Homestudio einrichten Folge 3: Passende Lautsprecher finden

148
SHARES
anzeige

Aktive Lautsprecher für dein Studio

Aktive Lautsprecher sind enorm wichtig, denn sie machen deine Musik hörbar. Alle Entscheidungen, die Du im Studio treffen wirst, werden durch die Boxen beeinflusst. Je besser deine Lautsprecher sind, desto besser werden deine Entscheidungen, desto besser klingt deine Musik.

Es gibt sehr viele Hersteller am Markt und die meisten haben viele verschiedene Modelle in unterschiedlichen Größen am Start. Mit dem Video werden wir dir bei deiner Entscheidung helfen und stellen dir zwei empfehlenswerte Modelle des Herstellers KS Digital vor, für die wir uns bei der Einrichtung unseres Studios entschieden haben.

Homestudio einrichten (Folge 2): Das richtige Audio Interface »

Aktive Lautsprecher: Was sie leisten müssen

Ein guter Studiomonitor ist einer, dem Du seiner Neutralität wegen vertrauen kannst und den Du richtig gut kennst – also weißt, wie sich deine Referenz-CDs darauf anhören. Weiterhin ist wichtig, dass deine Ohren bei langen Sessions nach vielen Stunden Arbeit nicht ermüden.

Natürlich braucht ein guter Studiomonitor auch genügend Reserven, um deine Anforderungen in Sachen Frequenzgang und Lautstärke liefern zu können. Dazu gehört, dass er gut mit Peaks, Poppgeräuschen sowie rohem Audiomaterial umgehen kann.

Fast alle kleineren Tonstudios sind mit aktiven Nahfeldmonitoren am besten bedient – diese Modelle sind darauf ausgelegt, dass sie auf geringen Entfernungen gut klingen. Und damit sind sie auch sehr gut geeignet für Regieräume, die nicht akustisch optimiert wurden.

Budget für deine Lautsprecher

Es gibt genügend Auswahl für jedes Budget. Und in jedem Segment gibt es Modelle, die über die anderen herausragen. Und es ist auch wahr, dass sich Musik selbst auf Computer-Quäkern oder dem Küchenradio produzieren lässt. Doch das ist keine dauerhafte Lösung für ambitionierte Musiker oder Produzenten.

Aktive Lautsprecher KS Digital

Wir haben uns für aktive Lautsprecher von KS Digital entschieden. In der engeren Auswahl stehen nun die D-60 und die D-80.

Gerade Lautsprecher bieten sich als Langzeit-Investition an und deren Kauf kann fast schon mit dem eines Autos verglichen werden. Gute Modelle halten sehr lange Jahre, sogar Jahrzehnte – länger als Autos und sie kommen niemals aus der Mode oder müssen ein Update erhalten. Es lohnt sich, auf gute Modelle zu sparen.

In diesem Rahmen empfiehlt es sich, genügend Zeit für die Recherche und Auswahl der passenden Studiomonitore aufzubringen. In den Testberichten auf delamar findest Du alles über Klang und Ausstattung – auch der beiden hier vorgestellten Modelle.

Infos & Testberichte zu Lautsprechern »

Anwendung: Aktive Lautsprecher

Wie so oft kommt es darauf an, was Du am häufigsten in deinem Studio machen wirst. Bist Du Singer-Songwriter, nimmst also nur deine Gitarre und Stimme auf? Dann reichen auch schon kleinere Nahfeldmonitore. Machst Du elektronische Musik oder Hiphop? Dann brauchst Du ein größeres Modell, vielleicht sogar einen Subwoofer – größere Mengen an Luft bewegst Du nur mit einem größeren Tieftöner.

Wer viel mit Rockbands arbeitet oder mit vielen unterschiedlichen Talenten, sollte ebenfalls darauf achten, nicht zu kleine Lautsprecher zu wählen und genügend Leistungsreserven für alle Fälle bereithalten.

Die richtige Größe

Wie groß darf es denn sein? Die KS Digital D-60 kommen mit einem 6,5 Zoll großen Tieftöner, die D-80 mit 8 Zoll – das sind übliche Größen für die Musikproduktion. Im Gegensatz dazu sind die Hochtöner bei beiden Modellen gleich groß. Ein größerer Tieftöner reicht in der Regel weiter in den Bassbereich hinab und je größer die Membranfläche, desto präziser der Bass.

Natürlich finden sich auch aktive Lautsprecher mit Tieftönern von 4 oder 5 Zoll – doch diese reichen nicht weit genug in die Tiefe, um in vielen Fällen den Bass abzuhören. Diese Modelle empfehlen sich vor allem für das Abhören von Sprachaufnahmen, für reine Singer-Songwriter oder für den Videoschnitt. Allerdings kannst Du jederzeit noch einen Subwoofer für die ganz tiefen Frequenzen dazu stellen.

Aktive Lautsprecher

Bei aktiven Lautsprechern ist die Raumgröße und die Hörposition ganz entscheidend. Deine Lautsprecher sollten nicht zu groß dimensioniert sein im Verhältnis zum Raum und deiner Position.

Wie groß ist dein Raum? Wenn Du nur wenige Quadratmeter in deiner Regie zur Verfügung hast, dann können 8-Zoll-Lautsprecher schon zu viel des Guten sein. Und zwar gleich zweifach: Zum einen nehmen diese vielleicht zu viel Platz weg, zum anderen können die tiefen Frequenzen übermächtig im Raum wirken. Und je kleiner der Raum, desto eher kommt es der Raummoden wegen zu Dröhneffekten.

Aktive Lautsprecher richtig aufstellen

Am besten ist es, die Nahfeldmonitore auf eigenen Ständern zu positionieren. Somit lassen sich viele Reflexionen und damit Kammfiltereffekte vermeiden. Wenn sie doch auf dem Tisch oder der Konsole stehen müssen, helfen Schaumstoff-Pads oder eine solche Gummierung, die Übertragung von Körperschall zu verhindern.

Aktive Lautsprecher sollten möglichst feststehen und sich nicht bewegen können. Jedes Mal wenn der Tieftöner eine Kick Drum wiedergibt, hat die Box die Tendenz, sich nach hinten zu bewegen.
Beim Aufstellen ist es wichtig, genügend Platz zu den Wänden deiner Regie zu lassen. Je näher sich die Lautsprecher an Wänden befinden, desto schneller werden die Reflexionen zurückgeworfen – Du kennst diesen Effekt als aufbauschenden Bass. Deswegen sind die Raumecken auch kein geeigneter Platz für Lautsprecher. Zu den Seitenwänden sollte in etwa gleich viel Abstand sein, weil ansonsten die Raumabbildung und das Panorama darunter leiden.

Im Übrigen kannst Du nicht jeden Studiomonitor auf die Seite legen oder zu dir drehen – die Bedienungsanleitung gibt dir mehr Informationen darüber.

Hörposition

Um im so genannten Sweet Spot zu sitzen, solltest Du darauf achten, dass der Hochtöner in etwa auf Höhe deiner Ohren ist. Bei Nahfeldmonitoren ist ein Abstand von 1 bis 2 Metern zwischen den beiden Lautsprechern ausreichend. Du selbst solltest dann im denselben Abstand zu beiden Boxen sitzen – es bildet sich ein gleichseitiges Dreieck. Und das ist sehr wichtig beim Abhören deiner Musik: Denn ansonsten leidet nicht nur die Stereoabbildung, sondern auch die Tiefenstaffelung erheblich.

Passend dazu: Lautsprecher richtig aufstellen »

Bei guten Modellen, wie den beiden hier vorgestellten ist selbst bei größerem Abstand zueinander die Monomitte immer noch definiert zu hören. Bei vielen anderen Geräten geht die Mitte mit zunehmenden Abstand mehr verloren.

Aktive Lautsprecher: Das Fazit

Fassen wir noch einmal kurz zusammen.

  • Lautsprecher sind eine Langzeitinvestition
  • Es lohnt sich zu sparen
  • Die Größe hängt von Musikstil, Anwendung und Raumgröße ab
  • Die Boxen sollten möglichst weit weg von den Wänden aufgestellt werden
  • Den Sweet Spot findest Du in einem gleichseitigen Dreieck

Alle Folgen findest Du in unserer Übersicht zum Thema Homestudio einrichten »

Und jetzt zu dir: Welches Modell passt für dich am besten? Und welche Lautsprecher nutzt Du zurzeit? Schreib uns! Wir freuen uns auf deinen Kommentar.


Sag uns deine Meinung!

EMPFEHLUNGEN