Homestudio einrichten Folge 4: Das Master-Keyboard

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Master Keyboard & Controller

In der vierten Folge unserer Serie „Studio einrichten“ dreht sich alles um das Master-Keyboard. Gleich welche Musik Du machst -ob Rock, Pop oder Hiphop- ein solcher Controller wird dir die Arbeit mit der Musiksoftware erheblich erleichtern. Wir haben uns gleich drei unterschiedliche Keyboard-Controller bestellt, um dir unterschiedliche Optionen aufzuzeigen. Erfahre, wie Du zu deiner Entscheidung kommst und worauf es beim Kauf ankommt.

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Warum ein Master Keyboard

Rock-Musiker fragen sich jetzt vielleicht, warum sie sich einen Keyboard-Controller zulegen sollten. Und auch für diese gibt es einige gute Gründe, wie für alle anderen auch – zumindest wenn sich Bedienelemente für deine DAW auf dem Master Keyboard befinden. Damit kannst Du deine Musiksoftware fernsteuern: Transport-Funktionen wie Start, Stop oder Record können mit einem langen Kabel auch vom anderen Ende des Studios bedient werden.

Wenn Du Schlagzeug aus einem Drum-Plugin spielen lässt, kannst Du die Tastatur dazu nutzen, diese selbst einzuspielen. Das klingt organischer als die Noten mit der Maus zu setzen. Einige Keyboard-Controller kommen mit Pads, die von einigen Nutzern präferiert werden für das Einspielen von Drums. Auf der kreativen Seite hilft dir die Klaviatur zudem, neue Melodien zu finden.

Klangerzeugung mit dem Master Keyboard

Selbstredend sind der von dir verfolgte Musikstil sowie dein Hauptinstrument entscheidend für die Wahl des passenden Master-Keyboards. Ein Pianist wird sich eher für eine vollausgewachsene Klaviatur mit 88 gewichteten Tasten mit Hammermechanik entscheiden. Das kommt am nächsten an ein echtes Piano heran.

Was zudem für ein Stagepiano als Master-Keyboard spricht, ist dessen integrierte Klangerzeugung. Klaviatur und Samples sind perfekt aufeinander abgestimmt, was dem Spielgefühl und damit nicht zuletzt dem Klang zugutekommt. Ein Stagepiano (wie im Video das Kurzweil Forte) ist mit seinem Sound, den Controller-Funktionen, 16 Split-Zonen und all den anderen Features als langfristige Rundumlösung für unser Studio zu sehen.

Anzahl der Tasten

Einsteiger oder auch Produzenten elektronischer Musik und andere, die noch nicht Klavier spielen können, werden sich auch mit weniger Tasten bestens zurechtfinden. Für diese lohnt sich eher der Kauf eines günstigeren Modells wie beispielsweise dem iCON iKeyboard 5 mit 49 Tasten, ohne Klangerzeugung.

Lies hier den iCON Keyboard 5 Testbericht »

Zwar gibt es auch Keyboard-Controller mit 25 oder 37 Tasten, doch diese empfehlen sich eher für Musiker, die nur begrenzten Platz in ihrem Studio haben. Aus der Erfahrung heraus empfehlen wir lieber 49 oder 61 Tasten. Das bieten genug Spielraum auf der Tonleiter.

Master Keyboard iCON iKeyboard 5 Testbericht

Das iCON Keyboard 5 hat eine knackige Größe, trotz der vielen Funktionen. Ob das was für dich wäre, kommt ganz auf deine Ansprüche im Studio an.

Worauf Du auf keinen Fall verzichten solltest, sind Bedienelemente für den Transport der Musiksoftware. Übrigens ist der iCON Keyboard-Controller in die engere Wahl gekommen, weil er als einer der wenigen in seiner Preisklasse noch einen Standard-MIDI-Anschluss besitzt, mit dem sich auch ältere Synthesizer noch ansprechen lassen – zudem werden die Protokolle Mackie Control und HUI unterstützt, mit denen sich praktisch jede DAW fernsteuern lässt.

Spielgefühl

Ein wichtiger Aspekt für die Wahl deines Master-Keyboards sollte das Spielgefühl sein. Es liegt auf der Hand, dass ein Stagepiano ein natürlicheres Spielgefühl bietet als ein Controller. Wobei das nicht bedeuten muss, dass dies die richtige Entscheidung in deinem Fall sein muss.

Tipp: Die Geschmäcker und Gefühle sind verschieden

Unter den reinen Controllern gibt es allerdings auch Unterschiede – achte hier besonders darauf, wie groß die einzelnen Tasten sind und wie gut die Anschlagsempfindlichkeit gelöst wurde. Bessere Modelle kommen mit unterschiedlichen Einstellungen für die Anschlagsempfindlichkeit, so auch dieses.

Für die lebhafte Ansprache von Synthesizer-Sounds sollten auch Bedienelemente für Modulation, Pitch und am besten auch Aftertouch mit an Bord sein. Während die beiden erstgenannten so gut wie bei jedem Controller dabei sind, kommen erst teurere Geräte mit Aftertouch.

Der Exokt als Master Keyboard?

Eine Erwähnung wert ist auch dieser neuartige Keyboard-Controller, das ROLI Seaboard Rise. Auch wenn keine Klangerzeugung mit an Bord ist, handelt es sich hier mehr um ein Instrument, denn um einen reinen Controller. Gerade für Musiker im Bereich elektronischer Musik dürfte die Touch-Interaktion sehr spannend für Sounddesign und das Solieren werden.

Roli Seaboard Rise Master Keyboard

Das Roli Seaboard Rise sieht nicht nur exotisch aus, es kann auch exotisch klingen. Als Soundbastler solltest Du unbedingt einen Blick darauf werfen.

Über die Software stellst Du ein, wie sich die Klangfarbe des gespielten Sounds je nach Geste auf dem Seaboard ändert. Im Übrigen erfolgt der MIDI-Anschluss über USB oder Bluetooth. Allerdings ist dieses Gerät eher als eine zusätzliche Anschaffung zu einem normalen Controller zu sehen.

Unser Fazit zum Master Keyboard

Ein Master-Keyboard bietet sich für alle Musiker und Produzenten an, auch wenn Du kein Klavier spielst. Wer das doch kann, sollte auf große Klaviaturen Acht geben – alle anderen sind schon mit 49 Tasten gut dabei. Fast schon unabdingbar sind Bedienelemente für die Transport-Funktionen.

Entscheidend ist das Spielgefühl der Tastatur, dabei kommt es auf die Verarbeitung und die Größe der Tasten sowie die Umsetzung der Anschlagsempfindlichkeit an.

Zur Übersicht unserer Reihe Homestudio einrichten »

Und was sagst Du? Hilft dir ein Master Keyboard bei der Arbeit oder kommst Du auch minimalistisch zurecht? Hast Du eine Empfehlung für die anderen Leser? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!


Lesermeinungen (5)

zu 'Homestudio einrichten Folge 4: Das Master-Keyboard'

  • Nico   17. Dez 2015   18:49 UhrAntworten

    Hallo,

    gutes Video, ihr sprecht hier von der "Hammermechanik". Als Klavierspieler ist dies vor allem für mich ein wichtiger Punkt.

    Derzeit nutze ich das Novation Impulse 61 (halbgewichtete Klaviatur), womit ich nicht voll zufrieden bin (dennoch ein gutes Stück).
    Deshalb denke ich an den Kauf von NI's Kontrol S88, welches laut der Hersteller eine Fatar-Klaviatur besitzt und vollgewichtete Tasten hat.

    Habt ihr zu diesem Fall Kenntnisse, wäre das eine richtige Wahl?

    Vielen Dank und beste Grüße

    • Carlos San Segundo (delamar)   18. Dez 2015   12:53 UhrAntworten

      Hallo Nico,

      das Kontrol kenne ich selbst nicht, kann dir dazu also leider nicht viel sagen.
      In der Klasse mit 88 Tasten haben praktisch alle Keyboards schon Hammermechanik.

      Ein befreundeter Pianist schwört beispielsweise auf die Tastaturen von Yamaha.
      Vielleicht schaust Du auch dort mal rein.

      Herzliche Grüße
      Carlos

  • Holger   14. Feb 2016   17:09 UhrAntworten

    Hallo. Ich habe mir nun auch das ICON iKeyboard S6 gekauft und bin nun ein wenig ratlos, da die recht knappe Bedienungsanleitung nicht viel aussagt. Hier meine Fragen/Anmerkungen, vielleicht hat jemand einen Rat:
    1. Octave/Transpose: wird nirgendwo angezeigt, auf welcher Stufe ich mich nun befinde. Wenn ich bsp. nur einen 1/2-Ton hochgesetzt habe und es vergesse, dann spiele ich wohl immer in der falschen Tonhöhe :-(
    2. ich habe das Gefühl. dass die mitgelieferte iMap-Software nicht wirklich unter OSC El Capitan + Logic X (10.2) funktioniert, kann das jemand bestätigen?
    3. ich versuche verzweifelt irgendwo eine Einstellung zu finden (Keyboard oder unter Logic-Mappings), wie ich bspw. bei einer VST die einzelnen Instrumente durchscrollen kann, ohne die Maus nutzen zu müssen. Hier wäre ich für Tipps besonders dankbar, da sich dieses doch sicherlich via Mackie-Befehl einrichten lassen müsste, oder?

    Tja und ansonsten fehlen mir weitergehende Infos über die genaue Belegung/Verwendung der einzelnen Einstellungsmöglicheiten beim Keyboard mangels sehr nüchterner Bedienungsanleitung. Ansonsten finde ich dieses Keyboard aufgrund der Größe sehr nett.
    Freue mich auf Antworrten :-)

    • Carlos San Segundo (delamar)   15. Feb 2016   11:58 UhrAntworten

      Hallo Holger,

      dank dir für deinen Kommentar.

      Ich kenne kein Keyboard (insbesondere dieser Preisklasse), das die aktuelle Verstimmung anzeigt.
      Eine Oktave zu transponieren ist da nicht so dramatisch, ein Halbton schon eher.
      Allerdings sieht man das in der DAW-Software ja anhand der gespielten Noten sehr fix.

      Zu Logic kann ich dir leider sehr wenig sagen.

      Die Sache mit den Patches bei den VSTi's ist leider ein Manko der Software.
      Das ärgert mich auch jedes Mal - liegt aber an der Software, nicht am Keyboard.
      Falls Du eine Lösung findest, wäre ich sehr gespannt, diese zu hören. Bisher habe ich keine.

      Herzliche Grüße
      Carlos

  • Holger   16. Feb 2016   09:21 UhrAntworten

    Hallo Carlos. Leider habe ich bisher keine Lösung gefunden. Im Gengenteil: leider noch ein paar Fehler gefunden. So klappt bspw. mein Pedal Yamaha FC-7 nicht am Expressionausgang, was nervt. Weiterhin noch ein paar kleinere Problemchen und leider hat sich der ICON-Support auch nicht gemeldet. Aus diesem Grund ging das Gerät gestern wieder zurück, was ich eigentlich schade finde. Nun tobe ich mich halt mit einer einfachen M-Audio Keystation 61 MKII aus und muss ein paar Mackie-Belegungen lernen :-)

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