Audio Mastering: Reihenfolge (Teil 4)

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Mastering Reihenfolge

Die richtige Mastering Reihenfolge basiert auf ineinandergreifenden Schritten. Im vierten Teil geht es um die letzten Schritte vor dem Dithering.

Mastering Reihenfolge (Teil 4)

Zur Auffrischung ist hier zunächst wieder die Abbildung der gesamten Mastering-Kette mit Effekten. Heute geht es um die Effekte ab den Raumeffekten.

Audio Mastering Workshop Bearbeitungsschritte

Reihenfolge der Klangbearbeitungsschritte im Mastering

Raumeffekte im Mastering

Raumeffekte werden in der Regel vor der Dynamikbearbeitung vorgenommen und sollten mit der Dynamikbearbeitung Hand in Hand abgestimmt werden, da sich die räumliche Wahrnehmung durch die Kompression ändert.

Early Reflections und kleine diskrete Hallräume sind wirkungsvolle Mittel gegen Mixe, die an den Lautsprechern kleben, weil sie zu „flach“ sind. Der S.I.R.2-Hall von Knufinke mit den HDIRs ist mein Tipp. Der K-Stereo-Prozessor von Algorithmix ist ebenfalls ein Must-have für jedes Mastering-Studio.

Transienten

Transienten-Bearbeitung sollte vor der weiteren Dynamikbearbeitung stattfinden, weil die Peaks oft stark modifiziert werden. Wenn die Transienten-Bearbeitung sehr fein vorgenommen wird, kann sie auch vor den Raumeffekten eingesetzt werden, um die Raumeffekte zusätzlich zu unterstützen. Der Sony-Transient-Modulator eignet sich zur Unterstützung der Knackigkeit als auch zur Unterstützung von Ambienceanteilen.

In vereinzelten Fällen kann ein Transient-Modulator auch eingesetzt werden, um perkussive Klänge weicher zu machen. Das kann bei World- oder Jazzmusik einen röhrenähnlichen Klangcharakter erzeugen.

Multibandexpander

Der Multibandexpander kann sehr unterschiedlich eingesetzt werden: Entweder zur Anhebung leiser Programmanteile zum Zwecke einer optimierten Verdichtung und Betonung der Ambienceanteile, oder im oberen Dynamikbereich zur Entkomprimierung von überkomprimiertem Material. Wenn Material etwas stumpf ist, kann ein Expander in den oberen Mitten bis Höhen, der nur leise Program-Anteile dezent anhebt, viel Leben in den Mix bringen.

Multibandkompressor

Der Einsatz eines Multibandkompressors ist nur sinnvoll, wenn er neben der lautheitsoptimierenden Wirkung auch zum Soundshaping verwendet werden soll. Die Separation in einzelne Bänder erlaubt unterschwellige Eingriffe in den Klang. Wenn diese nicht mehr notwendig oder erwünscht sind, greifen Sie auf einfache Tools wie einen Loudness Maximizer, Waves L1, L2 & L3 oder Sony Inflator zurück.

Mehr zum Multibandkompressor »

Der MD3 (Powercore) oder MD5 (System 6000 von TC) sind die Mastering-Standard und besonders flexibel durch die integrierte M/S-Matrix. Hier eröffnet sich die Möglichkeit, beispielsweise den BD-Bereich des Mono-Signals gesondert zu EQn und anders zu komprimieren, als den Bass-Bereich des Seite-Anteils, der vielleicht einen Rolloff vertragen kann, eine schwächere Kompression, dafür jedoch eine Pegelanhebung. Eine Spielwiese der Extraklasse.

M/S-Dekodierung

Sofern Sie M/S-Encodiert haben, ist spätestens an dieser Stelle eine Decodierung notwendig.

Auf der nächsten Seite geht es weiter mit der Mastering Reihenfolge »

Mehr zum Thema:
            


Lesermeinungen (1)

zu 'Audio Mastering: Reihenfolge (Teil 4)'

  • project28   11. Jul 2014   07:47 UhrAntworten

    Spitzen Artikel! Endlich lässt sich mal jemand auf die Finger schauen, der weiß was er tut. Danke Friedemann! Auch ich wehre mich gegen den Loudness War und bleib lieber bei Dynamik. Der Beitrag hat mir sehr geholfen mein aktuelles Album neu zu Mastern. Klingt jetzt schon besser als alles was ich vorher gemacht habe. Danke.

    project28

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