Audio Mastering am Computer: Die richtige Reihenfolge 3
Inhaltsverzeichnis:
- Workshop Audio Mastering am Computer: Einleitung
- Audio Mastering am Computer: Hörstrategien 1
- Audio Mastering am Computer: Abhörlautstärke
- Audio Mastering am Computer: Ermüdungsarmes Hören
- Audio Mastering am Computer: A/B-Vergleiche
- Audio Mastering am Computer: Peak und Lautheit
- Audio Mastering am Computer: Peak- und RMS-Pegel
- Audio Mastering am Computer: Interleaved Sample Overs / Übersteuerungen vermeiden
- Audio Mastering am Computer: Die optimale Dynamik eines Masters
- Audio Mastering am Computer: Optimal zwischen laut und dynamisch
- Audio Mastering am Computer: Die richtige Reihenfolge 1
- Audio Mastering am Computer: Die richtige Reihenfolge 2
- Audio Mastering am Computer: Die richtige Reihenfolge 3
- Audio Mastering am Computer: Die richtige Reihenfolge 4
- Audio Mastering am Computer: Dithering
Die richtige Reihenfolge der Effekte beim Audio Mastering hat einen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis. Das ist unzweifelhaft. Heute setzen wir den kostenlosen Workshop Mastering mit Friedemann Tischmeyer fort. Du erfährst in diesem Teil, welches die nächsten Bearbeitungsschritte in diesem letzten Teil der Musikproduktion sind.
Audio Mastering am Computer: Die richtige Reihenfolge 3
Dies ist übrigens bereits der 13. Teil im Mastering Workshop. Eine vollständige Liste mit allen Artikeln findest Du auf der linken Seite dieses Artikels. In den letzten zwei Folgen dieses kostenlosen Mastering Tutorials haben wir bereits die ersten Schritte auf dem Weg zu einem auf Hochglanz polierten Song besprochen.
Das Wissen und die Schritte sind als Voraussetzung zu diesem Teil zu sehen. Solltest Du den vorhergehenden Artikel noch nicht gelesen haben, so kannst Du dies jetzt machen. Für alle, die unsere Mastering-Reihe bereits mitverfolgt haben, ist hier nochmals die Grafik mit den Arbeitsschritten:

Reihenfolge der Klangbearbeitungsschritte im Mastering
Lowcut
Wenn Sie anfangs in der Stapelbearbeitung den DC-Versatz mit einem Lowcut entfernt haben, kann dieser Schritt unnötig sein. Allerdings strotzen viele Mixe vor Artefakten im Infra- und Tiefbassbereich aufgrund zu wenig eingesetzter Lowcutfilter im Mix. Sie benötigen einen sehr hochwertigen und steilflankigen EQ, um das Störsignal vom Nutzsignal zu trennen.
Der Cambridge-EQ mit dem Lowcut-Filter E6 und einer Grenzfrequenz je nach Tonart zwischen 20 und 35 Hz liefert gute Ergebnisse. Störsignale im unteren Frequenzbereich lassen sich mit einem guten Grafik-Analyzer erkennen. In WaveLab müssen Sie auf die 3D-Frequenzanalyse zurückgreifen, da die anderen spektralen Meterings in WaveLab nicht fein genug auflösen.
Die 3D-Analyse können Sie auf den Bassbereich einschränken und die Perspektive optimieren, um eine aussagekräftige Darstellung diagonal zur F-Achse zu erhalten.
M/S Encoding
Beim M/S-Encoding wird das Stereosignal in die Mono- (M) und Stereoanteile (S) zerlegt, um separat behandelt zu werden. Hierbei entspricht Mono L+R und Stereo L-R. Der Korrektheit halber habe ich das M/S-Encoding hier plaziert, weil es gerne genutzt wird, um mit EQs den S-Anteil anders zu bearbeiten als den M-Anteil, bevor es in die Dynamikbearbeitung geht.
Praktisch lässt sich auf der WaveLab-Plattform die MD3-Masteringsoftware der Powercore gut einsetzten. WaveLab selbst bietet für diesen Zweck ein PlugIn namens Toolsone an. Für die Arbeit mit M/S ist Erfahrung und Fingerspitzengefühl von Nöten. In einem späteren Artikel gehe ich genauer hierauf ein.
Parametrischer (oder chirurgischer) EQ
In der Regel findet der EQ vor der Dynamikbearbeitung Anwendung, damit im Programmmaterial enthaltene Fehler im Frequenzverlauf nicht erst durch die Kompression verdichtet werden und der Pegel kontrollierbar bleibt. Ein EQing nach der Dynamikbearbeitung erfordert in jedem Fall eine anschließende Dynamikkontrolle wie Limiting, selbst dann, wenn nur abgesenkt wird (es können auch bei einem auf 0 dB normalisierten Titel, der nur mit einem Lowcut bearbeitet wird, Overs auftreten).
Im Mastering wird der parametrischen EQ einem grafischen EQ vorgezogen, weil man möglichst wenige präzise chirurgische Eingriffe vornehmen möchte. Ein grafischer EQ birgt zu viele Phasenprobleme durch die vielen Bandpassfilter. Der EQ sollte unterschiedliche Filterarten zur Auswahl haben und sehr gut (unaufdringlich/neutral) klingen.
Workshop auf DVD
Erfahre noch mehr über das Thema Audio Mastering von Profi Friedemann Tischmeyer. Kaufe jetzt den Mastering Workshop auf DVD bei Amazon.
Jetzt bestellen
Für chirurgische verfärbungsfreie Eingriffe eignen sich auch linearphasige Eqs. Die Plugins EQ Red & EQ orange von Algorithmix sind in Profikreisen sehr beliebt und stellen das Topend dieser Gerätegattung dar. Manche Phasen-Artefakte von EQs erzeugen jedoch gewollte und charaktervolle Ergebnisse, womit Mastering-Engineere gerne spielen. Neutralität ist also nicht immer das Novum.
Hier geht es weiter mit ‘Audio Mastering am Computer: Die richtige Reihenfolge 3′
Seite 1 Seite 2



23. Mai 2010 | 17:39 Uhr
Ich liebe diese Serie!!!
23. Mai 2010 | 22:05 Uhr
Gibt es denn eine sauber klingende Alternative zum Cambridge-EQ mit dem Lowcut-Filter E6 zum Entfernen des Störsignals im Infra- und Tiefbassbereich? Hab leider wie viele keine UAD…
Ich nutze Ableton Live und nehme eigentlich immer den integrierten Autofilter, wobei ich aber leider nicht weiß wie steilflankig der ist.
Kann man einen Autofilter mit gleichen Einstellungen einfach duplizieren um die “Steilflankigkeit” zu erhöhen, oder kommt es da zu ungewollten Phasenverschiebungen?
Oder noch besser, habt ihr nen Geheimtipp für einen Lowcut-VSTi?
Achja bevir ichs vergesse: TOP-Artikel
24. Mai 2010 | 11:49 Uhr
Die meisten grafischen Eqs sind nicht hochaufösend genug für einen Lowcut. Neben dem Cambridge ist der Sonnox Eq der beste grafische Eq. Der interne Logic EQ tut es aber auch gut. Die Ableton EQs kenne ich nicht, deswegen weiß ich jetzt auch nicht wieviel die Flankensteilheit bei diesen Eqs beträgt. Aber du kannst auch zwei EQs nacheinander schalten zb 2x -12db = ein EQ mit -24db
24. Mai 2010 | 15:13 Uhr
…und noch eine Ergänzung zur Reihenfolge EQ > Compressor bzw. Compressor > EQ:
Den EQ vor den Compressor zu setzen ist natürlich besonders dann sinnvoll, wenn das Material z.B. einen zu hohen Bass-Anteil hat. Die hohe Energie der Bässe könnte den Kompressor sonst zum pumpen bringen, was in den meisten Fällen eher unerwünscht ist. Man muss bei dieser Reihenfolge aber trotzem sehr genau darauf achten, dass der Kompressor die vorher mit dem EQ abgesenkten Frequenzen nicht gleich wieder “anhebt”. Denn senkt man nämlich den Bassanteil vor dem Kompressor ab, reagiert dieser nun vielleicht eher auf den mittleren Frequenzbereich und begrenzt diesen in der Dynamik. Durch das anschließende Makeup-Gain werden nun auch die Bässe wieder angehoben. Von daher muss man schon jedes Mal genau hinhören, welche Reihenfolge besser ist. Meist wird deshalb beim Mastering auch eher ein Multiband-Kompressor verwendet, der verschiedene Frequenzbereiche separat bearbeiten kann…
27. Mai 2010 | 12:47 Uhr
Puh. Ein riesige Mastering Kette. Ich halte es da relativ einfach: Bittiefe einhalten, Low-Cut, evtl. EQ, leichter Single- oder Multibandkompressor, finaler Limiter oder Saturation um exzessive Peaks zu glätten, Dithering.
Ich achte daher schon bei der Mischung größtenteils auf EQ-und Dynamik. Daher kommen bei mir auch auf Gruppenspuren Dynamikeffekte zu tragen, sodass der Mixdown schon relativ ‘heiß’ ist.
Zu den Low und Hi-Cut Geschichten kann ich noch den “Rubberfilter” VST-Plugin empfehlen der eine max. Flankensteilheit von bis zu 384 dB/Okt bietet. Allerdings muss man bei den Extremen auf den psychoakustischen Effekt achten, der dann eintritt…