Loudness War: Bob Katz Video über den Lautheitskrieg

Loudness War: Bob Katz Video über den Lautheitskrieg

Bob Katz ist ein grosser Name, wenn es um das Thema Audio Mastering geht und kämpft seit geraumer Zeit gegen die stetig anwachsende Lautheit in der Musikproduktion. In diesen beiden Videos erklärt er, worum es geht und was man dagegen machen kann.

Bereits bekannt ist uns ja die Steigerung in der Lautheit um 20 dB in gerade einmal 20 Jahren. Die positive Meldung ist, dass wir kaum noch weitere Zuwächse zu befürchten brauchen – wir sind bereits technisch am Limit. Nicht ohne Grund hat auch die herstellende Industrie für Musik Equipment und Musiksoftware in den letzten Jahren enorm viele technische Hilfsmittel zur Maximierung der empfundenen Lautstärke hervorgebracht.

In letzter Zeit tendiere ich normalerweise zur Sicht, dass es durchaus Musik gibt, die von einer enormen Lautheit profitiert. Du kannst zum Vergleich auch in das Album Death Magnetic von Metallica reinhören bei Amazon oder hier eine andere Version.

Aber nun komme ich etwas ins Schwanken, denn das Ergebnis der Subtraktion von Originalsignal und 96k MP3 beim auf Lautheit optimierten Song von Marc Anthony spricht eine deutliche Sprache. Laute Mixe? Ja, gerne, aber vielleicht etwas gemässigter?

Details zu den Videos zum Loudness War mit Bob Katz

Im weiteren Verlauf dieses Videos zum Loudness War spricht Bob Katz über kalibriertes Monitoring und wie es sich mit dem Headroom und dem Point of no return verhält. Erfahre mehr über Peak Normalization und warum Bob dafür ist, in die Broadcast-Server und die Consumer-Produkte einen Loudness-Normalization einzubauen.

Was denkst Du zum Lautheitskrieg / Loudness War? Wie wichtig ist die Lautstärke, um mit professionellen und kommerziellen Tracks mitzuhalten?

Lesermeinungen (10)

zu 'Loudness War: Bob Katz Video über den Lautheitskrieg'

  • dj Putin
    02. Jun 2010 | 15:24 Uhr Antworten

    man merkt, dass der mann ahnung hat

  • Sib
    02. Jun 2010 | 19:32 Uhr Antworten

    oh ja, der hat echt ahnung, auch wenn er besser mastert als vorträge hält. x)

    habe ich das also richtig verstanden: am besten sollte ich meine abhöre auf 83 dB einstellen und nie wieder diese einstellung ändern?

    danke für die videos!

  • Rippi
    02. Jun 2010 | 20:55 Uhr Antworten

    Ich kann kein Englisch kann man da nicht deutsche Untertitel machen?

  • ortofonic
    02. Jun 2010 | 22:58 Uhr Antworten

    ja, so habe ich das verstanden, dass man bei 83 dB den besten punkt erreicht zum mixen

  • Johann Spischak
    03. Jun 2010 | 12:05 Uhr Antworten

    Mit übertriebene Lautstärke will man (genauso wie mit übertriebene Kompression und Kolorieren) mangelnde Klangqualität ersetzen. Über gewisse Sauberkeit hinaus ist es sehr kontraproduktiv, wirkt manchmal kindisch-lächerlich, manchmal aber wirklich zum kotzen.

  • Peter
    03. Jun 2010 | 21:42 Uhr Antworten

    “In letzter Zeit tendiere ich normalerweise zur Sicht, dass es durchaus Musik gibt, die von einer enormen Lautheit profitiert. Du kannst zum Vergleich auch in das Album Death Magnetic von Metallica reinhören…”

    Death Magnetic kann man sich nicht anhören so übertrieben komprimiert ist das, hat guten Grund warum das Mastering des Albums so stark kritisiert wurde.

    das video fasst das eigentlich ganz gut zusammen.
    http://www.youtube.com/watch?v=QPu0DKyGgZI

  • Carlos (delamar)
    04. Jun 2010 | 14:52 Uhr Antworten

    Ich muss zugeben, dass ich mir die Metallica-Scheibe nicht hier in meiner normalen Abhöre reingezogen habe, sondern im Auto eines Freundes. Dort erschien es mir stark laut, aber es hat auch gepasst.

    Im Übrigen hat sich mir gegenüber keiner meiner Nicht-Musiker-Freunde jemals über die Lautheit der Scheibe beschwert…ich denke dem Normalo wird es so gepasst haben.

  • Sib
    04. Jun 2010 | 15:47 Uhr Antworten

    Klar, ein “Normalo” wird nie von Kompression sprechen, oder dass ein Track zu wenig Dynamik hat. Ihm wird vielleicht nicht mal bewusst auffallen, dass es unangenehm ist, lange Zeit überkomprimierte Musik zu hören. Er dreht sie halt runter, wenn er es nicht mehr aushält. Das ist ja das paradoxe: je leiser die Musik in sich ist, desto lauter ist sie angenehm zu hören. Ich bin mir nicht sicher, ob es jemals ein öffentliches Konsumentenbewusstsein darüber geben wird.

  • Brainiac
    15. Jun 2010 | 19:27 Uhr Antworten

    Am Anfang wurden Alben bei Amazon schlicht als “zu leise” bemängelt, nur darauf hat die Industrie letztlich reagiert. Als Dynamikpeaks an das digitale 100% Limit stiessen hat man sie zugunsten von Clippings wegrasiert. Heute gibts nur noch satte Lärmwurst vom Soundfleischer die man weder mit Boxen noch mit Kopfhörer ohne Kopfschmerz anhören kann. Die Menschen wurden umerzogen, kaufen den Müll trotzdem.

  • Carlos (delamar)
    17. Jun 2010 | 11:04 Uhr Antworten

    Naja, was heisst die Menschen wurden umerzogen? Sie haben es sich ja selbst zuzuschreiben. Jeder hat ja die Möglichkeit, auf den CD-Kauf zu verzichten, wenn die CD schlecht klingt.

    Die Leute denken nur, dass lautere Musik besser klingt und achten auch mehr auf lautere Schallquellen. Diesen Effekt machen sich ja auch die TV- und Radiosender zunutze, wenn sie Werbung einspielen.

    Ich vermute, dass dieser Bewegung erst dann wieder ein Riegel vorgeschoben werden kann, wenn jeder iPod, jede Stereoanlage und einfach jedes Abspielgerät einen automatischen Lautstärkenausgleich mitbringt, der alle Songs mit ähnlicher Lautheit abspielt. Dann werden die lauten und überkomprimierten Songs nämlich leiser gemacht und klingen plötzlich schlechter als die mit mehr Dynamikumfang.

    Sehen wir dann in zwanzig Jahren :)

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