Homestudio einrichten Folge 2: Das Audio Interface

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Audio Interface: Herzstück deines Homestudios

In Folge 2 unserer Videoreihe setzen wir unsere Serie fort – und zwar mit dem Herzstück deines Homestudios. Am Audio Interface läuft alles zusammen und es bildet für deine eigentliche Arbeit die Ausgangsbasis. Aber welches Audio Interface passt zu dir und deinen Wünschen?

Das Angebot am Markt ist sehr groß und undurchschaubar. Bei einem Blick auf die Audio Interfaces im Handel fällt eines besonders auf: Tolle Klangqualität, niedrige Latenzen und super Features scheinen alle zu haben. Doch nicht jedes Audio Interface ist gleichermaßen gut für dich geeignet. In diesem Video erklären wir dir, wie Du zu deiner Entscheidung kommst und stellen drei empfehlenswerte Lösungen vor.

Homestudio einrichten (Folge 3): Aktive Lautsprecher für dein Homestudio »

Audio Interface: Auswahlkriterien

Was wirst Du am häufigsten in deinem Studio tun? Produzierst Du Hiphop-Instrumentals? Nimmst Du eine ganze Band auf? Oder rapst Du über fertige Beats? Je nachdem was Du musikalisch planst, kennst Du eine der wichtigsten Anforderungen an dein Audio Interface: die Anzahl der benötigten Ein- und Ausgänge.

Wer eine ganze Band aufnimmt, benötigt mindestens acht Eingänge und damit ein Audio Interface wie das Zoom UAC-8. Über die digitalen Eingänge (ADAT und SPDIF) kannst Du weitere Geräte anschließen und zehn zusätzliche Signale einspeisen – also 18 Spuren insgesamt. Das sollte für die Aufnahme einer Band ausreichen – oder für die Anbindung externer Hardware.

Alles zum Thema Band Recording »

Rapper, Beat-Bastler oder Singer-Songwriter kommen mit zwei Eingängen in den meisten Fällen bestens klar und können auf ein kleineres und preiswerteres Modell ausweichen. Geräte wie das UAC-2 können maximal zwei Signale simultan aufnehmen und wiedergeben.

Signalquellen

Audio Interface Signalquellen

Bei der Wahl des richtigen Audio Interface ist es wichtig zu wissen, was Du aufnehmen möchtest.

Es macht einen Unterschied, welche Art von Instrumenten Du aufnehmen möchtest. Wer ein Mikrofon anschließen will, benötigt ein Gerät mit einem Mikrofonvorverstärker.

Wenn Du dir die XLR-Anschlüsse des Apogee Quartet im Video genauer anschaust, dann erkennst Du, dass es sich um multifunktionale Combo-Buchsen handelt. An diese können auch Klinkenkabel angeschlossen werden, um Line-Signale oder Gitarre bzw. Bass aufzunehmen.

Und da sind wir auch schon bei der nächsten möglichen Signalquelle: Gitarre oder Bass. Sofern diese passive Tonabnehmer nutzen, brauchst Du einen hochohmigen Eingang. Dieser Hi-Z Eingang setzt dem Gitarrensignal den passenden Widerstand entgegen für einen sauberen Klang.

Für die Aufnahme von Synthesizern, Keyboards, MP3-Playern und vielen anderen Signalquellen werden Eingänge mit Line-Pegel benötigt – die drei Geräte im Video können jeweils zwei, vier oder acht Line-Signale simultan aufnehmen.

Audio Interface Schnittstellen

Nutzt Du einen PC oder Mac als Rechner? Die Wahl der Schnittstelle beim Audio Interface hängt davon nämlich ab. Die aktuell beste Performance bietet die Thunderbolt-Schnittstelle mit Latenzen von unter 1,5ms wie beispielsweise beim Quartet. Allerdings geht dies nur im Zusammenhang mit einem Mac.

Hier geht’s zum Apogee Quartet Testbericht »

Die beiden Zooms kommen beispielsweise mit einem USB3.0 Anschluss, was fast genauso niedrige Latenz mit sich bringt und den Vorteil, auch an einem PC zu funktionieren. USB2.0 und Firewire 800 sind nicht ganz so performant, heutzutage aber nur für ältere Rechner erste Wahl.

Latenz

Wer auf seinem Rechner nur mit virtuellen Instrumenten produziert oder sich hauptsächlich mit Mastering oder Mixing beschäftigt, ist nicht ganz so stark auf eine niedrige Latenz angewiesen. Ganz im Gegenteil dazu, wer viel aufnimmt – der sollte auf ein Audio Interface mit sehr niedriger Latenz achten. Das wird beispielsweise wichtig, um dem Sänger einen Hall aus dem Computer mit auf den Kopfhörer zu geben.

Generell sind Latenzen von unter 10 ms in vielen Fällen ausreichend. Besser sind natürlich Werte von unter 5 ms.

Passend dazu: Latenz in der Musikproduktion »

Klangqualität eines Audio Interfaces

Die Klangqualität von Audio Interfaces ist ein weiterer sehr wichtiger Aspekt beim Kauf – und leider nicht ganz billig. Wer auf höchste Klangqualität Wert legt, muss dementsprechend tief in die Tasche greifen. So liegt der aktuelle Straßenpreis der Apogee Quartet bei knapp 1.700 Euro.

Semi-professionelle Anwender können getrost auf günstigere Geräte zurückgreifen, viele bieten hier überdurchschnittlichen Klang für einen vergleichsweise geringen Preis. Wie genau der Klang einzelner Audio Interfaces einzuschätzen ist, erfährst Du übrigens in den vielen Testberichten zu einzelnen Geräten auf delamar.

Audio Interface Testberichte & News auf einen Blick »

MIDI-Anschlüsse am Audio Interface

Ein kurzer Hinweis noch zu den MIDI-Anschlüssen: Nicht alle am Markt erhältlichen Modelle kommen noch mit den Standard-DIN-Anschlüssen für MIDI. Diese werden aber benötigt, um ältere Synthesizer, Keyboards oder andere Geräte anzusteuern. Modernere Synths und Geräte kommen häufig mit USB-Anschlüssen für die Ansteuerung über MIDI.

Audio Interfaces für dein Homestudio: Fazit

Es gibt noch zahlreiche anderer Aspekte, die für oder gegen den Kauf eines bestimmten Audio Interfaces sprechen – in diesem Video haben wir die wichtigsten aufgegriffen:

  • Die Eingänge – je nach musikalischer Anwendung
  • Die Typen von Instrumenten, die Du aufnehmen möchtest
  • Die verwendete Schnittstelle
  • Die Latenz
  • Und der Klang

Und was sagst Du? Welches Audio Interface soll in dein Homestudio? Oder benutzt Du bereits eins und möchtest deine Erfahrung mit den anderen Lesern teilen? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!


Lesermeinungen (4)

zu 'Homestudio einrichten Folge 2: Das Audio Interface'

  • robotron sömmerda   15. Dez 2015   21:29 UhrAntworten

    Etwas übertrieben;o) Die Instrumente sind Software, Audiointerface benötigt man nur fürs Monitoring (Boxen, Headphones)

  • fatman   18. Dez 2015   13:06 UhrAntworten

    Anstatt sich für ein Interface mit vielen I/Os zu Preisen von über 1.000 € zu entscheiden, sollte man überlegen ob nicht ein Interface mit 2 I/Os in Verbindung mit einen guten analogen Mixer nicht besser wäre.

    Meine Signale kommen von einem "A&H ZED 14" über einem "desktop konnekt 6" und einer thunderbold-schnittstelle in den Rechner. In der Regel sind die Analogwandler in den kleinen Interfaces von gleicher Qualität wie bei den größeren Modellen.

    Mit einer thunderbold-Karte erziele ich auch kleine Latenzen in meinem Windowsrechner. Asio Buffer bei 64 Samples und 48 Khz: 1,3 ms und 128 Samples: 2,7 ms!

    Durch den Mixer kann ich sowohl analoge, als auch rechnergestütze Mischungen machen. Wenn ich alle Instrumente als Einzelspuren auf dem Rechner haben möchte, bauche ich natürlich mehr Zeit. Ernsthaft, diese "Entschleunigung" beim Arbeiten bringt auch Vorteile!

  • AM   17. Sep 2016   09:50 UhrAntworten

    Worauf im Video leider überhaupt nicht eingegangen wird sind die Ausgänge(!) des Interfaces. Das Steinberg UR12 hat z.B. nur Cinch-Ausgänge. Was bedeutet das nun für die Soundqualität, wenn man aktive Studiomonitore anschließen möchte? Sollte man einen Adapter dazwischenschalten oder besser gleich ein Interface mit Klinke-Ausgang kaufen? Und weshalb haben, so mein Eindruck, die meisten Audio-Interfaces eigentlich häufig keinen XLR-Ausgang sondern nur Klinke-Ausgänge? Sollte man in diesem Falle auch die Klinke-Buchsen der Monitore nutzen oder sollte man einen Adapter für Klinke auf XLR nutzen?
    Ich habe auf delemar nur ein Tutorial zum Unterschied von Cinch/Klinke/XLR bzw. asymmetrisch vs. symmetrisch gefunden, aber keines, das sich mit der Verbindung von Audio Interface und Studiomonitoren beschäftigt. Das scheint mir eine große Lücke zu sein, und es wäre super, wenn delemar hierzu auch ein Tutorial machen würde. Danke!

    • fatMan   17. Sep 2016   16:51 UhrAntworten

      Würde mich auch freuen, wenn Delamar hierauf ein paar Antworten geben könnte. Ergänzend zu diesem Thema: Mein Integra-7 hat eine USB-Schnittstelle mit der ich direkt ohne Wandler in den Rechner gehen kann. Allerdings bilde ich mir nach zahlreichen Vergleichen ein, das ich über das Interface (audient ID 22) einen minimal besseren Klang erhalte. Ist das phyikalisch überhaupt zu erklären oder hat das eher was mit Esoterik zu tun?

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