikt gesehen. Dennoch gelten Produzenten, die sich den ungeschriebenen Regeln nicht beugen entweder als überaus kreativ oder werden ihrer fehlerhaften Technik wegen belächelt.

Equalizer Tutorial Mixen Abmischen Balance finden

Die richtige Balance mit dem EQ beim Abmischen finden

Und in der Tat lässt sich durch den kreativen Einsatz eines Equalizers bei Instrumenten noch mehr Stimmung und Spannung aus einem Song holen. Mehr sogar noch, wenn das Zusammenspiel verschiedener Spuren und des Mixes betrachtet wird. Die meiste Spannung kannst Du allerdings mit dem dynamischen Ändern der Equalizer-Einstellungen im Laufe des Songs erreichen.

 

Natürliche Bearbeitung mit dem Equalizer

Ursprünglich wurden Equalizer dazu genutzt, die Definizite des Equipments bei Aufzeichnungen auszugleichen und diese mehr wie das echte Instrument klingen zu lassen – eben natürlicher. In der Zwischenzeit ist aber eine Menge Zeit vergangen, in der sich der Einsatz von Equalizern gehörig verändert hat. Wir empfinden heute nicht mehr den ursprünglichen Klang als natürlich.

Vielmehr mögen wir unsere Abmischungen und Instrumente viel brillianter und aufgeräumter – anders als der tatsächliche Klang. Tatsächlich empfinden die meisten Musikkonsumenten alte Aufnahmen der Beatles oder vielleicht von Led Zeppelin (wohlgemerkt “klanglich”) als unspektakulär und tendenziell langweilig. In diesen alten Aufnahmen wurde nicht nur wesentlich mehr Raum und Ambiente mit aufgenommen (was einen ganz eigenen Charme hat), der Equalizer wurde auch nicht dazu eingesetzt, störende Frequenzen zu entfernen.

Eine ganz typische Falle im Einsatz eines Equalizers ist, die Natürlichkeit des Instruments zugunsten besserer Durchsetzung zu verlieren. Oftmals wird versucht, sich gegenseitig maskierende Instrumente beim Abmischen durch drastische Eingriffe mit dem Equalizer besser zu separieren – ein Problem, dessen Lösung eigentlich in einer Änderung des Arrangements zu finden wäre.

Bessere Definition und Klarheit für ein Instrument erfordert zuweilen auch eine Anhebung der hohen Mitten, was in einigen Fällen nicht nur zu Maskierungen in diesem Frequenzbereich führt, sondern auch die betreffende Spur sehr aggressiv klingen lassen kann. Wer also auf der Suche nach einem eher natürlichen Klang ist, sollte regelmässig die Spur im Solomodus daraufhin kontrollieren.

 

Inidividuelle Bearbeitung mit dem Equalizer

Auf der anderen Seite kannst Du dich natürlich auch von allen Traditionen lossagen und deine Entscheidungen in Sachen Equalizing auf anderer Basis treffen. In dieser Herangehensweise geht es vielmehr darum, was ein einzelnes Instrument für den jeweiligen Song beitragen kann. Was macht das Instrument besonders? Wo sind die wichtigen Frequenzen für diese Spur? Oder auch: Welchen anderen Spuren muss sich das Instrument unterordnen?

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Lesermeinungen (12)

zu 'Abmischen: Die richtige Balance mit dem Equalizer finden'

  • Ramon Smith
    02. Mrz 2010 | 01:04 Uhr Antworten

    sehr gut umschrieben. es ist schwer so sachen in worte zu fassen.
    Ich finde der EQ ist ein wichtiges Werkzeug um jedem Instrument im frequenzbereich ‘seinen Platz’ zu zuweisen. Ich umschreibe das immer wie folgt:
    Wenn ich ein Bild male kann ich die mitte nicht blau und rot gleichzeitig machen. das gäbe ein verschmiertes lila. ich kann zB die untere hälfte Blau und die obere hälfte Rot machen. Oder Rot in die mitte und Blau oben/unten. usw

    genauso wie jeder farbige form auf dem bild ihren Platz braucht, so braucht auch ein klang (Instrument/vocal etc) im Klanggebilde (Song) seinen Platz. Nur eben nicht auf einer zweidimensionalen ebene sondern im Frequenzspektrum. zB Bass alles unter 100Hz, Gitarre nur oberhalb. (rein symbolisch)

    hat jemand mal ausprobiert vor beginn des Refrains den gesammtmix zu filtern um so den einstieg in den refrain umso impulsiver zu gestalten? Es lebe der Kontrast als stilmittel!

  • Bobo
    02. Mrz 2010 | 09:41 Uhr Antworten

    Bei dem Satz “Wir empfinden heute nicht mehr den ursprünglichen Klang als natürlich.” bin ich zusammengezuckt, nein vom Hocker gefallen! Was ist das für eine pauschale Aussage? Wer sind “Wir”? Ich hoffe nicht “Wir” Musiker. Ja gerade wir Musiker sollten den ursprünglichen Klang als natürlich empfinden. Wäre das gleiche, als würden Köche sagen “wir wissen nicht wie eine Tomate schmeckt.”
    Gerade diese “brilliante und aufgeräumte” Akustik Aufnahmen, die durch EQs verschlimmbessert werden, kann man sich manchmal nicht mehr anhören. Mir geht das Herz auf, wenn ich eine gut aufgenommene Live Aufnahme höre, leider viel zu selten.

    Meine Devise ist die richtige Instrumentenwahl (wenn man die denn hat – heute mehr als je zuvor). Die richte Frequenzstaffelung bei der Wahl der Instrumente bewirkt oft, dass ich kaum an den EQs nachregeln muss, es klingt automatisch klarer und gleichzeitig natürlich. Bei rein elektronischen Aufnahmen ist das eine andere Geschichte, da ist nichts natürlich, aber auch hier kommt man mit der Methode schnell zu ‘klar’ klingenden ausbalancierten Mixen.

    • Michael B.
      16. Nov 2011 | 12:11 Uhr Antworten

      @ Bobo: da stimme ich Dir zu, aber auch dem Autor des oben stehenden Textes.
      Das “Empfinden” ist def. ein anderes, als zu Beatles Zeiten. Ich sprech jetzt nicht von Jazz, Blues etc wo die Natürlichkeit der Instrumente meiner Meinung nach hörbar sein “muss”/sollte.

      Wenn du im Metal/Rock/Gothrock dich nicht dem “heutigen Hörempfinden” der Käufer anpasst, verkaufst du am Ende keine CDs. Und ich sprech da nicht einmal nur von den EQ-Düfteleien wie hier einige mit erhobenem Finger aufgelistet haben, sondern vom “Aufblasen des gesammten Sounds”(Compressor&CO!).

      Wenn du jetzt beim Mischen eines Albums alles wieder auf die Natürlichkeit “runter schraubst” wirst du zwar einen “Instrumenten gerechten Mix” haben, aber ich behaupte, dass dann gerade die Musiker (wie gesagt, ich sprech von Metal & Co) “entäuscht” sein werden, weil Ihr Album “nicht so wie die anderen auf dem heutigen Markt klingt” ;-)

      Man kann das ganze dann natürlich übertreiben, ich finde die letzte Mötley Crüe als zu überproduziert, etwas weniger Druck hätte es auch getan. Für mich ist die Scheibe nach paar Tracks “ermüdend” in den Ohren, weil, einfach zu stark aufgeblasen… Evtl sind meine Ohren zu Alt dafür ;)

      Grüsse
      michael

  • onkobu
    02. Mrz 2010 | 14:52 Uhr Antworten

    Der Artikel ist ja aus der untersten Schublade und liefert nicht nur nichts Neues, er liefert gar nichts. Der eine wird für seine Kreativität bewundert, der andere dafür belächelt. In dem einen Musikstil muss es natürlich klingen, im selben löst man sich aber davon. “So’n Equalizer kann man benutzen,… muss man aber nicht…”

    Hat schonmal jemand darüber nachgedacht, einen Equalizer vielleicht für linkes und rechtes Signal getrennt, steilflankig (hohe Q-Werte) und alternierend für die Stereobreite zu benutzen (4-Band-EQ genügt da schon) oder einen fehlenden automatisierten Gain-Regler mit dem Gain des EQs auszugleichen (bspw. an Digitalpulten wie dem 01v96 von Yamaha)?

    Vielleicht war schon mit dem letzten Zeichen der Überschrift der Artikel verloren…was ist “richtig”, was bedeutet “Balance”? Und warum muss jeder “aufgeräumt” und “transparent” klingen? Ich will auch gar nicht erst mit der Filtertheorie anfangen, aber ein Filtersweep ist etwas gänzlich anderes als ein EQ-Sweep und EQ-Automation klingt gänzlich anders als eine Filterautomation (Wenn man vom Extremfall eines EQs mit nur einem Filter absieht).

    • Carlos (delamar)
      02. Mrz 2010 | 14:59 Uhr Antworten

      Oh, halte bitte nicht mit deinem Wissen hinter dem Berg. Lass uns teilhaben und erklär mal bitte den Unterschied zwischen einem Equalizer und einem Filter. Ich bin gespannt.

  • onkobu
    02. Mrz 2010 | 15:21 Uhr Antworten

    Du hast das Schicksal herausgefordert. “Filter” ist ein Modell zur Beschreibung der Bearbeitung des Frequenzspektrums eines Signals. Ein Equalizer ist eine elektronische Schaltung, bestehend aus verschiedenen Filtern. Gewöhnlich ist in Musikerkreisen ein “Filter” etwas mit einem “Frequenz” und einem “Resonanz”-Regler, gelegentlich sogar mit einem “Charakteristik”-Schalter (Tiefpass, Hochpass, Bandpass, Bandsperre, Allpass<— Phasenschieber). Oft lässt sich sogar noch eine Flankensteilheit wählen, meist in Schritten von 6dB. Wer ganz viel Filter haben will, der beeinflusst noch mit den Algorithmen des Modells "Filter" solche Dinge wie Restwelligkeit/Ausschwingverhalten oder Resonanzverhalten (Butterworth, Chebychev…)

    Der Equalizer hingegen besitzt üblicherweise einzig mehrere Lautstärkeregler für festgelegte Bänder die oft die Anordnung Tiefpass-Bandpass-Hochpass aufweisen (mehr Bandpässe sind absolut möglich und Tief- und Hochpass selbst in Bandpässe zu schalten Luxus). Mit viel Glück findet man an einem quasiparametrischen EQ ein oder zwei Frequenzregler für die Mittenbänder. Für richtig teuer Geld gibt es vollparametrische Equalizer, bei denen auch noch die Güte (Verhältnis von Flankensteilheit zu Trennfrequenzen bei Bandpässen) geregelt werden kann.

    Wer also einen Filter automatisiert, dreht üblicherweise an Frequenz und Resonanz, häufig nur an ersterem. Wer einen EQ automatisiert dreht üblicherweise an der Lautstärke eines Frequenzbandes, Resonanz fehlt hier gänzlich (und ist auch unerwünscht) und Phasenverschiebungen werden so weit es geht unterdrückt (es klingt unschön, wenn das Mittenband zum Höhenband Phasenverschiebungen aufweist, da die Signalanteile nach dem EQ wieder zusammengemischt werden und die Trennschärfe zu gering ist, Frequenzauslöschung an den Grenzfrequenzen und darüber hinaus zu verhindern).

    Auch wenn du dich persönlich angegriffen fühlst und versuchst mich mit Ironie aus der Reserve zu locken: einen Artikel mit dem Fazit, die persönliche Meinung an irgendeinem Geschmack zu orientieren ist in meinen Augen nichts wert. Ein Artikel, der akkustische Phänomene und elektronische (oder virtuell-elektronische) Schaltungen gegenüberstellt ungleich mehr.

  • Carlos (delamar)
    02. Mrz 2010 | 15:51 Uhr Antworten

    Erst einmal vielen Dank dafür, dass Du jetzt auch konstruktiv kommentiert hast. Und vielleicht können wir deine Ausführungen vielleicht auch auf einen Nenner herunterbrechen, die das Verständnis vereinfacht.

    Viele Equalizer-Plugins (und das ist wahrscheinlich das, was viele Leser von delamar hier nutzen) weisen sowohl parametrische EQs als auch diverse High-Pass und Low-Pass Filter auf. Wenn ich hier also von der Automation eines Equalizers spreche, dann werden die meisten Leser durchaus ein solches Gerät/Plugin vor “Augen” haben. Du selbst stellst ja zudem auch fest, dass ein EQ am Ende auch nur aus Filtern besteht und damit die enge Verwandtschaft bestätigt.

    Wir können es sogar noch weiter herunterbrechen und EQ (als besondere Form mehrerer Filter) sowie Filter als Effekte zur Einflussnahme auf den Frequenzgang eines Audiosignals oder einer Spur sehen, womit der Vergleich zwischen gefilterten Sweeps und der Automation von EQs nicht mehr ganz so weit hergeholt ist (zumal nicht jeder Filtersweep auf die Resonanz zurückgreift, wie Du korrekt feststellst).

    In diesem Artikel sollte nur herausgearbeitet werden, dass es durchaus unterschiedliche Ansätze für die Verwendung eines EQs beim Abmischen eines Songs gibt. Dass das ein Wissen darstellt, das vielen erfahrenen Produzenten bereits bekannt ist, mag sein – das ändert nichts an der Tatsache, dass viele Einsteiger noch nie über die dynamische Verwendung eines EQs nachgedacht haben. Und diese sind hoffentlich nach der Lektüre animiert, dies mal auszuprobieren.

    Ein Fazit wurde in diesem Artikel gar nicht gezogen, insofern verstehe ich die Aufregung nicht wirklich, und die Gegenüberstellung von “akustischen Phänomenen” sowie “elektronischen […] Schaltungen” (was auch immer Du damit meinst) macht spätestens Sinn, wenn wir betrachten, worum es eigentlich geht: Musik und Kreativität – nicht Technologie.

  • onkobu
    02. Mrz 2010 | 16:53 Uhr Antworten

    Sehr hübsch: “Musik und Kreativität – nicht Technologie” contra “Was ist denn nun der richtige Einsatz eines Equalizers?” und “…werden ihrer fehlerhaften Technik wegen belächelt.” Kurzweilig zudem die Aufwertung meiner Beiträge von nicht-konstruktiv zu konstruktiv. Technik, Geschmack, Kreativität, persönliche Differenzen hin oder her, mir fiel ein tolles Beispiel ein, die Wahrnehmung deines Textes durch meine Subjektivität zu verdeutlichen:

    Es gibt eine Vielzahl von Tutorials für Grafikprogramme. Einige machen Hintergrundbilder mit Planeten, andere 3D-Logos mit gestauchten Silhouetten und wieder andere bearbeiten Fotos mit Überbelichtung oder nehmen Farbkorrekturen vor. Das sind konkrete Anwendungsgebiete mit konkreten Schritten. Die Ergebnisse lassen sich durch persönlichen Geschmack abändern und aufhübschen. Würde ich deinen Artikel gemäß meiner Wahrnehmung als ein solches Grafik-Tutorial verstehen, hättest du nichts anderes gemacht, als über das Vorhandensein von geraden und krummen Linien zu berichten. Am Ende steht weder ein Hintergrundbild, noch ein Logo noch irgendetwas anderes fassbares, nur eine Anordnung verschiedenartiger Linien, je nach Gusto.

    Vielleicht solltest du mal etwas verrücktes machen und die Plugins Plugins sein lassen. Vielleicht gibt es hinter den vielen bunten Knöpfen mit Markennamen Prinzipien, die sich unabhängig von der konkreten Ausprägung verändern lassen und mit Sicherheit auch immanente Eigenheiten. Ich will auch keine Diskussion ob Schaltungen virtuell, virtuell-analog oder diskret so und so klingen, anfangen. Ein Moog-Filter ist grundsätzlich klanglich etwas ganz anderes, als einer der Filter in einem Allen&Heath-Kanalzug oder der in einem (digitalen) Yamaha-Pult.

    So langsam kommt der EQ-Artikel in Fahrt und wir hätten eher darüber diskutieren sollen. Vielleicht wäre dann dem ein oder anderen Leser sehr geholfen, brächte er vermittels delamar Ordnung in seine Filter-Landschaft, ganz gleich ob EQ aus irgendeinem Kanalzug, Plugin oder externer Filterbox und zwar über das übliche Schweden-Style hinaus. (Jedes Instrument bis auf markanten Teil abzusenken und so Bänder von Instrumenten zusammenmischen-heißt meine ich Schwedischer Stil)

    Jetzt habe ich keine Lust mehr, man mag es mir als Langweile oder Unvermögen nachsagen, widme mich stattdessen resonanzlosen Filtersweeps (warum nicht mal Resonanz UND Frequenz gemeinsam ändern…im Notch…)

  • Carlos (delamar)
    03. Mrz 2010 | 13:34 Uhr Antworten

    Schöne Analogie. Und für alle, die bis dato nur die geraden Linien kannten, tut sich eine neue Welt mit den gekrümmten auf und vice versa. Ist, wie gesagt, eine Frage der Perspektive. Und ich bin bis heute froh, dass mich damals jemand auf die Idee mit den dynamischen EQs gestossen hat…

  • SERCAN
    11. Mai 2010 | 00:45 Uhr Antworten

    Also ich habe ein freund er rappt und ich versuche schon jahr einem jahr seine stimme abzumischen aber es gelingt mir nicht er hat viel zu viel bass in der stimme und wenn ich halt mit highpass 130 hz rausschneide dann hört sich dass zu dumpf an alles ist so kompliziert naja ich hoffe ihr könnt mir da weiter helfen eine basslasstige stimme zu bearbeiten ist echt schwer ich höre meine aufnahmen über yamaha HS 80 ab bis dann Cjey92

  • Peter Schwinn
    23. Mai 2010 | 14:55 Uhr Antworten

    Peter von Zielkraft-Media:
    Ich habe ziemlich lange gebraucht, bis ich bei mir selbst herausgefunden habe, wie ich überhaupt mit dem EQ umgehen will. Inzwischen bin ich dahinter gekommen: Mich hat der Maskierungseffekt schon immer genervt und auch die Frage, welche meiner Stimmen in der Hierachie ganz oben stehen soll. Ich bin grundlegend sozial eingestellt und da bin ich auf den Trichter gekommen (wenigstens was unsere Studioarbeit anbelangt) ich benutze EQs hauptsächlich dynamisch. Das bedeutet, wenn der Gesang sich z.B. mit einigen Trägerfrequenzen einer “fetten” Gitarre maskiert, wird in dem Moment indem sich die Frequenzen überlagern die Konkurrenzfrequenz vom Gesang aus geduckt und zwar ausschließlich die Frequenzen die sich ansonsten maskieren würden. Das erreiche ich mittels Side-Chain Compression und einigen ausgetüftelten in Reihe geschalteten EQs. Seit ich mir das eingerichtet habe habe ich das erreicht was ich immer schon (soundtechnisch) erreichen wollte.
    Liebe Grüße von Peter

  • è la cosa nostra
    26. Jun 2013 | 12:31 Uhr Antworten

    @Sercan:
    Es kann verschiedene Gründe haben, warum du denkst, die stimme wäre zu basslastig oder zu stumpf im mix..du brauchst aber nicht so viel Tieffrequentes aus der Stimme nehmen, wie du schon gesagt hast – irgendwann klingt es einfach zu dünn… 80hz reicht locker…
    Wenn du trotzdem ein problem damit hast, dass es zu basslastig klingt, gibt ich dir ein paar tips:

    -Akustik
    Manchmal machen Leute den Fehler, ihren Aufnahmeraum mit Akustikschaumstoff vollzustopfen. Bei falscher Anreihung und falscher Positionierung usw kann es dazu kommen, dass die aufgenommenen Signale dann einfach zu dumpf klingen. Vielleicht versuchst du mal im Raum umzustellen, oder dir Fachwissen anzueignen, wie man seine Akustik optimieren kann. (Ich will dir nicht zu nahe treten, ich gebe einfach ein paar allgemeinie Tips – ich weiß nicht, wie es im Raum aussieht! ;) )
    -Wahl des Mikrophons
    Du hast uns nicht erzählt, welches Mikrophon du verwendest. An den Boxen kann es nicht liegen, die sind recht liniar. Es kann natürlich am Mic liegen, probier es einfach mal mit einem anderen, ausgeliehenen oder so. Dann kannst du ausschließen ob es am Mic liegt.
    -Pop Schutz
    Erstaunlicherweise ist mir beim Testen verschiedener Pop-Schutz Vorrichtungen aufgefallen, dass manche den unteren Frequenzbereich betonen bzw. auch etwas beschneiden können. Ein Versuch ist es Wert!
    -Plugin
    Versuchs einfach mal mit nem anderen EQ zu bearbeiten, und vergleiche die Qualität
    -Mikrophonierung
    Je näher man dem Mic steht, desto mehr kommt der typische “Nahsprech-Effekt” zur Geltung. Dieser bringt viel Bass mit, für tiefere Stimmen und so… kann geil klingen, kann aber auch den Mix vermatschen. Versuch den Rapper anders aufzustellen, z.B. etwas weiter entfernt vom Mic.. oder Versuch das Mikrophon selber z.B. etwas höher oder tiefer zu positionieren… am besten etwas tiefer, meiner Meinung nach.

    Wat auch immer es ist – versuch maln bisschen rumzuspielen und zu experimentieren. Ich hoffe ich konnt dir weiter helfen!

    Stay Stuned

    è la cosa nostra

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