Live-Setup Gitarrenverstärker

In diesem Video erfährst Du, wie Du ein richtig geiles Live-Setup für den Amp on stage, im Proberaum oder auch für Zuhause einrichtest: mit flexiblen Sounds für alle Spielarten, Buchsen für den Anschluss von Effektgeräten und der Möglichkeit, über MIDI alles mit dem Fuß fernzusteuern. Unser Moderator Marc Weissenberger zeigt dir die wichtigsten Handgriffe anhand des Gitarrenverstärkers Hughes & Kettner TubeMeister 36 Combo, einem vielseitigen Gerät, das eine Menge Sound mitbringt.

Gitarrenverstärker TubeMeister 36 Combo

Wer moderne Musik spielt, wird im Proberaum oder auf der Bühne zumindest drei Sounds an der Gitarre benötigen: Clean, Crunch und High Gain bzw. Lead. Also unverzerrt, verzerrt für die Rhythmus-Parts und einen Lead Sound, der richtig stark für mehr Sustain verzerrt wird – beispielsweise um ein Solo zu spielen.

Es gibt zahlreiche Methoden, um das für sich umzusetzen. Heute zeigen wir dir anhand des Röhrenverstärkers Hughes & Kettner TubeMeisters 36 Combo eine bequeme Lösung, die sich sehr einfach umsetzen lässt und kein weiteres Equipment als den Verstärker benötigt.

Im Anschluss gibt es noch fortgeschrittene Tipps für alle Gitarristen, die mehr als nur drei Klänge haben möchten. Die grundsätzliche Umsetzung der Tipps aus diesem Video funktioniert natürlich auch mit anderen Amps, auf die Besonderheiten dieses Modells weisen wir dich hin.

Live-Setup Gitarrenverstärker - Hughes & Kettner TubeMeister 36 Combo

Drei unterschiedliche Sounds werden am einfachsten mit einem Amp mit drei verschiedenen Kanälen umgesetzt. Kanal bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das (Master-)Volumen und Gain pro Kanal individuell eingestellt werden können. Beim TubeMeister gibt es eine eigene getrennte Klangregelung für den sauberen Kanal.

Mit dem Gain stellst du ein, wie stark der Preamp des gewählten Kanals angefahren wird. Und zwar unabhängig vom eingestellten Masterpegel. Je weiter der Regler aufgedreht wird, desto dreckiger bzw. verzerrter wird das Ergebnis.

Den ersten Kanal nutzen wir, um einen sauberen Klang einzurichten. Das Gain richten wir uns so ein, dass der cleane Sound so sauber klingt, wie wir das uns vorstellen für unsere Musik. Wer möchte, kann auch etwas mehr Gain dazugeben, um den Sound dreckiger zu gestalten und dann für die ganz sauberen Passagen einfach den Volumenpoti an der Gitarre zurücknehmen. Da wir hier eine eigene Klangregelung haben, können wir uns den sauberen Klang optimal auf unsere Gitarre und den Geschmack anpassen.

Der TubeMeister 36 bietet Freiräume auf drei Kanälen.

Als nächstes suchen wir uns einen geeigneten Crunch Sound, also einen angezerrten Klang. Diesen verwenden wir für die angezerrten Rhythmus-Parts in den Songs. Auch hier stellen wir zunächst den Zerrgrad mit dem Gain-Regler ein.

Über das Volumen wird die Lautstärke angepasst. Hier achten wir auf eine gute Balance mit dem cleanen Sound. Der verzerrte Kanal ist gleichmäßiger und muss daher etwas lauter eingestellt werden. Wir schalten einfach einige Male hin und her, um eine passende Balance zu finden.

Die Klangregelung für den Rhythmus-Kanal wird auch für den Lead-Kanal genutzt, deswegen lassen wir die einfach erst einmal in der Mitte stehen. Mit dem dritten Kanal stellen wir unseren Solo-Klang ein. Hier geben wir noch richtig viel Gain dazu, damit der Sound besser steht und so richtig anfängt zu singen.

Damit wir uns beim Solo noch besser durchsetzen können, stellen wir das Volumen auch hier jetzt ein. Wiederum etwas lauter als beim Rhythmus-Kanal. Das können wir jetzt schnell gegenchecken. Letztlich haben wir jetzt eine dreistufige Lautstärkenanhebung von Kanal zu Kanal.

Das Umschalten der Kanäle können wir auf der Bühne oder im Proberaum natürlich nicht manuell angehen. Dazu nutzen wir einen solchen Fußschalter, der hinten an den Footswitch-Eingang angeschlossen wird. Der erste Schalter sorgt für das Umschalten vom ersten auf den zweiten Kanal, mit dem zweiten Schalter kannst du zwischen Crunch und Lead umschalten.

Hughes & Kettner TubeMeisters 36 Combo

An diesem Amp besonders ist, dass wir das Umschalten auch über ein solches MIDI-Pedal erledigen können. Das wird besonders spannend für alle, die ein MIDI-fähiges Multieffektgerät haben. Nutzt man die Thru-Funktionalität an einem solchen, dann kannst Du nicht nur den Kanal am Amp umschalten, sondern auch noch die Effekte am Multieffekt simultan einstellen.

Über das MIDI-Pedal kannst Du beim TubeMeister 36 auch den Hall bzw. den FX-Loop ein- oder ausschalten und den integrierten PowerSoak, also die Leistung des Amps steuern. Dadurch stehen dir noch viel mehr Klänge auf einen Druck zur Verfügung.

Der FX-Loop wird übrigens nach dem Preamp eingeschleift. Das bedeutet, dass alle Effekte zwischen Vor- und Endstufe liegen. Beim TubeMeister 36 lässt sich mit der 4-Kabel-Methode noch mehr herausholen.

Effekte nutzen und von MIDI profitieren

Hierzu wird die Gitarre in das Effektgerät gesteckt, dessen Ausgang in den Eingang des Verstärkers. Somit lassen sich beispielsweise Chorus und Phaser vor den Preamp routen. Einschleifeffekte wie Hall und Delay werden üblicherweise hinter der Vorstufe genutzt und werden jetzt über den Send/Return des Effektgeräts bzw. Amps angeschlossen.

Das alles kann mit dem MIDI-Pedal auf einen einzigen Druck mit dem Fuß gesteuert werden und Du kommst von einem Gitarrensound mit Delayline à la Edge sehr schnell zum harten Metal-Brett.

Fassen wir zusammen: Für ein gutes Bühnensetup empfiehlt sich ein Gitarrenverstärker mit drei getrennten Kanälen. Du kannst so einen cleanen Sound für die leisen Stellen im Song, einen Crunch-Sound für die Rhythmusparts und einen Lead-Sound für die Soli nutzen.

Wer noch mehr Klangvariationen wünscht, kann beispielsweise mit dem TubeMeister 36 und einem MIDI-fähigen Effektgerät beliebige Klangkombinationen auf einen Druck abrufen. Wichtig ist, die Klänge in der Lautstärke im Vorfeld abzustimmen, damit es zu keinen größeren Schwankungen auf der Bühne kommt.

 


Von Carlos San Segundo