Audio Mastering am Computer: Die richtige Reihenfolge 2
Inhaltsverzeichnis:
- Workshop Audio Mastering am Computer: Einleitung
- Audio Mastering am Computer: Hörstrategien 1
- Audio Mastering am Computer: Abhörlautstärke
- Audio Mastering am Computer: Ermüdungsarmes Hören
- Audio Mastering am Computer: A/B-Vergleiche
- Audio Mastering am Computer: Peak und Lautheit
- Audio Mastering am Computer: Peak- und RMS-Pegel
- Audio Mastering am Computer: Interleaved Sample Overs / Übersteuerungen vermeiden
- Audio Mastering am Computer: Die optimale Dynamik eines Masters
- Audio Mastering am Computer: Optimal zwischen laut und dynamisch
- Audio Mastering am Computer: Die richtige Reihenfolge 1
- Audio Mastering am Computer: Die richtige Reihenfolge 2
- Audio Mastering am Computer: Die richtige Reihenfolge 3
- Audio Mastering am Computer: Die richtige Reihenfolge 4
- Audio Mastering am Computer: Dithering
Im kostenlosen delamar Workshop Audio Mastering am Computer von und mit Friedemann Tischmeyer setzen wir heute die Ausführungen zur richtigen Reihenfolge der Effekte und Arbeitsschritte beim Mastering fort. Wenn Du dich noch weiter mit dem Thema Mastering von Audio auseinandersetzen möchtest, dann empfehle ich dir die gesamte Serie (mit inzwischen zwölf Teilen zu lesen). Du wirst hier an die Begrifflichkeiten und die Herausforderung dieser Audiobearbeitung langsam herangeführt und bekommst wertvolle Tipps für die Arbeit in deinem eigenen Tonstudio.
Audio Mastering am Computer: Die richtige Reihenfolge 2
Jetzt öffnen Sie eine WaveLab-Audio-Montage und bringen alle 32-Bit-Dateien in die richtige Reihenfolge. So können Sie sich eine gute Übersicht über das Projekt verschaffen und nehmen jedoch alle „blauen“ Bearbeitungsschritte von dem jeweilig korrespondierenden Wave-Fenster und nicht aus der Montage vor. Jedes Rendering aus einem Wave-Fenster schlägt sich so auch auf den korrespondierenden File in der Montage nieder.
Hier sehen Sie eine bereits fertige Montage. Sie ist das Kontrollmedium zur klanglichen Anpassung der unterschiedlichen Titel. Das Rendering findet aus den Wave-Fenstern heraus statt.
WaveLab arbeitet mit einer so genannten kontextsensitiven Mausführung. Das hat eine Änderung der Mausfunktion je nach dem Bereich, auf dem sich die Maus bewegt zur Folge. Wenn Sie mit der Maus im oberen Wellenformbereich in der Montage sind, erscheint die Maus als gelber Pfeil mit weißem Fenstersymbol. Durch Doppelklick (links) öffnen Sie das Wave-Fenster der betreffenden Datei, um bestimmte Änderungen aus diesem Fenster vorzunehmen.
Eine Änderung in der Wave-Datei (Offline durch Anwendung eines „Ausführen“-Werkzeuges oder durch Rendering mittels Masterbereich im zu bevorzugenden „In Datei ersetzen“-Modus) führt zu einer temporären Datei, die durch ein Sternchen am oberen Wave-Fensterrand gekennzeichnet wird.

Das Sternchen (Audio Mastering am Computer)
Das Sternchen nach dem Wave-Namen ist das Indiz auf eine temporär gespeicherte Bearbeitung, die sich mittels Undo / Redo vergleichen lässt und beim Speichern der Wave-Datei destruktiv wirkt.
Nun können Sie mittels Undo / Redo (F3 / F4) einen Vergleich anstellen und sich entscheiden, ob Sie mit Ihrer Bearbeitung zufrieden sind. Die Änderungen lassen sich auch sofort aus der Montage heraus kontrollieren. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, die aktuelle Änderung mit bereits gemasterten Titeln zu vergleichen. Erst durch das Speichern der Wavedatei verschwindet das Sternchen und die Änderung ist Destruktiv in die Wavedatei eingespeichert. Das ist jedoch risikolos, weil sie nur die Sicherungskopie in Bearbeitung haben und im Notfall auf das Original zurück greifen können. Die Arbeitsschritte machen Sie nachvollziehbar, indem Sie die vollzogenen Arbeitsschritte protokollieren. Hierzu hilft eine neue WaveLab-6-Funktion, mit der sich die Masterbereich-Einstellungen gemeinsam mit einer Wavedatei speichern lassen. In der 5er-Version können Sie den Preset-Bereich im Masterrack nutzen.
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16. Mai 2010 | 22:54 Uhr
Danke, super Artikel!
17. Mai 2010 | 17:48 Uhr
find ich auch.
18. Mai 2010 | 09:26 Uhr
Wenn ich mir so die Wellenformen der Beispieltracks aus dem Artikel ansehe, besonders Track 5, dann fällt mir da ein schönes Zitat eines Mastering-Engineers ein: “This CD is a light switch! The music starts, all the meter lights come on, and stay on.” Oder wie es Bob Katz formulierte: “Are we really in the business of making square waves?”.
Dazu kann ich jedem Interessierten auch noch einmal den Artikel “How To Make Better Recordings in the 21st Century” von eben jenem Bob Katz ans Herz legen, zu finden auf seiner Homepage (z.B. mit google nach dem o.g. Titel suchen). Da erfährt man auch alles über die negativen Auswirkungen von “Peak-Normalization”. Sehr lesenswert und hilfreich für jeden, nicht nur für Mastering-Leute!
23. Mai 2010 | 13:04 Uhr
Also Peak Normalisation hat nichts mit “Square Waves” zu tun. Meinst Du vielleicht Limiting?
24. Mai 2010 | 13:11 Uhr
Der Prozess der Peak-Normalisierung hat im Prinzip nichts mit diesen “Square Waves” zu tun, das ist richtig. Diese Recheckwellen entstehen, wie Du sagst, durch exzessives Limitig, auch bekannt unter dem Namen “Hypercompression”. Beliebte Tools hierfür sind z.B. Brickwall-Limiter und sog. “Maximizer”. Diese Prozessoren begrenzen den Maximalpegel (Peak) auf einen bestimmten Wert und heben den Durchschnittspegel (RMS) an. Hierbei findet also gewissermaßen Peak-Limiting und Peak-Normalisierung gleichzeitig statt – das Ergebnis kann dann nahezu in einer Rechteckwelle enden, die bis zur technisch möglichen 0 dBFS-Grenze heranreicht.
Das ganze macht man, um seine Musik “lauter” oder wenigstens genauso “laut” zu bekommen, wie die aller anderen Bands am Markt.
Der große Nachteil dabei ist aber, dass die Qualität der Aufnahmen unter dieser extremen “Lautheit” leidet. Räumlichkeit geht verloren, es treten Verzerrungen auf und was das Schlimmste ist: das Gehör ermüdet sehr schnell und findet die zu Beginn vermeintlich bessere Aufnahme (weil alles “lautere” zunächst als besser klingend empfunden wird) sehr schnell langweilig und uninteressant. Das ist eine Eigenschaft des menschlichen Gehörs: “Rauschen” wird nach kurzer Zeit als solches vom Gehör einfach ausgeblendet – man spricht von “Adaption”.
Die “Lautheit” eines Masters (PEGEL) sagt am Ende überhaupt nichts darüber aus, wie laut ein Konsument die Aufnahme nachher wirklich anhört (SCHALLDRUCK). Das hängt allein von der Position des Lautstärke-Reglers an der Abhöre des Konsumenten ab und die kann kein Mastering-Engineer dieser Welt beeinflussen! Es ist aber in etlichen Hörtests bestätigt worden, dass dynamische Master als wesentlich angenehmer und weniger ermüdend empfunden werden, als totkomprimierte “Rechteckwellen”.
Friedemann Tischmeyer hat dazu ja auch schon einiges im Workshop gesagt, aber das Beispiel aus Wavelab da oben sieht für mich genau so aus, wie es eigentlich nicht aussehen sollte…