Gitarren-Effekte 2

191
SHARES

Übersicht

  1. Gitarren-Effekte 2 - Kompressor
  2. Limiter & mehr

Nachdem wir die stark klangverändernden Gitarreneffekte wie Delay, Reverb, Chorus und Co. betrachtet haben, geht es nun um die mehr wie Werkzeuge genutzten Effekte eines Kompressors oder eines Limiters. Was bewirken diese und wie funktionieren sie? Das erfährst Du in diesem Artikel.

anzeige

Ein Kompressor wird genutzt, um das Sustain einer Gitarre oder eines Basses zu verstärken. Damit ist der langanhaltende Ton gemeint, der auf den Impuls des Saitenanschlags folgt. So setzt sich der Gitarrensound innerhalb der Band oder in einem Mix besser durch.

Wie funktioniert ein Kompressor? Die Lautstärke des Saitenanschlags wird reduziert und im Anschluss das Gesamtsignal lauter gemacht – der resultierende Klang ist genauso laut im Anschlag, weist aber ein lauteres Sustain auf. Die Dynamik des Signals, der Kontrast zwischen laut und leise wird also verringert.

Gitarren-Effekte 2 - Kompressor

Gitarren-Effekte: Kompressor

Threshold

Mit dem Threshold-Regler (Schwellenwert) bestimmst Du, ab welchem Lautstärkepegel die Kompression wirken soll – Sobald die Lautstärke der Gitarre den eingestellten Schwellenwert in dB (Dezibel) übersteigt, wird komprimiert.

Gitarren-Effekte 2 - Audio Kompressor - Threshold

Hier sind Threshold-Werte von -12, -24 und -36 dB abgebildet

Ratio

Mit der Ratio legst Du fest, wie stark ein über den oben beschriebenen Schwellenwert hinausschießender Peak (Pegelspitze) abgeschwächt werden soll. Bei einem Wert von von 2:1 ragt ein Peak nach der Kompression nur noch halb so weit über das Threshold-Niveau hinaus.

Gitarren-Effekte 2 - Audio Kompressor - Ratio

Ratio-Einstellungen von 2:1, 4:1 und 8:1

Zusammen mit einem weit unter 0 dB liegenden Schwellenwert führt eine hohe Ratio-Einstellung zu einer sehr intensiven Kompression. Dabei wird der Sound regelrecht planiert, Dynamikunterschiede weitgehend eingeebnet.

 

Attack

Mit diesem Parameter legst Du fest, in welcher Zeitspanne der Kompressor die volle Stärke der eingestellten Ratio erreichen soll, sobald der Threshold überschritten wird.

Das Attack beeinflusst den Klang des Anschlags

Bei hohen Werten bleibt mehr vom Impuls eines Saitenanschlags erhalten, was etwa einem gezupften Bass sehr deutlich wird. So kannst Du einen einigermaßen natürlichen Sound wahren und das Sustain dennoch anheben.

 

Release

Wenn der Threshold des Gitarrensignals wieder unterschritten wird, setzt die Release-Phase ein. Der Release-Wert bestimmt, wie lange es dauert, bis die Kompressionsrate allmählich wieder abgeschwächt wird und schließlich zu 1:1 (keinerlei Kompression) zurückkehrt.

Gitarren-Effekte 2 - Audio Kompressor - Attack Release

 

Gain

Mit diesem Regler kannst Du den Pegel des Gesamtsignals anheben, um die kompressionsbedingten Lautstärkenverluste auszugleichen; alternative Beschriftungen für dieses Bedienelement sind »Output«, »Level«, »Makeup« oder »Makeup Gain«.

Wie eingangs angesprochen ist dies der entscheidende letzte Schritt bei der Komprimierung, mit dem Du das Sustain verstärken und den Sound durchsetzungsfähiger machen kannst. Die Kompression allein ist dafür noch nicht ausreichend.

 

Übersicht

  1. Gitarren-Effekte 2 - Kompressor
  2. Limiter & mehr